Leopold KOZELUCH - Die Kammermusik

  • Klaviertrio P IX:15 in g-moll

    Eine mutige - wenn nicht sogar tollkühne Threaderöffnung - denn von Kozeluchs Kammermusik, die in der Hauptsache aus 63 (65?) Klaviertrios besteht gibt es bislang erst 3 CDs. Und das ist schon ein Glücksfall, denn bislang gabe es lediglich die hier gezeigte Aufnahme der Trios (Sonaten) aus dem Jahre 1994 (veröffentlicht 1998) für cpo - eine der ersten cpo Aufnahmen in meiner Sammlung.

    Ich erinnere mich, daß mich die Aufnahme damals nicht begeistert hat, einerseits weil ich zu jenem Zeitpnkt der Kammermusik eher reserviert gegenüberstand, zum andern weil das erste Werk dieser CD, die Sonate P IX:15 in g- moll mir nicht eingängig erschien - im Gegensatz zu Kozeluchs Sinfonien. Das sehe ich

    Sie stammt von 1788 und ist dreisätzig.

    ich starte den Thread mit dieser CD, weil sie nun schon ein Vierteljahrhundert am Markt ist und nicht abzusehen ist - wie lange sie noch verfügbar sein wird.

    In der Tat ist die Sonate eher eigenwillig.Ich empfinde sie stellenweise als eher "unnahbar - trotz eines markanten Themas im ersten Satz - das immer wiederkehrt, quasi als Leitthema. dazwischen gibt es wunderbare Stellen.

    Hier nun als Kostprobe der erste Satz - in einer anderen Einspielung, die offenbar schon seit Jahren nicht mehr am Markt ist - oder auch nie war.



    mfg aus Wien

    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Klaviertrio P IX:14 in A-dur


    Im Gegensatz zum Trio P IX:15 hat mich das hier nun beschriebenen Trio P lX:14 von der ersten Sekunde gefangengenommen:

    Ein Ohrwurmthema erster Güte leitet die Sonate ein, welchen übrigens den gesamten ersten Satz - teils in Variationen - prägend wirkt.

    Glücklicherweise nimmt er -etw 60 % der Gesamspielzeit der Sonate ein

    Der zweite Satz erfreut schon dadurch, daß er nicht melancholisch oder auch nur versonnen angelegt ist, sondern -einschmeichelnd. Gegen Ende entwickelt er dann sogar etwas Temperament.

    Der dritte Satz versprüht weiterhin den von Kozeluch gewohnten Optimismus, der wahrscheinlich sein Bonus bei den Zeitgenossen gegenüber Mozart war.(?)

    Interessanrterweise klingt der Flügel, als wäre die Musik für Cembalo geschrieben - was aber - wie wir wissen - nicht der Fall ist, dann Kozeluch war ein Befürworter des Pianoforte....


    Hier nun der erste Satz des vorgestellten Trios



    mfg aus Wien

    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Leopold KOZELUCH:Klaviertrio P IX:41 in B-dur


    Natürlich kann und will ich nicht sämtliche 60 Klaviertrios von Kozeluch hier vorstellen, sondern eine kleine Auswahl.

    An sich schien das keine ohnedies keine Frage zu sein- denn, nachdem 1994 die ersten drei aufgenommen und 1998 veröffentlicht wurden gab es eine jahrelange Pause. Ich rechnete nicht mit weiteren CDs .

    Da erschien 2018 eine weitere Folge mit 3 Trios (DDD2017), welche als die "Schottischen"bezeichnet werden. Der Name beruht darauf daß der Edinburgher Verleger George Thomson (1757-1851) ein Faible für schottische, irische und wallisische Volkslieder hatte und einige berühmte Komponisten der Wiener Klassik beauftragte zu diesen Liedern Intrumentationen in Klaviertrio-Besetzung zu komponieren (eigentlich : zu arrangieren) was Haydn,Pleyel , Kozeluch und Beethoven dann auch realisierten. (soweit mir bekannt war das gut bezahlt, Beethoven -wenn ich mich recht erinnere -verlangte indes mehr..)

    Im Falle von Kozeluch sind diese 3 Trios dadurch ausgezeichnet, daß in einigen Sätzen schottische Volkslieder verarbeitet wurden.

    Sie wurden 1798/99 veröffentlicht

    Der durchschnittliche Klassikfreund kann die eingängigen Melodien zwar genießen, aber die Lieder selbst wird er nicht kennen.


    im Klaviertrio P IX:45 on G-dur - es ist fünfsätzig

    wurden 3 schottische Volkslieder verarbeitet:


    "The seventh of November"

    " The Posie"

    "Locheroch Side"


    Im Booklet wird genau erklärt, welches Thema zu welchem Satz gehört, bzw wo Wiederholungen sind.....:):P


    mfg aus Wien

    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Leopold KOZELUCH:Klaviertrio P IX:45 in g-moll


    Dieses Klaviertrio ist 3sätzig


    1) Allegro

    2) Adagio expressivo

    3) Allegro con fuoco


    Den Beginn des ersten Satze empfand ich ein wenig "ungastlich", "herb"

    Der Bookletautor - zugleich der Pianist des Trios 1790 - bezeichnet es als "trotzig" (was es IMO sehr gut trifft - und ähnlich der Musiksprache Beethovens. Der zweite Satz basiert auf dem schottischen Volkslied "The silken snood" ("Das seidene Haartuch"), der Finalsatz das Lied "Up in the Morning early".


    Beide Lieder gibt es auch in der Bearbeitung von Joseph Haydn



    mfg aus Wien

    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Leopold KOZELUCH:Klaviertrio P IX:44 in A-dur


    Und hier sind wir bereits beim 3. Klaviertrio dieser CD angelangt (Ich habe in der Reihenfolge der Stücke auf dem Tonräger gepostet.)

    Es ist wieder dreisätzig und benutzt die Melodie von 2 Liedern.


    1) Allegro

    2) Andante con Variazoni

    3) Allegretto


    Der erste Satz ist föhlich und heite und bezieht sich nicht auf irgend eine schottisch Weise. Mit über 10 Minuten nimmt er etwa 45 Prozent der Gesamtspielzeit (ca 23 Minuten) des Werkes für sich in Anspruch

    Im zweiten Satz finden fnden wir das Lied "Joung jockey was the blythest lad" Text von Robert Burns (1759-1796)

    eigenartigerweise wurden hier immer die Textdichter, nicht aber die Komponisten erwähnt - vermutlich traditional

    ich hab versucht den Inhalt des Titels zu verstehen - was auf Grund der allterümlichen Sprach nicht ganz enfach war.

    "der junge Jockey war der fröhlichste Junge"

    Jockey bedeutet in diesem nicht den Reiter, sondern in englischen Slang einen schottischen Mann

    Somit wäre IMO die korrektge Übersetzung:

    "der junge Schotte war der fröhlichste Junge"

    Der Text ist eine Liebeserklärung. die seine Vorzüge hervorstreicht und

    mit der Bemerkung endet, daß er dem Mädchen (in der Ichform geschrieben)

    jeden Abend nach schwerer Arbeit im Bett verspricht,

    er werde stets ihr eigen sein,

    solange er noch atmen würde.


    Kozeluch spendiert der Melodie 4 Variationen


    Der Dritte Satz wird aus dem Lied

    "Duncan Gray" gewidmet (ebenfalls von Robert Burns)

    Es handelt sich hier um Duncan Gray, der um ein Mädchen freid,

    die ihn aber scheinbar abweist.

    Er zeigt Gleichgüligkeit, wonach das Mädchen ihn unglücklich anschmachtet

    Letztlich kommen bveide zusammen und werden glücklich miteinander.


    Bite KEINE Überestzngen hier posen. den - im Gegensatz zur altschottoschen Originalversion

    könnte die Übersetzung unter Copyright stehen !!!


    Damit verabschiede ich mich aus diesem Thread bis ich der dritte Folge (sie steht auf meiner Bestelliste)

    der Kozeluch-Klaviertrios in meinem Besitz habe und sie gehört habe.

    Das wird voraussichtlich gegen Ende des Jahre der Fall sein. Meine Bestelliste ist ellenlang - meine Hörliste dürfte schon einige Kilometer lang sein.....:baeh01:


    mfg aus wien

    Alfred


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  • Leopold KOZELUCH: Klaviertrio P IX: 8 in A-dur

    Leopold KOZELUCH: Klaviertrio P IX:11 in c-moll

    Leopold KOZELUCH: Klaviertrio P IX:12 in F-dur


    Inzwischen habe ich die dritte Folge der Klaviertrios erhalten und gestern und heute auch gehört. Im Gegensatz zu den "schottischen" Klaviertios gibt es hier keine Bezüge zu irgendwelchen Liedern etc. Der Autor des Booklets meint im ersten Satz des A-dur Trios eine Ähnlichkeit zum Rondo des Klavierkonzerts Nr 25 von Mozart herauszuhören - ich habe das nicht so empfunden. Vielmehr sehe ich in der Machst, bzw der Tonsprache der Trios eine Ähnlichkeit zu Kozeluchs Klaviersonaten eine spezifisches Klangbild , das sich doch einigermaßen von jenem Mozarts unterscheidet - etwas das man vielleicht erst nach mehrmaligem Hören bewußt wahrnimmt, wogegen seine Werke gelegentlich mit jenen Mozarts oder Beethoven verwechselt wurden. Das ist besonders bemerkenswert, da sowohl Mozart als auch Beethoven Kozeluch vernichtend beurteilten. Sehr bemerkenswert die Variationen des Themas im 2. Satz dieses Trios in A-dur


    Die hier eingespielten Werke wurden 1786/87 im Eigenverlag veröffentlicht, bald gab es aber Nachdrucke in Paris, London und anderen Städten.

    De Werke waren bei den Zeitgenossen äusserst beliebt - Unterhaltungsmusik des 18. Jahrhunderts auf hohem Niveau

    Erst in späten Jahren wurde er als Vielschreiber diskreditiert - Glücklicherweise war er einer...


    Bei dieser Gelegenheit möchte ich eine sehr subjektive Meinung über die hier vorgestellen Aufnahmen mit dem "Trio 1790" anbringen - mit der Bitte um Bestätigung oder Korrektur: Als ich vor knapp einem Vierteljahrhundert die erste Folge dieser Serie hört, war ich nicht allzu begeistert. Und ich habe mich jetzt gefragt, warum. Im unmittelbaren Vergleicht finde ich die Folgen 2 und 3 als meliodöser, geschmeidiger undflüssiger. Zudem ist die räumliche Wiedergabe durch die Tontechnik besser gelöst (?)


    mfg aus Wien

    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)