Skrjabin: Die "kleinen" Stücke für Klavier

  • Hallo Taminos,


    wenn ich mich nicht täusche, dann gibt es zu bisher "nur" einen Thread zu seinen Klavierkonzerten.
    Hiermit möchte ich einen weiteren Thread zu Skjabin Werken für Klavier solo starten.
    Ausschließen möchte ich dabei ausdrücklich die Sonaten, da ich der Meinung bin, das diese später sicherlich einen eigenen Thread verdient haben.
    Hier geht es um die Etüden, Preludes, Klavierstücke, Walzer, Poems, Marzurkas usw. usw. ........
    Skrjabins Instrument war das Klavier und so können wir uns über zahlreiche Werke dieser Gattungen freuen.


    Was mir beim Hören von Skjabin Werken immer wieder auffält ist die Tatsache, daß es wohl ungemein schwierig ist die Schömnheit die in vielen dieser Werke steckt aufzuzeigen.
    Zu oft wirken sie auf mich hart und unmelodisch.


    Eine Aufnahme, die mich hinsichtlich Skjabin positiv überrascht hat ist diese:



    Kuschnerova gelingt eben das, was mir bei so vielen Aufnahmen bisher fehlte!

  • Hallo Richard,


    Scriabin ist für mich neben Ravel der zweite große Klavierkomponist Anfang des 20. Jahrhunderts. Mindestens für „Vers la flamme“ plane ich seit langem einen Beitrag. Das wird aber noch dauern, denn noch lebe ich in der Vorfreude, weiter dieses Werk innerlich wirken zu lassen und irgendwann einmal Zeit zu finden, etwas dazu aufzuschreiben ...


    Als Sofronitsky-Enthusiast wirst Du sicher wissen, welche Bedeutung Scriabin für Sofronitsky hatte, die so weit ging, dass er dessen Tochter geheiratet hat. Ich habe ihn über seine Scriabin-Einspielungen kennen gelernt und bin überzeugt, dass dies bis heute nicht nur die unerreichten Aufnahmen sind, sondern mir erschließt sich Sofronitskys Art des Klavierspiels nur von Scriabin aus. Und seinerseits hat Sofronitsky damit gezeigt, wie tief im Innern der Geschichte der Klaviermusik die Werke Scriabins angesiedelt sind.



    Wer aber nicht gleich in die Abgründe dieser Interpretation eintauchen will, dem sei die CD von Horowitz empfohlen. Sie zeigt sehr gut die Entwicklung von Scriabin. Und wer über die frühe, stark an Chopin erinnernde Phase von Scriabin nicht mitgehen will, für den hält diese CD mit der Etude op. 8 Nr. 12 einen Edelstein bereit, der trotz seiner Kürze von kaum mehr als 2 Minuten allein den Kauf rechtfertigt. – Bei der Suche nach dem Cover entdecke ich allerdings, dass die CD zur Zeit kaum greifbar ist. Aber es gibt zahlreiche andere Aufnahmen mit Horowitz, die sicher eine gute Alternative sind.


    Viele Grüße,


    Walter

  • Ein paar schöne Skrjabin-Aufnahmen sind neben den freilich unübertrefflich-exzentrischen von Horowitz:


    -24 Préludes op.11, 4. und 10. Klaviersonate und ein paar Petitessen mit Mikhail Pletnev (live!) bei Virgin


    - Die kompletten Klaviersonaten mit M.A. Hamelin bei Hypérion (geradezu verrückt, dagegen wirkt Ashkenazys -gewiss sehr ordentliche- Aufnahme geradezu tantig-betulich...


    - Die kompletten Etüden mit Piers Lane (auch Hypérion) - delikater Klangsinn!


    - Sämtliche Poémes mit dem Freiburger Klavierprof. Vitalij Margulis - Geheimtipp (das Label heißt "inak", das klingt irgendwie nach "inaktiv" - das muss wohl auch die Tontechnik dieser leider schepprig klingenden Aufnahme gewesen sein...)


    Grüße
    Daniel


    PS: Es gibt da einen "Serverin von Eckardstein" (oder so ähnlich). Spielt Skrjabin für Darbringhaus und Grimm ein - die Scheiben werden über den grünen Klee gelobt. Schon mal jemand was von ihm gehört?

  • Ich kann wärmstens empfehlen:
    Gavrilov spielt 24 Preludes (Auswahl verschiedener Zyklen), dazu die bekannte Etude Op. 42, 5 und die 4. Sonate. Entschuldigung, dass ich das jetzt erwähne, aber v.a. die Sonate ist super gespielt. Wenig Pedal und Gavrilov schafft es, den mystischen, leisen Zustant bis zum Ende hinzuziehen, ohne dass es langweilig wird, um dann mit einer furiosen Endpassage den Hörer noch mehr zu beeindrucken.
    Aber die "kleinen Stücke", um die es hier geht, sind allesamt äußerst russisch Interpretiert. Es mag für den einen etwas zu hart und zu weich sein, aber das finde ich gerade das Interessante an der Aufnahme.
    Hier das Cover


    weiß jemand, was der alte Gavrilov jetzt macht? Habe durch einen Freund ein ungefähr 4 Jahre altes Video mal sehen können, bei dem er mich (leider) alles andere als überzeugt hat. Er spielte Chopin (Etuden, Nocturnes), Ravel (Gaspard de la Nuit) und Prokofiev (Romeo und Julia).
    Alles sehr hektisch, unschön, ohne Liebe zum Detail "hingerotzt" (entschuldigung, mir fällt kein passenderes Wort ein). Er spielte die Chopin Etuden und Ravel teilweise ohne Pedal, hampelt rum wie einer, der zu viel Schokolade gegessen hatte. Man meinte, es geht eher um Show als um Musik. Ich glaube ein Tauber hätte sich besser amüsieren können. Natürlich gab es hin und wieder Phasen, in denen er seine ganze musikalische Ader zeigt, die er aber schnellstmöglich wieder versteckte. Jedenfalls war das nicht der Gavrilov, den man sonst so kennt. Würde ihn aber trotzdem gerne mal wieder live sehen (und hören). :stumm:

    Die Dame des Hauses erhebt sich vom Klaviersessel: "Das war Siegfrieds Tod." Ein Zuhörer zu seinem Nachbarn: "Kann ich verstehen."

  • Sehr gerne höre ich die extrem lyrische Interpretation bei Naxos: Evgeny Zarafiants: Scriabin Préludes Vol I. mehr als Vol II.


    Besonders großartig finde ich die CD mit dem faszinierenden Obertonpianisten Claudio Crismani (Real Classics) (http://www.realsound.it). Manchen mag sein Spiel vielleicht brutal und hart sowie erzwungen vorkommen, weil das Hören auf die Obertöne etwas Ungewohntes ist. Wer dies aber vermag, dem erschließt sich ein Kosmos, der womöglich den Intentionen Scriabins näher kommt als das, was man sonst so hört.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • ach ja, nicht zu vergessen der vozüglich Konzertmitschnitt von Nikita Magaloff mit den 12 Etüden Op. 8 vom 27.4.1991 in Bellinzona.

    Billigs beim Label AURA erhältlich. Ein heißer Tipp (wie fast alle Klavierabende bei diesem wunderbaren italienischen Label)!

    Gruß ab


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    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hallo Liebe Scribain Freunde,


    Unter den viele "Juwelen" Scriabins Klavierwerke der Preludes, Poemes, Impromtus finde sich auch eine beträchtliche Anzahl von Mazurkas op. 3 & 25! Die Pisnistin Maira Lettberg spielt diese kleine Stücke mit Sinn für ihrer rhytmische Strucktur. Dazu kommt Ihr feiner Klangsin für die vielen Schattierungen Scriabins Musik. Scriabins Mazurka brauchen sich unter den Händen einer solchen Interpetin nicht vor denen Chopins zu verstecken!


    Es scheint mir so das Frau Lettberg in ihrer Gesamteinspielung der Klavierwerke Scriabins gerade den frühen Klavierwerken mit Sinn für ihre delikate Gestaltung begegnet! :yes:


    Wer sich für die Mazurkas Scriabins interessiert wird hier eine dankbare Alternative zu Ponti und Katasaris finden!

  • Kennt jemand folgende Aufnahme?


    Gruß ab


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    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Die Neueinspielung des Gesamtwerkes von Scriabin durch die Pianistin Maria Lettberg kann ich für alle Scriabin-Liebhaber nur empfehlen! Ich ziehe diese Gesamteinspielung der von Ponti vor. Frau Lettberg versteht es besonders in den kleinen Formen, wie den Preludes, Mazurkas, Poemes, Impromtu und Etude mich zu überzeugen. Sie geht mit ebensoviel Verstand wie Einfühlungsvermögen an scriabins diffizile Klangsprache ran. Extreme Ausbrüche oder Extravaganzen sind nicht ihre Sache. Dennoch verzärtelt sie Scriabin nicht, sie weiß den vollgriffigen Satz durchaus zu bedienen (wie z.B. in Fantasie op. 28, Prelude op. 11 Nr.14, op.4)


    Zu den Sonaten möchte ich mich jetzt noch nicht äußern! :hello:


    gibt es schon andere Meinungen zu dieser Neuveröffentlichung?


    Lg
    Niko

  • Zitat

    Original von scriabin007
    Wer sich für die Mazurkas Scriabins interessiert wird hier eine dankbare Alternative zu Ponti und Katasaris finden!


    Anfang der 90er Jahren (?) erschien auch eine (heute nicht mehr erhältkiche) CD des portugisischen Pianisten A. Pizarro mit den kompletten Mazurkas SKRJABINs bei Collins.


    leider kein Bild zu Veröffentlichung



    A. SKRJABIN The Complete Mazurkas

    - 10 Mazurkas op.3
    - 9 Mazurkas op.25
    - 2 Mazurkas op.40


    A. Pizzaro (rec. 1993)


    Es wird bei diesen Werken oft die große Abhängigkeit von CHOPIN moniert. Da mag schon etwas dran sein, aber schlecht sibnd sie deshalb auch nicht. In angemessen Dosen durchaus schön anzuhören.


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner

  • Die Gawrilow Scriabin-CD ist wirklich hervorragend - sie ist aber leider vergriffen. Ich habe von ihr leider nur eine CD-R! Man muß Gawrilows Biographie kennen: Da ist einer, der von seiner ehrgeizigen Mutter um seine Kindheit gebracht und gedrillt wurde, Klavier zu spielen bis zum Überdruß, später vom KGB verfolgt wurde. Deswegen ist er für eine Zeitlang aus dem Klavierzirkus ausgestiegen. Ich hörte ihn 2007 hier in Bielefeld mit dem Tschaikowsky-Konzert - er spielt heute nicht mehr so hart wie früher, sein Pianissimo war schon aufregend, fast schon Volodos-verdächtig! Insgesamt ist sein Spiel nicht mehr so streng wie früher, eine gewisse postmoderne Lässigkeit, manches wird unendlich in die epische Breite gezogen! Insgesamt war das aber eine sehr schöne Aufführung. Man merkt, daß er jede Zwanghaftigkeit des Spiels vermeiden will!


    Um zu den kleinen Stücken zu kommen: Diese Miniaturen von Scriabin sind wahre Juwelen! Sofronitzky ist schlicht aufregend und ein >Muß< für jeden Scriabin-Freund (ein wirklich tiefsinniger Interrpet dieser Musik mit einer natürlichen Affinität zu ihr), z.B. die Preludes u.a. in der vor kurzem erschienen Box bei Brilliant-Classics. Außergewöhnliche Aufnahmen (leider sehr wenige) gibt es von V. Ashkenazy, von Horowitz natürlich, und nicht zu vergessen: Walter Gieseking, der die Preludes äußerst feinsinnig und facettenreich spielt! Auch Anna Guararis Aufnahme der Preludes gehört zu den besten!


    Beste Grüße
    Holger

  • Zitat

    Original von Daniel Behrendt


    - Sämtliche Poémes mit dem Freiburger Klavierprof. Vitalij Margulis - Geheimtipp (das Label heißt "inak", das klingt irgendwie nach "inaktiv" - das muss wohl auch die Tontechnik dieser leider schepprig klingenden Aufnahme gewesen sein...)


    Die würde mich sehr interessieren, gibts die irgendwe noch zu bekommen? Kann die irgendwer von euch andernfalls zur Verfügung stellen?



    :hello:

    Gruß ab


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    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • hier meine dringende Empfehlung für Scriabin:


    Vladimir Sofronitzky!


    Nicht nur, weil er Scriabins Schwiegersohn war, sondern vor allem wegen der eher luftig-leichten Spielweise. Hat mir einen neuen Zugang zu Scriabin verschafft!

  • Mein Favorit unter den Scriabin-Aufnahmen ist die von Andrei Gavrilov (EMI, 1984). Diese wurde hier auch schon genannt (s.o.) und enthält eine Auswahl von Miniaturen (meist Préludes) und die vierte Sonate. Hat man diese Aufnahme lieben gelernt, kann man die meisten Scriabin-Aufnahmen anderer Pianisten schnell langweilig finden.


    Eine hervorragende Gesamtaufnahme der Préludes gibt es von Andrei Diev (Arte Nova Classics, 1999). Es handelt sich um eine sehr musikalische, detailverliebte und eigenwillige Interpretation. Diev setzt das Pedal nicht übermäßig ein, Rubato häufig aber intelligent. Die Stücke wirken sehr organisch und weniger mechanisch. Ich ziehe diese Aufnahme den entsprechenden Aufnahmen von Pletnev, Lettberg, Alexeev, Zarafiants oder Gourari vor.



    Auf youtube sind Aufnahmen ausgewählter Préludes von I. Zhukov zu hören. Diese sind sehr hörenswert.


    Was die Etüden betrifft, so fallen mir gerade nur Aufnahmen einzelner Stücke ein, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben:

    • Op.8 No.2: Pogorelich (youtube)
    • Op.8 No.11: Weissenberg (Columbia 1950 oder Sigi Recordings auf Doremi, auch seine Darbietung der Nocturne Op.9 No.2 ist beeindruckend)
    • Op.8 No.12: Matsuev (RCA 2009, The Carnegie Hall Concert. Hier „knallt“ es ähnlich schön wie bei Gavrilov)
    • Op.2 No.1: Horowitz
    • Op.42 No.5: Gavrilov (EMI 1984 [s.o.], oder Live-Mitschnitt auf youtube)






  • Lieber Waldläufer,


    ich habe auch etliche Aufnahmen (darunter historische von Sofornitzky und Walter Gieseking) der Scriabin-Preludes. Eine Offenbarung für mich wurde dieser sensationelle Mitschnitt von Svjatoslav Richter - den kann ich Dir nur wärmstens empfehlen:



    Ansonsten: Herzlich willkommen! :) :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Lieber Holger,


    ja, dito ! Und die tolle Gawrilov-EMI Platte hatte ich damals als MC und jetzt als Japan-Import auf CD !


    LG Siamak

  • Lieber Holger,


    ja, dito ! Und die tolle Gawrilov-EMI Platte hatte ich damals als MC und jetzt als Japan-Import auf CD !


    LG Siamak

    Lieber Siamak,


    die Gawrilow-Platte (ich hatte früher die LP) war wirklich etwas Besonderes, auch für mich! So sah das Orginal-Cover aus:


    71dsE%2BU0qOL._SX355_.jpg


    Später hatte ich eine CD-R und mir dann noch diese Doppel-CD besorgt, wo die Gawrilow-Aufnahmen drauf sind:


    ab67616d0000b273766688175aee0b5a10a81bee


    Andrei Diev...


    https://www.bechstein.com/die-…in/pianisten/andrei-diev/


    sagte mir bislang nicht viel. Leider gibt es das Arte Nuova-Label nicht mehr, auf dem auch die Aufnahmen von Andrei Nikolsky veröffentlicht waren, der den Rheine Elisabeth Wettbewerb in Brüssel gewann und bei einem Autounfall tragisch verstarb.


    Einen schönen Sonntag wünschend

    Holger

  • "Eine Offenbarung für mich wurde dieser sensationelle Mitschnitt von Svjatoslav Richter - den kann ich Dir nur wärmstens empfehlen"

    Lieber Holger,


    danke für die Empfehlung! Die Richter-Aufnahme ist wirklich sehr gut. Ein Highlight ist für mich im Moment die zweite Sonate. Vermute hier eine der besten Interpretationen. Für die zweite Sonate fällt es mir grundsätzlich schwer, eine nahezu „perfekte“ Aufnahme zu finden. Für die späten Sonaten (5-10) gibt es ja zum Glück V.Ashkenazy, die ich ähnlich hoch schätze wie die Gavrilov-Aufnahme.


    Bei Giesekings Op.11 gefallen mir die mit Andante/Lento-betitelten Stücke, die ich vereinzelt Aufnahmen anderer Interpreten (auch Gavrilov) vorziehe. Von Sofronitzky besitze ich die Box der „Historical Russian Archives“-Reihe auf Brilliant Classics.


    Schade übrigens, dass der G.Henle-Verlag bislang nur Op.11 publiziert hat. Eine wertige Ausgabe der gesammelten Préludes wäre (wie bei Chopin) eine tolle Sache.


    Wünsche einen schönen Abend






  • danke für die Empfehlung! Die Richter-Aufnahme ist wirklich sehr gut. Ein Highlight ist für mich im Moment die zweite Sonate. Vermute hier eine der besten Interpretationen. Für die zweite Sonate fällt es mir grundsätzlich schwer, eine nahezu „perfekte“ Aufnahme zu finden. Für die späten Sonaten (5-10) gibt es ja zum Glück V.Ashkenazy, die ich ähnlich hoch schätze wie die Gavrilov-Aufnahme.

    Lieber Waldläufer,


    bei der 2. Sonate erreicht für mich Ashkenazy das Ideal (seine Gesamtaufnahme ist für mich immer noch die Referenz). So sah damals die LP aus:


    s-l300.jpg


    Auch klanglich ist diese Platte besonders gut aufgenommen - sehr "analog" und warm. Leider ist die erste Überspielung auf CD eine klangliche Katastrophe (blechern, flach und künstlich aufgehellt). Wenn Du diese CD-Box hast, kann ich nur empfehlen: ausmisten (habe ich auch gemacht! ^^ )! :


    OIP.KPDrhGItyVGqOsvaLktYpgAAAA?pid=ImgDet&rs=1


    Ich habe mir die Komplett-Box mit den Soloaufnahmen von Ashkenazy gekauft. Da sind die Scriabin-Sonaten auch drin - in der originalen Zusammenstellung, wie sie auf LP erschienen, mit den ebenfalls singulär gespielten kleinen Stücken. Da ist der Klang endlich wieder so wunderbar analog wie damals auf der LP!


    Bei Giesekings Op.11 gefallen mir die mit Andante/Lento-betitelten Stücke, die ich vereinzelt Aufnahmen anderer Interpreten (auch Gavrilov) vorziehe. Von Sofronitzky besitze ich die Box der „Historical Russian Archives“-Reihe auf Brilliant Classics.

    Du hast wahrscheinlich auch die Rundfunkaufnahmen von Gieseking, nehme ich an! Ich werde heute Abend mal schauen, was ich da so alles an Aufnahmen habe! Wirklich singulär sind natürlich auch die Horowitz-Aufnahmen der kleinen Stücke (RCA und CBS).

    Schade übrigens, dass der G.Henle-Verlag bislang nur Op.11 publiziert hat. Eine wertige Ausgabe der gesammelten Préludes wäre (wie bei Chopin) eine tolle Sache.

    Da hatte ich Glück. Als der 2001-Shop in der Düsseldorfer Altstadt existierte, habe ich mir die ungarische Gesamtausgabe sämtlicher Scriabin-Klavierwerke (der Verlag war insolvent) besorgt. Da sind die Preludes komplett drin. Merkwürdiger Weise fehlen einige wenige Einzelstücke - die Edition ist also nicht ganz ideal. Aber ich bin froh, dass ich sie habe! :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Guten Morgen,


    bei mir läuft gerade die Andrei Diev CD mit den Preludes, eine wirklich sehr empfehlenswerte Doppel CD. Auch klanglich. Ich muss dann die Sonaten mit Ashkenazy hören, zu lange nicht gehört........


    Kalli

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