Die Protagonisten der Alten Musik (XXVI) - The Hilliard Ensemble

  • Das Hillard Ensembel hatte bislang keinen eigenen Thread im Tamino Forum- Es sind eben derzeit doch nicht genügend Verreher der Alten Musik mit an Bord - sonst wäre das nicht passiert. Das Hilliard Ensemble war ein englisches Vokalensemblel für Musik um 1600, intepretierte allerdings auch Musik zeitgenössischer Komponisten, die in diesem Thread allerdings nicht besprochen werden soll. Namensgeber war der englische Miniaturmaler Nicolas Hilliard (1547-1619) derauch Siegelschneider und Portraimaler war. Ihm verdanken wir zahlreiche Bildnisse vom Hofstatt Elisabeths I und Jakob VI

    Gründungsjahr war 1974, Nachdem schon einige Besetzungswechsel stattgefunden hatten löste sich das Ensemble 2014 auf.


    Ich weiss nicht ob man es begrüßen oder beklagen soll, Renaissancemusik ist doch etwas sehr spezifisches, sodaß die Nachfrage auf einen kleinen Kreis beschränkt bleibt. Nach Auflösung solcher Ensembles verschwinden dann nach und nach ihre Aufnahmen. Im Fall des Hillard ensembles ist das indes (bislang) nicht der Fall. Warner hat etliche CDs in Sonderangebot- Boxen gepackt und bietet sie beinahe geschenkt an. Die hier gezeigte besitze ich selbst und werde sie demnächst vorstellen. Nur kurz vorweg. Es handelt sich um Renaissancemusi aus verschiedenen Ländern. Aber es ist kein Querbeet-Progrann, sondern die 6 enthaltenen CDs sind jeweils einem Anderen Land, bzw Gebiet gewidmet und wie es mir scheint wurden hier 6 Ehemalige Lanspielplattenausgeben wiederbelebt, jede ist in einem Kartonschuber verpackt und enthält scheinbar das Coverbild der Originalausgabe.

    Das Booklet ist - diediesem Preis kein Wunder - äusserst dürfig, wer also übe diese Edition schreiben will, der muß sich seine Informationen anderswo beschaffen...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Ich weiss nicht ob man es begrüßen oder beklagen soll, Renaissancemusik ist doch etwas sehr spezifisches, sodaß die Nachfrage auf einen kleinen Kreis beschränkt bleibt.

    We few, we happy few :yes:

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich liebe auch sehr dieses Ensemble:!:


    Außer der von Alfred gezeigten Box, gibt es auch noch diese.....

    ....die mir gut gefällt!


    Allerdings habe ich 2 Aufnahmen die ich ganz besonders liebe ....

    die Tenebrae von Gesualdo sind unvergleichlich gut interpretiert.


    Zitat

    RezensionenN. Hornig in FonoForum 4 / 02: "Das CD-Projekt "Morimur" stellt Bachs Chaconne in ein neues Licht. Violinstimme und Choralzitate verschmelzen zu einem Kunstwerk von imposanter Größe. Produzent Manfred Eicher liebt es, neue Wege zu gehen und Risiken zu wagen, um dem Hörer neue Klanghorizonte und musikalische Erfahrungen zu erschließen. Genau das gelingt ihm mit "Morimur", einer Produktion, die zu den wohl faszinierendsten Aufnahmen des ECM-Katalogs gehört. Sie vermittelt einen neuen, bisher nie gehörten Eindruck von der Musik Johann Sebastian Bachs."

    .....dem ist nichts hinzuzufügen, ausser meine Begeisterung für diese CD.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich kann die Begeisterung über das Hilliard-Ensemble nicht teilen. Ich habe es oft gehört und besitze auch einige CDs. Der Einwand: von fast jedem Stück, das die Hilliards singen, gibt es von einem anderen Ensemble eine bessere Aufnahme. In der Zeitschrift "Rondo" schrieb eine Kritikerin vor einiger Zeit (sinngemäß):"Eine Hilliard-CD klingt erstmal vor allem - wie eine Hilliard CD!"

    Allerdings habe ich schon vor längerer Zeit nichts mehr gehört, daher kann ich die hier vorgestellten Aufnahmen auch nicht beurteilen.

    Es grüßt einer der Happy Few!

    Ich habe noch nicht alle Musik gehört. Aber sie steht auf meiner Liste (frei nach Susan Sontag)

  • Ob man ein Ensemble am typischen Klang erkennen soll oder nicht . das sit eine Frage de4s persönlichen Geschmacks - und vermutlich würden die entsprechenden Komponisten der Renaissance (und noch mehr jene des Mittelalters) erstaunt und vielleich sogar verärgert die Häupter schütteln, sollten sie hören können wie man ihre Werke heute interpretiert.


    Schon Geoffrey Chaucer hat das -wengleich in anderem Zusammenhang geschrieben (Ich bessitze nur die deutsche übersetzung von Adolf von Düring -1883). im Prolog der Canterbury Tales stellt er die handelnde Figur der Nonne Madam Eglantine vor, ein Mitglied der pilgernden Reisegesellschaft. Daraus eine kurze Textstelle:


    "Und Madam Eglantine war ihr Name

    Gar lieblich durch die Nase sang die Dame

    Beim Gottesdienst. Französisch sprach sie so

    Gewandt, wie immer wie immer Stratford-atte-Bow

    Es lehren kann; jedoch wußte sie nicht

    Wie in Paris man das Französisch spricht"


    Ich hab mich seinerzeit fast krumm gelacht, als ich das gelesen habe.

    Und es hat sich mir eingeprägt, sodaß ich mir heute die Textstell herausgekramt habe

    Sorr - ich kanns nicht lassen:

    Auf die Gefahr hin die meisten zu langweilen:

    Hier ist der englische Text von ca 1388/ 1400


    And she was clepted Madam Eglantine

    Full well she sangé the service divine

    Entunéd in her nose sweetély;

    And French she spake full fair and fetisly

    After the school of Stratford atté Bow

    For French of Paris was to her unknow;


    Beste Grüße aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Das ist wirklich ein witziger Text. Ich finde die Akzente interessant, das bedeutet nämlich, dass man sie mitsprechen muss, anders als im heutigen Englisch

    Natürlich wissen wir nicht, wie es richtig war und ist, was den Vorteil hat, dass man immer wieder neue aufregende Interpretationen bekommt. Neue Anätze in der Klassik und der Sinfonik sind nicht so häufig, obwohl es sie immer wieder gibt, wobei man aber etwa für Beethoven ein besonders geschultes Ohr haben muss!

    Ich habe noch nicht alle Musik gehört. Aber sie steht auf meiner Liste (frei nach Susan Sontag)

  • Wie schon im Einleitungsbeitrag angedeutet sind eigentlich 6 voneineader unabhängige Themenkreis vorhanden, die nach aller Wahrscheinlichkeit ursprünglich Einzelveröffentlichungen zu eine gesissen Untertheam der Renaissance waren.


    Ich habe mir zu erst die CD Nr herausgesuct, die mich am meisten interessiert, Sie enhält Musik vom Hofe Ferdinands von Aragon und Isabella von Kastilien. Sie sind weniger geschichtsbeflissenen vielleich wenigytens als jenes Königspaar bekannt, die Columbus die Endeckungsreise ermöglichten wo er letztelich Amerika entdeckte, übrgens entgegen dem Rat zweier Komissionen, etwas zögerlich, aber dann doch aus Angst Columbus könne einen anderen König für sein Pläne gewinnen, eine Angst die durchaus berechtigt war.


    Das Königspar war streng katholisch ausgerichtet, aber auch an Kunst und Kultur sehr interessiert.


    Die auf der beschriebenen CD enthaltenen Komponisten sind:


    Alonso do Mondéjar

    Francisco de Penalosa

    Martin de Rivaflecha

    Pedro de Escobar

    Alonso de Alba

    Juan de Encina

    Juan de Urrede


    Sowie einige anonyme Werke oder Zuschreibungen.

    Warner Classics hat für uns eine Kostprobe von Francisco de Penalosa

    „Inter vestibulum et altare“ ins Netz gestellt


    Hier von einer anderen CD – aber der Track ist identisch mit jenem auf unserer CD



    Mit freundlichen Grüßen aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Von den Hilliards findet sich (für meine Verhältnisse) relativ viel in meinen CD-Schränken:

    71EqjI9oR+L._SS300_.jpg


    Daneben höre ich auch hin und wieder ganz gern die Hilliards gemeinsm mit Jan Gabarek:

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Daneben höre ich auch hin und wieder ganz gern die Hilliards gemeinsm mit Jan Gabarek:

    :jubel::hail::):thumbup:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Kaum zu glauben, dass es diesen Thread noch nicht gab. Ich habe alle Aufnahmen des Hilliard Ensembles in meiner Sammlung und schätze die Formation sehr. Das Ensemble, das ich auch einmal live erlebt habe, hat meinen Weg in die Alte Musik mitbegleitet. Ob es bei jeder Einspielung eine bessere gibt, kann ich nicht beurteilen, ich weiß nur, dass ich viele sehr gut finde. Hervorheben möchte ich die schon von Fiesco genannte Aufnahme der Gesualdo-Responsorien:



    Gibt es da wirklich eine bessere Einspielung?


    Auch die Zusammenarbeit mit Jan Garbarek, den ich ohnehin gerne höre, fand ich sehr fruchtbar. Und last but not least hat das Hilliard Ensemble auch einige tolle Aufnahmen mit Werken von Arvo Pärt gemacht.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Zitat von Bertarido

    Auch die Zusammenarbeit mit Jan Garbarek, den ich ohnehin gerne höre, fand ich sehr fruchtbar. Und last but not least hat das Hilliard Ensemble auch einige tolle Aufnahmen mit Werken von Arvo Pärt gemacht.

    Da hast du mich aber an was erinnert lieber Bertarido, natürlich diese beiden ausgezeichneten Aufnahmen!!!



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)