Klarinetten-Trios im Schatten von Johannes Brahms

  • 32 Sekunden eines Fragmentes eines Klarinettentrios von Arnold Schönberg (1874-1951)


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Eines meiner Lieblingsstücke:


    Friedrich Cerha (1926-2023)


    5 Stücke für Klarinette, Cello und Klavier




    1. Sehr ruhig




    2. Viertel = 108




    3. Viertel 46




    4. Heftig




    5. Ruhig



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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Hattet ihr dieses schöne Werk schon? Das Klarinetten-Trio a-moll von Carl Frühling, hier in einer live-Aufnahme:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • 32 Sekunden eines Fragmentes eines Klarinettentrios von Arnold Schönberg (1874-1951)


    Absolut pfiffige Klein(st)entdeckung! Das klingt wie eine Rückübersetzung von Brahms auf Schönberg und dann wieder auf Brahms.


    Und den Frühling kenne ich seit wenigen Monaten. Stilistisch nichts Eigenständiges, aber absolut geschlossene Struktur und stete Schönheit des Klangs ohne Kitschverdacht oder Leerlauf. Das war jetzt wirklich eine Entdeckung für mich. Eine weitere CD mit Kammermusik von ihm habe ich mir kurz darauf zugelegt - dann ist rasch Schluss mit den Angeboten zu diesem Komponisten.


    :) Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Lieber Thomas Pappe, lieber WolfgangZ


    Ich stimme euch zu, das Trio von Fröhlich ist ein Gewinn, wer es für sich entdeckt hat, erhält Wohlfühlmomente. Es kam bereits in Beitrag 1 vor. Aber doppelt genäht, hält besser. Für die bessere Übersicht werde ich eine Liste kreieren.


    Ja, und das Schönberg-Fragment weist darauf hin, dass der Zwölftöner ein grosser Verehrer des Komponisten Brahms war.


    LG moderato

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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Liste Nr. 1 der Trios für Klarinette, Streichinstrument und Klavier


    Bauckholt, Carola, Trio für Klarinette, Cello und Klavier

    Berger, Wilhelm, Trio für Klarinette, Cello und Klavier g-Moll Op. 94

    Brahms, Johannes, Trio für Klarinette, Cello und Klavier Op. 114

    Cerha, Friedrich, 5 Stücke für Klarinette, Cello und Klavier

    Fauré, Gabriel, Trio für Klarinette, Cello und Klavier d-Moll

    Frühling, Carl, Trio für Klarinette, Cello und Klavier a-Moll Op. 40

    Genzmer, Harald, Trio für Klarinette, Cello und Klavier

    Günther, Raphael, Trio für Klarinette, Cello und Klavier Op. 70

    Hanselmann, Jürg, Trio für Klarinette, Cello und Klavier

    Holloway, Robin, Trio für Klarinette, Viola und Klavier Op. 79

    Indy, Vincent d’, Trio für Klarinette, Cello und Klavier Op. 15

    Juon, Paul, Miniaturen für Klarinette, Cello und Klavier

    Kahn, Robert, Trio für Klarinette, Cello und Klavier g-Moll Op. 45

    Krenek, Ernst, Trio für Klarinette, Violine und Klavier Op. 108

    Lindberg, Magnus, Trio für Klarinette, Cello und Klavier

    Maratka, Krystof, Bachorky, fables pastorales, Trio für Viola, Klarinette und Klavier sowie traditionelle tschechische und mährische Instrumente

    Muczynski, Robert, Fantasie für Klarinette, Cello und Klavier Op. 26

    Pärt, Arvo, Mozarts Adagio für Klarinette, Cello und Klavier

    Rihm, Wolfgang, ChiffreIV für Klarinettentrio

    Rota, Nino, Trio für Klarinett, Cello und Klavier

    Schlumpf, Martin, Trio für Klarinette, Cello und Klavier

    Schönberg, Arnold, Klarinettentrio (Fragment)

    Turnage, Mark-Anthony, Cortège für klarinette, Vioa und Klavier

    Ustvolskaya, Galina, Trio für Klarinette, Violine und Klavier

    Widmann, Jörg, Nachtstück für Klarinette, Cello und Klavier

    Zemlinsky, Alexander, Klarinettentrio d-Moll Op. 3

    Zilcher, Hermann, Trio in Form von Variationen a-Moll Op. 90

    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Der schweizerische Komponist Beat Furrer (*1954) schrieb 1991 ein Klarinettentrio Aer. Wir hören es hier in einer Aufnahme mit dem ensemble neuverBand


  • Gordon Jakob (1895-1984)


    Trio für Klarinette, Viola und Klavier


    https://de.wikipedia.org/wiki/Gordon_Jacob


    Dieses Werk gefällt mir sehr, die Noten muss ich mir beschaffen.



    1. Adagio molto




    2. Menuetto




    3. Adagio molto




    4. Presto assai


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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Eine Entdeckung für mich:


    Benjamin Frankel 81905-1973)


    Trio Nr. 2 "Pezzi pianissimi" für Klarinette, Cello und Klavier Op. 41



    1. Andante




    2. Allegretto




    3. Molto Adagio




    4. Tempo di Waltzer


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Per Nörgard


    Spell für Klarinettentrio



    Der Komponist schrieb 1981 zu seinem Werk:

    „Spell“, mein zweites Klarinettentrio, wurde 1973 komponiert. Zwischen den beiden Werken liegen ungefähr zwanzig Jahre, und vieles, was ich unbewusst in mir hatte, als ich Op. 15, hatte inzwischen Ausdruck gefunden und war zudem in rationalen Ton- und Rhythmuskonstellationen abstrakter Art formuliert („die unendliche Reihe“ von 1960, die rhythmischen Schichten des „goldenen Schnitts“ von 1972 etc.). Wie der Titel andeutet, zielt das Werk auf eine „Verzauberung“ durch „Buchstabieren“, was – in Noten ausgedrückt – bedeutet, dass sich kleine Motive aus wenigen Noten im Laufe zahlreicher Wiederkehrungen allmählich verändern. Wenn sich drei Instrumente auf diese Weise ein Motiv nach dem anderen einzeln „buchstabieren“, ist es offensichtlich, dass sich zahlreiche Arten von Harmonien und Melodien entwickeln werden. So entsteht ein Zustand nach dem anderen, entsprechend den einzelnen Stadien der „Buchstabierung“: geheimnisvoll, lyrisch, beschwingt, heftig, melancholisch, festlich etc. – wie Wolkenformationen, die Bilder bilden und wieder aufbrechen: die Formen sind unzählbar und teilweise abhängig von der kreativen Vorstellungskraft des Zuhörers. Dennoch lässt sich der Werkverlauf in groben Zügen beschreiben – wie eine Landschaft aus einem Flugzeug: das murmelnde Doppeltempo der Einleitung, ein virtuoser klavierartiger Part, der sich allmählich „auflöst“ und einen hektischen Konflikt offenbart, der in einem „grossen“ Höhepunkt; dies dauert jedoch nur kurz und offenbart dann ein sensibles Inneres, bis ein fast chaotisches „Furioso“ den Satz – und das Werk – zum Abschluss bringt. Schliesslich gibt es aber noch einen weiteren Schluss, an dem der Tontropfen des Anfangs wiederkehrt, aber auf einer neuen klanglichen und emotionalen Grundlage: Der Kreis erweist sich als Spirale.



    Die Interpretinnen schreiben.

    Nørgård stellt am Anfang der Partitur eine Liste mit Anweisungen für die Interpreten zur Verfügung, einschliesslich einer Erläuterung des nicht traditionellen Notationssystems, einer Klarstellung der Klammern, die unabhängige Tempi für jeden einzelnen Interpreten angeben, und einem Hinweis darauf, dass die Anzahl der modifizierten Wiederholungen übrig bleibt und im Ermessen des Ausführenden liegt.


    Anders als andere traditionell komponierte Musik ist „Spell“ nicht in Takten im traditionellen Sinne geschrieben. Das Stück besteht aus Zellen, die durch Klammern gekennzeichnet sind, und längeren Abschnitten ohne Balken. Diese Klammern kommen zwischen den anderen Instrumenten ein und aus und reihen sich nur an Schlüsselpunkten im Stück auf, die durch eine vertikale gepunktete Linie angegeben sind. Die Zellen für Klarinette und Cello reihen sich oft aneinander und wechseln zusammen. Nørgård verwendet auch die Notenkopfgröße, um Änderungen in der Dynamik anzuzeigen – grössere Notenköpfe bedeuten lautere Noten und umgekehrt. Er verwendet auch Pfeile, um die Beschleunigung und Verlangsamung von Motiven im gesamten Stück zu notieren.


    Während bei anderen Stücken das Ensemble normalerweise gemeinsam das Tempo ändert, bietet „Spell“ Momente, in denen jeder Musiker mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Zeiten langsamer wird. An einer Stelle im Stück rallentando die drei Instrumente unabhängig voneinander – sie beginnen zu unterschiedlichen Zeiten und verlangsamen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, um eine absichtliche Asynchronität zu erzeugen. Das Stück beginnt ebenfalls mit Klavier in einem von Klarinette und Cello unabhängigen Tempo.


    Die interessanteste Technik dürfte jedoch die Tatsache sein, dass die Anzahl der Wiederholungen jeder eingeklammerten Zelle den Musikern überlassen wird, was eine Kombination aus Planung und auch Spontaneität erfordert. Dieses Stück erfordert grosse Vertrautheit mit den Stimmen jedes Trio-Mitglieds und eine solide Kommunikation zwischen den Spielern. Infolgedessen schreibt Nørgård: „diese Arbeit ist daher sehr viel ein Kammermusik-‚Spiel‘ für die Spieler und erfordert ein hohes Mass an Koordination zwischen ihnen.“ Obwohl unkonventionell, bietet „Spell“ sowohl den Interpreten als auch den Zuhörern eine äußerst frische und einzigartige Gelegenheit.

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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




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  • Aram Khachaturian (1903-1978)


    Trio g-Moll für Klarinette, Violine und Klavier



    Es muss nicht immer Cello sein.



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  • György Kurtag (*1926)


    Hommage à R. Sch. Op. 15d


    Dieses Mal ist es eine Bratsche, welche die Cellostimme ersetzt.


    Die grosse Trommel kommt am Schluss zum Einsatz. Der grosse Moment ist bei 10 min 17 s

    Wenn man keine zur Verfügung hat, schlägt der Klarinettist mit der Hand auf die tiefsten Saiten des Klaviers.



    1. (merkwürdige Pirouetten des Kapellmeisters Johannes Kreisler)


    2. (Eusebius: der begrenzte Kreis...)


    3. (...und wieder zuckt es schmerzlich Florestan um die Lippen)


    4. (Felhö valék, már süt a nap...) (töredék - töredék) / übersetzt: (Es ist wolkig, die Sonne scheint...) (Fragment - Fragment)


    5. In der Nacht


    6. Abschied (Meister Raro entdeckt Guillaume de Machaut)




    Auf dieser CD des Iris Trios, welche mit einem interessanten Programm aufwarten, ist das Werk vertreten.


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  • Gottfried von Einem (1918-1996)


    "Verdehr"-Trio



    Die Violine ist das Streichinstrument im Bunde.



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  • Darius Milhaud (1892-1974)


    Suite for Violine, Klarinette und Klavier, Op. 157b (1936)



    Auch hier wird anstelle des Cellos eine Violine gestrichen.


    0:00 - 1. Ouverture

    1:32 - 2. Divertissement

    4:29 - 3. Jeu

    6:09 - 4. Introduction et final



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  • Der bekannte zeitgenössische finnische Komponist Magnus Lindberg (*1958) schrieb 2008 ein Trio for Clarinet, Cello and PIano, das ein wenig dunkel ist, aber der Rezeption insgesamt wenig hörerischen Widerstand entgegensetzt.


    Wir hören es hier in einem Live Konzert aus der norwegischen Akademie der Musik aus dem Jahre 2021 mit


    Daniela Braun, Klarinette
    Ema Grčman, Cello
    Haike Dietrich, Klavier



    Auf CD ist es mit Lindberg selbst als Pianisten erschienen


  • Isang Yun (1917-1995)


    Rencontre für Klarinette, Cello und Klavier


    Mit Daniel Ottensamer




    Mit Eduard Brunner


    Wenn das Klavier durch die Harfe ersetzt wird, tönt es so:


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  • Arnold Cooke (1906-2005)


    Ausser Konkurrenz eine Abweichung von der Besetzung Klarinette, Cello und Klavier


    Trio für drei Klarinetten



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  • Daniel Schnyder (*1961) hat ein Trio für die klassische Besetzung Klarinette, Cello und Klavier komponiert: A Friday Night in August



    Art_171534.JPG

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  • Bela Bartok (1881-1945)


    Kontraste für Violine, Klarinette und Piano, Sz. 111, BB 116


    Das Streichinstrument Cello ist durch die Violine ersetzt.


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Georges Aperghis (*1945)


    Trio für Klarinette, Cello und Klavier



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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




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  • Jean Français (1912-1997)


    Trio für Klarinette, Viola und Klavier


    Preludio: Largo 00:00

    Allegrissimo 2:13

    Scherzando 5:48

    Largo 11:15

    Presto 16:18




    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Rudolf Escher (1912-1980)


    Trio für Klarinette, Viola und Klavier (1979)



    1. Introduktion: Allegro risoluto - Passaggio 00:00

    2. Passacaglia notturna - Passaggio 07:02

    3. Comodo 16:52




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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • 1917 entstand das Trio in e-Moll für Klavier, Klarinette und Violoncello von Josef Labor (1842-1924). Der Komponist zählte zum engsten Freundeskreis von Johannes Brahms. Früh im Kindesalter erblindet, war er auf die Mithilfe von Freunden angewiesen, die seine musikalischen Gedanken zu Papier brachten.


    1. Allegro comodo

    2. Scherzo: Allegro

    3. Adagio ma non troppo

    4. Thema mit Variationen: Allegretto




    Auf You Tube findet man den ersten Satz dieser Aufnahme.


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Der amerikanische Pianist und Komponist Paul Schoenfield (*1947) hat ein großartiges Trio für Klarinette, Violine und Klavier komponiert. Das Stück ist geprägt von deutlichen Klezmer-Einflüssen und einer unbändigen virtuosen Spielfreude. Dass es (im Gegensatz zum ebenfalls fantastischen Klaviertrio "Cafe Music" desselben Komponisten) nur selten aufgeführt wird, dürfte einen simplen Grund haben: Es ist, vor allem für den Pianisten, aberwitzig schwer (ich wurde nach einer leichtsinnigen Konzertzusage vor vier Jahren mit einer fünfmonatigen intensiven Übephase bestraft ;)). Aber es lohnt sich:


    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Lieber ChKöhn


    Ich danke für das Posten des Trios von Paul Schönfeld. Ich kann dir versichern, dass auch der Part des Klarinettisten es in sich hat. Die Intonation erfordert einen echten Meister des Instrumentes. Es hat Kletzmer-Teile mit der speziellen Tongebung und solche mit klassischem Anspruch. Rhythmisch ist das Zusammenspiel vertrackt. Bis das Zusammenspiel sitzt, braucht es mehr als eine Probe. Ein Profi schafft das. Ich als Amateur, der selten zum gemeinsamen Spiel sich mit Freunden trifft, wäre es eine Herausforderung.


    LG moderato


    Einen weiteren You Tube Beitrag mit diesem Trio habe ich noch gefunden.



    Programmnotizen von Neil W. Levin: (Google-Übersetzung)

    1986 lud der bekannte Klarinettist David Shifrin Schoenfield ein, ein Trio für Klarinette, Violine und Klavier zu komponieren, aber da er zu dieser Zeit mit einer Reihe anderer Projekte beschäftigt war, begann er erst 1990 mit der Skizze des Werks . Für den Komponisten spiegelte das Bestreben ein lang gehegtes Interesse wider, Musik zu schaffen, die auf feierliche chassidische Versammlungen und Feierlichkeiten an Wochentagen oder Wochentagen sowie auf das Publikum klassischer Kammermusikkonzerte abzielte, die völlig außerhalb des chassidischen Milieus liegen. Dies stellte eine ästhetische Herausforderung dar, denn die Musik musste gleichzeitig unterhaltsam und künstlerisch sein – genau die Art von Herausforderung, die Schoenfield bei der Gestaltung vieler seiner Kompositionen willkommen geheißen hat. Das daraus resultierende Trio für Klarinette, Violine und Klavier ist eine geniale Mischung aus künstlerischem Ensemble, instrumentaler Virtuosität und bewusst fragmentierten Verweisen auf Melodien, die an verschiedenen chassidischen Höfen in Europa gehört worden sein könnten. Viele dieser Höfe beschäftigten oder luden regelmäßig rein instrumentale Klezmorim-Bands zu ihren Feierlichkeiten ein. Daher weist dieses Stück Tonlagen und Verzierungen auf, die typisch für das Klarinettenspiel dieser Bands in Europa und Amerika sind. Aber ein Großteil der Kompositionen für alle drei Instrumente geht in ihrer Raffinesse weit über solche volkstümlichen Redewendungen hinaus und erinnert an Momente in der Kammermusik von Komponisten wie Schostakowitsch, Prokofjew und Bartók.


    Der erste Satz, Freylakh, trägt diesen Titel wegen seiner melodischen und rhythmischen Darstellung eines der bekanntesten Tänze des osteuropäischen Judentums. Obwohl es nicht besonders oder ausschließlich chassidisch ist, wurde es an chassidischen Höfen im Rahmen von Festlichkeiten gehört. Die frenetische Energie und Intensität in diesem Werk übertrifft jedoch im Allgemeinen die Aufführung eines Freylakh durch Klezmorim im Kontext von Unterhaltung oder Tanzbegleitung. Es ist von vornherein klar, dass es sich hier in erster Linie um ein Konzertwerk und nicht um Gebrauchsmusik handelt, unabhängig von der Art des Publikums. Schoenfield hat den März, den zweiten Satz, als „bizarr und irgendwie teuflisch“ beschrieben. Das melodische und rhythmische Material, das an bekannte Volksmotive erinnert und diese manipuliert, spiegelt einen typischen Marsch an einem chassidischen Hof während eines festlichen Anlasses wider. Der dritte Satz trägt den Titel Niggun in Anlehnung an mystische, zutiefst spirituelle chassidische Melos im Allgemeinen. Der letzte Satz, Kozatzke – ein russischer Kosakentanz, der oft von Juden bei Hochzeitsfeiern übernommen wird – enthält Teile sowohl russischer als auch osteuropäischer jüdischer Tanzmelodien.

    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Ich kann dir versichern, dass auch der Part des Klarinettisten es in sich hat. Die Intonation erfordert einen echten Meister des Instrumentes. Es hat Kletzmer-Teile mit der speziellen Tongebung und solche mit klassischem Anspruch. Rhythmisch ist das Zusammenspiel vertrackt. Bis das Zusammenspiel sitzt, braucht es mehr als eine Probe. Ein Profi schafft das.

    Das stimmt natürlich, und auch der Geigenpart ist teilweise sehr schwer. Im Klavier gibt es einfach vielfach mehr Töne... Ich habe das 2019 mit Maria Lott und Pablo Barragán gespielt, die beide absolute Meister ihres Fachs sind. Es gibt davon auch einen SWR-Mitschnitt, der inzwischen zwei- oder dreimal gesendet wurde.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Simon Heggendorn (*1982)


    Siena




    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
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  • Thomas Demenga (*1954)


    Summer Breeze II



    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Sean Hickey (*1982)


    Tiergarten



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    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Daniel Swartz


    a different way for the water to be


    Der Komponist schreibt:


    Dieses Stück ist von der Sendung The Good Place inspiriert. Die im Jenseits angesiedelte Serie beschäftigt sich mit der Frage, was es bedeutet, in der komplexen Welt, in der wir leben, ein gutes Leben zu führen. Durch ihre kreative Erzählweise und ihren bissigen Sinn für Humor führt die Show den Zuschauer durch Probleme der Moral und der Bedeutung von Leben auf humorvolle und intellektuell neugierige Weise.


    Im Finale der Show teilt Chidi Anagonye, eine der Hauptfiguren und Expertin für Moralphilosophie, ein Konzept von Leben und Tod aus den Lehren des buddhistischen Zen-Meisters Thich Nhat Hanh:


    Wenn mich meine Ohren nicht täuschen, ist das Cello durch eine Geige ersetzt.


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




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