Dr. Pingel´s Miniaturen

  • 140. Saugen oder Säugen - das ist hier die Frage


    Ein hebräisches Sprichwort sagt "Mehr als das Kalb das Saugen liebt die Kuh das Säugen."

    In den Herrschaftshäusern in früheren Zeiten gab es an jedem Hof eine Amme, die auch "Säugamme" genannnt wurde. Das waren Frauen, meist aus dem einfachen Volk, die nach ihrer Entbindung noch genügend Muttermilch hatten, um aushilfsweise oder ganz die kleinen Prinzesschen und Prinzen zu säugen.

    Heute gibt es das nicht mehr, höchstens in dem Wort "Ammenmärchen". Heute gibt es nur den Ausdruck Hebamme, wobei ich gerade nicht weiß, woher das "-Heb-" kommt. Ein Begriff, der noch im Duden steht, heißt "Wehmutter". Das erklärt sich selbst.

    Ein Quiz.

    Im Englischen gibt es den Begriff "wet nurse".

    1. Eine Krankenschwester, die gerade aus der Badewanne steigt.

    2. Eine Frau im Sinn der oben genannten "Säugamme".


    1 geht auch, ist aber zu alltäglich.

    2 ist richtig, wenn auch veraltet. Dahinter steckt wohl der Gedanke, dass die Amme von ihrer Milch und dem Baby nass wird.

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  • 141. Schreikultur


    Oulu in Finnland ist dieses Jahr eine der beiden Kulturhauptstädte Europas. Ob die Mücken dazu zählen? Eher nicht. Aber es gibt eine Rarität: einen Männerchor, der nicht singt, sondern schreit (im TV war ein Ausschnitt).


    142. MarathonThersipposAthen420,196kmtot


    Die Sagenversion: 499 v. Chr., Sieg der Griechen gegen die Perser, Thersippos läuft nach Athen, um die Botschaft zu überbringen und bricht tot zusammen.

    Die reale Version: 1908 wurde die Strecke in England festgelegt, nämlich die Entfernung Windsor-London.

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  • 143. Kain und Abel, Gelb und Blau


    Der Konflikt BVB- Schalke ist uralt. Vor Jahren kaufte ich für zwei Jungs Schoko-Nikoläuse, einen im BVB-Dress, den andern à la Schalke. Die Verkäuferin zeigte sich entsetzt, als ich sie zusammen in eine Tüte gepackt haben wollte.

    Ausspruch eines BVB-Vaters über seinen Sohn:" Wenn er Schalke-Fan wird, kommt er ins Heim!"

    Heute, Düsseldorfer Straße in MH-Saarn. Ein langer Trupp von Kindergartenkindern, bewacht von 3 Erzieherinnen und alle allerbester Laune. Jedes Kind hatte eine knallgelbe Weste an. Meine Frage an eine der Erzieherinnen: "Ist das ein Reklamezug für das nächste Heimspiel des BVB und was hat das den BVB gekostet?"

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  • 144. Mit dem Caravan´s Club nach Torquay


    Vor Jahren mit dem Wohnmobil nach England, und zwar in den wunderbaren Süden, wozu auch das Dartmoor gehört. In England sind die Landstraßen meist sehr eng und beiderseits mit Hecken bewachsen, die kaum Platz zum Ausweichen bieten. Dazu der erst ungewohnte Linksverkehr, der aber den Vorteil hat, dass man links sehr genau die Begrenzung einhalten kann. Die Engländer selber nehmen gern die Mitte und kalkulieren, wer ausweicht. Die Lösung: ein deutsches Wohnmobil mit Hochdach ist schon eine zu respektierende Größe. Ich habe nur einen Tag gebraucht, um die Duelle zu entscheiden, indem ich die Mitte einnahm und erst spät nach links auswich.

    In Torquay gab es eine Sehenswürdigkeit, denn da war eine Straße gesperrt, wegen Dreharbeiten für einen Film. Das Personal war gemischt, deutsch und englisch. Die Dreharbeiten waren für einen Rosamunde-Pilcher-Film. Ich kam mit einem Kabelhalter ins Gespräch, der mir vieles erklärte. Der interessanteste Punkt: die gedrehte Szene stellte im Film eine Alltagsszene aus London vor. Der Grund: man hätte in London nie die Genehmigung für eine Straßensperrung erhalten.

    Den Film später habe ich nicht gesehen, aber es war beeindruckend, wieviel Arbeit selbst eine einfache Szene erfordert.

    Vor der Reise hatte ich eine Mitgliedschaft im englischen Caravan´s Club gebucht, die richtig tolle Plätze im ganzen Land anbieten, allerdings nur für Mitglieder. Immer wenn ich auf den Platz fuhr, kam schon ein Verwalter angerannt, denn diese Plätze waren nicht für Ausländer - außer sie waren Mitglieder.

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  • 145. Die schärfsten Kritiker der Elche oder die Bergenbahn in Norwegen


    Ich bin mit der Bergenbahn leider nur ein Stück gefahren, allerdings mit dem Wohnmobil oft parallel zur Bahnstrecke. In diversen Videobeiträgen erfährt man einiges, z.B. auch über die Wildunfälle, speziell mit Elchen. Es ist finanziell unmöglich, die Bahnstrecke einzuzäunen, sodass Elche und andere Wildtiere bei Zusammenstößen mit der Bahn oft umkommen. Ein neues Verfahren wurde getestet, indem man Lautsprecheranlagen aufbaute, mit deren Geräuschen die Tiere sicher abgeschreckt würden.

    Alles waren Fehlschläge; das einzige, was abschreckte, war die menschliche Stimme.

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  • 145a.

    Die oben angeführten abschreckenden Stimmen stammten keineswegs von Heldensopranen (die gibt es ab sofort! Sie können auch Heldinnensoprane heißen). Wahrscheinlich ist eine Mischung von schrillen Frauen und grölenden Männern, Fußball-Publikum!

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  • 146. Mit Orff zur Fitness


    Jeder von uns kennt das: die Ubiquität von Schrottmusik aus Autos, an der Tankstelle oder auf Parkplätzen aller Art. Noch nie habe ich Klassik aus Autos gehört bzw. hat mich jemand wegen meiner Klassik angesprochen - bis heute. In der Umkleide für Männer bei Kieser-Training spricht mich ein anderer Mann an und erklärt, dass er meine Musik aus dem Auto schallen gehört hat und sie toll finde. Das sei Orff. Es stimmte: Carmina burana.

    Das bringt mich dazu, einen meiner absoluten musikalischen Lieblingswitze zu erzählen.

    Mann und Hund kommen zu einem Impresario: Der Hund kann sprechen!

    Impresario: Nie im Leben!

    Mann: Fido, what is the structure of sandpaper (Schmirgelpapier)?

    Hund: Rough - rough (spricht sich raff-raff)

    Impresario: runzelt die Stirn.

    Mann: Fido, what is on the top of a house?

    Hund: Roof - roof (ruuf - ruuf )

    Impresario runzelt stärker.

    Mann: Fido, who is the greatest composer ofthe 20th century?

    Hund: Orff - Orff.

    Impresario: Raus!

    Draußen. Der Hund sitzt, sieht den Mann an und sagt:

    Or should I´ve said Strawinski?

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  • 147. Clevere Kids - dicke alte Zwillinge


    In #135 habe ich berichtet über clevere Kids, die beim Fußball im Stadion Oliver Baumanns (Nationaltorhüter!) ein Schild hochhielten "Tausche Handschuhe gegen Bruder".

    Die neueste Variante ist diese (Spiel weiß ich nicht mehr): "Wir wollen in die Sportschau!" Damit ist gemeint, dass dieses Plakat zusammen mit den Jungs im Bericht der Sportschau zu sehen ist, was meist auch passiert.

    Es gibt bei einem Bundesligaverein ein "Traumpaar", das in der Sportschau ab und zu vorkommt. Es handelt sich um Zwillinge, aber nicht um kleine, süße, sondern dicke alte in den Vereinsfarben.

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  • 148. und der Mecht hieß Knallchus (Johannespassion)


    "...und der Mecht hieß Knallchus" ist ein legendärer "Versinger", den ein Freund erlebt hat (tief in der Vergangenheit verschollen).

    Karfreitag 2026, Aufführung der Johannespassion in der Essener Philharmonie, sehr voll, sehr gut bis auf die Solisten. Immer mal wieder sieht man auch Kinder. Hier z.B. ein Mädchen, Grundschulalter, mit einem Stoffteddy, der kaum kleiner als das Kind war!



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  • 149. Richard Dawkins, Juliet Dawkins, Halley's Comet


    The elliptical orbit of Halley's Comet takes it far away, and returns to us only every 75 or 76 years. I saw it in 1986, and showed it to my baby daughter Juliet. I whispered in her ear (of course she could not understand it) that I would never see it again, but that she would have another chance when it returned in 2061.

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  • 150. Das Zeugnis der Grundschule


    habe ich wiedergefunden und bin zufrieden. Normal: die Kopfnoten. Eine Kuriosität: das Fach "Schönschreiben" (pro Klasse 2 Noten, Sommer und Winter).

    Klasse 1: gut gut

    Klasse 2: gut mangelhaft

    klasse 3 : mangelhaft ausreichend

    Klasse 4: ausreichend befriedigend.


    Immerhin, denn dann stand die Aufnahmeprüfung für die Sexta im Benrather Schloßgymnasium an, einer Bildungsanstalt, der später auch Koryphäen wie :untertauch:Holger entsprangen:cheers:.

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  • 151. Lokführer im ICE ohne Ausbildung


    Na ja, fast. Die ersten ICEs hatten im ersten Wagen durchsichtige Scheiben in den beiden Reihen direkt hinter dem Cockpit. D.h., man saß direkt hinter dem Lokführer, nur durch eine Scheibe getrennt. Ich habe so 2x die Fahrt zwischen Köln und Frankfurt mit gemacht, 1x hin, einmal zurück. Diese Plätze waren heiß begehrt; im Internet gab es Pläne dazu, welche Züge, welche Wagen und welche Sitze man ansteuern musste. Übrigens gab es nie Streit, weil das unter "Pufferküssern" (Bahn-aficionados), nicht üblich war, man wechselte sich auch mal ab.

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  • 151. Sitte und Anstand


    In meinem Wiener Semester (1964) war mein Hörsaal die Staatsoper, aber einmal im Rosenkavalier spielte das Orchester nicht so toll wie sonst, sodass ich mich nach dem ersten Akt auf meinen Drahtesel schwingen konnte und zu einem Nestroy in das Josefstädter Theater fahren. Da war ich etwas zu früh. Ich setzte mich auf

    meinen Platz und schlug meine Zeitung auf, um die Zeit zu überbrücken. Da kam einer der Beschließer zu mir und forderte mich auf, die Zeitung wegzulegen. Das schicke sich nicht im Theater. Ich sah das sofort ein und verwende seitdem nur noch die kleinen gelben Heftchen.

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