Aktive Pianisten unserer Tage - Michelangelo CARBONARA - ein italienischer Pianist

  • Von Zeit zu Zeit durchstöbere ich die Kataloge der Plattenlabels um neue Interpreten, fernab von den altbekannten „Schlachtrössern“ zu kennenzulernen- Das Label „Piano Classics" ist hier – neben etlichen anderen – eine Fundgrube- Ich stieß hier auf den heute 42 jährigen italienischen Pianisten Michelangelo Carbonara, der hier ein Schubert Programm gestaltet (er hat wesentlich mehr aufgenommen, aber dazu in weiteren Beiträgen von mir oder jemandem anderen. Hier schreibe ich keine Kritik, sondern gebe lediglich persönliche Eindrücke wieder, wobei ich feststellen durfte, dass meine Zustimmung und meine Einwände sich teilweise mit jenen des einigen Amazon Amateurrezensenten (in englischer Sprache ) deckten.


    Vorerst zum Pianisten. Er spielt schon seit seinem 5 Lebensjahr Klavier, studierte am Konservatorium der Académie nationale Sainte-Cécile, machte mit 17 seinen Abschluss und vervollkommnete sich am Salzburger Mozarteum., und dann wieder in Frankreich.


    Zu seinen Lehrern zählen eine ganze Kaskade von Berühmtheiten – so berichtet es sein Lebenslauf: Internationale Klavierakademie unter Argerich, dasnach Leon Fleisher, Dmitri Bachkirov, Menahem Pressler, Andreas Staier, Alice de Larrocha und andere....


    Zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben, Auftritte in quasi allen Erdteilen


    Der Wiki- Eintrag ist nur ein EINER Sprache verfügbar – und zwar eigenartigerweise nicht in italienisch, sondern in französich


    Und dort steht am Ende;

    Zitat

    Er ist auch als Dirigent, Komponist, Arrangeur und Regisseur von Aufnahmen klassischer Musik sowie Jazz-, Pop- und Filmmusik aktiv

    Ich muß gestehen – so was macht mich immer misstrauisch – Allroundtalente sind mir unheimlich…


    Kommen wir zur gezeigten Aufnahme. Sie enthält 3 Klaviersonaten, nämlich D664, D 845 und die selten aufgenommene frühe D 157


    Der Klavierklang wurde gut eingefangen, indes - mir kam alles ein wenig zu leicht und zu schnell vor, Der Klang ist eher weich, was den Andante-Sätzen entgegenkommt, aber den Gesamtklang eine Spur zu wenig kernig erscheinen lässt, die Bässe werden zwar nicht schwach produziert, aber irgendwie fehlte mir was, was sich schwer beschreiben lässt und für manch vermutlich gar nicht existent ist. Ich glaube allerdings der Ursache auf den Grund gekommen zu sein.


    Es ist das verwendete Instrument. Hier kam weder ein Bösendorfer noch ein Steinway oder Fazioli zum Einsatz, sondern ein Yamaha Gran Coda CFIII.

    Auch stelle ich eine gewisse forwärtsdrängende Motorik fest, die andere Pianisten (Andrasch Schiff oder Wilhelm Kempff) weniger stark ausgeprägt wiedergeben.

    Aber auch das hat seinen Reiz. (ein Hauch von Italiantá ?) Heute ist das ja einfach: Dank Soundsamples kann sich jeder sein Urteil bilden:



    Mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Lieber Alfred,


    diese CD von Michelangelo Carbonara habe ich auch, aber leider ist da nicht die Sonate Nr. 21 von Schubert dabei, sonst hätte ich die Aufnahme schon lange besprochen. Ich bin mittlerweile bei dem Buchstaben "F", das heißt als nächste Aufnahme bespreche ich im Schubert-Thread die von Vladimir Feltsman. Ich habe bereits 7 Schubert-Sonaten von ihm, und neun weitere auf drei CD' sind zu mir unterwegs. Ich hoffe, dass er die 5 letzten auch bald aufnimmt, dann hätte ich ihn auch komplett. So viel ich gesehen habe, existiert noch kein Thread über ihn, weder bei den Tastenlöwen noch im Themenverzeichnis. Übrigens sein Label ist Nimbus Alliance.

    Feltsman ist am 8. 1. 1952 geboren.


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).