STRAWINSKY, Igor: DER KUSS DER FEE

  • Igor Strawinsky ( 1882-1971 )

    Der Kuss der Fee


    Ballett in einem Akt und vier Bildern

    Libretto: Igor Strawinsky


    Uraufführung: Paris 1928


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Eine Mutter mit Säugling

    Die Fee

    Ein junger Mann

    Seine Braut

    Elfen und Geister, Dorfbewohner, Freundinnen der Braut, Musikanten


    Ort und Zeit der Handlung: Ein Dorf in der Schweiz, Märchenzeit


    INHALTSANGABE

    1. Bild: Einsame Gegend im Winter

    Eine Mutter mit Säugling hat sich verirrt und wird von Elfen und Geistern verfolgt. Die Fee tritt auf. Fee und Geister verängstigen die Mutter immer mehr, bis sie schließlich erschöpft zusammenbricht. Dorfbewohner finden die tote Mutter und tragen sie fort. Eine Frau nimmt sich des Säuglings an. Dann küsst die Fee den Säugling auf die Stirn. Damit gewinnt sie Einfluss auf das Leben des Kindes. Als die Elfen und Geister wieder auftauchen, fliehen die Dorfbewohner mit dem Knaben.


    2.Bild: Ein Dorffest, zwanzig Jahre später

    Inzwischen ist der Knabe zum jungen Mann herangewachsen. Die Dorfbewohner und auch der Jüngling mit seiner Braut tanzen. Eine Zigeunerin mischt sich unter die Tanzenden, nähert sich dem jungen Mann und prophezeit ihm Glück. Als sich nach dem Tanz alle zurückgezogen haben, bleibt nur der junge Mann zurück. Die Zigeunerin tritt wieder auf und entpuppt sich als die Fee. Sie gewinnt immer mehr Macht über den Jüngling.


    3. Bild: Platz vor der Mühle, in der die Braut wohnt

    Die Braut und ihre Freundinnen tanzen fröhlich. Der junge Mann kommt und tanzt mit. Dann verlässt die Braut mit ihren Freundinnen vorübergehend den Ort, um das Hochzeitskleid anzulegen. Plötzlich erscheint die Fee verschleiert im Brautkleid. Er hält sie für seine Braut, aber sobald die Fee den Schleier abnimmt, wendet er sich ab. Er kann jedoch ihrer Gewalt nicht mehr widerstehen und sie entführt ihn in die Gefilde der Seeligen. Die Braut sucht vergebens nach ihrem Geliebten.


    4. Bild: Gefilde der Seeligen

    Die Elfen und Geister huldigen mit Tänzen dem liebenden Paar.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Anmerkungen:

    Igor Strawinsky wurde von der Tänzerin und Choreographin Ida Rubinstein beauftragt, ein Ballett zum 35. Todestag Tschaikowskis († 6.November 1993) zu schreiben. Er verfasste dazu ein Libretto nach Hans Christian Andersons Märchen „Die Eisjungfrau“. Strawinsky benutzte für die Partitur auch Musik aus unbekannteren Klavierwerken Tschaikowskis und dessen Lied „Nur wer die Sehnsucht kennt“(als die Fee im Brautschleier erscheint), sowie im 2. Bild für den Bauerntanz Volksmusik aus der Schweiz.

    Das Ballett ist – nach Ansicht von Fachleuten – schwierig zu verwirklichen. Es wechselt häufig zwischen Szenen mit Handlung und sogenannten „weißen“ Szenen (Schautänzen). Eine gute Lösung fand Kenneth MacMillan mit der Scottish Ballet Company, die ich als Mitschnitt auf DVD besitze. Danach entstand auch die Inhaltangabe. Einen kurzen Querschnitt und eine Pas de deux gibt es auf youtube. Eine Aufzeichnung auf DVD habe ich leider nicht gefunden.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)