Chor-Singen in Corona-Zeiten

  • Ich hoffe, die Pandemie kann eingedämmt werden und wir kehren zu geordneten Verhältnissen zurück, die das Singen in der Chorgemeinschaft wieder ermöglichen. Ich werde froh sein, wenn dieser Thread zu gegebener Zeit in der Versenkung verschwinden wird.


    Seit einem Jahr bin ich nicht mehr in die Proben des Chores gegangen, dem ich bald 40 Jahre angehöre. Kein gemeinschaftliches Singen, keine Auftritte. Nada. Die Austritte aus dem Chor haben zugenommen. Neue Sängerinnen und Sänger kommen aus verständlichen Gründen keine hinzu. Ein Desaster.


    Umso mehr freut es mich, wenn es Chöre wagen, zusammen zu singen, virtuell, die Technik macht's möglich oder mit Abstand und Maske für eine Aufnahme. Die Ergebnisse werden über den You Tube Kanal vertrieben.


    Ein besonders ergreifendes Beispiel ist dieser Gesang: Es ist die bekannte Hymne aus dem sinfonischen Werk Finlandia von Jean Sibelius. Es singt kraftvoll der Sibelius-lukion kamarikuoro unter der Leitung von Reijo Aittakumpu. (15.11.20)

    Die Botschaft ist klar: Wir lassen uns nicht unterkriegen.



    Der finnische A Cappella Chor Club for Five singt im leeren Flughafen von Helsinki das gleiche Werk. (06.12.20)





    Es wäre aufmunternd, wenn Taminomitglieder Beispiele für Darbietungen anderer Chöre hier posten könnten, die in der Coronazeit entstanden sind.


    Es grüsst


    moderato

    .

    I think laughter is preferable to tears. John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden. Hans Winking

  • Die King's Singers unterstützen im Chorprojekt Stay at Home Choir das gemeinschaftliche Singen. (07.05.2020)


    Im Kommentar steht:


    In unserem bislang ehrgeizigsten Projekt freuen wir uns sehr, unsere neueste Zusammenarbeit mit der international bekannten Vokalgruppe The Kings Singers präsentieren zu können!


    732 Personen aus 52 Ländern haben Aufnahmen eingereicht, die isoliert von Billy Joels And So It Goes gemacht wurden

    für die Zusammenarbeit des Stay At Home Choirs mit The King's Singers.

    Das schöne Arrangement stammt von Bob Chilcott.





    VOICES8 beteiligt sich auch an diesem Projekt mit dem eigens komponierten Chorwerk Caledonia von Douglas MacLean. (06.02.21)


    Im Kommentar steht:


    Der Stay at Home Choir und VOCES8 präsentieren die digitale Premiere von Dougie MacLeans legendärer Ballade 'Caledonia' in einem üppigen Arrangement des gruppeneigenen Blake Morgan.


    Das Projekt lief im Herbst 2020 vier Wochen lang und umfasste mehr als 4300 Sänger aus der ganzen Welt in Online-Meisterkursen, Proben und gesellschaftlichen Veranstaltungen unter der Leitung von VOCES8 sowie den Direktoren des Stay At Home Choir, Jamie Wright und Tori Longdon.


    Besonderer Dank geht an alle Künstler und Partner dieses unglaublichen Projekts: Die VOCES8 Foundation, Hal Leonard, Sheet Music Plus und Decca Records.


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  • Beispiele für Darbietungen anderer Chöre

    Einer "meiner" Chöre hier in Porto Alegre ging mit kleinen online-Produktionen ins Netz. Allerdings ist seit Monaten nichts mehr entstanden. Ich konnte mich von Anfang an für diese Alternative nicht begeistern, mittlerweile ist breit die Lust an solchen Projekten verflogen.


  • Lieber udohasso


    Ich muss vorausschicken, ich hasse Teams-Sitzungen am Bildschirm. Nie klappt es ohne technische Probleme.


    Ein Ersatz für gemeinsames Singen kann eine solche online-Produktion nicht sein. Allerdings schafft das Arbeiten an einem solchen Projekt das Gefühl an etwas beteiligt zu, an dem alle Chormitglieder arbeiten. Es wird der Welt vermittelt, zusammen zugehören. Danke fürs Posten.


    LG moderato

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  • Nie klappt es ohne technische Probleme

    Hier liegt für mich ein entscheidender Kritikpunkt. Technik schiebt sich all zu drastisch in den Vordergrund. Der "Stay at Home Choir" reduziert sich fast auf diesen Aspekt.


    Ich kann gut verstehen, dass in den frühen Wochen und Monaten der Pandemie Hoffnungen auf diese Alternativen gesetzt wurden. In dieser Zeit drängte ich eher in Richtung "lasst uns singen unter optimalen Sicherheitsbedingungen".


    So wie es einige Chöre in Deutschland praktizierten, die in großen, gut durchlüfteten Räumen probten. Häufig in zusätzlich reduzierten Besetzungen. Im schwäbischen Esslingen versuchte die evangelische Kantorei, in dieser Form eine Aufführung der ersten drei Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium zu ermöglichen. Der Chor geteilt in drei Gruppen, jede von ihnen zuständig für eine der Kantaten. Die Aufführung jeweils am davon von Bach vorgesehenen Tag im Weihnachts-Festkreis. Trauriges Ende der Probenphase, dass der Kantor umdisponieren musste und solistisch besetzen. Aber immerhin erklangen die Bach'schen Werke - und die Sängerinnen und Sänger konnten gemeinsame Arbeit genießen, wenn auch ohne das "Sahnehäubchen" Konzert.


    Übrigens wählten auch Instrumentalensembles den Weg der online-Produktion "at home". Ein Beispiel dafür aus meiner südbrasilianischen Wahlheimat, mit trauriger Pointe. Bei 4:04 erscheint der Aufruf "Salve sua orquestra" - vergeblich, das Orchester der Universität in Caxias do Sul (zweitgrößte Stadt im Bundesstaat Rio Grande do Sul) wurde aufgelöst. Es liegt nicht nur am Pathos von Edward Elgar, dass mir spätestens an der Stelle die Tränen kommen. Der langjährige Leiter des Ensemble, Manfredo Schmiedt, leistete dort großartige Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Jammerschade, dass die ohnehin bescheidene Orchesterlandschaft Brasiliens weiter reduziert wurde.



    Falls zu weit weg vom Thema, kann der Beitrag gerne gestrichen oder verschoben werden.

  • Lieber udohasso


    Eine wichtige Bemerkung zur letzten Zeile deines Beitrages unter dem You Tube Beitrag: Jeder Hinweis auf die schwierige Situation der Musikerinnen und Musiker, ob Amateure oder Profis, Sängerinnen und Sänger, ist es wert, gesetzt zu werden.


    Es grüsst dich herzlich über den Atlantik


    moderato

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  • All zu viele Chorsänger scheinen sich nicht im Forum zu tummeln, oder sie gehören zu den Stillen im Lande.


    Deshalb noch ein Beitrag aus Südbrasilien:



    Deutsche Texte sind für meine Mitstreiter beiderlei Geschlechts immer eine besondere Herausforderung. Es sind weniger die vielen Konsonanten, die Mühe bereiten. Die Vokalfarben sind ausgesprochen schwer zu treffen.


    Wieder fiel mir bei dieser Produktion auf, wie kritisch ein Mikrofon hört. Intonationstrübungen werden vergrößert, wie unter einem Miktroskop. Schnell fällt eine Stimme aus dem Gruppenklang. Kommt hinzu, dass auf Distanz die eigene Position im Gesamtgefüge nicht zu erspüren ist und gemeinsames Atmen unmöglich.

  • Ja lieber udohasso


    133 Zugriffe bis jetzt (Stand 01. März 2021) zeigen schon etwas wenig Interesse für das Thema.


    So ist es, wie du schreibst: Es fällt vieles weg, was Chorgesang schlussendlich ausmacht.


    Der Neue Kammerchor in Berlin hat Max Reges Mailied online einstudiert. Nik Bohnenberger hat einen neuen Text verpasst und ein Märzlied daraus gemacht und die Coronaregel des Händewaschens thematisiert. Das war am 19.03.2020.


    Und wir sitzen nach einem Jahr immer noch zu Haus. Und es ist keine Ende absehbar, wer hätte das damals gedacht.


    Drauss ist alles so prächtig,

    aber ich sitz' zu Haus.

    Doch Musik macht der Isolation

    frech den Garaus.

    Mein Herz tut sich freuen

    und es blüht mir auch drin.

    Also bleibt zu Haus' und singt,

    jede Stimme ein Gewinn.


    Doch bedenkt auch stets dieses:

    Wascht euch die Fingerlein!

    Erst die Dauer dieses Liedes

    reicht bis eure Händ' sind rein.

    Und dann öffnet ihr das Fenster

    und dann spitzt ihr euer Ohr.

    Und so singt mit uns zusammen

    von zu Hause im Chor,

    zu Hause im Chor!


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  • Der Akademische Chor der Universität Tübingen macht es deutlich: Auch wenn die technischen Möglichkeiten eine Chorgemeinschaft suggerieren und der Dirigent die Einsätze gibt und zu gestalten vorgibt, letzlich laufen alle Bemühungen ins Leere. Kein Publikum, kein gemeinsames Atmen, keine Gemeinschaft. (24.12.2020)


    In mühevoller Nachbearbeitung, wovon ich mir nur unvollständig eine Vorstellung machen kann, wurden die 3 Minuten 33 s produziert. Es ist verdienstvoll, dass die Firma Indiebasement dieses Projekt unterstützt, und den Chorgesang in Erinnerung hält.


    Der Chor schreibt:


    Durch die Corona-Situation ergab sich eine Kooperation zwischen Indiebasement und dem Akademischen Chor Tübingen. Im Lockdown erarbeitete der Akademische Chor der Eberhard Karls Universität Tübingen unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung im Sommersemester 2020 mehrere Stücke. Angesichts der Lage selbstverständlich per Videoschalte und nicht persönlich.


    Für dieses Video wurde die Hymne an die Nacht von Ludwig van Beethoven erarbeitet.


    Durch Indiebasement wurde dann das Erarbeitete digital realisiert.

    So nahm jeder Sänger zuhause seine Stimme auf und in der Nachbearbeitung entstand so ein digitaler Chor.


    Später folgte noch ein Drehtag im Festsaal der neuen Aula in Tübingen, bei welchem das restliche Videomaterial entstand. In mühevoller Nachbearbeitung des Videomaterials wurde der Chor auch visuell ein Stück näher zusammengebracht.



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  • Was geht verloren? Als der letzte Beitrag beendet war, generiert You Tube ein nächstes Werk, diesmal aus dem Jahr 2017. Johann Sebastian Bachs Matthäus Passion BWV 244. Der Eingangschor Kommt Töchter, helft mir klagen bekommt eine andere Bedeutung.


    Ein Chor, der Tölzer Knabenchor, ein Orchester, die Münchner Hofkapelle und die Solisten, Elias Mädler, Pascal Pfeiffer, Lionel Wunsch, Daniel Henze, Laurenz Ströbl, ein Dirigent, Christian Fliegner und ein Publikum in einer vollbesetzten Kirche erleben ein Konzert.


    Ein Kommentator schreibt: The terrible thing about hearing the St Matthew Passion is that once you have heard it, you realise that you will probably never hear anything more divine than this again.


    Das Schreckliche während des Hörens der Matthäus-Passion ist, dass man, wenn man es gehört hat, feststellt, dass man wahrscheinlich nie wieder etwas Göttlicheres hören wird.


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  • Drollig moderato: als ich die Text-Neufassung für den hübschen Max Reger las, dachte ich "oh weh" - und fand im Anschluss ausgesprochen gelungen, was die junge Truppe aus Berlin präsentiert.


    Bei dem Chor aus Tübingen ist es mir dagegen eindeutig zu viel Technik. Unterstützende Profis sind offensichtlich nicht immer hilfreich. Peinlich wird's, wenn die Bewegungsabläufe des Dirigenten nichts mit dem akustischen Eindruck zu tun haben.


    In Fall meines Chores hier in Porto Alegre haben wir Glück. Der musikalische Leiter, Diego Schuck Biasibetti, ist technisch so versiert, dass er selbst bearbeiten kann. Er war übrigens auch für die Gestaltung des aufwändigen Orchester-Clip mit Elgar's "Nimrod" verantwortlich.

  • Die Vokalhelden aus Berlin singen Gemeinsam allein von Bodo Wartke. (11.08.2020)


    Sie hofften, zum Zeitpunkt als diese aufwändig entstandene Produktion entstand, in einem Jahr in der Philharmonie wieder zu singen.


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  • Es ist traurig, wenn ein Chormitglied stirbt, mit dem man jahrelang gesungen hat. So geschehen vor einigen Tagen. Es beendet mich, wenn das Singen im Trauergottesdienst wegen der Pandemie nicht erlaubt ist.


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  • Wie entsteht ein Chor-Video? Eins ist sicher: Sehr aufwändig.


    Diese Version im Sendung-mit-der-Maus-Style (eine meiner Lieblingssendungen seit fünfzig Jahren) gefällt mir.



    Und wie tönt der Song Scheiss Corona, der erwähnt wird?


    Der Chor The Happy Disharmonists schreibt dazu (22.08.2020):


    Scheiss Corona! Wir dürfen uns nicht zur Chorprobe treffen - aber wir singen miteinander, zwar nur virtuell, aber immerhin. Jeder hat daheim seinen Part gehustet und gefilmt und dann haben wir es zusammengesetzt.

    Es gibt viel zu entdecken…

    Wir freuen uns auf die Zeit danach und auf viele weitere Proben und Konzerte!

    Bleibt gesund und bleibt zuhause!


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  • Der Phoenix Chamber Choir aus Vancouver singt den Billy Joel Song Longest Time in Quarantäne Edition (24.04.2020)


    Der Chor schreibt:


    Wishing everyone the best of health from Vancouver, Canada! Stay home, stay safe, and keep singing!


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  • Annie Lennox hat mit London City Voices von Henry Purcell Dido's Lament aufgenommen. Sie erinnert im Eingangs-Statement daran, dass andere Katastrophen sich weiter ereignen. (16.12.2020)



    Zum Lied gibt Annie Lennox eine Erklärung unabhängig von den Coronazeiten ab.


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  • Abstand, Abstand und noch einmal Abstand.


    Der Internationale Chor der Universität Bonn singt (20.12.2020).


    Das Video wurde unter Einbehaltung aller Hygiene - und Abstandsregeln, sowie unter Beachtung der geltenden Kontaktbeschränkungen im Advent 2020 im Hörsaal I der Universität produziert. Alle Teilnehmenden wurden einzeln gefilmt und aufgenommen.

    An der Ton- und Videoaufnahme waren rund 50 Studierende aus 16 Nationen beteiligt.

    ...

    Ein herzliches Dankeschön geht an die Mitarbeiter*innen unserer Universität für die Genehmigung und die Hilfe bei der Erstellung eines sehr schlüssigen Hygienekonzeptes, das maximale Sicherheit für alle Beteiligten garantiert hat.



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  • Abstand, Abstand und noch einmal Abstand.

    Damit sich das Thema nicht in einen Monolog verwandelt eine kurze Rückmeldung zu Deinen letzten Beiträgen moderato.


    Was die Londoner mit Purcell anstellen gefällt mir optisch, musikalisch finde ich es ganz schrecklich. Zu solchen Pop-Versionen von Klassikern fehlt mir jeder Zugang.


    Vancouver dagegen macht rundum Freude, ist gut zu hören und vergnüglich zu sehen.


    Großes Theater bietet im Mini-Format (in jeder Hinsicht) der Song "Scheiß Corona".


    Schade, dass das Projekt der kleinen Berliner Philharmoniker nicht so recht zünden will. Zu lang, denke ich, und der Text all zu bemüht.

  • Lieber udohasso


    Es erstaunt mich, dass nicht mehr zu diesem ernsten Thema reagiert und geschrieben wird. Chorgesang ist die unmittelbarste musikalische Ausdrucksform, die Amateure wie Profis ausüben können. Singen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Und wenn es in Gemeinschaft geschieht ist es noch einmal beglückender. Das kann jede und jeder ermessen, der je in einem Chor gesungen hat.


    Wenn die Massnahmen und Regeln zur Corona-Pandemie, die unbedingt befolgt werden müssen, ein Proben und öffentliches Auftreten verunmöglichen, hat dies weitreichende Auswirkungen. Dies beziehe ich vorallem auf die Psyche der Menschen, die in diesen die Lebensumstände belastenden Zeiten, besonders leidet.


    LG moderato

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  • Es erstaunt mich, dass nicht mehr zu diesem ernsten Thema reagiert und geschrieben wird.

    Vermutlich überschätzen Du und ich die Zahl der Teilnehmer im Forum, die in Chören musizieren. Vielleicht gehen wir, darüber hinaus, von grundsätzlich irrigen Vermutungen aus, was das Verhältnis von Ausübenden und Konsumenten angeht?

  • Ein Kommentator schreibt: The terrible thing about hearing the St Matthew Passion is that once you have heard it, you realise that you will probably never hear anything more divine than this again.


    Das Schreckliche während des Hörens der Matthäus-Passion ist, dass man, wenn man es gehört hat, feststellt, dass man wahrscheinlich nie wieder etwas Göttlicheres hören wird.

    Da gibt es schon was, z.B. die Marienvesper von Monteverdi, die Johannespassion von Bach, der Schwanengesang von Heinrich Schütz, Spem in Alium von Tallis oder die Missa Papae Marcelli von Palestrina.

    Der Blinde fährt den Tauben zum Konzert, das der Stumme in der Philharmonie gibt; der Taube wird dann vom Lahmen auf seinen Platz geführt.

  • Lieber Dr. Pingel


    Der Kommentar zum bachschen Werk wurde in der Coronozeit verfasst und war darauf bezogen, dass das Werk im Empfinden der Schreibers nicht mehr so aufgeführt werden kann: mit Publikum, Orchester und Chor.


    Dass es neben der Matthäus Passion noch andere Werke wie die von dir erwähnten mit gleichem Rang des Göttlichen gibt, das ist klar. Das kämen mir locker etliche weitere Werke in den Sinn.


    Woran wir schmerzlich leiden, ist die Tatsache, dass auf lange, nicht absehbare Zeit keine Konzert-Aufführungen stattfinden werden, was für die Musiker wie die Zuhörer ein Desaster darstellt.


    LG moderato

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  • Da gebe ich dir natürlich Recht. So wurde z.B. "meine" Matthäuspassion unter Herreweghe in der Essener Philharmonie abgesagt, das war für mich, als wenn man noch 30m bis zum Gipfel des Matterhorns hat und dann abstürzt. Besonders schmerzlich ist für mich, dass mein Vokalensemble immer noch stumm ist.

    Der Blinde fährt den Tauben zum Konzert, das der Stumme in der Philharmonie gibt; der Taube wird dann vom Lahmen auf seinen Platz geführt.

  • Trotz der im Beitrag empfohlenen Massnahmen, Chorgesang kann man vergessen. Bevor ich nicht durch das Impfen geschützt bin, wird es kein gemeinsames Singen geben, habe ich für mich entschieden.


    Wissenschaftliches Basiswissen gibt es hier:




    Hier sieht man die Verbreitung der Aerosole.

    Die empfohlenen Abstände von 2 Meter 50 cm nach vorne und hinten, 1 Meter 50 cm seitlich, Plexiglasscheiben (!), Maskentragen und ständiges Lüften:


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