Wie soll man Musik konsumieren?

  • Wenn wir hier das Disktutieren verlassen und ans Überzeugen gehen wollen, möchte ich auf ein probates Hilfsmittel hinweisen, zu dem es auch eine Anleitung gibt. Mancher erkennt aber auch schon intuitiv den Wert


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    Leider weiß ich nicht, ob dieses wertvolle Tool noch im Sortiment ist. Dilettanten möchte ich die technische Bedienung nicht vorenthalten



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  • Ich gebe ja zu, dass es unfair ist. Zu Dir kann man im Netz lesen, was Du studiert hast, was nicht, bei mir sieht man es nicht. Also ist es nicht sehr intelligent von Dir, mir gegenüber den Musikwissenschaftler spielen zu wollen, der nicht mit dem Dilettanten diskutiert.

  • Es ist jedenfalls ein Witz, zu behaupten, die Musikwissenschaft könne nicht mit dem Werk zurechtkommen, weil sie verschiedene Fachbegriffe verwendet und uneins ist, wo wenn nun Seiten- oder Nebenthema beginnt. Auch ein Musikwissenschaftler wird es über sich bringen, der Meinung zu sein, dass mehrere Stellen als Beginn eines Formteiles in Frage kommen. Und wenn das Stück Sonatenhauptsatzform und Form der Mehrsätzigkeit überlagert, dann wird man natürlich nach den entsprechenden Formteilen suchen müssen, wenn man das Ding bespricht.

  • Es ist jedenfalls ein Witz, zu behaupten, die Musikwissenschaft könne nicht mit dem Werk zurechtkommen, weil sie verschiedene Fachbegriffe verwendet und uneins ist, wo wenn nun Seiten- oder Nebenthema beginnt.

    Du hast noch nicht mal das Buch von Gut gelesen! Gut selbst listet die verschiedenen wirklich sehr weit (!) divergierenden Auffassungen in dieser Frage alle auf! Bei den Analysen einer Beethoven-Sonate z.B. finden sich solche extremen Auffassungsunterschiede eben nicht. Warum wohl?


    So, und nun bin ich raus aus diesem Thread!

  • Amen!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Was heißt jetzt "warum wohl" und was hat das mit meiner Kritik an Deinem Text zu tun? Ich habe nun den Eindruck, dass Du nicht damit zurecht kommst, wenn etwas mehrdeutig bleibt. Dabei unterschiebst Du das ja gerade der Musikwissenschaft.

  • Hallo, ich schlage vor, daß ihr beiden ein virtuelles Bier miteinander trinkt, eine Nacht schlaft und morgen weiter diskutiert.

    Es macht Spaß, das zu lesen. Prost!!!!!


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Ich habe ein virtuelles Bier getrunken und den Aufsatz nochmal etwas wohlwollender (und komplett) gelesen und mich weniger an Formulierungen wie "musikwissenschaftliche Schulmeisterei" gestoßen.

    :angel:

    In Bezug auf "wie soll man Musik konsumieren" stellt sich ja hier wohl die Frage, ob man beim Hören der h-moll-Sonate oder der Faust-Sinfonie sich einen Faust etc. imaginieren soll.

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • In Bezug auf "wie soll man Musik konsumieren" stellt sich ja hier wohl die Frage, ob man beim Hören der h-moll-Sonate oder der Faust-Sinfonie sich einen Faust etc. imaginieren soll.

    Jeder Rezipient baut sich einen eigenen Kontext für das Hören. Ich lese aber aus dem Thread, dass durch das zusätzliche Lesen von Faust oder Dante sich bestimmte Eigenheiten der Musik leichter erschließen lassen. Dem stimme ich umunwunden zu.


    Die Frage der Harmonien ist spezifischer. Was kann man nun hören und was nicht? Aber jede Musitheorie bezieht sich im Endeffekt doch auf das Hören. Was ich nicht hören kann, da scheint es mir nicht sinnvoll zuviel Theorie hineinzustecken. ;) Aber natürlich erschließt sich manches erst nach wirklich häufigem Hören. Man darf nicht immer das schnelle Erfolgserlebnis erwarten. Umgekehrt scheint es mir auch so, dass viele Stücke, die mir anfangs gut gefallen haben, mit der Zeit ihren Reiz verlieren.

  • Es gibt auch das Fach "Gehörbildung", in dem man systematisch trainiert wird, tonale Musik analytisch zu hören. Das Hören wird dort natürlich erst durch Theorie möglich.

  • Die Theorie kann man dann aber knapper oder ausführlicher behandeln, von vielen wird sie trotzdem wenig beachtet oder "etwas beiseite" geschoben. Wirklich konzentriertes Hören bringt einen fast immer weiter...