Brenda Roberts Dramatischer Sopran

  • Die Sopranistin Brenda Roberts, geboren in Lowell, Indiana, USA, studierte an der Northwestern University in Evanston, Illinois USA Gesang bei Professor Hermanus Baer und erwarb dort den Abschluss als Bachelor und Master Degrees. Darauf aufbauend nahm sie an Meisterklassen bei Lotte Lehmann und Gerald Moor teil und studierte zusätzlich ein Jahr an der Akademie für Musik in Wien.

    Ihr Repertoire umfasst in erster Linie die großen dramatischen Sopranpartien von Richard Wagner (Brünnhilde, Ortrud, Elisabeth, Venus, Isolde, Kundry, Senta und Sieglinde). Sie war die jüngste Sängerin ,die eine der Brünnhilden (Siegfried 1974) bei den Bayreuther Festspielen sang. Die Frauengestalten von Richard Strauss waren ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens, (Salome, Färberin, Elektra) die sie weltweit mit Erfolg gestaltete. Sie sang die Färberin an der Metropolitan Opera New York; Elektra an der Chicago Lyrik Opera, an der Mailänder Scala die Ortrud, an der Pariser Oper Elektra, Senta, Ortrud und Venus, in Dresden an der Semperoper Elektra ,an der Stuttgarter Staatsoper die Senta, in München an der Bayerischen Staatsoper Salome und in der Wiederaufnahmepremiere in "Besuch einer alten Dame" von Gottfried von Einem glänzte sie an der Wiener Staatsoper. Während ihres Festengagements in Hamburg sang sie praktisch alle ihre dramatischen Frauenrollen von Wagner und Strauss.

    Brenda Roberts brillierte in vielen weiteren Rollen ihres Faches in aller Welt. Davon eine kleine Auswahl: Turandot in Bern, Essen und Warsaw; Tosca in Berlin, La Coruna und Nürnberg; Georgetta in San Francisco; Leonore in Warsaw, Frankfurt und Antwerpen; Venus bei der Maggio Musical Fiorentino in Florenz. Sie sang die Titelpartie in der "Medea" von Friedrich Döhl bei der Weltpremiere in Kiel.

    Brenda Roberts trat mit renommierten Sängern*innen wie Placido Domingo, Birgit Nilsson, Christa Ludwig, Hermann Prey, Martha Mödl, Theo Adam , Peter Hoffmann, René Kollo und vielen weiteren auf. Während ihrer weltweiten Karriere arbeitete sie mit Dirigenten wie Abado, Janowski, Köhler, Klobucar, Leinsdorf, Märkl,, Navarro, Seibel, Thielemann, Dennis Russel Davies und Welser Möst. Horst Stein setzte Frau Roberts bevorzugt ein, wurde ihr Förderer und engagierte sie an die Hamburger Staatsoper.

    Damit man sich einen Eindruck von den sängerischen Qualitäten der Künstlerin Roberts machen kann möchte ich nur aus einer Rezension zitieren: "Brenda Roberts hat als Färberin in "Frau ohne Schatten" in ihrer Antrittspartie einen sensationellen Erfolg errungen. Er basierte sowohl auf einer gesanglich herausragenden Leistung als auch auf einer darstellerisch überzeugenden Erfassung der Partie. Als Färberin erreichte Brenda Roberts in scheuer Demut und wilder Ekstase den Rang einer Lotte Lehmann, Christl Goltz, Inge Borkh und Marianne Schech. - Robert Breuer, Aufbau, "Die Frau ohne Schatten" an der Metropolitan Opera New York.


    Große Erfolge hatte die Künstlerin auch als Liedersängerin. 2011 gab sie in der Carnegie Hall einen Liederabend mit Mahlers "Liedern eines fahrenden Gesellen", Wagners "Wesendonck Liedern", Schrekers "Fünf Lieder op. 5" und Goethe "Lieder op 67." Von diesem Recital gibt es eine Aufzeichnung.

    Frau Roberts ist Mitglied des Bundeverbandes Deutscher Gesangspädagogen, Lehrbeauftragte am Fachbereich der Universität Mainz. Leitet Meisterklassen für Gesang bei den Mainzer Musikpädagogischen Seminaren und wurde als Jurorin bei Gesangswettbewerben berufen. Vom Können der Sängerin zeugen eine ganze Rehe von Aufnahmen, die bei You Tube zu hören sind.


    Mich reizte die Beschäftigung mit dieser Sängerin deshalb, weil ich in unserem Tamino Klassik Forum keinerlei Einträge über sie fand. Fast unerklärlich. Dabei berichten unsere Stimmenexperten wie Caruso, Stimmenliebhaber, Fafner, Melomane, Otello50, Greghauser, Orfeo, Carlo und wie sie alle heißen doch über fast jeden Sänger mit einem einigermaßen bekannten Namen, suchen nach Nachwuchssängern und finden mit fast detektivischen Fähigkeiten noch unbekannte Größen. Nachdem Brenda Roberts nun dieses umfangreiche Porträt gewidmet wird, könnte es sein, dass wie kürzlich bei dem Tenor Janis Zabers eine richtige Hype um die Künstlerin ausgelöst wird.

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Mich reizte die Beschäftigung mit dieser Sängerin deshalb, weil ich in unserem Tamino Klassik Forum keinerlei Einträge über sie fand. Fast unerklärlich. Dabei berichten unsere Stimmenexperten wie, Caruso, Stimmenliebhaber, Fafner, Melomane, Otello50, Greghauser, Orfeo, Carlo und wie sie alle heißen doch über fast jeden Sänger mit einem einigermaßen bekannten Namen,

    Naja, so ganz stimmt das ja nicht, denn ihre Auftritte an der Staatsoper Dresden habe ich hier schon erfasst. Der Übersichtsbeitrag für alle mit dem Anfangsbuchstaben R ist hier:


    Besetzungen ausgewählter Dresdner Inszenierungen


    Sie sang also in der Semperoper Dresden Senta, Venus, Ortrud und Elektra. Eine Ortrud von ihr habe ich auf Video.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Mir war vor einigen Jahren vergönnt, Brenda Roberts beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn kennenzulernen. Ich habe mit dieser netten Frau einiges geredet, u. a. über frühere Aufführungen von ihr, die ich gesehen habe. Dazu gehörten u. a. ihre Mannheimer Elektra und ihre Stuttgarter Senta - beides Rollen, in die sie ihre gut fokussierte, ausdrucksstarke und höhensichere Stimme mit Bravour einbrachte. Irgendwo muss ich sie auch mal als Salome gesehen habe. Kann mich leider nicht mehr erinnern, wo das war. Auch hier glänzte sie mit fulminantem hochdramatischem Stimmklang. Wenn ich mich recht erinnere, schreckte sie als Salome auch vor gänzlicher Nacktheit nicht zurück. Das war sehr mutig. Einmal sollte sie in Mannheim, glaube ich, Ortrud singen. Aus irgendeinem Grund sang sie an diesem Abend aber nicht. Warum, weiß ich nicht mehr. Ich habe sie jedenfalls immer gerne gehört und auch gesehen, denn sie verfügte neben ihren bravourösen stimmlichen Qualitäten auch über hohe darstellerische Fähigkeiten.


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Ist das erst vor wenigen Stunden in einem Beitrag von Alfred_Schmidt publizierte Themenverzeichnis "Berühmte Stimmen" vollständig, fehlt dort auch die Sopranistin Ursula Schröder-Feinen. Mir fiel deren Name ein, weil ich die Sängerin zusammen mit Brenda Roberts in einer Nürnberger Produktion von "Die Frau ohne Schatten" erlebte. Dritte im Bunde war damals ein wesentlich klangvollerer Name, nämlich Astrid Varnay als Amme.


    Usula Schröder-Feinen hatte mit der Deutschen Oper am Rhein für einige Jahre ihr Stammhaus, während Brenda Roberts zeitweise mit der Hamburger Staatsoper verbunden war, aber Beide gastierten überwiegend. Zwischen den beiden dramatischen Sopranistinnen gibt es natürlich viele Rollen-Parallelen. Wobei der Schwerpunt von Schröder-Feinen deutlicher im Wagner-Fach lag, als das bei Roberts der Fall war.


    Gemein ist Beiden, dass ihnen nie der große Durchbruch gelang. Auch dadurch begründet, dass sich die Schallplatten-Industrie für diese zwei Künstlerinnen nicht interessierte.

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  • 1975 gab es in Hamburg eine Elektra mit ihr und Arlene Saunders, Martha Mödl, Tom Krause und anderen.

    Bildergebnis für elektr hamburg 1975 brenda roberts soprano strauss-elektra-brenda-roberts-arlene-saunders-martha-modl-richard-cassilly-tom-krause-horst-stein


    bei YT die Szene Elektra / Klytemnästra

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    Gemein ist Beiden, dass ihnen nie der große Durchbruch gelang. Auch dadurch begründet, dass sich die Schallplatten-Industrie für diese zwei Künstlerinnen nicht interessierte.

    Lieber udohasso,

    Schröder-Feinen und Brenda Roberts waren großartige Sängerinnen und wurden für ihre Kunst weltweit gefeiert, wenn das kein Durchbruch ist, was ist es dann? Lasse mich einen wie immer gewagten Vergleich anstellen. Was wäre, wenn lauter Messis auf dem Fußballplatz stehen würden? Ein absoluter Weltklassespieler wie Thomas Müller wird nicht mehr besetzt, nur weil ein verbohrter Intendant oder Plattenboss das Ensemble verjüngen will. Genau so ist es überall im Leben. Brenda Roberts und Ursula Schröder-Feinen waren und bleiben fabelhafte Sängerinnen, auch wenn sie nicht in der Nationalmannschaft gesungen haben. Auch im Bühnengeschehen gibt es leider Abläufe wie im Sport.

    Herzlichst

    Operus


    1975 gab es in Hamburg eine Elektra mit ihr und Arlene Saunders, Martha Mödl, Tom Krause und anderen.

    Für mich ein schönes Erlebnis. Man zapft eine Quelle an und schon sprudelt sie. Bei Dir besonders kräftig. Ich will angeregt durch Euch im Forum im April eine Presseartikel über Janis Zabers schreiben. Da werde ich Dich dann um Material bitten und hoffe, dass das Teamwork im Forum dann wieder einmal funktioniert.

    herzlichst

    Operus

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  • Irgendwo muss ich sie auch mal als Salome gesehen habe. Kann mich leider nicht mehr erinnern, wo das war. Auch hier glänzte sie mit fulminantem hochdramatischem Stimmklang. Wenn ich mich recht erinnere, schreckte sie als Salome auch vor gänzlicher Nacktheit nicht zurück.

    Dann war das sicher die Inszenierung in Giessen. Drei Photos (auch besagte Szene) gibt es hier

  • ...wenn das kein Durchbruch ist, was ist es dann?

    Lieber operus, was ein "großer" (dieses Attribut verwendete ich) Durchbruch ist, darüber lässt sich trefflich streiten.


    Viele Künstler, die ich schätze, ja liebe, verbrachten ihr Sängerleben überwiegend an kleinen und mittleren Häusern. Manche mit gelegentlichen Ausflügen an große Bühnen, allerdings selten als Premierenbesetzung.


    Darunter sind solche, die sich bewusst für ein Festengagement fern der großen Metropolen entschieden, oft aus sehr persönlichen Gründen.


    Brenda Roberts listet auf ihrer Internetseite Rollen und Orte auf, leider mit einigen peinlichen Fehlern. Mir fällt auf, dass es im Schwerpunkt kleine und mittlere Bühnen im deutschsprachigen Raum sind, wie schon erwähnt. Ursula Schröder-Feinen kann da mit einer prominenteren Liste aufwarten. Schon allein deshalb, weil sie in mehreren Partien über einige Festspielsommer in Bayreuth zu erleben war. Während es für Brenda Roberts dort bei einer einmaligen Vorstellungsserie Siegfried-Brünnhilde blieb.


    Nichts davon schmälert die Verdienste der beiden Damen, und ich will ihnen nicht auch nur ein Jota des erworbenen Ruhms streitig machen. Es ist ein bescheidener Hinweis darauf, dass dessen Ausstrahlung begrenzt blieb.

  • Ich kenne Brenda Roberts von der GA ....Siegfried Wagner *Sternengebot*,,,,


    MP-sternengebot.jpg


    .... in den Partien der Hiltrud und der Julia!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

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  • Hier noch Bayreuth 1974 Brünhilde / Siegfried ....



    ....Siegfried Jean Cox Dirigent Horst Stein.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • 1. Zitat: Ist das .... von Alfred_Schmidt publizierte Themenverzeichnis "Berühmte Stimmen" vollständig, fehlt dort auch die Sopranistin Ursula Schröder-Feinen.


    2. Zitat: Ursula Schröder-Feinen kann da mit einer prominenteren Liste aufwarten. Schon allein deshalb, weil sie in mehreren Partien über einige Festspielsommer in Bayreuth zu erleben war. Während es für Brenda Roberts dort bei einer einmaligen Vorstellungsserie Siegfried-Brünnhilde blieb.

    Lieber Udohasso,

    das wäre doch wirklich ein guter Grund für Dich, den von Dir vermissten Thread über Ursula Schröder-Feinen einzurichten. Brenda Roberts sang übrigens in Bayreuth auch die Helmwige in der Walküre.


    Seit einiger Zeit ist die CD-Aufnahme des Bayreuther "Siegfried" von 1974 wieder im Umlauf.

    Wagner: Siegfried - Cox, McIntyre, Roberts, Zednik, Mazura, Höffgen; Stein. Bayreuth, 1974 QuelleWagner: Siegfried - Cox, McIntyre, Roberts, Zednik, Mazura, Höffgen; Stein. Bayreuth, 1974


    David Reynolds urteilte nach Erscheinen der CD am 9. Februar 2020: "Roberts has no trouble with the B' and C's and sounds the womanly Brunnhilde to the life. Her timbre is rather like that of Anja Silja, but steadier in tone. She never lacked for work (and, in fact, did sing one Farberin at the Met); she'd be in greater demand today."Der Schlußbeifall ist einhellig, und so wunderte man sich über die Tatsache, daß Brenda Roberts nicht mehr nach Bayreuth eingeladen wurde. Sie selbst sagt dazu: „Es gibt viele Dinge, die ich sehr schön an Bayreuth fand, aber da waren auch diese ganzen Intrigen, denen ich nicht gewachsen war, heute würde man solchen Vorgang „Mobbing“ nennen. Aber ich war jung und hatte keine Agentur hinter mir, und andere besser organisierte Sängerinnen sangen fortan das dramatische Fach in Bayreuth.“

  • Vielleicht gibt es im Forum Bayreuth-Experten die wissen, warum es überhaupt zu dieser Triumvirat-Lösung mit Roberta Knie/Walküre, Brenda Roberts/Siegfried und Gwyneth Jones/Götterdämmerung kam? Entspricht doch so überhaupt nicht der in Bayreuth üblichen Praxis.


  • Nichts davon schmälert die Verdienste der beiden Damen, und ich will ihnen nicht auch nur ein Jota des erworbenen Ruhms streitig machen. Es ist ein bescheidener Hinweis darauf, dass dessen Ausstrahlung begrenzt blieb.

    Lieber Udohasso,

    da ich trotz meines hohen Alters noch einigermaßen klar im Kopf bin, war mir sofort klar, wie das gemeint war. Ich setze mich sogar verstärkt für die Sänger der 2. Reihe ein, denen ich einen Thread "Helden der Oper" gewidmet habe, der aber offensichtlich in den Tiefen des Forums verschwunden ist. Das sind die Sängerinnen und Sänger, die im Ensemble oft jahrzehntelang die Stützen der Opernhäuser sind und dann nachdem der oft nicht bessere Gast für viel mehr Geld die Premiere sang, alle Repertoirevorstellungen singen dürfen. Allerdings der Fließbandarbeiter hat noch ein härteres Schicksal. Wenn wir noch einige Klangbeispiele im Forum haben, vor allem ihre Salome, die Brünnhilde, eine Liedaufnahme usw., dann kann jeder von uns selbst entscheiden, wie er die Künstlerin beurteilt und einordnet. Wobei ich alle diese Rankings für einen Riesenblödsinn halte.

    Herzlichst

    Operus

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  • Hier noch Bayreuth 1974 Brünhilde / Siegfried ....

    Danke, liebe Rainer, liebe Freunde,

    wenn das nicht wunderschön von beiden gesungen ist, dann verstehe ich nichts mehr vom Wagnergesang. Was bei Brenda Roberts schon bei den ersten Tönen auffällt sind klingenden Pianotöne.

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich setze mich sogar verstärkt für die Sänger der 2. Reihe ein, denen ich einen Thread "Helden der Oper" gewidmet habe, der aber offensichtlich in den Tiefen des Forums verschwunden ist.

    In den Tiefen des Forums verschwindet nichts (zumindest nicht grundlos)


    Die wahren Helden in der Oper


    Mit der Suchfunktion findet man ihn

    Oder man setzt ihn auf die Seite "Favoriten" von wo man ihn immer aufsuchen kann - wenn man will


    mfg

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • ...das wäre doch wirklich ein guter Grund für Dich, den von Dir vermissten Thread über Ursula Schröder-Feinen einzurichten

    Ball aufgenommen Orfeo und Ursula Schröder-Feinen eingestellt...


    :thumbup:

  • In den Tiefen des Forums verschwindet nichts (zumindest nicht grundlos

    Lieber Alfred,

    selbstverständlich suchte ich über die Lupe diesen Thread ständig und mit fast 200 Beiträgen, war er ja auch akzeptiert und wurde genutzt. Wie man diese Favoritenfunktion nutzen kann, sollte bitte nochmals erklärt werden.

    Ich schäme mich fast, dass immer ich, Dir diese zusätzliche Arbeit mache.

    Herzlichst

    Operus

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  • Vielleicht gibt es im Forum Bayreuth-Experten die wissen, warum es überhaupt zu dieser Triumvirat-Lösung mit Roberta Knie/Walküre, Brenda Roberts/Siegfried und Gwyneth Jones/Götterdämmerung kam? Entspricht doch so überhaupt nicht der in Bayreuth üblichen Praxis.


    Solche Mischbesetzungen tauchen nach dem Krieg immer mal wieder auf in Bayreuth. Ein "Ring" mit drei Brünnhilden! Experiment oder Notlösung? Ich bin mir da nicht ganz sicher, bin aber auch keine Bayreuth-Experte. Man muss bedenken, das es 1974 sechs Vorstellungen des "Tannhäuser" in der Inszenierung von Götz Friedrich gab. Die Jones sang dabei Venus und Elisabeth gleichzeitig, was zum Konzept gehörte. Obwohl sie unglaublich robust gewesen ist, war es ihr dann wohl doch zuviel, gleich noch alle Brünnhilden zu singen. Im Jahr darauf war der "Tannhäuser" nicht angesetzt, und die Jones war wieder durchgehend als Brünnhilde tätig. Ich werde später mal in der großen Bayreuth-Dokumentation von Bauer nachschauen, ob es weitere Hinweise gibt.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Vielleicht gibt es im Forum Bayreuth-Experten die wissen, warum es überhaupt zu dieser Triumvirat-Lösung mit Roberta Knie/Walküre, Brenda Roberts/Siegfried und Gwyneth Jones/Götterdämmerung kam? Entspricht doch so überhaupt nicht der in Bayreuth üblichen Praxis.


    Lieber udohasso,


    auch ich weiß den Grund für diese Verteilung der Brünnhilde auf drei verschiedene Sängerinnen nicht, kann jedoch mit einer Information aufwarten : Als Walküren-Brünnhilde war eigentlich die ungarische Sopranistin Eszter Kovacs vorgesehen, doch kam es aus mir unbekannten Gründen nicht zu diesem Engagement.


    Beste Grüße aus Finnland


    Peter

  • Buch-Cover-Geschichte-der-Bayreuther-Festspiele-271x400.jpgEs soll alles (noch) ganz anders gewesen sein. Inzwischen habe ich nämlich die zweibändige Dokumentation "Die Geschichte der Bayreuther Festspiele" von Oswald Georg Bauer befragt. 1974 - im Jahr der drei Brünnhilden - hatte der neue von Carlos Kleiber dirigierte "Tristan" Premiere. Diese Inszenierung von August Everding löste die legändäre Produktion von Wieland ab. Die Situation war sehr angespannt. Als Isolde war Catarina Ligendza angesetzt, die doppelt unter Anspannung stand, weil sie ihre berühmte Landsmännin Bigit Nilsson ersetzen zu müssen glaubte. Nach der Generalprobe sagte sie ab. Die Ersatz-Isolde Esther Kovacs meldete sich ebenfalls indisponiert. In einer dramatischen Aktion sollte Ursula Schröder-Feinen aus Salzburg per Hubschrauber herbeigeschafft werden. Mittag war noch immer umklar, wer den nun die Isolde sänge. Der Hubschrauber aber war durch irrtümlich falsche Angaben von der schnellsten Route abgekommen. Im allerletzten Moment aber langte die Schröder-Feinen doch noch im Festspielhaus an - und wie durch ein Wunder war die Ligendza plötzlich wieder genesen und sang nun doch die Premiere. Sie soll aber doch darauf bestanden haben, als indiponiert angesagt zu werden. Der Erfolg war so groß, dass man sich im Publikum gefragt habe, worin denn nun die Indisposition eigentlich bestanden habe?


    Jedenfalls stand sie als Brünnhilde - so oder so nicht zur Verfügung. Wolfgang habe ganz bewuss die Drei-Brünnhilden-Lösung gewollt, um für die Zukunft so ein Modell auszuprobieren. Für die "Walküre" war ursprünglich das Isolde-Cover Kovacs geplant, die aber auch diesen Einsatz absagte und durch Roberta Knie ersetzt wurde. Im "Siegfried" sang wie geplant Brenda Roberts, die nach Erfolgen in anderen Häusern auf dem Grünen Hügel eingeführt werden sollte, in der "Götterdämmerung" Gwyneth Jones ihre erste Brünnhilde in Bayreuth. Wie weiter zu erfahren ist, wurde die Roberts mit der Attitüte "Wer ist schon Birgit Nilsson" in Verbindung gebracht, was nicht gut ankam. Bei der ersten Probe in Bayreuth stoppte sie den Angaben in der Dokumentation zufolge der Studienleiter Maximilian Kojetinsky - eine Instution der Festpiele - mit den Worten: "Frau Roberts, des is ka Stimm net, des is a Aggression". Die Sängerin wurde nie wieder nach Bayreuth eingeladen.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Vielen Dank Rheingold1876 für die Schilderung der wahrlich dramatischen Vorgänge, im fraglichen Festspieljahr 1974. Denen ich entnehme, dass Ursula Schröder-Feinen die Isolde quasi auf Abruf parat hatte? Bedauerlich, dass Esther Kovacs in diesen Wirren der Auftritt auf dem Grünen Hügel versagt blieb, hätte er doch der Karriere dieser Sängerin einigen Rückenwind gegeben, Erfolg beim Einspringen vorausgesetzt. Ich erlebte Esther Kovacs in Augsburg aus ausgezeichnete Brünnhilde in der Götterdämmerung.


    Maximilian Kojetinsky - wahrlich ein besonderes Kaliber. Studienleiter in Bayreuth von 1951 bis 1984, war die Frage, ob sein Daumen hoch ging oder nach unten wies für viele Sängerkarrieren entscheidend. Legendär übrigens die Einführungsvorträge von Kojetinsky, den zum Parsifal versäumte ich nie, wenn ich die Festspiele besuchte. Großes Ein-Mann-Theater mit eigener Klavierbegleitung...


    ^^

  • Zitat von Operus:


    Schröder-Feinen und Brenda Roberts waren großartige Sängerinnen und wurden für ihre Kunst weltweit gefeiert, wenn das kein Durchbruch ist, was ist es dann?


    Ich stimme Operus voll und ganz zu. Diese beiden Sängerinnen haben es weit auf der Karriereleiter gebracht. Es gibt wahrlich weniger gute, die ganz nach oben gelang sind, weswegen ich sage, Roberts und Schröder-Feinen hätten ruhig nur an ersten Opernhäusern singen können. Dadurch wären aber alle Besucher der nicht zu verachtenden mittleren Häuser nicht in den Genuss dieser ausgezeichneten Stimmen gekommen. Ich schätze beide sehr.


    An dieser Stelle darf ich vielleicht fragen, warum man im Forum von Operus überhaupt nichts mehr liest. Ich war aufgrund des Todes meines Vaters zwei Wochen lang nicht mir im Tamino-Forum, und als ich vor einiger Zeit wieder reinging, war Operus auf einmal verschwunden. Mich würde sehr interessieren, was der Grund dafür ist. Ich halte Operus für eines der besten und beliebtesten Forum-Mitgieder und würde es sehr begrüßen, hier wieder einmal etwas von ihm zu lesen. Vielleicht kann mir eines der Tamino-Mitglieder ja über Operus' Verbleib Aufklärung geben?


    Herzliche Grüße


    Lustein