Österreichische Dirigenten der Gegenwart

  • Unlängst wurde in einem anderen Thread geschrieben, es gäbe kaum mehr österreichische Dirigenten. Und ich war eigentlich geneigt hier beizupflichten. Betrachtet man die Szene aber genauer, so stellt sich heraus, daß das eigentlich nicht zutrifft. Es ist wahr, daß wir derzeit keine solchen Flaggschiffe, wie Herbert von Karajan und Karl Böhm im Talon haben, aber eigentlich waren das bei genauer Betrachtung schon damals die beiden einzigen österreichischen Dirigenten ihrer Zeit von "Weltruhm". Karlos Kleiber hatte übrigens auch (2 mal) die österrreichische Staatsbürgerschaft. Um Weltruhm soll es hier aber nicht gehen, sondern welche österreichische Dirigenten heute aktiv sind - auch kleinere Orchster etc zählen ier. CDs sollten aber von dem Betreffenden schon existieren.

    Jeder Mitspieler darf vorerst EINEN österreichischen Dirigenten der Gegenwart vorstellen, mit ein paar kurzen (oder langen) Anmerkungen und zumindest einer CD-Aufnahme.

    Ziel ist - auf Dirigenten hinzuweisen, die zwar lokal bekannt sind, aber von den großen Plattenkonzernen nicht "auserkoren" wurden - oder aber sich nicht "auserkiesen" lassen wollten.

    So eine internationale Plattenkarriere ist doch eine erhebliche Einschränkung der persönlichen Freiheit und Veränderung des Lebensstils.

    Nach einer Woche darf ein Mitspieler eine zweite Vorstellung eines Dirigenten mache, das wiederholt sich dann.....

    Allerdings werden - selbst bei optimistischer Einschätzung - nur eine beschränke Anzahl von Dirigrenten zur Verfügung stehen.


    Bin gespannt wer da genannt wird


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Außer Honeck, Welser-Möst, Neuhold und Weikert fallen mir auf Anhieb gar keine anderen österreichischen Dirigenten der Gegenwart ein. Da sie mich alle nicht sonderlich interessierten, kann ich auch keinen näher vorstellen - so gern ich mich hier auch beteiligen würde wollen. :(

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Alfred!

    Außer Honeck, Welser-Möst, Neuhold und Weikert fallen mir auf Anhieb gar keine anderen österreichischen Dirigenten der Gegenwart ein

    ....ist nicht Andrés Orozco-Estrada inzwischen Österreicher?


    Selbst Dirk Kaftan, Markus Poschener und Roland Kluttig, die in Österreich führende Positionen hatten beziehungsweise haben, sind nicht Österreicher. Yutaka Sado oder Emmanuel Tjeknavorian wohl auch nicht.

    Sonst fallen mir nur noch Alfred Eschwe, Martin Sieghart und Franz Bauer Theussl ein. ... ...


    Auf jeden Fall fallen mir bei weitem nicht so viele österreichnische Dirigenten ein wie finnische. Aber ich will ja nicht alte Wunden wieder aufreißen! Nimm es bitte leicht!

    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Sonst fallen mir nur noch Alfred Eschwe, Martin Sieghart und Franz Bauer Theussl ein. ... ...

    Zu nennen wären noch Patrick Hahn, der neue GMD der Wuppertaler Bühnen, Sascha Goetzel, Hans Graf und natürlich Stefan Soltesz.

    Stefan Gottfried als Leiter des Contentus Musicus wäre ebenfalls zu nennen.

  • Ich bringe nun - diesem - folgend einen Beitrag, wie er im Eröffnungsbeitrag beschrieben und angedacht war. Er muß nicht allzu ausführlich sein , sollte sich aber nur mit EINEM Dirigenten befassen UND 1-3 Aufnahmen von ihm zeigen. Zugöeich sollte er aber kurz genug sein um einem eventuell später zu startendem SOLO Thread nicht vorzugreifen. Das wird natürlich nur vereinzelt der Fall sein.

    Unter ÖSTERREICHER verstehe ich solch mit österreichischem Namen und ebensolchem IDIOM.

    Ich bitte daher, jene die bislang hier geschrieben haben, sich EINEN Dirigenten herauszupicken und einen Kurzbeitrag zu verfassen

    Nach einer Woche Wartezeit möge der nächste folgen. So vermeiden wir ein Name-Dropping und Tohuwaboho.


    Beste Grüße

    Alfred


    Nachsatz:

    Auf jeden Fall fallen mir bei weitem nicht so viele österreichnische Dirigenten ein wie finnische. Aber ich will ja nicht alte Wunden wieder aufreißen! Nimm es bitte leicht!

    Es ist natürlich immer eine Frage des Standpunkts, wohin man den Blick wendet.

    Für mich ist es eigentlich nur eine Bestandaufnahem, ob es nich mit den vorhandenen Ressourcen möglich wäre die wichtigsten österreichischen Orchester zu besetzen. Aber das ist eher statistischer Natur- MEINE Dirigenten, die mich wirklich interessieren - darunter zahlreiche europäische - deckt schon längst der grüne Rasen - aber auf Tonträger leben sie weiter...

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Ich will ja kein Spielverderber sein.
    Deshalb möchte ich den Dirigenten vorstellen, den ich von den heute lebenden und aktiven Dirigenten am meisten schätze.


    Manfred Honeck


    Dirigent-Manfred-Honeck-geehrt_big_teaser_article.jpg


    Er dürfte wohl neben Franz Welser-Möst der einzige Österreicher sein, der als Dirigent eine Weltkarriere gemacht hat und noch immer weltweit gefragt ist. Wie sehr ich ihn schätze, mag man daran erkennen, dass ich ihm einen eigenen Thread im Forum eingerichtet habe.

    Manfred Honeck macht auf eine stille, unspektakuläre Art eine beachtliche Karriere als Dirigent! Sein Repertoire ist breit. Es umfasst die zentralen Werke der österreichisch-deutschen Tradition ebenso wie Werke von slawischen und skandinavischen Komponisten.


    Manfred Honeck (* 17. September 1958 in Nenzing) absolvierte seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Wien.
    Seine Arbeit als Dirigent wird durch Erfahrungen geprägt, die er über lange Jahre als Mitglied der Wiener Philharmoniker und des Wiener Staatsopernorchesters sammelte. Seine Laufbahn begann er als Assistent von Claudio Abbado in Wien; anschließend ging er als Erster Kapellmeister ans Opernhaus Zürich. Nach Positionen beim MDR-Sinfonieorchester und als Erster Gastdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra wurde er zum Music Director des Swedish Radio Symphony Orchestra berufen; er war außerdem Erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie. Von 2007 bis 2011 wirkte Honeck als Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart. Seit 25 Jahren ist er Künstlerischer Leiter der Internationalen Wolfegger Konzerte. Als Gastdirigent stand er am Pult aller führenden internationalen Klangkörper, darunter die Berliner und Wiener Philharmoniker, Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des BR, Gewandhausorchester.

    Seit 2008 ist er Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra. Seine richtungweisenden Interpretationen mit diesem Orchester erfahren international große Anerkennung. Die Zusammenarbeit wird durch zahlreiche Einspielungen dokumentiert, die u. a. mit dem Grammy Award ausgezeichnet wurden.


    Honeck wurde von mehreren US-amerikanischen Universitäten zum Ehrendoktor ernannt.

    Im Auftrag des österreichischen Bundespräsidenten erhielt er den Berufstitel Professor.


    Honeck, ist ein Dirigent der nicht auf Überwältigung oder spektakuläre Wirkungen zielt. Er musiziert fast altmodisch, gelassen, lässt der Musik ihren eigenen Atem und entwickelt Spannung aus dem thematischen Material. Jede Stimme und jede Phrase ist überlegt und genauestens geformt. Honeck hat ein feines Ohr für Details der Abstimmung zwischen den Instrumenten. So entsteht etwa bei Beethovens 5. und 7. Sinfonie, bei der er die ersten und zweiten Geigen antiphon setzt, eine Klarheit der kontrapunktischen Faktur, die wirklich aufregend oft sogar überwältigend ist. Das funktioniert natürlich nur, weil die Balance perfekt ist. Diese zentimetergenaue Präzision kann man übrigens auch im Finale der 5. Sinfonie bewundern, wo er die Pauke und die Pikkoloflöte so haargenau zusammen zum Schluss bringt, wie ich das noch nie gehört habe. Eine unerhörte Wirkung!


    Seine diversen CD und SACD-Einspielungen sind echt was für Audiophile! Verschiedene werden hier vorgestellt: Manfred Honeck - Österreicher auf Weltkarriere


    Hier ein Beispiel seiner Kunst, vielgespielte Werke wieder ganz ernst zu nehmen und so aufzuführen, wie sie notiert wurden:



    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Martin HASELBÖCK (*1954 in Wien)


    Martin Haselböck entstammt einer Musikerfamilie. Ursprünglich kenne ich ihn als Organisten.Irgendwann begann er dann auch zu dirigeiren und 1985 gründete er "sein" Orchester, das "Orchester Wiener Akademie", welches inzwischen - was mir erst seit einigen Stunden bekannt ist - über 100 Tonaufnahmen gemacht hat. Ich hätte Haselböck und sein Originalklangorchester eher dem Barock zu geordenet, aber das Repertoire reicht über die Wiener Klassik bis hin zur Frühromantik - und darüber hinaus


    Eine der interessantesten Einspielungen dürfte jene der Beethoven-Klavierkonzerte (und Zugaben) sein, die neulich bei cpo erschienen ist. Am Pianoforte sitzt der Wiener Pianist Gottlieb Wallisch (*1978 Wien)

    Noch habe ich sie nicht, aber der bei cpo exklusiv vorhandene Clip vermittelt einen guten Überblick. Ähnlich wie bei Arthur Schoonderwoerd werden hier historische Klaviere eingesetzt (Franz Bayer und Anton Walter) - der Klangeindruck ist indes - zum Vorteil BEIDER Projekte - ein völlig anderer, denn im Gegensatz zu Schoonderwoerd sind die Orchsterstimmen anders besetzt. Die Aufnahmen fanden -wie interessant - in den Räumen der einstigen Uraufführung statt. Die Frage welcher Aufnahme man nun den Vorzug einräumt stellt sich vermutlich für "Spezialisten" unter den Sammlern nicht : BEIDEN !!

    Obenfalls erst 2020 erschienen ist die Gesamtaufnahgme aller Beethoven Sinfonien, diesmal beim Label Alpha.

    Sicher keine Aufanhme für "Einsteiger", dafür ist die Einspielung zu spezifisch, aber eine interessante Ergänzung in einer Sammlung..

    Hier noch 3 weitere Aufnahmen


    mfg aus Wien

    Alfred


    https://www.lisztfestival.at/u…idence/martin-haselboeck/

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Ralf WEIKERT (1940 in St. Florian)


    Dann erlaube ich mir hier, auf den österreichischen Dirigenten Ralf Weikert hinzuweisen, der eine höchst beachtliche Karriere vorzuweisen hat. Er stammt aus St. Florian wo er am 10. November 1940 geboren wurde. Studiert hat er am Bruckner-Konservatorium in Linz und in Wien u. a. bei Hans Swarowsky. 1965 erhielt er den ersten Preis beim Nicolai Malko-Wettbewerb in Kopenhagen. Nach einem Engagement am Landestheater Salzburg wurde er bereits 1968 Chefdirigent am Theater Bonn wo er bis 1977 in dieser Position blieb. Während der nächsten vier Jahre wirkte Weikert als stellvertretender GMD am Opernhaus in Frankfurt a. M. und von 1981 bis 1984 als Chefdirigent und musikalischer Oberleiter beim Mozarteum-Orchester Salzburg, bzw. am Landestheater Salzburg. Und bereits 1983 wurde er als Nachfolger von Ferdinand Leitner ans Opernhaus Zürich berufen dem er ebenfalls als musikalischer Oberleiter bis 1992 treu blieb. Als Gast erschien Weikert bis zum Ende der Ära von Alexander Pereira immer wieder am Pult des Opernhauses Zürich. Gastverpflichtungen führten ihn u. a. an die Metropolitan Opera New York, an die Staatsopern von Hamburg, München, Wien, an die Deutsche Oper Berlin und nach Amsterdam, Paris, San Francisco, Tokyo, Seoul und zu den Festspielen von Aix-en-Provence, Bregenz, Salzburg, Verona etc. Von seinen CD-Aufnahmen erwähne ich hier stellvertretend Zemlinsky's "Kleider machen Leute" (Koch/Schwann - mit Edith Mathis, Hermann Winkler, Wicus Slabbert u. a.) und d'Albert's "Die toten Augen" (cpo - mit Dagmar Schellenberger, Hartmut Welker, Norbert Orth, Margaret Chalker u. a. ). Beim Verlag Böhlau erschien 2017 sein höchst lesenswertes Buch "Beruf Dirigent" und bei der Schweizer Literaturgesellschaft veröffentlichte er 2021 seine Erinnerungen unter dem Titel "Der Strom der Töne trug mich fort".




    Das wär's - hoffentlich nicht zu lange damit später jemand ausführlicher berichten kann.

    Beste Grüsse von

    Buralicchio:hello:

  • Nicht zu vergessen ist natürlich Nikolaus Harnoncourt - ebenfalls ein Österreicher der unglaublich viel bewegt hat, wenn ich so sagen darf.

  • Manfred HUSS (*1956 in Wien)


    Während ich überlege und überlege, wen es denn da noch erwähnenswerten gibt- und ich drauf brenne hier weiterzumachen (man muss eine Woche warten, bevor man selbst fortsetzen darf. hat mir der Zufall in Form von "JosephII" einen noch nicht eingepalnten - und noch dazu das von ihm geründete Orchester zugespielt. und ich habe einen neuen Lieblingsdirigenten gefunden - Gleichzeitig habe ich entdeckt, daß ich meine 7 Tage Sperre bereits überschritten habe - eine Nachlässigkeit sondergleichen.....


    Der heute vorgestellte Dirigent ist der

    1956 geborene Wiener Dirigent und Pianist Manfred Huss, Schüler von Hans Swarowski und Alexander Jenner. Hier handelt es sich, wie auch bei Huss um anerkannte Wiener Ikonen, wie auch Jörg Demus und Paul Badura Skoda, welche auch im Ausland geschätzt wurden, aber von den einstigen "Majors" bei ihren Aufnahmeprojekten übersehen wurden.

    1991 gründete er ein eigenes Orchester, welche sich Interpretationen auf Originalistrumenten verschrieben hat, die Haydn Sinfonietta Wien , welche inzwischen auch durch etliche Tonaufnahmen dokumentiert ist und der nococh heute als Leiter vorsteht.

    IMO durchaus mit "Biss" - aber immer auch um einen "schönen Ton " bemüht. etwas das deutsch Orchestern oft nich so gut gelingt, IMO...

    Aber glücklicherweise sind wir seit einigen Jahren in der Lage zu den Klangbeispielen von jpc zu verlinken - und so können sich die Mitleser und Mitglieder ein eigenes Bild machen.



    Das ist nur ein kleiner Auszuf seiner Aufnahmen. Dennoch würde ich mir mehr davon wünschen und vor allem eine dem jeweiligen Thema entsprechendere Covergestaltung, die direkt auf die angepeilte Zielgruppe ausgerichtet sind...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Johannes WILDNER (*1956 in Mürzzuschlag)


    Wieder ist eine Woche vergangen - das bedeutet für mich die Freigabe einen weiteren österreichischen Dirigenten hier kurz vorzustellen:

    Johannes WILDNER. Eigentlich war er ein wenig mitschuldig, daß es diesen Thread hier gibt, denn am 11. April d.J. gab es in der renommierten österreichischen Tageszeitung "Die Presse" in interview von Barbara Petsch mit ihm unter dem Titel "Jede Art von Raunzen ist sinnlos !"

    Er bezog sich hier unter anderem auf die voraussichtlich notwendige Absage der geplanten Aufführung der Oper "Carmen" bei den Sommerfestspielen "Oper Burg Gars" in Gars am Kamp, deren Intendant er seit 2013 ist.

    Es ist schwierig über diese vielseitige Persönlichkeit in wengien Worten zu äassern, Versuchen wir es trotzdem. Er wird mir (vielleicht ?) verzeigen wenn ich ihm ihm Detail vielleicht nicht ganz gerecht werde.

    Seine Lehrer waren Karl Österreicher (1923-1995), Otmar Suitner (1922-2010) und Vladimir Delman (1923-1994)

    Er war 10 Jahre lang Mitglied der Wiener Philharmoniker.

    Er dirigiert zahreiche erstklassige Orchester der 2. Reihe, wobei einige durchaus in der ersten Reih rangieren, aber es waren sehr viele Rundfunkorchester und regional wirksame Orchester dabe, was teilweise auch mit dem von Wildner auf Tonträger aufgezeichneten CDs zu tun hat.

    Soweit ich es eruieren konnte hat er sich nie mit einem bedeutenden Label vertraglich dauerhaft verbunden.

    Er ist Universitätsprofesser an der Wiener Musikuniversität (Fach: Dirigieren) und auch wenn er sich als 2simpel gestrickt" bezeichnet, do dürfte das kaum der Realität entsprechen, denn er reflektiert über Beethoven in Zusammenhang mit der französischen Revolution und urteilt sehr direkt über Rivalität unter Musikern. Das dürfte ihm nicht liegen, ist gegen seine Gradlinigkeit und sein Verständnis von seiner Berufung als Musiker.


    https://www.johanneswildner.com/


    Hier nun einige CD aus seiner Diskographie:




    Die Auswahl zeigt einerseits Vorliebe für gewisses Repertoire (wobei es auch Aufnahmen von Mozart Opern etc gab) sowie eine gewisse Tendenz zu Johann Strauß. Das hängt einerseits mit einem einstigen Naxos Projekt zusammen, wo er an der Gesamtaufnahme aller konzertanten Werke von Johann Strauß beteiligt war (Die Aufnahmen sind übrigens vorzüglich) und dann später der oftmaligen Zusammenarbeit mit dem Wiener Johann Strauß Orchester


    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 469

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Michi GAIGG (*1957 in Schörfling am Attersee)


    Die österreichische Violonistin und Dirigentin ist Absolventin des Salzburger Mozarteums

    Beeinflusst Von Nikolaus Harnoncourt, Schülerin (Barockvioline) von Ingrid Seifert und Sigiswald Kuiijken und die Mitwirkungen in zahlreichen Ensembles für alte Musik prägen die künstlerische Persönlichkeit.

    1986 Gründung eines eigenen Ensembles "L'arpa festante" in München, welches sie vis 1995 leitete

    Zalreiche Auslandsaufenthalte

    1996 erneut Gründung eines "Originalinstrumente- Ensembles" L' Orfeo Barockorchester" (Anton Bruckner Privatuniversität, Linz), das sie bis heute (2021) leitet.


    von beiden Formationen existieren zahlreiche Einspielungen, hier eine kleine Auswahl:



    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Hier sollte man auf Friedrich Haider nicht vergessen, der im oberösterreichischen Linz geboren wurde. Haider ist heute mehr als Opern- denn als Konzertdirigent bekannt.

    Mit seiner Lebensgefährtin (oder Ehefrau?) Edita Gruberova hat er sich wohl auf Opern des Belcanto spezialisiert, obwohl er natürlich auch viele Werke aus anderen Epochen dirigiert. Er leitete mehrmals die Silvester-Fledermaus in Wien.


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    Gregor

  • Mit seiner Lebensgefährtin (oder Ehefrau?) Edita Gruberova

    Tante Wiki schreibt dazu:


    Zitat

    Haider ist verheiratet.[3] Zuvor war er lange mit Edita Gruberová liiert,[4]A1 mit der er auch beruflich eng zusammenarbeitete.[5] So hatten beide 1992 ein Musiklabel gegründet, das Belcanto-Partien der Sängerin veröffentlichte.[6] Beide trennten sich 2007.[7]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Haider_(Dirigent)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Patrick HAHN (*1995 in Graz)


    Heute möchte ich hier jemanden vorstellen, der mir erst seit einer Stunde ein Begriff ist- sicher deshalb, weil ich nicht Live-orientiert, sondern auf die Tonträger fixiert bin und mein Focus eher auf der älteren Generation liegt, genauer gesagt, bei Dirigenten von gestern. Wie man weiß ist mein Lieblingsdirigent Karl Böhm, der einst beliebteste Wiener Dirigent aus Graz.

    Und somit habe ich den Bogen gefunden zu unserem heutigen "österreichischen Dirigenten der Gegenwart", Patrick HAHN, der ebenfalls aus Graz stammt. Geboren 1995


    erste musikalisch Schritte als Knabensolist bei den Grazer Kapellknaben,

    mit 12 Jahren erste Komposition eines Singspiels "Die Fritattensuppe" (gewann einen 2.Preis unter 170 Einsendungen)

    Studium an der Uniiversität für Musik und darstellende Kunst in Graz, Absolvent von Meisterkursen bei Masur und Haitink

    Gastdirigent zahlreicher internationaler Orchester

    Auftritt als Pianist mit dem Mozarteum Orchester Salzburg.

    Auch an JAZZ ist er interessiert. Auch hier Auftritte bei Jazz Festivals und zahlreiche Preise

    Ab 2021/22 Generalmusikdirektor bei den Wuppertaler Bühnen und Orchester

    Ich gestehe, daß mir solche jugendlichen "Tausendsassas" immer ein wenig unheimlich sind, aber andrerseits ist hier sicher Potential wieder einen jungen österreichischen Dirigenten am Weltmarkt zu etablieren.


    Nun habe ich wieder eine Chance verpasst, mich zu blamieren: Ich hatte ursprünglich geschrieben, dass Patrick Hahn bislang noch keine CD aufgenommen habe. Im letzten Moment habe ich das dann aber noch überprüft - und siehe da: Ich wurde fündig. Es gibt bereits eine CD: und was für eine. Das Label Alpha hat ja bereits vor über 10 Jahren mit Aufnahmen von Beethovens Klavierkonzerten aufhorchen lassen. Die Aufnahmen von Artur Schoonderwoerd sorgten damals bei Tamino für Gesprächsstoff - und nicht nur da.

    Und wieder sind es zwei Beethoven Klavierkonzerte, die das Repertoire bereichern, durch ihre - wie ich finde - sehr individuelle - und dennoch nicht verstörende Lesart. Dirigent ist hier Patrick Hahn, der Pianist - für mich eine Neuentdeckeung - Olivier Cavé


    Und hier noch ein interessanter Clip



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 813

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Lieber Alfred!

    Es freut mich, dass Du nach neuen vielversprechenden Dirigenten Ausschau hältst.


    Patrick Hahn ist schon länger bei deutschen Orchestern bestens bekannt.

    Ich habe ihn bei der NDR-Radiophilharmonie Hannover gehört. Da leitete er eines der "Freistil-Konzerte" mit dem Jazz-Trompeter Nils Wülker. Er war kurzfristig für den Schweden Hans Ek eingesprungen und die Souveränität des jungen Mannes war schon höchst erstaunlich. Leider gab es kein Publikum, aber hätte es Publikum im Saal gegeben, hätte er zusammen mit Nils Wülker sicher Begeisterung ausgelöst.

    In der Mediathek kann man die Aufzeichnung hören!

    Hier Informationen zu dem Konzert:

    https://www.ndr.de/orchester_c…lker,zwischenzeit124.html

    Hier der Mitschnitt:

    https://www.ndr.de/orchester_c…r,freistilwuelker102.html



    Beim Deutschlandfunk gab es ein hörenswertes Interview.

    Seine Offenheit und Frische kommt auch in diesem Interview gut rüber.... ....


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=492680


    Ich gestehe, daß mir solche jugendlichen "Tausendsassas" immer ein wenig unheimlich sind, aber andrerseits ist hier sicher Potential wieder einen jungen österreichischen Dirigenten am Weltmarkt zu etablieren.

    Vielleicht schafft er es ja wirklich. Erst mal ist sein primäres Betätigungsfeld Wuppertal.


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Vielleicht schafft er es ja wirklich. Erst mal ist sein primäres Betätigungsfeld Wuppertal.

    Ich glaube, er hat es schon geschafft.

    Denn ich habe nur eine gekürze Beschreibung abgegeben.

    Üblicherweise lasse ich all die von PR Agenturen verfassten Aufzählungen, mit wem jemand schon konzeertiert hat, wem er schön Hände geschüttelt hat, etc , aus. Ebenso die Floskel: einer der Bedeutendsten seiner Generation - weil sie nämlich inflationär gebraucht werden

    Im konkreten Fall aber doch noch einige Ergänzungen:

    Münchner Philharmoniker

    Gürzenich Orchester

    Dresdner Philharmonie

    Tonkünstlerorchester Niederösterreich

    Wiener Symphoniker

    Camerata Salzburg

    Klangforum Wien

    Luzerner Sinfonieorchester

    Concertgebouw Orchester Amsterdam

    Bayrische Staatsoper München

    Staatsoper Hamburg

    Staatsoper Budapest

    Einige wurden ausgelassen.......



    2017: Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Mit etwas Verspätung möchte ich hier an einen österreichischen Dirigenten erinnern, der zwar nicht so bekannt ist, es aber durchaus verdienen würde, dass man seinen Namen kennt: es handelt sich um Kurt Kopecky. Er hat, soweit ich weiss, seine Laufbahn am Theater von Biel-Solothurn begonnen, wurde dann Musikchef an der isländischen Oper in Reykjavik und wirkt nun seit einigen Jahren an der Finnischen Nationaloper Helsinki. Kopecky ist ein überaus sorgfältig arbeitender, äusserst begabter und einfühlsamer Dirigent. Ein Musiker, wie ihn sich jedes Theater nur wünschen könnte - und weit ab von jeder Eitelkeit. Möglicherweise ein Grund dafür, dass er nicht bekannter ist.

    Beste Grüsse von Buralicchio 🙋🏻‍♂️

  • Kopecky_21-02-02_009-1000x667.jpg


    Kurt Kopecki ist sicher ein vorzüglicher Kapellmeister, der jedem Opernhaus alle Ehre macht.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Aber leider finden sich kaum veröffentlichte Aufnahmen eines Dirigats von Kurt Kopecki, weder bei JPC noch woanders.

    Er dirigiert in diesem Jahr (Oktober-Dezember) "Das Phantom der Oper" und im Frühjahr 2022 "Die lustige Witwe" in Helsinki.

    Auf arteConcert gab es zumindest 2019 eine Übertragung des Balletts "Pippi Langstrumpf" von der Finnish National Opera, die Video-Aufzeichnung gibt es noch im Internet.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Aber leider finden sich kaum veröffentlichte Aufnahmen eines Dirigats von Kurt Kopecki, weder bei JPC noch woanders.

    Leider aktuell nicht verfügbar, aber zumindest gibt es diese Aufnahme doch:



    Er schreibt sich mit y am Ende seines Nachnamens, so wie "Buralicchio" ihn hier ganz richtig eingeführt hat.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Freut mich sehr, dass Caruso41 ein Bild von Kurt Kopecky gefunden hat. War drum gestern Nacht im Zug und hatte weiter keine Möglichkeit, im Internet danach zu suchen. Schön auch, dass Stimmenliebhaber einen Hinweis für die Haydn-CD gefunden hat. Herzlichen Dank Euch beiden.

    Beste Grüsse Buralicchio

  • Zu Kurt Kopecky

    Leider aktuell nicht verfügbar, aber zumindest gibt es diese Aufnahme doch:

    und diese gab es füher auch noch, aber da stand wahrscheinlich der Gesang im Vordergrund

    R-14201358-1569770547-6760-jpeg.jpg

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Die Finnische Nationaloper kann sich glücklich schätzen, einen solchen Künstler wie Kurt Kopecky als Haus-Kapellmeister zu haben. An diesem Haus hörte ich ihn zumindest, als er Mikko Franck die "Tote Stadt" nachdirigierte und sich von dessen Dirigat durch größere Sängerfreundlichkeit positiv abhob. In Mikkeli hörte ich ihn als Leiter eines Sinfoniekonzert, u. a. mit Sibelius' Violinkonzert, bei dem seine Frau Réka Solvay leider nicht die Solistin war, sondern nur im Auditorium saß.


    Beste Grüße aus Finnland

    Peter Schünemann

  • Lieber Peter Schünemann, das freut mich enorm zu hören. Ja, tatsächlich: Jedes Haus müsste froh sein, einen derart versierten Musiker am Haus zu haben. Kurt Kopecky ist übrigens auch am Piano ein hervorragender Partner - für Liederabende und Kammermusik beispielsweise.

    Beste Grüsse nach Finnland

    Buralicchio:hello:

  • Lieber Orfeo, danke herzlich für diesen Hinweis. Hatte keine Ahnung davon. Aber Elín Ósk habe ich mal gehört: als Floria Tosca. Ganz grossartig. Leider kennt man sie

    in Europa überhaupt nicht. Sie gehört zu einer beachtlichen Zahl von isländischen Sängerinnen und Sängern, die es gleichfalls verdienen würden, umfassendere Anerkennung zu bekommen. Freut mich sehr, dass Kurt Kopecky sich mit ihr zusammengefunden hat für dieses Rezital.

    Beste Grüsse von Buralicchio:hello: