OFFENBACH, Jacques: LE MARIAGE AUX LATERNES

  • Jacques Offenbach (1819-1880):


    LE MARIAGE AUX LATERNES

    (DIE VERLOBUNG UNTER DER LATERNE)

    Operette-bouffe in einem Akt nach einem Libretto von Michel Carré und Léon Battu


    Uraufführung am 10. Oktober 1857 in den Bouffes-Parisiens



    DIE PERSONEN DER HANDLUNG

    (in der deutschen Fassung)


    Liese (Mezzosopran)

    Ihr Vetter Peter, ein Pächter (Tenor)

    Annemarie und Catherine, verwitwete Bäuerinnen (Sopran und Mezzosopran)

    Ein Nachtwächter (Sprechrolle)

    Chor: Bauernvolk


    Ort und Zeit der Handlung: In einem französischen Dorf um 1850.



    INHALTSANGABE DES EINZIGEN AKTES


    Der (in diesem Werk namenlos bleibende und nicht auftretende) Onkel des jungen Bauern Peter hat ihn zum Vormund über seine verwaiste Cousine Liese bestimmt. Falls damit eine ganz bestimmte Absicht verbunden war, hat sie ihre Wirkung verfehlt, denn Peter ist über diese Entscheidung nicht glücklich. Er hat sich nämlich in die junge und schöne Cousine verliebt, aber bisher nicht zu einem Liebes-Geständnis durchringen können und wagt es jetzt als Vormund auch nicht. Liese wiederum empfindet für ihren Vormund auch mehr als nur Sympathie, doch auch sie getraut sich nicht, ihm dies zu zeigen.


    Die Vermutung, dass der Onkel den Neffen nur deshalb zum Vormund bestimmt hat, weil er gemerkt hat, dass die beiden jungen Leute sich lieben, ist durchaus nahe an der Wirklichkeit. Aber des Onkels Hoffnung, dass sich die beiden Liebenden durch das geänderte Verhältnis noch näherkommen würden, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Der barsche Ton, den Peter der Liese gegenüber anschlägt, gefällt Liese nicht und macht dem Onkel Sorge. Dabei zeigt es nur Peters Unsicherheit dem Mündel gegenüber. Der Onkel beschließt also, einen Schritt weiter zu gehen.


    Peter erhält Tage später den Brief eines Unbekannten. Darin steht, dass er einen großen Schatz finden wird, wenn er sich am Abend beim Glockenläuten an der großen Dorfeiche einfindet. Merkwürdigerweise verbreitet sich im Dorf schnell das Gerücht, Peter habe eine große Erbschaft gemacht (und der Zuschauer hat eine Vermutung, wer die Strippe gezogen hat). Die Aussicht, reich zu werden, ruft zwei junge Bauern-Witwen, Annemarie und Catherine, auf den Plan. Beide versuchen, Peter für sich zu gewinnen; doch der entzieht sich, wenn auch nur mit Mühe, den beiden Frauen.


    Als die Glocken läuten, begibt sich Peter zur Dorfeiche - und findet zu seinem Erstaunen auch Liese dort. Es stellt sich heraus, dass auch sie einen Brief mit dem Hinweis auf einen Schatz an der Eiche bekommen hat. Jetzt wird den beiden jungen Leuten klar, dass da jemand Schicksal gespielt hat. Als der Nachtwächter vorbeikommt, wird er Zeuge eines innigen Verlobungskusses im Lichte der Laterne…



    INFORMATIONEN ZUM WERK


    Die sehr abwechslungsreiche Musik changiert zwischen robuster Volkstümlichkeit einerseits und zarter Verspieltheit andererseits. Die zeitgenössische Kritik bescheinigt - ein großes Kompliment - Offenbachs neuem Stück eine große Nähe zu Mozart. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Stück zu den beliebtesten Werken Offenbachs in Deutschland - heute ist es wiederzuentdecken - zum Beispiel mit der folgenden Aufnahme, die für diese Inhaltsangabe benutzt wurde:


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    MUSIKWANDERER