ROSSINI, Gioacchino: L’INGANNO FELICE

musikwanderer · 4 Beiträge · letzte Antwort von Ulli

  • Gioacchino Rossini (1792-1868):


    L’INGANNO FELICE

    (Die glückliche Täuschung)

    Farsa per musica in einem Akt - Libretto von Giuseppe Maria Foppa


    Uraufführung 8. Januar 1812 im Teatro San Moisè in Venedig



    DIE PERSONEN DER HANDLUNG


    Herzog Bertrando (Tenor)

    Isabella, seine Gemahlin, unter dem Namen Nisa (Sopran)

    Ormondo, ein Freund Bertrandos (Tenor)

    Batone, ein Vertrauter Ormondos (Bass)

    Tarabotto, Steiger in der Mine des Herzogs (Bass)

    Chor: Bergleute und Soldaten


    Ort und Zeit der Handlung: Ein Dorf in Italien im 17. Jahrhundert.



    INHALTSANGABE DES EINZIGEN AKTES

    Ein weites Tal vor einer Bergkette. Auf der einen Seite ein Felsen mit Einfahrt zum Bergwerk, auf der anderen Seite das Haus des Steigers Tarabotto.


    Tarabotto spricht mit seinen Kumpels über die bevorstehende Inspektion des Herzogs in seinem Bergwerk. Dem Steiger kommt die Information merkwürdig vor, denn der hohe Herr hat sich doch bisher noch nie für die Mine interessiert; das Wichtigste war die finanzielle Ausbeute durch die Minenarbeiter auf seinem Konto. Während Tarabotto also auf einen kleinen Hügel steigt, um sich nach dem Herzog umzusehen, begeben sich die Kumpel in die Mine zurück.


    Inzwischen kommt Isabella mit einem Bild des Herzogs und denkt laut darüber nach, weshalb sie seinerzeit von ihm verstoßen wurde. Tarabotto, erfahren wir, hat sie damals aus dem Meer gerettet und bei sich aufgenommen. Auf die neugierigen Fragen der Kollegen und Nachbarn hat er sie als seine Nichte Nisa ausgegeben.


    Als Tarabotto nun von seiner Aussichtsplattform zurückkommt und Nisa sieht, beobachtet er sie einen Augenblick. Aber auch sie hat ihn gesehen und kommt mit der Bitte auf ihn zu, den Brief zu lesen, den sie für den Herzog verfasst hat. Darin schreibt sie ihm, dass Ormondo, sein Freund, sie aus Eifersucht beschuldigt und mit der Hilfe seines Vertrauten Batone entführt und dann auf dem Meer ausgesetzt hat. Ehe Tarabotto sich zu dem Brief äußern kann, hören und sehen sie den Herzog mit seiner Entourage kommen und begeben sich ins Haus.


    Der Herzog tritt auf und denkt arios über das Schicksal seiner verstoßenen Gattin Isabella nach. Unterdessen kommen auch Ormondo und Batone hinzu. Sie haben erfahren, dass der Herrscher über das Nachbarland einen Überfall auf Bertrandos Gebiet vorbereiten soll und wollen ihm zuvorkommen. Dabei soll ihnen der ortskundige Tarabotto helfen, der ja den Weg durch die Minen kennt.


    In Tarabottos Haus bittet derweil Batone Nisa um ein Glas Wasser. Als er ihr Gesicht sieht, erkennt er sie sofort als jene von ihm einst entführte frühere Herzogin. Er reagiert erschrocken und verlässt nach einer kurzen Entschuldigung überstürzt das Haus - das Glas Wasser lässt er stehen. Kaum ist er verschwunden kehrt Tarabotto zurück und schlägt Nisa vor, dem Herzog den Plan des Bergwerks zu bringen und dabei zu versuchen, mit ihm das Gespräch zu führen. Sie findet die Idee gut und geht ab.


    Während Tarabotto gerade um Gottes Beistand gegen Ormondo und Batone bittet, kommt der Herzog mit seinen Soldaten ins Haus. Tarabotto erzählt ihm dann ungefragt von seiner Nichte Nisa und ruft sie herbei. Bei diesem Treffen erweist sich Nisa jedoch sehr eingeschüchtert; sie überreicht ihrem früheren Gemahl den Plan der Mine. Bertrando fällt sofort ihre Ähnlichkeit mit seiner totgeglaubten Gattin auf. Er ist irritiert und von emotionalen Gefühlen überwältigt. Tarrabotto aber behauptet auf des Herzogs Nachfrage, sie sei die Tochter seines Bruders. Nisa und Tarabotto gehen ins Haus. Tarabotto kehrt jedoch bald zurück und versteckt sich, um den Herzog zu beobachten.


    Der Herzog denkt über die Ähnlichkeit Nisas mit Isabella nach und fragt den hinzutretenden Ormondo, ob er den Tod Isabellas als sicher bezeugen kann. Zögerlich bestätigt Ormondo den Tod der Herzogin. Er meldet der Durchlaucht aber auch den Abschluss der Planungen für den Angriff auf den Nachbarstaat. Der Herzog entfernt sich mit seinen Soldaten.


    Ormondo trifft auf Batone und fragt ihn, ob er tatsächlich Isabella hat sterben sehen. Der versichert ihm, dass die ehemalige Herzogin gestorben sei, weist aber auch auf die auffällige Ähnlichkeit Nisas mit der ehemaligen Herzogin hin. Ormondo wird hellhörig und erteilt ihm schließlich den Auftrag, Nisa in der kommenden Nacht zu entführen. Diese leise gesprochene Unterhaltung kann der lauschende Tarabotto allerdings nicht verstehen. Ormondo geht schnell ab.


    Tarabotto ist nach dem belauschten Gespräch, dass er aber nicht zur Gänze mitbekommen hat, misstrauisch geworden. Er nähert sich Batone, um ihn zu befragen. Doch Batone geht ohne eine Antwort zu geben ab. Der Steiger ist sich jedoch sicher, dass Ormondo und Batone etwas im Schilde führen und warnt Nisa; sie soll sich dem Herzog anvertrauen und damit sein Mitgefühl erregen.


    Nun kommen Ormondo, Bertrando und die Soldaten zurück. Nisa erzählt inzwischen ihrem ehemaligen Gatten, dass sie durch einen Verräter das Herz ihres Geliebten verloren habe. Der Herzog zeigt sich durch Isabellas Erzählung gerührt, Ormondo dagegen äußerst beunruhigt. Er geht ab, um die Befehle des Herzogs für den nächsten Morgen anzuordnen.


    Die Nacht bricht an und Tarabotto bittet den Herzog um Schutz für seine Nichte, denn er befürchtet, dass noch in dieser Nacht ein Anschlag gegen Nisa geplant sei. Bertrando verspricht ihm tatsächlich seine Hilfe.


    Nun tritt Batone mit bewaffneten Begleitern auf und geht ins Haus, um, wie mit Ormondo besprochen, Nisa zu entführen. Von der anderen Seite kommen Isabella und Tarabotto; Isabella trägt die Kleider, die sie seinerzeit bei ihrer Ankunft trug, und sie verstecken sich. Auch der Herzog kommt mit seinen Leuten und auch sie verbergen sich. Schließlich trifft noch Ormondo und erfährt von Batone, dass er Nisa nicht entführen konnte, weil sie nicht im Hause war. Das kann Ormondo nicht glauben, und geht ins Haus, um sie zu suchen.


    Jetzt kommt der Herzog, packt sich Batone und befiehlt ihm, Ormondo nach dem Grund für die Entführung Isabellas zu befragen und geht dann wieder in sein Versteck zurück. Als Ormondo zurückkommt fragt Batone ihn auftragsgemäß, warum er die Herzogin entführen wollte und er erfährt, dass er überzeugt ist, Isabella, die seine Liebe einst verschmäht hatte, sei Tarabottos Nichte. Auch wenn sie es nicht sein sollte, müsse sie von seiner Hand sterben. Der Herzog hat genug gehört und er kommt mit seinen Soldaten hervor und lässt Ormondo festnehmen. Der will sich aus Verzweiflung in sein Schwert stürzen, was Isabella und Tarabotto jedoch verhindern können. Isabella gibt sich zu erkennen und zeigt Bertrando sein Bild, das sie immer bei sich getragen hat. Sie ist bereit, ihm zu verzeihen. Die beiden Gatten schließen sich in die Arme. Batone erklärt, nur aufgrund von Drohungen Ormondos an den Verbrechen teilgenommen zu haben. Er wirft sich dem Herzog zu Füßen, der ihm jedoch, wieder auf Bitten Isabellas, vergibt. Das Finale besingt die Gerechtigkeit Gottes, der jeden Verrat früher oder später ans Licht bringt.



    © Manfred Rückert für den Tamino-Opernführer 2021

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    MUSIKWANDERER

  • Diskographische Hinweise


    Bei jpc, dem Werbepartner des Tamino-Klassikforums, gibt es die hier vorgestellte Farce in der Interpretation von Alberto Zedda, aufgenommen 2005 beim Rossini-Festival in Bad Wildbad. Es singen Kenneth Tarver den Herzog Bertrando, Corinna Mologni die Isabella, Lorenzo Regazzo den Steiger Tarabotto und Marco Vinco den Batone. Es spielt das Tschechische Kammerorchester.


















    Auch diese DVD des Rossini-Einakters hält jpc für interessierte Musikliebhaber bereit.
















    Als dritte Einspielung ist diese, von Marcello Viotti dirgierte Fassung zu nennen.

















    :hello:

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    MUSIKWANDERER

  • Diese drei befinden sich auch noch in meinem Bestand!


    Conductor Marc Minkowski - 1996 Orchestra - Le Concert des Tuilerie

    Batone - Rodney GilfryIsabella - René MassisBertrando - Raúl GiménezTarabotto - Pietro SpagnoliOrmondo - Lorenzo Regazzo

    Conductor Giancarlo Andretta - 1998 Orchestra - Teatro la Fenice di Venezia

    Batone - Lorenzo Regazzo Isabella - Carmela Remigio Bertrando - Luigi Petroni Tarabotto - Roberto Scaltriti Ormondo - Paolo Rumetz

    Conductor Fabio Maestri - 1992 Orchestra - Orchestra dell'Associazione «In Canto» di Terni

    Batone - Giorgio GattiIsabella - Susanna Rigacci Bertrando - Ernesto Palacio Tarabotto - Roberto Ripesi Ormondo - Giuliano Casali


    Bevorzugen würde ich die Minkowski und Zedda Aufnahme, als Gesamtpaket, die Zedda GA weil ich dabei war, bei Minkowski hervorragende Gesangsleistungen.

    Die Viotti GA gefällt mir am wenigsten, die beiden anderen haben sehr unterschiedlich gute bis weniger gute Interpreten!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Endlich auch HIP:



    Antonio Garés, Tenor (Bertrando)

    Miriam Albano, Soprano (Isabella)

    Gabriele Toia, Bass (Ormonso)

    Luigi de Donato, Bass (Batone)

    Matteo Loi, Bass (Tarabotto)


    Theresia Orchestra

    Alessandro De Marchi


    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“