Die Sopranistin Brenda Roberts, geboren in Lowell, Indiana, USA, studierte an der Northwestern University in Evanston, Illinois USA Gesang bei Professor Hermanus Baer und erwarb dort den Abschluss als Bachelor und Master Degrees. Darauf aufbauend nahm sie an Meisterklassen bei Lotte Lehmann und Gerald Moor teil und studierte zusätzlich ein Jahr an der Akademie für Musik in Wien.
Ihr Repertoire umfasst in erster Linie die großen dramatischen Sopranpartien von Richard Wagner (Brünnhilde, Ortrud, Elisabeth, Venus, Isolde, Kundry, Senta und Sieglinde). Sie war die jüngste Sängerin ,die eine der Brünnhilden (Siegfried 1974) bei den Bayreuther Festspielen sang. Die Frauengestalten von Richard Strauss waren ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens, (Salome, Färberin, Elektra) die sie weltweit mit Erfolg gestaltete. Sie sang die Färberin an der Metropolitan Opera New York; Elektra an der Chicago Lyrik Opera, an der Mailänder Scala die Ortrud, an der Pariser Oper Elektra, Senta, Ortrud und Venus, in Dresden an der Semperoper Elektra ,an der Stuttgarter Staatsoper die Senta, in München an der Bayerischen Staatsoper Salome und in der Wiederaufnahmepremiere in "Besuch einer alten Dame" von Gottfried von Einem glänzte sie an der Wiener Staatsoper. Während ihres Festengagements in Hamburg sang sie praktisch alle ihre dramatischen Frauenrollen von Wagner und Strauss.
Brenda Roberts brillierte in vielen weiteren Rollen ihres Faches in aller Welt. Davon eine kleine Auswahl: Turandot in Bern, Essen und Warsaw; Tosca in Berlin, La Coruna und Nürnberg; Georgetta in San Francisco; Leonore in Warsaw, Frankfurt und Antwerpen; Venus bei der Maggio Musical Fiorentino in Florenz. Sie sang die Titelpartie in der "Medea" von Friedrich Döhl bei der Weltpremiere in Kiel.
Brenda Roberts trat mit renommierten Sängern*innen wie Placido Domingo, Birgit Nilsson, Christa Ludwig, Hermann Prey, Martha Mödl, Theo Adam , Peter Hoffmann, René Kollo und vielen weiteren auf. Während ihrer weltweiten Karriere arbeitete sie mit Dirigenten wie Abado, Janowski, Köhler, Klobucar, Leinsdorf, Märkl,, Navarro, Seibel, Thielemann, Dennis Russel Davies und Welser Möst. Horst Stein setzte Frau Roberts bevorzugt ein, wurde ihr Förderer und engagierte sie an die Hamburger Staatsoper.
Damit man sich einen Eindruck von den sängerischen Qualitäten der Künstlerin Roberts machen kann möchte ich nur aus einer Rezension zitieren: "Brenda Roberts hat als Färberin in "Frau ohne Schatten" in ihrer Antrittspartie einen sensationellen Erfolg errungen. Er basierte sowohl auf einer gesanglich herausragenden Leistung als auch auf einer darstellerisch überzeugenden Erfassung der Partie. Als Färberin erreichte Brenda Roberts in scheuer Demut und wilder Ekstase den Rang einer Lotte Lehmann, Christl Goltz, Inge Borkh und Marianne Schech. - Robert Breuer, Aufbau, "Die Frau ohne Schatten" an der Metropolitan Opera New York.
Große Erfolge hatte die Künstlerin auch als Liedersängerin. 2011 gab sie in der Carnegie Hall einen Liederabend mit Mahlers "Liedern eines fahrenden Gesellen", Wagners "Wesendonck Liedern", Schrekers "Fünf Lieder op. 5" und Goethe "Lieder op 67." Von diesem Recital gibt es eine Aufzeichnung.
Frau Roberts ist Mitglied des Bundeverbandes Deutscher Gesangspädagogen, Lehrbeauftragte am Fachbereich der Universität Mainz. Leitet Meisterklassen für Gesang bei den Mainzer Musikpädagogischen Seminaren und wurde als Jurorin bei Gesangswettbewerben berufen. Vom Können der Sängerin zeugen eine ganze Rehe von Aufnahmen, die bei You Tube zu hören sind.
Mich reizte die Beschäftigung mit dieser Sängerin deshalb, weil ich in unserem Tamino Klassik Forum keinerlei Einträge über sie fand. Fast unerklärlich. Dabei berichten unsere Stimmenexperten wie Caruso, Stimmenliebhaber, Fafner, Melomane, Otello50, Greghauser, Orfeo, Carlo und wie sie alle heißen doch über fast jeden Sänger mit einem einigermaßen bekannten Namen, suchen nach Nachwuchssängern und finden mit fast detektivischen Fähigkeiten noch unbekannte Größen. Nachdem Brenda Roberts nun dieses umfangreiche Porträt gewidmet wird, könnte es sein, dass wie kürzlich bei dem Tenor Janis Zabers eine richtige Hype um die Künstlerin ausgelöst wird.
Herzlichst
Operus




Es soll alles (noch) ganz anders gewesen sein. Inzwischen habe ich nämlich die zweibändige Dokumentation "Die Geschichte der Bayreuther Festspiele" von Oswald Georg Bauer befragt. 1974 - im Jahr der drei Brünnhilden - hatte der neue von Carlos Kleiber dirigierte "Tristan" Premiere. Diese Inszenierung von August Everding löste die legändäre Produktion von Wieland ab. Die Situation war sehr angespannt. Als Isolde war Catarina Ligendza angesetzt, die doppelt unter Anspannung stand, weil sie ihre berühmte Landsmännin Bigit Nilsson ersetzen zu müssen glaubte. Nach der Generalprobe sagte sie ab. Die Ersatz-Isolde Esther Kovacs meldete sich ebenfalls indisponiert. In einer dramatischen Aktion sollte Ursula Schröder-Feinen aus Salzburg per Hubschrauber herbeigeschafft werden. Mittag war noch immer umklar, wer den nun die Isolde sänge. Der Hubschrauber aber war durch irrtümlich falsche Angaben von der schnellsten Route abgekommen. Im allerletzten Moment aber langte die Schröder-Feinen doch noch im Festspielhaus an - und wie durch ein Wunder war die Ligendza plötzlich wieder genesen und sang nun doch die Premiere. Sie soll aber doch darauf bestanden haben, als indiponiert angesagt zu werden. Der Erfolg war so groß, dass man sich im Publikum gefragt habe, worin denn nun die Indisposition eigentlich bestanden habe?