Bässe im Profil

  • „Warum soll denn der Tenor immer die Dame erobern?“ Ausgehend von dieser Frage, die in der Opernszene oft gestellt wird und animiert durch den Lorbeer-Kranz, den unsere verehrte Merker-Chefin, Dr. Sieglinde Pfabigan, im April- Heft den von ihr erlebten und bewunderten strahlenden Helden vom hohen C so liebevoll und gekonnt gewunden hat, möchte ich mich jetzt den Bässen zuwenden. Dabei werde ich nur über Künstler berichten, die ich selbst auf der Bühne erleben durfte und mit denen eine engere persönliche Beziehung entstanden ist. Ich werde versuchen, die Künstler, so wie ich sie erlebte, auch als Persönlichkeiten zu charakterisieren. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine begrenzte Auswahl schwerpunktmäßig von deutschsprachigen Bässen. Neben den aktiven werden Sänger vorgestellt, von denen die letzten Jahrzehnte, also die Nachkriegszeit geprägt wurde, die vielen Opernfreunden noch bestens in Erinnerung sind und als Maßstab für die heutige und nachkommende Sängergeneration gelten können.


    Einer der Schwerpunkte im Wirken der Gottlob Frick Gesellschaft ist, das Gedenken an aktive Sängerinnen und Sänger, aber auch an Legenden der Oper zu erhalten. Jährlich treffen sich in Ölbronn-Dürrn, dem Geburtsort des großen deutschen Bassisten, nahe der Stadt Pforzheim, bei einem Künstlertreffen rund 200 Gäste aus dem künstlerischen Bereich. Besonders zahlreich sind bei diesen Veranstaltungen die Bassisten vertreten. Das trug dem Operndörfle Ölbronn-Dürrn, wie es liebevoll genannt wird, bereits die ehrende Bezeichnung „Mekka der Bassisten“ ein. Bei den Künstlertreffen mit den Veranstaltungen Festakt, Galakonzert, Künstlertreffen und Matinee dreht sich unter dem Motto: „Verachtet mir die Meister nicht“ wirklich alles um die Künstler, Sie stehen im Mittelpunkt, sind der Glanz und das Herz dieses in seiner Art sicherlich einmaligen Treffens. Dankenswerter Weise ist der Merker bei allen Veranstaltungen anwesend und berichtet über das Event und die Künstlerfamilie, die sich jährlich dort trifft. Als Mitbegründer der Gottlob Frick Gesellschaft und Ehrenpräsident habe ich deshalb den Auftrag, über Bassisten zu schreiben, gerne übernommen.


    Oskar CERWENKA


    Beginnen soll der Vorstellungsreigen mit Oskar Czerwenka, der Sänger, Maler, Illustrator, also ein universeller Künstler war. Geboren in Vöcklabruck in Oberösterreich. Gesangsausbildung in Wien,. Debüt 1941 in Graz. Obwohl er weltweit an allen großen Opernhäusern der Welt sang, war und blieb Wien seine künstlerische Heimat. 1951 wurde er an der Wiener Staatsoper Ensemblemitglied und gehörte dem ruhmreichen Haus bis 1986 an. Gerne machte er auch Ausflüge an die Wiener Volksoper, weil er dort Rollen singen konnte, die neben allen stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten seiner größten Stärke, einem ausgeprägten, natürlichen komödiantischen Talent entgegen kamen.


    Ich erlebte ihn auf der Bühne in seiner Paraderolle als Ochs im „ROSENKAVALIER.“ Er spielte keinen dickwampigen, plump- dreisten Tölpel. Czerwenka war ein aufgeblasener, ländlicher Möchtegern-Casanova, der sich liebestoll, verblendet in die größten Kalamitäten hineinmanövriert. Bewundernswert war, wie selbstverständlich alle Schwierigkeiten dieser Rolle serviert wurden. Selbst die vertracktesten gesanglichen Herausforderungen, wie zum Beispiel im ersten Akt ein tiefes C zu meistern, wenn vorher ein hohes F lange gehalten werden muss und im zweiten Akt gar ein Gis oben und ein D unten. Alles ohne erkennbare Mühe und Anstrengung. Ein Kabinettstück war auch sein Abul Hassan im „BARBIER VON BAGDAD“; verewigt in der Referenzaufnahme mit Schwarzkopf (Margiana), Gedda (Nureddin), Unger (Baba Mustafa) unter Leinsdorf. Ich habe keinen Bassisten mehr erlebt, der ohne outrieren und forcieren allein mit Gesang, Komik so differenziert ausdrücken konnte. Wie häufig bei Komödianten waren auch in Czerwenkas Persönlichkeit hohe Eloquenz, natürlicher Humor und Ernsthaftigkeit mit fast philosophischer Tiefe vereint. Meine erste persönliche Begegnung mit ihm und seiner charmanten Gattin war 1995 bei der Einweihung der Gottlob Frick Gedächtnisstätte. Unvergesslich, wie er aus dem Schatzkästchen der gemeinsamen Erinnerungen und Erlebnisse mit dem ihm eng befreundeten Gottlob Frick erzählen konnte. In der auch vom Rundfunk übertragenen Diskussion konnte er eine Anekdote um die andere quasi aus dem Ärmel schütteln. Eine davon sei nacherzählt: Rheingold-Probe in Wien. Karajan am Pult. Czerwenka sang seinen ersten Riesen. Endlos mussten Frick und er auf hohen Kothurnen – stelzenartige hohe Schuhe – auf der schrägen Bühne stehen - Plötzlich fühlte sich Czerwenka nicht mehr ganz wohl und sagte zum Riesenbruder „Lobl ich muss mal raus“ – „Du kannst ruhig gehen wir sind leider noch lang nicht dran.“ Kaum war Czerwenka dort, wohin es ihn zog, übersprang der Maestro einige Szenen und die Riesen waren dran.


    „Wo ist der Fasolt“ tönte es aus dem Graben. „ Herr Chef, auch ein Riese ist nur ein Mensch.“ Karajan bereits gereizt. “Das geht nicht. Der Czerwenka hat da zu sein.“ Frick ganz Wagner erprobt „Dort, wo sein Drängen Frieden fand, Drangfried ward dieser Ort genannt.“ Die Probe wurde abgebrochen. In diesem Stil ging die Diskussion Pointe auf Pointe folgend weiter. Ganz plötzlich unerwartet, von Czerwenka jedoch glänzend dramaturgisch aufgebaut, kam ein Ausbruch „ Sprechen wir es doch ganz klar aus. Wir alle und ich besonders haben den Lobl geliebt“. Ich war klug genug, mein wohl vorbereitetes Schlusswort zu unterdrücken. Dieser emotionale Höhepunkt war nicht mehr zu steigern.


    Nach dieser denkwürdigen Begegnung telefonierten Oskar Czerwenka und ich noch häufig. Unser letztes Telefonat empfinde ich heute als eine Art Abschiedsgespräch. Nicht lange danach verstarb der große Sänger. Er bleibt als originelle, universelle, liebenswürdige Persönlichkeit in bester Erinnerung.




    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Günther GROISSBÖCK


    Nachdem als erstes eine Sängerlegende vorgestellt wurde, porträtiere ich mit Günther Groissböck einen der aktuell gefragtesten Bassisten überhaupt. Der im österreichischen Waidhofen an der Ybbs geborene Sänger ist im Kreis der heute führenden deutschsprachigen Bassisten der mittleren Sängergeneration, wie René Pape, Franz Josef Selig, Georg Zeppenfeld der virilste, aktivste und aufregendste des großartigen Kleeblatts. Der aus einem Arzthaushalt stammende Groissböck studierte Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seine bedeutendsten Lehrer waren Robert Holl und José van Dam. Er übersprang die sonst übliche Ochsentour in der Provinz und debütierte 2002 bei den Salzburger Festspielen in „DIE LIEBE DER DANAE“. Kurz danach wurde er als Ensemblemitglied an die ehrwürdige Wiener Staatsoper engagiert. 2003 holte ihn Alexander Pereira nach Zürich. Hier erarbeitete er sich in den vier Jahren seiner Ensemblezugehörigkeit viele wichtige große Partien des Bassfaches. Ab 2007 ist Groissböck freischaffend tätig und seine internationale Tätigkeit explodierte geradezu kometenhaft. Kaum ein führendes Opernhaus wollte sich diesen neuen Stern am Opernhimmel entgehen lassen. 2011 debütierte er in Bayreuth und ist dort seitdem eine feste Größe geworden, die alljährlich in großen Wagnerpartien begeistert. Bayreuth und Groissböck sind eine Art Liebesbeziehung eingegangen. Der Sänger selbst bezeichnet Bayreuth als den Ort seiner Träume. Dieser Traum sollte noch lange dauern, denn 44 Jahre sind für einen Bass geradezu noch ein jugendliches Alter. Wenn man weiß, was alles noch geplant ist, prognostiziere ich der Traumpaarung Bayreuth und Groissböck, dass diese gegenseitige Liebe sogar bis zur Goldenen Hochzeit dauern könnte.


    2014 bei den Salzburger Festspielen passierte es dann in einer Art Urknall, als Groissböck in Harry Kupfers „ROSENKAVALIER“ -Inszenierung einen völlig neuen Typ als Ochs kreierte. Dem kam entgegen, dass man eine sonst gestrichene Szene aufgemacht hatte. Das Klischee vom derben, plumpen Bauern wurde ersetzt durch einen feschen jungen Landadeligen, der genüsslich mit seinen amourösen Abenteuern prahlte und der durchaus im Salon der Marschallin bestehen konnte. Stimmlich phantastisch meisterte er all die vertrackten Anforderungen dieser Partie. Ich könnte mir vorstellen, die Schöpfer des Rosenkavaliers Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal hätten diesem Baron Ochs ihren Segen gegeben. Seitdem ist er weltweit der Ochs und sang diese Rolle in verschiedenen Inszenierungen, was wiederum für seine Agilität und Wandlungsfähigkeit spricht. Bereits vorher war es Groissböck gelungen, traditionelle Rollenauffassungen auszuradieren und durch neue Sichtweisen zu ersetzen. Zum Beispiel 2010 als Wassermann in der höchst umstrittenen RUSALKA-Inszenierung von Kusej in München, wo als aktueller Bezug der Sexualstraftäter Fritzl gedient haben soll, der Mädchen in seinem ominösen Keller gefangen hielt. Welch ein Schock für mich, der von Gottlob Frick, einem Wassermann geprägt wurde, der warmherzig, väterlich und balsamisch schön singend um den Verlust seiner Nixe klagte. Allerdings muss ich zugeben, wenn man diese Rolle völlig anders sieht, war es glaubhaft, überzeugend, großartig gemacht. Nach Aussage des Sängers war gerade diese Inszenierung in ihrer Radikalität für seine künstlerische Entwicklung und seine Karriere äußerst wichtig. Weitere Beispiele für über den Tellerrand hinausdenken und Neues wagen war 2019 die Wiederaufnahme von Barry Koskys „MEISTERSINGER“ -Inszenierung in Bayreuth. Groissböck profilierte den Pogner durch hohe sängerische und darstellerische Autorität zur dominierenden Figur neben dem ausgezeichneten Beckmesser Johannes Martin Kränzle und dem Sachs von Michael Volle, der teilweise mit dem Superlativ Jahrhundert-Sachs bedacht wurde. Auch als Kezal in München war er kein schlitzohriger, böhmischer Heiratsvermittler, sondern ein Macho mit offenem Hemd, gegeltem Haar und weiteren Attributen der Rockerszene. Günther Groissböck bereits lange vor dem Erreichen seines Zenits als Gestalter neuer Rollentypen! Was kommt da noch auf uns zu? Wahrscheinlich neues, bewegendes, wachrüttelndes, schockierendes, das zum Nachdenken, Hinterfragen und zur Neuorientierung anregt.

    Genau das ist neben dem Unterhaltungswert ein ganz wichtiger Aspekt der Oper, um als Kunstform in unserer schnelllebigen, digitalisierten Welt überleben zu können.


    Vorstehendes war die Pflicht, um die singschauspielerischen Qualitäten von Günther Groissböck aufzuzeigen und den Karriereweg zu beleuchten. Jetzt kommt die Kür: Den Menschen zu schildern. Schon beim ersten Kennenlernen springt bei meiner Frau und mir spontan der Funke der Sympathie über. Ein sportlich, schlanker, gutaussehender, junger Mann, höflich, liebenswürdig mit warmer, wohltönender Stimme, lebendige Augen, lebhafte Körpersprache. Klischeehaft ausgedrückt ein Sonnyboy, ein Herzensdieb, ein Schwiegermuttertyp.


    2006 kam dann die erste nähere und tiefergehende Begegnung. 100-jähriger Geburtstag von Gottlob Frick. Zu diesem Anlass war ein Konzert geplant mit dem Titel „Bassissimo“. Dafür wurden junge, hochbegabte Bässe ausgewählt, die in diesem Gedenkkonzert mitwirken sollten. Es waren Tomasz Koniezny, der schon zu Beginn seiner Karriere über einen voluminösen, ins dramatische weisenden Bassbariton verfügte, Florian Plock, ein schönstimmiger Spielbass, Gewinner eines Gottlob Frick Gesangswettbewerbs und Günther Groissböck, schon damals ein Basso Cantante mit edlem Timbre, schönstem Belcanto, technisch perfekt durchgebildeter Stimme, die bereits ausgezeichnet fokussiert war. Das Programm bestand aus populären Bassarien, Duetten, einem Arrangement aus Volksliedern, die Frick gerne mit der Ausdrucksskala und Gestaltungskraft des gereiften Künstlers ungemein gefühlvoll sang. Diese gemütvollen Weisen wurden im Stil der drei Tenöre abwechselnd vorgetragen. Als sängerischer Höhepunkt wurde das Finale aus „DON GIOVANNI“ einstudiert. Koniezny in der Titelpartie, Groissböck als Komtur und Florian Plock als Leprorello. Die Mischung der Stimmen passte ausgezeichnet. Schon die Proben mit dem Heilbronner Sinfonie Orchester unter Leitung des erfahrenen Dirigenten Peter Braschkat machten viel Freude, denn die jungen Sänger gaben von Anfang an alles, auch weil sie sich bewusst waren, dass sie sich vor dem „kritischsten Publikum der Welt“ bewähren mussten, denn als Gäste wurden zahlreiche Sängerlegenden erwartet, bei den Bässen u. a. Franz Crass, Kurt Moll, Otto Edelmann und andere Größen. Am meisten geprobt und gefeilt wurde selbstverständlich am „DON GIOVANNI“-Finale. Ich war bei allen Proben anwesend. Musikalisch und gesanglich lief alles vielversprechend. Dennoch war mir alles zu ruhig, zu statisch, zu sehr Konzertsaalatmosphäre; serviert wurde - um im Bild zu sprechen - guter Wein, bei diesen Talenten musste es jedoch prickelnder Champagner sein - zumal die drei jungen, hochbegabten Sänger, privat natürlich offen, lebendig, fröhlich und herrlich unkompliziert waren. Also schilderte ich dem Dirigenten meine Bedenken und schlug vor, dass wir die Szene spielen und dadurch richtige Opernatmosphäre schaffen. Er meinte: „Bitte probiere es, denk‘ aber dran, wir sind im Konzertsaal und spielen im Frack.“ Nun kam meine große Stunde, ich durfte als Regisseur wirken. Nach anfänglichen Bedenken, auch von den Sängern, ob man das im Konzertsaal wirklich so machen kann, erarbeiteten wir gemeinsam ein Konzept. Im Grunde war es das Gewohnte: Der Komtur schritt von oben herab, packte Don Giovanni bei den Schultern, der litt fürchterlich und Leporello schlich sich, als es heiß wurde, heimlich hinaus. Klappte hervorragend, begeisterter Jubel und Beifall. Ausgezeichnetes, verstärkendes Feedback von den großen Alten. Als ich dann noch in der Kritik las: „Gesanglicher und darstellerischer Höhepunkt war das Don Giovanni Finale. Die Grenzen des Konzertsaals wurden gesprengt, das Publikum erlebte blutvolle, mitreißende große Oper. Krönung eines großen Gottlob Frick würdigen Abends mit jungen Sängerjuwelen, denen eine glänzende Zukunft prophezeit werden kann.“ Eine Prophezeiung, die sich in schönster Weise bei allen Sängern erfüllte und bei Günther Groissböck alle Erwartungen noch weit übertraf. Seit diesem Erlebnis sind meine Frau und ich Freunde des Bassisten und versuchen, ihn so oft wie möglich auf der Bühne, im Konzertsaal und bei Liederabenden zu erleben.


    Intensiv waren meine Kontakte mit Günther Groissböck besonders bei den Künstlergesprächen, die ich mit ihm führen durfte. Eine längere Vorbereitung der Gespräche ist durch weltweite Engagements des Sängers kaum möglich. Deshalb muss der Moderator sich feinfühlig in die aktuelle Situation des Künstlers hineindenken und einen Fragenkatalog aufbauen, der dann im Gespräch spontan situativ einen gewissen Leitfaden ergeben kann. Die Gesangsbeispiele wählt Groissböck selbst aus und bringt sie am Veranstaltungstag mit. Adrenalinstoß pur für Technik und Moderation. Während des Gesprächs ist er der Chef im Ring. Alle Fragen werden mit erstaunlicher Offenheit, gewinnendem Charme, verständlich und mit hoher Präzision beantwortet. Voll im Hier und Jetzt vermittelt er Echtheit und Glaubwürdigkeit. Durch seine liebenswürdige, sympathische Art gewinnt er Herzen sowieso im Sturm. Er erfüllt und verstärkt das Bild vom begnadeten Sänger, der auf der Bühne Großartiges leistet und dessen künstlerische Laufbahn durch das was geplant ist, was kommt, was noch auf Erfüllung wartet – Stichworte sind Wotan, Philipp und Sachs – noch weiter hinauf in den Sängerolymp führen wird. Ein Glückskind, ein Erfolgstyp!


    „Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust…“ Goethes Weisheit aus „FAUST“ trifft auch auf Günther Groissböck zu. Diese andere Seite erkennt und erlebt man bei dem Bassisten am deutlichsten in seinem Liedgesang. Hier erkennt man seinen Tiefgang durch die philosophische Auseinandersetzung mit dem Werk, die Akribie seiner Programmgestaltungen, das Ringen um einen eigenen Weg im Liedgesang. Deshalb erstaunte es, dass er für seine erste Lied-CD mit Schuberts „WINTERREISE“ und „SCHWANENGESANG“ zwei Zyklen wählte, die jeder zu kennen glaubt. Der Sänger wollte nach eigener Aussage aufzeigen, dass bei einigermaßen glaubwürdiger Verinnerlichung auch die bekannten Werke immer wieder aufs Neue packend und ergreifend abgründig wirken können. Ich meine, dass diese Sicht zusammen mit seinem kongenialen Begleiter Gerold Huber gelungen ist. Groissböck hat auch Mut: Als erster Bassist wagt er sich an die explizit für eine Frauenstimme komponierten Wesendoncklieder heran. Gleich nach den Lockerungen der Beschränkungen durch die Corona-Krise sang er als erster einen Liederabend am Staatstheater Wiesbaden. Eine Herausforderung ist die zweite Lied CD mit dem Titel “HERZ-TOD“, ein durch den Bindestrich nicht real existierendes Kunstwort, das speziell für diese Liedproduktion geschaffen wurde, um in die zugrunde liegende Programmatik und Gedankenwelt einführen soll. Die vier Liedzyklen von Johannes Brahms, Richard Wagner, Hugo Wolf und Gustav Mahler wurden sorgfältig gewählt, denn sie drehen sich auf sehr unterschiedliche Weise um die Themenbereiche Liebe, Tod, Vergänglichkeit. Ehe man sich die musikalische Realisierung anhört, die durch Groissböcks stimmliche Fähigkeiten auch aufgrund der transparenteren Gestaltung im Liedgesang besonders farbenreich, differenziert, lebendig und subtil klingt, sollte man das Booklet lesen, das eine Art künstlerische Glaubensbekenntnis des Sängers enthält. Einen Ausschnitt aus dem Interview, das Groissböck zur Einführung in das Projekt Herz-Tod mit Iris Steiner führte, möchte ich wiedergeben, weil darin viel vom Inneren des Künstlers offenbart wird. Auf die Frage der Interviewerin: „Was symbolisiert das Organ Herz konkret für dich und wo siehst du als Sänger/Künstler deine Aufgabe als Herzensbildner?“ Antwort Groissböck: „Genau, das ist es übrigens, was ich in meinem Beruf, der für mich im wahrsten Sinn des Wortes eine Berufung beinahe spiritueller Art ist, als vordringlichste Aufgabe sehe: Herzensbildner im unaufdringlichsten, nicht belehrenden oder missionieren wollenden Sinne zu sein. Menschen durch die Kraft der Musik, der Worte und deren Inhalte zu berühren und im Idealfall emotional weiter und größer zu machen.. Sozusagen als Herzensbildner und Seelenschatzvermittler bzw. –erwecker tätig zu sein, was als oberstes, erstes Ziel über aller musikalischen und gesangstechnischen Perfektion stehen muss.“


    Lassen wir dieses Bekenntnis des Sängers zu seinem Beruf, seiner Berufung als Schluss stehen. Besser kann es wohl kaum auf den Punkt gebracht werden, um die vielseitige und vielschichtige Persönlichkeit von Günther Groissböck kennenzulernen, zu verstehen, zu schätzen, ja zu lieben. Ich meine, genau das hat dieser so edel klingende Orpheus auch verdient!

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Harald STAMM


    In unserer Serie, über Bässe soll das folgende Porträt nun Harald Stamm gewidmet sein.


    Der Sänger wurde 1938 in Frankfurt am Main geboren. Aufgewachsen ist er in Bingen und in Waldlaubersheim, einem kleinen Dorf im Hunsrück. Im Lehrerhaushalt der Eltern wurde viel musiziert. Der Vater spielte Geige und die Mutter wirkte als Organistin. Früh wurde er zum Singen animiert und sang mit seinem Knabensopran bald Schubertlieder. Auch die Lehrer in Grundschule und Gymnasium entdeckten sein Gesangstalent und er durfte solistisch in Messen und Schulaufführungen mitwirken. Gleich nach der Konfirmation wurde er Mitglied im örtlichen Gesangverein, sang aber auch in weiteren Chören mit großer Begeisterung. Harald bekam Klavierstunden, hatte jedoch keine große Freude am Klavierspiel, deshalb wechselte er bald zur Gitarre, weil er sich dadurch selbst bei seinem Gesang begleiten konnte. Nach dem Abitur studierte er Naturwissenschaften und Sport an der Uni Mainz und wirkte danach sehr engagiert als Lehrer. Das Singen ließ ihn jedoch nicht los und durch eine Vermittlung bekam er Kontakt mit Franz Fehringer, damals ein bekannter Tenor, der schwerpunktmäßig in der heiteren Muse erfolgreich war. Durch Rundfunksendungen war er einem breiten Publikum ein Begriff. Bei ihm wollte Harald Stamm privat Gesangsunterricht nehmen. Er dachte, eine Gesangsstunde monatlich könne er von seinem nicht üppigen Referendargehalt verkraften. Aber Fehringer bestand darauf, ihn wöchentlich eine Stunde zu unterrichten. Nun wurde die Bezahlung ein Problem. Dem jungen Gesangsschüler fiel es jedoch schwer, die Honorarfrage zu stellen. Schließlich fasste er sich ein Herz und nun kommt eine schöne Geschichte: Fehringer antwortete: „Du kommst jeden Donnerstag. Unser Herrgott hat dir diese Stimme gegeben und deshalb muss ich Dich ausbilden. Wenn einer kommt, der kein Talent hat und unbedingt Stunden will, der soll zahlen, aber mein Herrgott wäre böse mit mir, wenn ich von Dir Geld verlangen würde.“
    Harald Stamm erzählt diese Begebenheit gerne und sie endet meistens mit der Pointe “Franz Fehringer hat mich kostenlos ausgebildet, aber nicht umsonst.“


    Inzwischen hatte Harald Stamm im Studium mit Ute Krämer eine junge Kommilitonin kennengelernt. Er berichtet: “Bei einer Vorbesprechung zu einem Sozialpraktikum sah ich Ute, und von diesem Augenblick an stand für mich fest: Die ist es! Es dauerte allerdings mehr als die vier Wochen des Praktikums bis ich Ute überzeugte, dass auch ich der Richtige für sie war. Dabei unterstützten auch meine Gitarre und meine Stimme den Erfolg meines Werbens.“ Der Weg war nun vorgezeichnet: Beamtenlaufbahn, Regelbeförderung, berufliche Sicherheit, geregeltes Einkommen, bis hin zur garantierten Pension. „Der Mensch denkt – Der Gesangsgott lenkt“. Es wurde immer schwieriger für Harald Stamm, die beiden Welten, volle Leistung im pädagogischen Beruf und die ständig zunehmenden Verpflichtungen in seinem Hobby Singen miteinander zu koordinieren. Der Gedanke an einen Berufswechsel wurde noch nicht erwogen. Der Zauber der Ausflüge in die andere Welt der Musik, des Gesangs, der Bühne gewann jedoch immer mehr an Macht bei dem zwischen Pflicht und Sehnsucht hin und her Schwankenden. In seinen Lebenserinnerungen gesteht Stamm: „Das Singen war für mich wie eine fast erotische Beziehung zu einer anderen Form des Daseins.“ Die gesanglichen Aufgaben wurden immer größer. Stamm durfte mit den Stuttgarter Philharmonikern konzertant seine erste Aufführung einer ganzen Oper singen. Es war die anspruchsvolle Partie des Kerkermeisters Rocco in Beethovens „FIDELIO.“ Inzwischen ging es dem jungen Paar wirtschaftlich besser und sie konnten von dem Assessoren-Gehalt zum Dank den verdienten Lehrer Franz Fehringer und seine Lebensgefährtin nach Verona einladen. Die Festspiele wurden zum unbeschreiblichen Erlebnis und beim Ausklang am Gardasee wurde der Entschluss gefasst, in den Traumberuf Opernsänger zu wechseln.


    Danach schien der angehende Profi-Sänger das Glück gepachtet zu haben. Schon beim ersten Vorsingen am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen wurde Stamm ein Vertrag für die Spielzeit 68/69 als Seriöser- und Spielbass angeboten. Der neue junge Bass wurde gleich richtig gefordert. In einem Monat debütierte er in drei Opern als Simon in den „VIER GROBIANEN“ von Wolf-Ferarri, sang den Rocco in „FIDELIO“ zum ersten Mal auf der großen Opernbühne und bestand kurze Zeit danach als Ptolomäus in Händels „JULIUS CÄSAR“ sein drittes Rollendebüt. Eine heute unvorstellbare Leistung und ein Karrierestart wie er besser nicht hätte sein können. Stamm baute seine Karriere systematisch klug auf. Als er hörte, dass am Staatstheater Kassel der Dirigent Gerd Albrecht, den er bereits kannte, ein Vorsingen zur Besetzung einer offenen Stelle durchführte, gab es für ihn nur eines: „Ab nach Kassel“, um beim Vorsingen dabei zu sein. Nach dem Vortrag seiner ersten Arie war er engagiert und erhielt einen Zweijahres-Vertrag mit wesentlich besseren Bedingungen. In Kassel erarbeitete sich Stamm weitere große Partien. So konnte er zum Beispiel kurz nacheinander zuerst den Philipp und danach den Inquisitor singen. Nächste Station war Köln. Dort wirkte Helmut Dreese als Intendant und Istvan . Als Stamm hörte, dass Everding und Stein die Intendanz in Hamburg übernehmen, war er wieder hell wach und interessiert, obwohl an diesem Haus Spitzenbässe engagiert waren wie Kurt Moll und Hans Sotin. Außerdem hatte Marti Talvela dort einen großen Gastvertrag. „Wer wagt gewinnt“. Stamm bekam wieder seinen Vorsingtermin. Dieser sollte in Frankfurt wahrgenommen werden, weil Horst Stein dort einen freien Tag für das Vorsingen nutzen wollte. Da der Termin zwischen anderen Veranstaltungen lag, auf der Anfahrt noch eine Reifenpanne passierte war Stamm ziemlich müde und kaputt. Frankfurt hat zwei Probebühnen. Auf der einen fand das Vorsingen statt, auf der anderen konnte Stamm sich einsingen. Als er zum Auftritt gebeten wurde fragte ihn Horst Stein: „Haben Sie sich nebenan eingesungen?“ – Ja, das war ich“ – „Dann nehmen sie bitte Platz, wir sprechen über Ihren Vertrag“. Stamm war sprachlos. „Ich habe Ihnen im Windfang der kleinen Bühne zugehört. Das genügt mir völlig.“ So wurde Stamm in seiner Geburtsstadt Frankfurt nach Hamburg an eines der ersten Häuser in Deutschland engagiert. Nach gut drei Jahren ging der Traum in Erfüllung, der Bassist war ganz oben angekommen. Parallel zur Hamburger Staatsoper, die zum Stammhaus wurde, begann die große internationale Karriere, die Stamm an alle wichtigen Opernhäuser und Festspielorte weltweit führte. „Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige“. Was waren die Voraussetzungen für diesen Aufstieg? Zum einen waren es die ausgezeichneten vokalen Mittel. Die Stimme war zwar nicht besonders dunkel gefärbt, hatte jedoch viel Volumen, ein edles Timbre, eine perfekte Durchbildung und einen großen Stimmumfang. Mühelos schaffte Stamm ein hohes Fis, sang ebenso als Philipp in Don Carlos ein tiefes F mit erstaunlich vollem Klang. Durch die Fülle in allen Registern und die ausgezeichnete Gesangstechnik vergaß man, dass er eigentlich kein wirklich schwerer, schwarzer Wagnerbass war. Vielleicht gerade deshalb schuf er in Partien, die eine gewisse Noblesse erfordern, wie Marke, König Heinrich, Landgraf Hermann, Pogner und Gurnemanz auch durch hohe Musikalität, ausgezeichnete Artikulation und Wortverständlichkeit, beeindruckende Rolleninterpretationen. Dazu kam eine glänzende Bühnenerscheinung und seine stimmige rollenadäquate Darstellung. Stamm konnte nicht nur im gesamten Bassfach brillieren, er hatte auch als strahlender Escamillo, als Orest und elegant, verführerischer Don Giovanni glanzvolle Erfolge. Auch als Liedersänger und im Oratoriengesang konnte der kultivierte Sänger überzeugen. Selbst im Musical begeisterte Stamm. Einen Aufsehen erregenden Erfolg hatte er als mitreißender Joe in „SHOW BOAT.“ Wer den bekannten Ohrwurm „Oldman River“ von einem kultivierten Qualitätssänger wie Stamm gesungen hört, erlebt die ganze überwältigende emotionale Kraft und Schönheit, die in dieser Musik liegt. Nachzutragen ist noch, dass der Bassist von 1993 – 1998 als Professor an der Universität der Künste in Berlin ein viel gefragter Gesangslehrer war.


    Bei Harald Stamm fällt es nicht allzu schwer, vom Künstler auf den Menschen zu schließen. Es gibt kaum Diskrepanzen zwischen dem Sängerschauspieler auf der Bühne und der Privatpersönlichkeit. Auch im täglichen Umgang beeindruckt er spontan durch sportlich, jung gebliebene Erscheinung, offene, unkomplizierte Ausdrucksweise und ehrlich-glaubhafte Kommunikation. Die schwer zu beschreibende Noblesse, die er auf der Bühne ausstrahlte, hat nichts von ihrem besonderen Reiz verloren. Wie seine Karriere plant und managt er sein Privatleben mit der Familie, einem großen Freundeskreis, kulturellen Interessen und Sport, denn er ist ein begeisterter Golfspieler. Nach wie vor setzt er sich für die Förderung und Profilierung des Sängernachwuchses aktiv ein. Den Gesangswettbewerb DEBUT, der in der schwäbisch/badischen Operndiaspora Bad Mergentheim/Tauberbischofsheim von der Industriellenfamilie Wittenstein gegründet und gesponsert wird, hat er maßgeblich aufgebaut und zu seinem heute internationalen Renommee geführt. Eine Antwort muss ich noch geben: Ute und Harald waren die Richtigen, die sich gefunden haben. Sie sind - ob im Beruf oder im Privatleben - ein hervorragendes, harmonisch funktionierendes Team. Meine Frau und ich freuen sich schon auf die nächste Begegnung mit dem liebenswerten Paar!



    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Kurt MOLL


    Als der deutsche Belcanto Bass der Nachkriegszeit wird Kurt Moll gesehen. Ich meine, diese ehrende Bezeichnung und Hervorhebung ist zutreffend und verdient, durch die besondere Fülle seines Stimmmaterials, das edle, samtige Timbre, eine betörende Stimmfarbe und die Fähigkeit, den Klang in allen, selbst extremen Lagen, volltönend zu produzieren. Dazu kam eine fabelhafte Technik, perfektes Legato, Geschmeidigkeit und Eleganz im Vortrag, hohe Musikalität, ausgezeichnete Artikulation und dadurch beste Wortverständlichkeit. Im Gegensatz zu anderen bin und bleibe ich bei der Meinung: Kurt Moll ist vom ganzen Stimmcharakter her ein Basso Cantante, der allerdings auch die tiefsten Töne des Bassfaches vollendet meisterte. Kurt Moll wurde im April 1938 in Buer bei Köln geboren. Bereits früh begann er mit einem Cello-Studium. Fast ist man versucht zu sagen: „Gott sei Dank, dass er kein Cellist geworden ist.“ Nach diesem Ausflug ins instrumentale Fach studierte er an der Kölner Musikhochschule Gesang, an der er später als geschätzter Gesangspädagoge tätig war. Er debütierte 1961 in Aachen und kam über die Theater Mainz und Wuppertal, wo er als 1. Bassist bereits ein umfangreiches Repertoire mit großem Erfolg sang, 1970 an die Hamburgische Staatsoper, wo er gleich einen Fünfjahresvertrag erhielt und bereits dort in Partien dominierte, wie Sarastro, Osmin, Seneca, Landgraf, Marke, Gurnemanz, Pater Guardian usw., die ihm später Weltruhm bescherten und in denen er auch unvergessen bleiben wird. Bereits zu der Hamburger Zeit begann die internationale Karriere, die ihn nahezu an alle Opernzentren und Festspielorte der Welt führen sollte. Besonders eng war er mit den Bayreuther- und Salzburger Festspielen und der Metropolitan Opera New York verbunden. Seine große Liebe galt dem Liedgesang. Er ist wahrscheinlich neben Alexander Kipnis der bedeutendste Liedersänger unter den Bassisten.


    Versierte Opernfreunde, und das sind die Merker-Leser, kennen Kurt Molls Karriere, und seine Ausnahmeleistungen sind ihnen prägend in Erinnerung. Dies vorausgesetzt war die Schilderung dieser Bereiche relativ knapp, denn es ist ebenso lohnend, sich auch mit der Persönlichkeit des Sängers näher zu beschäftigen:


    „Großartiger Kollege und lieber Freund“ so bezeichnet Harald Stamm Kurt Moll.


    Zur ersten näheren Begegnung mit Kurt Moll kam es 1973, als ich zu Beginn der Ära Everding/Stein, als Komtur in „DON GIOVANNI“ mit ihm alternierte. Gleich nach unserer ersten Begegnung lud uns Kurt zu sich nach Hause ein, und es entstand eine Freundschaft, wie man sie sich unter Kollegen nicht besser vorstellen kann. Dazu kam auch die bis heute andauernde Freundschaft mit Hans Sotin. Wir ließen keine Gelegenheit aus, zusammen Skat zu spielen und zu feiern. Von Rivalität war niemals etwas zu spüren. Jeder war voll beschäftigt. Es kam sogar vor, dass wir uns gegenseitig bei Aufführungen aushalfen, wenn es Terminprobleme gab. Zu unserer intensivsten Zusammenarbeit kam es jedoch in einem anderen Projekt. Anlässlich eines Besuches im Hause Moll mit meinem Pianisten Wilhelm Grunelius lagen auf Kurt Molls Flügel Loewe Balladen. Seine Ehefrau Ursula Moll (Uschi) hatte die Idee, doch einmal Balladen mit verteilten Rollen zu singen. Es wurde ein kurzweiliger Abend. Auf den Pianisten machte unser „Zwiegesang“ einen solchen Eindruck, dass er sofort nach geeigneten Kompositionen für zwei Bässe suchte. So etwas ist jedoch kaum zu finden. Der fleißige Schatzsucher wurde jedoch fündig. Durch eine Verbindung zum SFB konnten wir das Gemeinschaftsprojekt realisieren. An zwei aufeinander folgenden Tagen nahmen wir 27 Titel auf. Es machte uns große Freude, zumal wir uns auch musikalisch blind verstanden.


    Unsere Stimmen, obwohl dem gleichen Fach zugehörig, sind doch so unterschiedlich, dass zwei Sängercharaktere differenziert hörbar werden. Das macht den besonderen Reiz dieser Aufnahmen aus. Die CD mit den romantischen Bassduetten wurde ein schöner Erfolg. Die musikalischen Raritäten, herausgebracht vom Label Profil Edition Günter Haenssler, sind heute noch am Markt und bei den Versendern erhältlich. Ein weiteres schönes Ergebnis unseres musikalischen Geniestreichs war, dass wir mehrere Duett-Abende in Ludwigsburg, Köln, Lissabon, Berlin, Hamburg hatten und wir gerade wegen des Ausnahmecharakters dieses Programms begeistert gefeiert wurden.


    Fasziniert waren die Opernfreunde und auch ich als Fachkollege von Kurt Molls charismatischer Ausstrahlung und seinem komödiantischen Talent. Noch bevor er den ersten Ton sang, hatte er das Publikum in seinen Bann gezogen. Vergleichen könnte man ihn und seine Bühnenwirkung mit der Aura eindrucksvoller Schauspieler, wie diese zum Beispiel von Heinrich George unvergesslich in Erinnerung geblieben ist. Besonders wohltuend empfand ich, dass Kurt trotz seines Ruhms immer sehr bescheiden blieb. In Gesprächen überließ er gerne anderen das Wort, nahm eher aufmerksam zuhörend geduldig teil. Wir waren meist so auf einer Wellenlänge, dass nur ein gegenseitiger Blick genügte und wir wussten, was der andere dachte und waren einer Meinung. Also das Ideal einer Männerfreundschaft und das zwischen zwei Sänger-Kollegen an einem Haus, im gleichen Fach, wo Konflikte fast unvermeidbar sind. Dankbar denke ich an diese wunderbare Beziehung zurück und Kurt hinterlässt eine Lücke in meinem Leben, die nie geschlossen werden kann.“


    Ich selbst hatte das Glück, dass Moll auch mir seine Freundschaft schenkte und durfte die menschliche Größe des so gewinnenden, sympathischen Sängers selbst erleben.


    Dafür ein charakterisierendes Beispiel: Gottlob Frick war ein renommierter Vorgänger von Kurt Moll in zahlreichen Opernpartien. Frick sang zwar Volkslieder gern und besonders seelenvoll erfüllt, tat sich mit dem Kunstlied jedoch schwer und machte daher nur wenige Aufnahmen. Er war noch von Sängern der alten Schule, wie Schlusnus, Rehkemper und Hüsch geprägt, wusste jedoch, dass der Liedgesang Erneuerung dringend bedurfte. Hans Hotter bereitete diese Renaissance vor. Sänger und Sängerinnen wie Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Hermann Prey, Kurt Moll und Bernd Weikl schafften die Modernisierung des Liedgesangs. Nach Fricks Tod wurden eine Reihe von Aufnahmen gefunden. Da ich Fricks Einstellung kannte, wehrte ich mich als damaliger Präsident der Gottlob Frick Gesellschaft gegen eine Veröffentlichung. Als Kurt Moll dies hörte sagte er: „Ich habe außer den Volksliedern noch nie eine Liedaufnahme von Frick gehört. Sie können jedoch nicht anders als gut sein und ich finde es eine Anmaßung von Dir, dass du eine Veröffentlichung verhindern willst, dazu hast Du kein Recht.“ Nach dieser völlig unerwarteten, energischen Intervention von Kurt Moll stimmte ich einer Herausgabe zu. Die vom Hamburger Archiv für Gesangskunst herausgebrachte CD wurde ein schöner Erfolg und schloss eine schmerzlich empfundene Lücke im Wirken von Gottlob Frick. Wiederum ein Beleg für großartige Kollegialität, künstlerische Verantwortung und souveräne menschliche Größe.


    Eine große Sängerkarriere bringt zwangsläufig viele Entbehrungen mit sich. Kurt Moll war durch und durch ein Familienmensch, aber weil die Karriere auf Hochtouren lief, war er dauernd unterwegs. Das große Haus in Hamburg mit einem Grundstück von 5000 qm war bestens für eine große Familie geeignet. Es fehlten nur die sechs Kinder, die Molls sich gewünscht hätten. Die 1970 geborene Christine blieb ein Einzelkind. Wieder fand die Familie Molls eine machbare Lösung.



    Trotz aller Widerstände gelang das Kunststück, innerhalb von zwei Monaten in Kolumbien zwei Waisenkinder zu finden, die adoptiert werden konnten. Der einzige Wermutstropfen war, dass der nun unerwartet kinderreich gewordene Vater zu wenig zu Hause sein konnte. Aber wenn er da war, war es ein Fest. Er blieb auch in der Familie der Superstar, und seine Kinder waren seine größten Fans. Ständig versuchte Kurt Moll, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Nachdem jedoch die kleine Tochter einmal fragte: „Papa, wann kommst du wieder einmal zu Besuch?“ bekam der Künstler einen Riesenschreck und ein schlechtes Gewissen dazu. Seitdem ist er sooft es möglich war nach Hause gedüst und wenn es nur für einen einzigen Tag war. Wenn es nicht gerade um den halben Globus ging, besuchte ihn die ganze Familie in den Schulferien. Ansonsten durfte jedes der Kinder der Reihe nach oder in Begleitung von Frau Moll zum Vater an den Auftrittsort kommen. Das war für die Kinder selbstverständlich aufregend. Sie durften oft mit in die Vorstellung, mit in der Garderobe sitzen und zuschauen, wie Papa sich nach und nach in einen Fremden verwandelte. Nichts war den Eltern zu aufwendig und zu teuer, um das Zusammensein und den Zusammenhalt der Familie zu ermöglichen.


    Was gäbe es noch alles aus der großen, bewegten Künstlerkarriere zu erzählen. Am 31. Juli 2006 verabschiedete sich Kurt Moll in der Rolle des Nachtwächters in Richard Wagners „MEISTERSINGERN“ bei den Münchner Opernfestspielen von der Bühne. Danach wurde der Wunsch, im Schoße der Familie zu sein, noch in einer vom Glück geschenkten Zeit erfüllt. Leider nahmen dann gesundheitliche Probleme zu und am 5. März 2017 fiel der letzte Vorhang.


    Die Opernwelt verlor mit Kurt Moll einen faszinierenden Künstler und Sängerkollegen und einen großartigen Menschen mit Vorbildfunktion auf der Bühne, aber auch im Leben.Der überragende deutsche Belcanto Bass wird weiterleben in vielen maßstabsetzenden Ton- und Bilddokumenten, aber was noch viel wichtiger ist, auch in den Herzen der Opernfreunde, die ihn erleben durften.





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  • Hans SOTIN


    Hans Sotin ist ein Universalbassist und der dritte des fabelhaften Trios der Hamburger Staatsoper, den ich hier vorstellen darf. Der Sänger wurde am 10. September 1939 in Dortmund geboren, ist dort aufgewachsen und am Konservatorium seiner Heimatstadt von Dietger Jakob zum Sänger ausgebildet worden. Der Sängerberuf war ihm fast schon in die Wiege gelegt worden. Da sein Vater Seemann war, brachte ihm die Mutter sehr früh Seemannslieder bei, mit denen er sich bei seinen „Auftritten“ im Bäckerladen Süßes ersang. Das erste Engagement war am Opernhaus Essen. Die überzeugenden Leistungen des jungen Bassisten wurden mit der Verleihung des Förderpreises des Landes Nordrhein-Westfalen anerkannt. Kurz darauf folgte der Ruf an die Hamburger Staatsoper. In der glanzvollen Ära Liebermann erarbeitete sich Sotin die wichtigsten Partien des Bassfachs. Als knapp Dreißigjähriger wurde er bereits in einer der anspruchsvollsten Rollen als Ochs von Lerchenau im „ROSENKAVALIER“ gefeiert. Gefördert von Liebermann wirkte er in zahlreichen Uraufführungen mit und war an 13 Opernverfilmungen beteiligt. In Hamburg wurde ihm ebenfalls sehr früh der Kammersängertitel verliehen. Durch diese eindrucksvollen Erfolge beflügelt begann rasch die internationale Karriere, die den Bassisten als einen der führenden Wagnerbassisten seiner Zeit nahezu an alle bedeutenden Opernhäuser und Festivals weltweit führte. Rekord ist seine fast dreißigjährige Mitwirkung bei den Bayreuther Festspielen, wo er alle großen Wagnerrollen eindrucksvoll verkörperte.


    Über die enge Verbundenheit von Hans Sotin zu den Bayreuther Festspielen wird eine nette Geschichte erzählt. „Der Sänger soll mit seinem Wohnmobil regelmäßig in der Nähe des Festspielhauses geparkt haben und dann wie der Haremswächter Osmin in Mozarts „ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“ – eine seiner Glanzpartien – eine gewisse Aufsicht über das Festspielgelände übernommen haben.“ Es wäre allerdings falsch, Hans Sotin auf das Wagnerfach zu begrenzen. Er brillierte ebenso im italienischen und russischen Genre. Durch seine fabelhaften stimmlichen Mittel gelang ihm der Spagat vom Ochs bis zum Sachs. Er meisterte mit Bravour auch die für einen seriösen Bass hochliegenden Partien wie Wotan und Pizarro. Den Göttervater sang er auf ausdrücklichen Wunsch von Leonard Bernstein an der Metropolitan Opera New York. Hans Sotin, der Universalbassist, ist auch ein Meister des Heiter-Komischen. Als Abul Hassan im „BARBIER VON BAGDAD“, als Baculus in „DER WILDSCHÜTZ“ und van Bett in „ZAR UND ZIMMERMANN“ gestaltete er unvergessliche Charaktere, die auf Tonträgern und Filmaufnahmen als bleibende Zeugnisse seiner großen Kunst verewigt sind Bei aller Würdigung von Sotin als Opernsänger sollte nicht vergessen werden, dass dieser Bassist mit seiner Stimme, die sich durch Wärme, Schönheit des Timbres, Farbenreichtum, sonore Fülle in allen Lagen und große Flexibilität auszeichnet für Oratorien und hier besonders die Werke Bachs geradezu prädestiniert war. Noch als Siebzigjähriger wurde er bei den Opernfestspielen in Wels als Gurnemanz, Titurel und König Heinrich begeistert gefeiert. In Würdigung seiner Lebensleistung wurde ihm im Jahre 1998 der Grammy Award for Best Opera Recording verliehen. Erwähnt werden muss noch seine Jahrzehnte lange Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Köln. In dieser Zeit bildete er namhafte Sänger aus und brachte sie ins Engagement, darunter heutige Größen wie den Starbassisten Georg Zeppenfeld.


    „Harte Schale – weicher Kern“ das trifft auf Hans Sotin voll und ganz zu. Privat wirkt er zunächst ruhig und zurückhaltend. Wenn die Schale, die auch als Schutzschicht dient, durchdrungen ist, erlebt man eine grundgescheite, warmherzige, in sich ruhende, geerdete Persönlichkeit.


    Ganz besonders beglückt er durch seine Hilfsbereitschaft und Kollegialität. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der bekannte, verdiente Bariton Toni Blankenheim, der ein guter Kollege und Freund von Gottlob Frick war, hatte den großen Wunsch, einmal zu einem Künstlertreffen zu kommen, um mit den alten Kollegen zusammen zu sein. Das ging leider nicht, da der Sänger erblindet war. Völlig unerwartet brachte Hans Sotin den Kollegen als Überraschungsgast mit. Während der ganzen Tage des Treffens kümmerte sich Sotin in rührender Weise um seinen Toni, so dass alle nicht nur beeindruckt, sondern gerührt waren von diesem Maß an Hilfsbereitschaft, die ganz selbstverständlich und uneigennützig gegeben wurde. In den Reihen der Gottlob Frick Gesellschaft ist er unter den Mitgliedern aus dem künstlerischen Bereich einer der aktivsten Unterstützer unseres Wirkens. „Er sei ein Fels, auf den man bauen könne,“ hieß es in einer Rede, die zu seinem Bühnenabschied gehalten wurde. Diese Formulierung trifft den Nagel auf den Kopf. Absolute Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit, die den großen Bassisten als Sänger und Persönlichkeit auszeichnen. Wir und sicherlich auch viele Merker Leser, die den Bassisten erleben durften, wünschen , dass sie noch lange auf ihn bauen können.

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  • Gottlob FRICK


    Bereits die erste Begegnung mit Gottlob Frick wurde unvergesslich. 1960 machten meine Frau und ich unsere verspätete Hochzeitsreise zu den Salzburger Festspielen. „ZAUBERFLÖTEmit einer Traum Besetzung: Gottlob Frick, Sarastro, Fritz Wunderlich, Tamino, Eberhard Wächter, Sprecher, Erika Köth, Königin der Nacht, Liselotte Fölser, Pamina, Walter Berry, Papageno, Grazilla Sciutti, Papagena, Kurt Marschner, Monostatos und weitere Prominente in den anderen Rollen. Joseph Keilberth am Pult, Günther Rennert, als Regisseur. Eine glänzendere Besetzung war damals kaum denkbar.


    Nach der Vorstellung baten wir die Hauptakteure um ein Autogramm. Als Frick uns reden hörte fragte er „Woher kommt ihr denn?“ Wir kommen aus Heilbronn“ „und ich komme aus Ölbronn“, was wir selbstverständlich wussten. Noch ein wenig small talk dann fragt er uns plötzlich „Was macht Ihr jetzt mit dem angebrochenen Abend?“ Wir schauten uns fragend an und er erkannte unsere Ratlosigkeit. „Wenn Ihr nichts vorhabt und wollt, kommt doch mit in den Hirschen; wir werden da noch etwas feiern“ - und ob wir wollten! Bewusst wurde diese Begebenheit an den Anfang des Frick-Porträts gestellt, weil sie für die Persönlichkeit des Sängers so bezeichnend ist. Der große Bassist lädt zwei wildfremde Menschen spontan ein, weil ihm diese offenbar gefallen und schenkt ihnen einen unvergesslichen Abend und den ersten Kontakt zur großen Opernwelt.


    Diese Begegnung hatte Folgen: Daraus entwickelte sich eine über dreißigjährige intensive Freundschaft und künstlerische Zusammenarbeit. Diese entstand dadurch, dass ich den Vorsitz des Heilbronner Sinfonie Orchesters übernommen hatte und diesen Klangköper anschließend 45 Jahre führte. Natürlich setzte ich alles daran, Frick für einen Auftritt in Heilbronn zu gewinnen, ein Vorhaben, das sich bei dem vollen und lange ausgebuchten Terminkalender des Künstlers als äußerst schwierig herausstellte.


    1963 nach der großen Hochwasserkatastrophe in Hamburg war der Sänger bereit, ein Wohltätigkeitskonzert für die Flutopfer zu geben. Es wurde nicht nur ein wirklich triumphaler künstlerischer Erfolg sondern auch ein finanzieller. Vom Reinerlös, der für die damalige Zeit sehr stattlich war, konnten 20 Kinder und 14 Mütter einen mehrwöchigen Urlaub im Schwäbischen Wald verbringen, weil Frick auf jegliche finanzielle Vergütung verzichtete. Danach gab es eine enge Zusammenarbeit des Sängers mit dem Heilbronner Sinfonie Orchester. Dieses wurde praktisch so etwas wie ein Stammorchester von Gottlob Frick. Immer wenn er im heimischen Raum ein Konzert gab, waren die Heilbronner Musiker mit von der Partie.


    1979 wurde der große Bassist zum Ehrenmitglied des Heilbronner Sinfonie Orchesters ernannt. Auch das allerletzte Auftreten des großen Bassisten fand am 26. Januar 1985 in Heilbronn statt. Diese Verbindung wirkte sogar über den Tod hinaus. Ein Platz im Herzen der Stadt wurde nach Gottlob Frick benannt-eine Ehrung, die auch fördernden Einfluss auf die Gründung der Gottlob Frick Gesellschaft im Juni 1995 hatte.



    Gottlob Frick wurde 1906 in Ölbronn als 13. und jüngstes Kind einer Försterfamilie geboren. Sein Gesangstalent entdeckten Kenner nach einer Treibjagd. Bereits beim Vorsingen wurde er an die Staatsoper Stuttgart engagiert. Als Chormitglied, in kleinen Rollen und mit Konzertmucken musste er sich sein Studium selbst verdienen. Die vielköpfige Familie hatte keine Mittel, um die künstlerischen Ambitionen ihres Jüngsten zu finanzieren. Fritz Windgassen, der Vater des berühmten Heldentenors, bildete Frick während dieser Zeit am Konservatorium Stuttgart aus. Weitere Lehrer waren der Bassist Hermann Horner und der Heldenbariton Neudörffer-Opitz, von ihm hätte Frick nach eigener Aussage die entscheidenden sängerischen Impulse bekommen. 1934 erhielt er den ersten Solistenvertrag in Coburg. In dieser Zeit erhielt er eine besondere Förderung. König Ferdinand von Bulgarien, ein großer Kunstfreund, der in Coburg eine Besitzung hatte, sandte Frick Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele und einen Wagen samt Chauffeur. Der junge Bass sollte sich auf königlichen Rat den Gurnemanz anhören und sich ein Vorbild an den Wagner-Größen nehmen. Später ließ ihm der König für die Rolle des Gremin noch ein Kostüm nach Maß fertigen, weil ihm das vorhandene nicht fürstlich genug war. Die Erwartungen des Königs wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen, denn Frick wurde einer der führenden Bassisten seiner Zeit.


    Nach Coburg folgten Engagements in Freiburg und Königsberg. Dort hörte ihn Karl Böhm und verpflichtete ihn an die Dresdner Staatsoper. Rund 10 Jahre gehörte Frick dem ruhmreichen Ensemble der Semper-Oper an. Von dort wechselte er 1950 an die Deutsche Oper in Berlin. Von dort aus begann die glanzvolle nationale und internationale Karriere des Bassisten, die ihn an alle bedeutenden Opernhäuser und Festspielplätze der Welt führte. Allein an der Wiener Staatsoper sang er fast 500 Vorstellungen und wurde in der Stadt, die er wie keine andere liebte, ein Liebling des anspruchsvollen Wiener Publikums. Die zahlreichen Anekdoten von und mit dem Lobl, diese Abkürzung von Gottlob wurde sein Spitzname, sind das beste Zeugnis seines ausgeprägten, liebevollen Humors. Eine Begebenheit aus der Wiener Zeit sei erzählt. „LOHENGRIN“ an der Staatsoper mit Karajan als Dirigent und Regisseur. Wie immer beim Maestro musste alles bis ins kleinste Detail stimmen. Deshalb schärfte er den Statisten ein, keine Armbanduhr zu tragen. Bei der Premiere kam es, wie es kommen musste. In einer Szene wo die Arme mit Speeren hochgereckt werden mussten, trug doch allen Ermahnungen zum Trotz einer der Akteure weithin sichtbar eine Armbanduhr. Karajan tobte. Gottlob Frick ganz trocken:„Das ist zwar ärgerlich, aber da war noch etwas“ Karajan: “Um Gottes Willen was war denn noch?“ „Chef die Uhrzeit war auch noch falsch.“ Frick musste flüchten.


    In seiner 58 Jahre langen Sängerlaufbahn hat er nahezu all die Könige, Priester, Geister und Finsterlinge eindrucksvoll verkörpert. Durch seinen angeborenen Mutterwitz war er auch ein Meister des Heiter-Komischen. Er sang und spielte die Bühnengestalten der Spieloper so kontrastreich und intensiv, dass all die Trunkenbolde, Plumpsäcke und Schwerenöter geradezu suggestiv erlebbar wurden.


    John B. Steane, der international anerkannte Stimmenfachmann, begründet die Aufnahme von Gottlob Frick in seine Liste der 100 bedeutendsten Sänger in „Opera Now“ unter anderem mit folgender Charakterisierung:



    „Was den Wagnerischen basso profondo betrifft, so konnte die neuere Zeit –gemeint waren die 40er-80er Jahre des vorigen Jahrhunderts – nur auf einen Namen setzen: Gottlob Frick, ein Turm der Stärke im stärksten Ensemble und einer der größten Bassisten überhaupt. Seine Stimme ist trotz des machtvollen Volumens stetig, geschmeidig und schön. Fricks zweieinhalb Oktavenbass ist bewundernswert durchgebildet und bleibt in seinem ganzen Umfang voll und präzise. Sein Gefühl für Rhythmus ist stark und er kann sowohl Legato als auch Staccato vorbildlich singen, ohne seine Zuhörer um den satten Stimmklang zu betrügen.“


    Frick war während seiner Karriere auf den Bühnen der großen Opernhäuser zuhause, seine Heimat war für den bodenständigen, bescheiden gebliebenen Gemütsmenschen jedoch zeitlebens sein geliebter Geburtsort Ölbronn. Dorthin in sein am Waldrand gelegenes Haus zog er sich zurück, um zu jagen, zu entspannen und den großen Freundes- und Kollegenkreis zu empfangen. Mit Fritz Wunderlich verband ihn ein enges Vater/Sohn Verhältnis. Der Tenor war ständiger Gast und hatte sogar ein eigenes Zimmer in Hause Frick. Aus dieser Heimat- und Naturverbundenheit erklärt sich wahrscheinlich auch die besondere Liebe Fricks zum Volkslied. Die warmherzige Persönlichkeit wird in seinen Volksliedinterpretationen am ursprünglichsten erlebbar. Frick gestaltet die romantischen Weisen mit ungekünstelter Natürlichkeit und einer Echtheit des Empfindens die anrührt und ergreift.


    Dieses Porträt wäre unvollständig, wenn wir nicht an Fricks Ehefrau erinnern würden. Mit 23 Jahren heiratete er Margarethe Bayen aus Neuss. Die charmante, kluge Gattin des Künstlers war selbst Sängerin. Sie gab ihre Künstlerlaufbahn frühzeitig auf, um sich ganz in den Dienst der Karriere ihres Mannes zu stellen. Gottlob Frick ersparte sich so einen Manager, Vermögensverwalter und einen Privatsekretär. Alle diese vielen Aufgaben erledigte Frau Gretel Frick mit Umsicht und Geschick. Gleichzeitig war sie auch eine kenntnisreiche Kritikerin ihres Mannes. In den über 65 Jahren ihrer Ehe mit Gottlob Frick hat sie entscheidenden Einfluss auf seine Künstlerische Entwicklung ausgeübt.


    Am 18. August 1994 ist ein König der deutschen Bässe, wie er in Nachrufen bezeichnet wurde, in Begleitung einer riesigen Trauergemeinde beigesetzt worden. Nur wenige Monate später folgte ihm seine Ehefrau in den Tod nach.


    Der dreifache Kammersänger Gottlob Frick erhielt zu Lebzeiten und postum so viele Ehrungen und Auszeichnungen, wie sie kaum einem anderen Sänger verliehen wurden. Die Gottlob Frick Gesellschaft erhält aktiv sein Gedenken.


    Im Rathaus von Ölbronn erinnert eine Gedächtnisstätte an den Sänger und seine Zeit. Eine weltweite Einmaligkeit ist darin das originelle Gästebuch, in dem die Handabdrücke aller Künstler, die zu Besuch waren in Ton verewigt sind. Die Gästeliste reicht von Theo Adam bis Georg Zeppenfeld. Dadurch wird nicht nur die Erinnerung an den großen Sänger und die bodenständige, warmherzige, wohltuend bescheidene Persönlichkeit von Gottlob Frick wachgehalten. Der verdienten Generation, die nach dem 2. Weltkrieg unter heute kaum mehr vorstellbaren Schwierigkeiten das Opernleben wieder aufbaute, wurde ein bleibendes Denkmal gesetzt.


    Sechs große deutschsprachige Bassisten wurden in umfangreichen Porträts vorgestellt. Dabei war es Ziel und Anspruch, nicht nur ihr Leben, ihr Wirken und ihre stimmlichen Fähigkeiten aufzuzeigen. Besonderes Anliegen war es, dem Leser auch die Persönlichkeit des Künstlers nahezubringen. Lässt man die Ausführungen Revue passieren, dann können Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die ohne Spekulation und den Anspruch auf allgemeine Gültigkeit durchaus ein Profil der Bassisten ergeben: Bei den Vertretern der tiefsten Stimmlage scheinen in sich ruhende, geerdete Persönlichkeiten zu dominieren. Obwohl oder gerade weil während der Berufszeit ständige Abwesenheit von zuhause die Regel ist, hat Familie und Heimat einen hohen Stellenwert. Den Bassisten wird Warmherzigkeit, Gemütlichkeit und Humor zugeschrieben. Kollegialität, Hilfebereitschaft haben einen hohen Stellenwert, Rivalitäten gibt es unter Bässen eher selten. Ihr Kontakt- und Kommunikationsverhalten wird oft als zurückhaltend und abwartend beschrieben. Nach einer gewissen Auftauphase wird hohe Aufmerksamkeit und partnerbezogene Wertschätzung registriert. Also doch die raue Schale und der weiche Kern. Brigitte Fassbaender spricht sogar davon, es sei bekannt, dass die Bässe die Sensibelsten in der Sängerspezies wären. Als prägende Eigenschaft wird ihnen absolute Zuverlässigkeit bestätigt: Sie gelten als der berühmte Fels, auf den man bauen kann.


    Als letztes nun die Antwort auf die offen gebliebene Frage vom Anfang „Warum soll denn immer der Tenor die Dame erobern?“ Sieglinde Pfabigan schreibt dazu in ihrer Lebensbeichte „Was Tenöre alles bewegen können…“ (Merker-Heft 4/20). „ Bleibt abschließend die Frage, was die hohen Männerstimmen so viel sensationeller macht als Baritone oder Bässe? Die Antwort muss wohl lauten, weil der eigentlich unnatürliche vokale Tenorbereich viel riskanter ist als die Mittellage, in der sich die Baritonstimmen bewegen oder die sonore Tiefe der Bassisten. Da die Interpreten dieser Rollen größtenteils mit Liebesproblemen oder –freuden konfrontiert sind, was nun einmal ein Risikofaktor ist, belassen die Komponisten sie im hellen hohen Tonbereich, wo man am besten “überschnappen“ kann. Wer solche Charaktere auch vokal bewältigt, wird von den Frauen bewundert oder sogar angebetet.“ Gerade weil es so sensationell und risikoreich ist und daraus meist die Tragödie folgt, sollte der Tenor auch in der Oper nicht immer die Dame erobern. Die Welt der Bühne ist Traum, Wunsch, Illusion. Im echten Leben würde ich, wenn die Wahl gegeben ist, den Damen raten: Nehmen sie den Bass, sie leben mit ihm problemloser, gemütlicher, zufriedener, sicherer und haben fast so etwas wie eine Garantie auf längere Haltbarkeit der Beziehung. Deshalb ein Hoch auf die Bassisten, die verlässlichen Helden in der Oper und noch mehr im Leben!









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  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Bässe“ zu „Bässe im Profil“ geändert.
  • Danke, lieber Alfred, dass Du diesen Kraftakt mit dem Einstellen aller Beiträge noch geschafft hast.

    Liebe Grüße

    herzlichst

    Operus (Hans):hello::jubel:

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Warum soll der Tenor am Ende einer Oper immer die Dame kriegen? Das ist in der Oper nun mal so. Operus ist indes der Ansicht, dass auch die Bässe einmal die Frau bekommen sollten. Aus dieser Idee heraus entstand der vorliegende, ausgesprochen informative, sehr umfangreiche und hervorragend recherchierte Artikel, der beredtes Zeugnis von Operus' hohen journalistischen Fähigkeiten ablegt. Hier ist ihm wahrlich Großartiges gelungen. Einfühlsam nimmt er den begeisterten Leser an der Hand und führt ihn durch die ausgezeichneten Berichte über sechs namhafte deutsche Bassisten, die er noch auf der Bühne erlebt und sogar persönlich gekannt hat - ein enormer Vorteil, wenn man über sie schreibt. Operus' Vorteil dabei ist natürlich, dass er Ehrenpräsident der Gottlob-Frick-Gesellschaft ist, die alljährlich - bis auf dieses Jahr, wo die Veranstaltung leider wegen Corona ausfallen muss - ein Künstlertreffen veranstaltet, zu dem stets eine Menge alter Sänger/innen und sonstiger Künstler eingeladen sind. Insbesondere viele Bassisten kommen jedes Jahr zu diesem außergewöhnlichen Event. Da ist es kein Wunder, das Operus sie alle gut kennengelernt hat und nun hier in der Lage war, über einige von ihnen nicht nur umfangreiche Informationen über ihre Vita, ihre Karriere und ihre stimmlichen Fähigkeiten zusammenzutragen, sondern auch, und das macht das Herzstück des vorliegenden Essays aus, ihre Persönlichkeit umfangreich zu würdigen. Das gelingt ihm nicht nur bei seinem alten Freund Gottlob Frick aufs Beste, sondern auch bei Oskar Czerwenka, Günther Groissböck, Harald Stamm, Kurt Moll und Hans Sotin. Immer mehr gewinnt man den Eindruck, dass Operus nicht von außen her berichtet, sondern gänzlich von innen, als Vater einer großen Familie, der seine berühmten Kinder mit großem Lob bedenkt und dabei ihrer privaten Seite erhebliches Gewicht beimisst. Auf diese Weise werden die sechs Bassisten vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig und dürfen sich allesamt der größten Sympathie erfreuen. Dabei würdigt Operus nicht nur die Sänger, sondern auch das Bass-Fach an sich. Am Ende empfiehlt er den Frauen nachhaltig, lieber die Bassisten als die Tenöre zu nehmen. Mit ihnen sei das Zusammenleben einfacher. Da muss man schon ein wenig schmunzeln. Insgesamt haben wir es hier mit einem sehr lesenswerten Essay zu tun. Herzlichen Dank an Operus für diesen phantastischen, mit viel Liebe und enormer Kenntnis geschriebenen Artikel, der nicht nur das Künstlerisch-Biographische der von ihm ausgewählten Bassisten behandelt, sondern in erster Linie den menschlichen Faktor stark in den Vordergrund rückt.


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Warum kam es zu diesem umfangreichen Artikel im "Wiener Merker"? Durch die Corona-Krise haben alle Opernfachzeitschriften enorme Probleme, in der aufführungslosen Zeit genügend Stoff für ihre Zeitschriften zu generieren. In dieser Not wurden ungeahnte kreative Kräfte freigesetzt. So schrieb zum Beispiel im April Heft 4/20 Frau Dr. Sieglinde Pfabigan, die Chefredakteurin des Wiener Merker, in einer herrlich gelungenen "Lebensbeichte" darüber, in welchem Maße und warum sie den Königen vom hohen C lebenslang "verfallen" ist. Dies konnte sie mit spannenden Kontakten, Begegnungen und persönlichen Erlebnissen mit bedeutendsten Tenören, aus ihrem 60-jährigen Opernleben hatte, eindrucksvoll und emotional berührend darstellen. Eine Meisterleistung! Als sie dann jedoch am Ende ihrer Eloge resümierend feststellte, dass die hohen Männerstimmen viel sensationeller wären als die Baritone und Bässe und es deshalb selbstverständlich sei, dass die Welt ihnen zu Füßen liegen würde und besonders die Damen Tenöre vergöttern würden, war mein Widerspruchsgeist bereits geweckt. Im darauffolgenden Merker-Heft wurde über Baritone berichtet. Als dann die Anfrage auf mich zukam, über Bässe zu schreiben, sagte ich zu und nahm mir vor, die Überhöhung der Tenöre zu hinterfragen und anzuzweifeln. Deshalb wählte ich 6 deutschsprachige Bässe, mit denen mich persönliche Freundschaft verbindet und wo ich auch über die persönlich, menschlichen Qualitäten berichten konnte, die kaum in einem Opernführer nachgelesen werden können. Selbstverständlich endete meine Laudatio mit einem Hoch auf die Bassisten, die verlässlichen Helden in der Oper und noch mehr im Leben!


    Aus meiner Sicht sollten die in der Corona-Zeit erschienenen Merker-Hefte mit Goldrand gedruckt werden. Es entstanden keine Notausgaben mit Alibiartikeln. Es gelang dem Merker- Team durch Aktivierung von Zeitzeugen, Aussagen von führenden Opernfachleuten, Interviews und Erlebnisse von Merker Rezensenten und Freunden faszinierende Hefte zu gestalten. Zum Teil wurden Schätze mit musikhistorischem Wert gehoben und dem Leser Blicke hinter die Kulissen des Opernbetriebes geschenkt, die sonst kaum möglich sind. "In Problemen liegen Chancen" und " Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Brücken bauen." Genau dieser Brückenbau ist mit den Ausgaben in der Corona-Zeit eindrucksvoll gelungen.

    Während ich noch schreibe hat unser Tamino-Freund Lustein bereits in dieser frühen Stunde den ersten Kommentar zu Bässen im Profil abgegeben. Schön wäre es, wenn weiteres Feedback kommen würde und auch über die Problematik und Richtigkeit der "Vergötterung" einzelner Stimmlagen im Gesamtkunstwerk Oper diskutiert würde.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

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  • Lieber operus, vielen Dank für dieses sehr interessante Thema. Hast du auch was ůber Hans Peter König,der neben Kurt Moll mein Lieblings Bassist ist, geschrieben ?

  • Lieber rodolfo39,


    Da Du Kurt Moll und Hans Peter König als Deine Lieblingsbassisten bezeichnest beweist Du Kennerschaft. Da ich bewusst detailreich über die Künstler berichten wollte sind die Porträts umfangreich geworden und ich musste eine Auswahl treffen. Die ist danach erfolgt, wie oft ich den Sänger live gehört habe und wie intensiv ich ihn auch privat kenne, um durch diese Nähe aussagekräftig über ihn schreiben zu können. Auch zu Hans Peter König besteht eine gute Verbindung. Ich habe mit ihm sogar in München ein Künstlergespräch gemacht. Zu den porträtierten Bässen bestand jedoch ein noch engeres Verhältnis und deshalb wurden sie gewählt. Vielleicht ist es für Dich besonders bereichernd, wenn Du meine Aussagen zu den Bässen liest und vielleicht einmal Aufnahmen von ihnen hörst , die Du noch nicht so genau kennst. Auf jeden Fall wünsche ich Dir musikalischen Genuss und Freude bei der Beschäftigung mit den Tieftönern.

    Beste Grüße :hello:

    Herzlichst

    Operus

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  • Der Tenor hat schon nicht ein inklusives Recht zur alleinigen Verehrung. Operus hat recht, wenn er rät, den Bass ebenso zu verehren. Ich bevorzuge ebenfalls mehr tiefere Stimmen, so den Bariton und den Bass. Dunkel timbrierte Stimmen erhöhen m. A. nach die Klangqualität einer Stimme beträchtlich. Nicht dass ich Tenöre nicht möchte. Unverzichtbare Voraussetzung für jede Stimme ist, dass sie gut im Körper verankert ist, was die Stimme sonorer, profunder und auch tiefgründiger werden lässt. So klingt sie gleich auf tiefer. So kommen viele Heldentenöre vom Bariton her, wie beispielsweise Hans Hopf, Ramon Vinày, Ludwig Suthaus, Günther Treptow, Lauritz Melchior, James King, Jess Thomas, Spas Wenkoff und andere mehr. Diese Tenöre entfalten aufgrund der baritonalen Färbung ihrer Stimme einen ganz besonderen, tiefen Klang. Manchmal sind die Heldentenöre rein vom Timbre her gar nicht von Baritönen zu unterscheiden. Diese Stimmen ziehe ich ganz entschieden den hellen Tenören vor. Wie gesagt, ich liebe ebenfalls tiefe Stimmen, was m. A. nach die Ausdrucksintensität der Stimme noch steigert. Somit teile ich Operus` Vorliebe für Bässe voll und ganz.


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • So wie es nicht nur eine einzige richtige Gesangsschule gibt, sondern mehrere, bin ich doch sehr froh, wie viele großartige Stimmen von unterschiedlicher "Helligkeit" im Timbre es gibt. Eine generelle Bevorzugung von helleren oder dunkleren Stimmen kann ich meinerseits nicht bekunden, bei den Damen tendiere ich eher zu den helleren, bei den Herren aller Stimmfächer verehre ich hingegen sowohl Interpreten mit helleren als auch mit dunkleren Stimmen.


    Im Übrigen hat ja auch du, lieber "lustein", im Lieblingsrolleninterpreten-Spiel auch Herren mit helleren Stimmen als Rollenfavoriten genannt. So empfinde ich zum Beispiel die Stimmen der von dir genannte Baritone Andreas Schmidt und Siegmund Nimsgern nicht unbedingt als besonders dunkel. "Doch sag' ich nicht, dass das ein Fehler sei." :hello:


    Unbedeutender Nachtrag: Würde ich eine Artikelreihe über zehn Bassisten machen, so hießen die, für die ich mich dabei entscheiden würde, möglicherweise: Ivar Andresen, Gottlob Frick, Kurt Böhme, Boris Christoff, Cesare Siepi, Fritz Hübner, Siegfried Vogel, Kurt Moll, Matti Salminen und René Pape.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Operus,


    Deine Artikelserie über die bedeutenden Bässe habe ich mit großem Gewinn und dankbar gelesen. Bässe hatte ich bisher nicht so auf der Rechnung. Du hast mir da die Augen geöffnet. Wenn ich meine Tonträger-Sammlung und meine eigenen Erfahrungen betrachte, bleiben immer wieder folögende Sänger im Gedächtnis: Martti Talvela, Gottlob Frick (gemeinsam etwa in den Ausschnitten aus "Boris Godunov" in deutscher Sprache), Kurt Moll, Karl Ridderbusch, Jerome Hines. Hans Peter König habe ich erlebt und schätze ich auch sehr und ebenso Vater und Sohn Gary und John Relyea. Und Josef Greindl. Also eigentlich ganz verschiedene Stimmtypen. Ein Hunding sollte für mich die gebotene Nachtschwärze und Bedrohlichkeit ("du labtest ihn?"), ein Sarastro Würde und balsamisches Legato mit einer Prise Hinterhältigkeit ausstrahlen. Gottlob Frick- ein großes stimmliches und gestalterisches Wunder. Leider habe ich ihn nicht erlebt.


    VG

    Otello50

  • Lieber Otello,

    danke für Deine liebenswürdige Reaktion. Wenn Du mir Deine postalische Anschrift mitteilst sende ich Dir meine kleine Biografie über Gottlob,die ich vor vielen Jahren schrieb.

    meine Mailadresse: hey_erfolgstraining@gmx.de

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Herzlichen Dank an Operus für diesen phantastischen, mit viel Liebe und enormer Kenntnis geschriebenen Artikel, der nicht nur das Künstlerisch-Biographische der von ihm ausgewählten Bassisten behandelt, sondern in erster Linie den menschlichen Faktor stark in den Vordergrund rückt.

    Lieber Operus!


    Diesen Worten Lusteins möchte ich mich voll und ganz anschließen. Ich habe Deinen Beitrag mit großem Interesse geradezu "verschlungen" und möchte ihn - wenn's erlaubt ist - durch eigene Erfahrungen ergänzen, zumal ich alle der von Dir behandelten Bassisten - mit Ausnahne Günther Groissböcks - selber gehört habe.


    Gottlob Frick

    Es muss Ende der 50er bzw. Anfang ser 60er Jahre gewesen, als der so früh verstorbene Ferenc Fricsay in Hamburg mit dem NDR-Sinfonieorchester Rossinis Stabat mater dirigierte. Im Unterschied zu der bei der Deutschen Grammophon erschienenen Aufnahme mit Kim Borg sang hier Gottlob Frick das Bass-Solo, das im "Eja, mater" einen enormen Tonumfang erfordert, dem Frick natürlich mühelos gerecht wurde. Seine Bayreuther Auftritte zwischen 1960 und 1964 als Hunding und Hagen werden mir zusammen mit dem Rossini-Werk ewig in Erinnerung bleiben. Man kan sich andere Interpretationen vorstellen, aber keine besseren. An der Hamburgischen Staatsoper habe ich Frick leider nie gehört, weiß auch nicht, ob er den Kaspar, den er in der Hamburger TV-Produktion vom "Freischütz" verkörperte, auch in einer Repertoireaufführung gesungen hat. Vielleicht weißt Du, lieber Operus, mehr, ob Frick schon in der Rennert-Zeit in Hamburg aufgetreten ist? Philipp? Marke?


    Oskar Czerwenka

    Diesen Sänger habe ich nur 2x gehört, doch das hat sich in meine Erinnerung "eingefressen". Rolf Liebermann, der Intendant der Hamburger Oper, wurde mehr von der Presse als vom Publikum für seine Uraufführungen gelobt, wobei leider neue Werke anderer Bühnen in Hamburg nicht nachgespielt wurden. An viele dieser Eintagsfliegen habe ich keine Erinnerung mehr, wohl aber an Giselher Klebes "Jacobowsky und der Oberst", vermutlich mehr wegen des Sujets und der Interpreten (u.a. Gerhard Stolze und Erwin Wohlfahrt) als wegen der Musik. In Erinnerung bleiben wird mir, wie in der Titelrolle, interpretiert von Oskar Czerwenka, Gesang und Spiel eine den Zuhörer beklemmend zurücklassende Einheit eingegangen sind.


    Hans Sotin

    Zu Recht wird Rolf Liebermann für die Entdeckung und den Aufbau neuer Stimmen gerühmt, wobei dabei oftmals vergessen wird, dass er damit einen Teil des Rennert-Ensembles "entsorgt" und durch von ihm verpflichtete Sänger ersetzt hat. Wie dem auch sei. Ihm gebührt Lob und Dank, dass er u.a. den gerade 25 Jahre alten Hans Sotin nach Hamburg verpflichtet hat und ihn durch eine wohl dosierte Mischung von Wurzen und größeren und großen Partien vorsichtig aufgebaut hat. Laut meiner Datenbank hörte ich Sotin am 15. September 1964 errstmals als Josef in Gottfriied von Einems "Der Zerrissene". Schon im nächsten Jahr folgte der erste Sarastro. Drei Partien seiner Anfangsjahre sind mir besonders in Erinnerung geblieben, in denen er sein ganzes Komödiantentum demonstrieren konnte : van Bett (1968), Ochs (1970) und La Roche (1973). Ich muss gestehen, dass meine anfängliche Begeisterung für diese junge Stimme einer immer kritischer werdenden Beurteilung wich. So hatte ich mit seinem viel gerühmten Gurnemanz immer meine Probleme und fand z.B. bei einer Bayreuther Aufführung, dass ihm eine Indisposition (seine Stimme klang an dem Abend spröde und heiser) ausgesprochen gut bekommen ist, weil er sich einmal nicht auf sein prachtvolles Material verlassen konnte, was der Stimmdarstellung nur zugute kam.


    Kurt Moll

    Erste Partien, in denen ich Moll hörte, waren 1970 der 1. Handwerksbursch im "Wozzeck" und der 1. Soldat in der "Salome", dem aber sehr schnell größere Aufgaben folgten, so z.B. 1971 der "Lucia"-Raimondo (mit Joan Sutherland) oder schon 1973 Boris Godunov. Seid dieser Zeit hat mich Kurt Moll in wunderbaren Aufführungen begeistert, ob in Bayreuth (Marke), München (Morosus) oder mit einem breiten Repertoire in Hamburg. Einziger Wermutstropfen war seine manchmal unfrei klingende Höhe, so z.B. als Pogner (in seiner Ansprache) oder König Heinrich. Aber was für ein balsamisches Organ, welch' Wohlklang!


    Harald Stamm

    kam ca. 1974 nach Hamburg (Fasolt). Ich habe seine Meriten erst im Laufe der Jahre richtig schätzen gelernt und erinnere mich gerne an einen Gurnemanz, bei dem er für einen Kollegen einsprang.


    Da es mich nach Finnland verschlagen hat und ich seit nunmehr 30 Jahren irgendwie mit dem St. Petersburger Mariinsky-Theater "verbandelt" bin, stehen mir die finnischen und russischen Bassisten naturgemäß näher als ihre deutschen Kollegen, zu denen ich mich nicht äußern kann. Martti Talvela kannte ich noch persönlich und war mit seiner inzwischen auch verstorbenen Witwe befreundet. Da Matti Salminen und Jaakko Ryhänen sich nun auch im Pensionsalter befinden, sehe ich derzeit keinen Nachfolger ihrer Klasse. Vielleicht der junge Timo Riihonen, der in Deutschland in Düsseldorf und Kiel verpflichtet war, jetzt aber freischaffend tätig ist.

    Die russischen Bassisten, zumindest die des Mariinsky-Theaters, wären ein Thema für sich, zumal sie sich oft nicht eindeutig dem Bass- oder Baritonfach zuordnen lassen. Zwei Beispiele : Vladimir Vaneyev, dessen Stern Ende der 90er Jahre urplötzlich als Boris bei den Salzburger Festspielen aufging, wird am Mariinsky auch als Rigoletto eingesetzt, und Mikhail Petrenko, der alle Basspartien rauf und runter in seinem Repertoire hat, sang gerade seinen ersten Sachs. Vorher hatte er oft Klingsor gesungen.


    Beste Grüße aus Finnland


    Peter


  • Da Matti Salminen und Jaakko Ryhänen sich nun auch im Pensionsalter befinden, sehe ich derzeit keinen Nachfolger ihrer Klasse. Vielleicht der junge Timo Riihonen, der in Deutschland in Düsseldorf und Kiel verpflichtet war, jetzt aber freischaffend tätig ist.


    Lieber Peter Schünemann,


    seit einiger Zeit verfolge ich aus der Ferne die Karriere des jungen finnischen Bassisten Mika Kares (Jahrgang 1978). In einer kürzlich erschienenen Aufnahme des Boris Godunov unter Kent Nagano hat er einen recht jugendlich klingenden, aber wohltönenden Pimen gesungen. Mit dem HR-Symphonieorchester hat er in einer Aufführung von Beethovens IX. in Fulda mitgewirkt. Könnte er unter denen sein, die die von Dir beschriebene finnische Bass-Tradition fortsetzen.?


    VG
    Otello50

  • Vielleicht weißt Du, lieber Operus, mehr, ob Frick schon in der Rennert-Zeit in Hamburg aufgetreten ist? Philipp? Marke

    Lieber Peter,


    leider bin ich nicht so ordentlich wie Du, denn Du hast eine eigene Opern-/Sänger- Datei. Ich bin leider kein Aufheber, Archivar und Sammler. So kann ich leider keine Auskunft auf Deine Frage geben. Wenn die Zeiten gepasst haben, dann hat Frick sicherlich in der Rennert- Ära auch in Hamburg gesungen, denn die beiden schätzten sich sehr. Frick hat seinen legendären Philipp in Königsberg mit Rennert erarbeitet und war dem großen Regisseur für diese Zusammenarbeit immer dankbar. Es gab eine Rennert Ehrung Jubiläum oder ähnliches, da ist Frick noch im sehr reifen Sängeralter zu dieser Veranstaltung gefahren und hat als für Rennert völlig unerwarteter Überraschungsgast mit Hagens Wacht gratuliert.

    Danke für Deine Blumen zu meinem Bassartikel, der allgemein eine sehr gute Presse bekam.

    Wenn Du möchtest sende ich Dir gerne meine kleine Biographie über Gottlob Frick zu, dazu müsste ich allerdings Deine Postanschrift wissen. Wenn Du die mir bitte nennst geht das Büchlein sofort nach Finnland.

    Übrigens bist Du fürs Forum und mich ein Gewinn, weil Du uns mit Deinem großen Wissen, das auf reicher Opernerfahrung gründet bereicherst. Auf viele weitere so positive Tamino-Kontakte.

    Herzlicht

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Operus!

    Danke für die "Blumen" und Dein Angebot, mir Deine Frick-Biografie zuzuschicken.

    Hier meine Postanschrift :

    Peter Schünemann

    Brahenkatu 22

    FIN-50100 Mikkeli


    Schon jetzt besten Dank und herzliche Grüße


    Peter

  • Lieber Peter Schünemann,


    seit einiger Zeit verfolge ich aus der Ferne die Karriere des jungen finnischen Bassisten Mika Kares (Jahrgang 1978). In einer kürzlich erschienenen Aufnahme des Boris Godunov unter Kent Nagano hat er einen recht jugendlich klingenden, aber wohltönenden Pimen gesungen. Mit dem HR-Symphonieorchester hat er in einer Aufführung von Beethovens IX. in Fulda mitgewirkt. Könnte er unter denen sein, die die von Dir beschriebene finnische Bass-Tradition fortsetzen.?


    VG
    Otello50

    Lieber Otello50!

    In Savonlinna gab es früher eine gute Tradition, einen Künstler, der sich um das finnische Musikleben verdient gemacht hat, zum "Künstler des Jahres" zu ernennen. Als der Dirigent Jari Hämäläinen die Intendanz von dem Tenor Raimo Sirkiä übernahm, machte er einen in Finnland so gut wie unbekannten jungen Mann zum Künstler des Jahres - Mika Kares. Kares war damals im Festengagement in Karlsruhe. Diese Ehrung habe ich für einen großen Fehler gehalten, setzte sie doch Kares einem Erwartungsdruck aus, dem dieser nicht gewachsen war. In seinen ersten beiden Sommern in Savonlinna sang er die Titelpartie in Boitos "Mefistofele", und man hörte eine schlank geführte, angenehm timbrierte junge Bassstimme, die jedoch in den Extremlagen, also Höhe und Tiefe, arg begrenzt war. Dies besserte sich mit seinem Raimondo in "Lucia di Lammermoor".


    Die Finnische Nationaloper ging lange an dem jungen Sänger vorbei, bis zu einem Filippo, der zum besten gehörte, was ich in dieser Partie erlebt habe. Sehr homogen geführt, immer noch schlank, ohne seinem Material künstlich mehr Volumen zu verleihen. Der Dirigent dieser Aufführung war Michael Güttler, unter dem Kares wenig später in der Übernahme der Kupfer-"Meistersinger" aus Zürich seinen ersten Sachs singen sollte, doch sagte er relativ kurzfristig ab. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung, doch ich könnte mir vorstellen, dass er über kurz oder lang diese Rolle seinem Repertoire einverleiben wird.


    Zusammen mit dem Bassisten Erik Rousi, einem Verwandten Talvelas, leitet Mika Kares in Eurajoki, einem Ort nahe der finnischen Westküste, ein Festival, bei dem im Oktober "Parsifal" dargeboten wird, in einer Kirche, mit Orgel statt Orchester. Kares wird den Gurnemanz singen und Tuomas Katajala, ein anerkannter Mozarttenor, seinen ersten Parsifal.


    Beste Grüße aus Finnland


    Peter

  • Zitat von Otello 50:


    seit einiger Zeit verfolge ich aus der Ferne die Karriere des jungen finnischen Bassisten Mika Kares


    Mika Kares ist einer der vielversprechendsten jungen Bassisten überhaupt: Vor Jahren habe ich ihn bereits als Masetto am Badischen Staatstheater Karlsruhe erlebt. Da erwies er sich mit seinem hervorragend italienisch fokussierten, sonoren und ausdrucksstarken Bass als ein kommender Don Giovanni. Ganz hervorragend war er auch in der vergangenen Saison an der Stuttgarter Staatsoper als Mefistofele in Boitos gleichnamiger Oper. Das war wirklich eine atemberaubende Leistung. Ich denke, Kares wird noch eine ganz große Karriere machen!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Lieber Peter Schünemann!

    In Savonlinna gab es früher eine gute Tradition, einen Künstler, der sich um das finnische Musikleben verdient gemacht hat, zum "Künstler des Jahres" zu ernennen. Als der Dirigent Jari Hämäläinen die Intendanz von dem Tenor Raimo Sirkiä übernahm, machte er einen in Finnland so gut wie unbekannten jungen Mann zum Künstler des Jahres - Mika Kares. Kares war damals im Festengagement in Karlsruhe. Diese Ehrung habe ich für einen großen Fehler gehalten, setzte sie doch Kares einem Erwartungsdruck aus, dem dieser nicht gewachsen war. In seinen ersten beiden Sommern in Savonlinna sang er die Titelpartie in Boitos "Mefistofele", und man hörte eine schlank geführte, angenehm timbrierte junge Bassstimme, die jedoch in den Extremlagen, also Höhe und Tiefe, arg begrenzt war. Dies besserte sich mit seinem Raimondo in "Lucia di Lammermoor".


    Die Finnische Nationaloper ging lange an dem jungen Sänger vorbei, bis zu einem Filippo, der zum besten gehörte, was ich in dieser Partie erlebt habe. Sehr homogen geführt, immer noch schlank, ohne seinem Material künstlich mehr Volumen zu verleihen. Der Dirigent dieser Aufführung war Michael Güttler, unter dem Kares wenig später in der Übernahme der Kupfer-"Meistersinger" aus Zürich seinen ersten Sachs singen sollte, doch sagte er relativ kurzfristig ab. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung, doch ich könnte mir vorstellen, dass er über kurz oder lang diese Rolle seinem Repertoire einverleiben wird.


    Zusammen mit dem Bassisten Erik Rousi, einem Verwandten Talvelas, leitet Mika Kares in Eurajoki, einem Ort nahe der finnischen Westküste, ein Festival, bei dem im Oktober "Parsifal" dargeboten wird, in einer Kirche, mit Orgel statt Orchester. Kares wird den Gurnemanz singen und Tuomas Katajala, ein anerkannter Mozarttenor, seinen ersten Parsifal.

    Da Mika Kares inzwischen verstärkt auch auf Bühnen in Deutschland zu hören ist, wäre es vielleicht sehr nützlich, wenn Du ihn im NEUE-STIMMEN-Thread vorstellen würdest. Du hast ja bereits genügend Informationen über ihn und es gibt auch Videos, mit denen sich die interessierten Melomanen einen Eindruck von seiner Stimme und seinem Gesang machen können.

    Dann will ich auch etwas zu ihm sagen. Ich habe ihn nur einmal live gehört. Er sang des Oroveso in NORMA!


    Aufmunternde Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41,


    sehr gerne würde ich Deiner Anregung nachkommen, im NEUE Stimmen-Thread über Mika Kares zu berichten, finde aber bei YouTube nicht genügend Videomaterial, um meinen Bericht auch visuell zu unterstützen. Es gibt dort jede Menge Videos des "Bloggers" Mika Kares, aber wenig, um ihn stimmlich zu charakterisieren.


    Was hältst Du von Arbeitsteilung? Ich stelle Kares mit meinen Worten vor, und wenn es Deine Zeit erlauben sollte, könntest Du das mit von Dir eingestellten Videos unterstreichen.


    Beste Grüße aus Finnland


    Peter

  • Mit Kurz Videos kann ich nicht behilflich sein, aber ich hätte einige Gesamtaufnahmne mit Mika Kares zur Hand, nämlich


    Der fliegende Holländer. Teatro Comunale di Bologna (2013)

    La Favorite. Bayerische Staatsoper 2016

    Rossini Stabat Mater. München 2017


    Wenn da was benötigt wird, einfach melden


    Grüsse von Orfeo

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt