STEFAN SOLTESZ - Tod im Orchestergraben

  • Am 22. Juli 2022 starb, während einer Aufführung der Strauss-Oper "Die schweigsame Frau" im Münchner Nationaltheater, der österreichische Dirigent Stefan Soltész. Erstaunlicherweise hat dieser Künstler, soweit ich das sehen kann, bisher im Tamino-Forum keinen Thread. Das möchte ich hiermit schleunigst ändern.


    Stefan Soltesz - Philharmonie Südwestfalen – Landesorchester NRW,  Hilchenbach


    Stefan Soltész kam am 6. Januar 1949 in Ungarn zur Welt. 1956 zog er mit seinen Eltern nach Wien und wurde österreichischer Staatsbürger. Ob die Übersiedlung im Zusammenhang mit dem ungarischen Volksaufstand erfolgte, konnte ich nicht ermitteln.


    Schon als 4jähriger wurde seine Freude an der Musik offenbar, er erhielt ersten Klavierunterricht zu Hause, und wenig später wurde er Mitglied der weltbekannten Wiener Sängerknaben, wo man rasch auf seine außergewöhnliche musikalische Begabung aufmerksam wurde. Er ließ sich an der Wiener Hochschule für Musik einschreiben und studierte in der Folge Dirigieren bei Hans Swarowsky sowie Klavierspiel und Komposition. Nach seiner Ausbildung begann er seine berufliche Laufbahn am Theater an der Wien. Sehr bald wechselte er zur Wiener Staatsoper, wo er zunächst als Korrepetitor und bald auch als Dirigent zum Einsatz kam. Schon nach kurzer Zeit zum Kapellmeister ernannt, blieb er an dem weltberühmten Haus von 1973 bis 1983. Im Jahr 1979 dirigierte er erstmals am Opernhaus in Graz, aber auch die Salzburger Festspiele warben um den jungen, aufstrebenden Dirigenten. Von 1978 bis 1983 arbeitete er dort als musikalischer Assistent von Karl Böhm, Herbert von Karajan und Christoph von Dohnányi. Es folgten Aufgaben aus ständiger Dirigent in Hamburg (Staatsoper, 1983-85) und an der Deutschen Oper in Berlin (West), der er von 1985 bis 1997 verbunden war. Nach Stationen am Opernhaus Braunschweig (1988-1993) und an der Flämischen Oper in Antwerpen (1992-1997), wo er in beiden Fällen als Generalmusikdirektor fungierte, wurde er zum Intendanten des Aalto-Theaters in Essen ernannt, das während seines Wirkens von der OPERNWELT zum Opernhaus des Jahres 2008 gewählt wurde. Gleichzeitig bekleidete er das Amt des GMD. In Essen blieb er bis zum Ende der Spielzeit 2012/13. Im Jahr 2009 wurde ihm der Ehrentitel "Bürger des Ruhrgebiets" verliehen.


    Ab 2014 arbeitete Soltész überwiegend freiberuflich, u.a. an den Opernhäusern von Berlin, Frankfurt a.M., Hamburg, Wien und Köln. Er gastierte u.a., zum Teil häufig, am Opernhaus in Rom, der Staatsoper Budapest, dem Bolschoi-Theater in Moskau und dem Grand Théâtre de Genève (Genf). Konzertreisen führten ihn auch an das Teatro Colón in Buenos Aires, die Covent Garden Opera in London, die Opernhäuser von Washington und San Francisco sowie, neben etlichen anderen, die Pfingstfestspiele in Baden-Baden und das Glyndebourne Festival.


    Neben seiner Tätigkeit für die Oper gab er auch zahlreiche Sinfoniekonzerte überall auf der Welt, so in Dresden, Wiesbaden, Verona, Triest, Mailand, Rom, Paris und Moskau. Auch in Japan, Südkorea und Taiwan trat er auf.


    Wenig zahlreich sind allerdings seine Schallplattenaufnahmen. Die bekannteste ist wohl Puccinis "La Bohème", die 1985 in München aufgezeichnet wurde, mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Rundfunkorchester (EMI). Bekannte Solisten wirkten mit, Lucia Popp (Mimì), Francisco Araiza (Rudolf) und Wolfgang Brendel (Marcel). Allerdings wurde deutsch gesungen, was natürlich international dieser gediegenen, vom Dirigenten feinsinnig gestalteten Aufnahme nicht förderlich war. Zuletzt war sie in dieser CD-Ausgabe im Handel:




    Puccini: La Boh???me (Sung in German) by Stefan Soltesz


    Bekannt wurde auch ein Recital von Lucia Popp mit Arien aus slawischen Opern, das Stefan Soltész mit dem Münchner Rundfunkorchester begleitet. Es wurde m.W. bisher nicht auf CD übertragen:



    Slawische Opernarien [Vinyl LP]


    Trotz seines umfassenden internationalen Wirkens und seines breiten Repertoires ist dieser Dirigent, der am 22. Juli 2022 im Alter von 73 Jahren einem Herzinfarkt erlag, nicht so bekannt und berühmt geworden, wie es seiner künstlerischen Kompetenz entsprach.


    Schließlich noch ein Live-Mitschnitt aus der Zeit seines Wirkens am Staatstheater Braunschweig, der den gebürtigen Ungar als temperamentvollen Interpreten von Werken des Walzerkönigs vorstellt:


    Konzert zum Neuen Jahr (04.01.1994)


    R.I.P. Stefan Soltész!



    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von nemorino

    Das möchte ich hiermit schleunigst ändern.

    Das ist sehr schön von dir, aber bitte nicht mit diesem REISSERISCHEN Titel, es ist traurig genug, er hat bestimmt andere Attribute verdient für einen Thread!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • nicht mit diesem REISSERISCHEN Titel

    Gerade erst vorgefunden, ein neuer Beleg für Deine oberlehrerhafte Attitüde!

    Kannst Du Dich erinnern, daß ich Dir jemals irgendeine Formulierung vorgehalten habe? Ich kann an diesem Titel nichts REISSERISCHES finden!


    Bei der Nachricht des Todes von Stefan Soltész fielen mir spontan zwei weitere Namen ein: Joseph Keilberth und Giuseppe Sinopoli. Ersterer starb an gleicher Stelle wie Soltész und fast am gleichen Tag, am Pult des Münchner Nationaltheaters bei einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde", am 20. Juli 1968. Sinopoli ereilte der Tod bei einer Vorstellung von Verdis "Aida" am 20. April 2001 in der Deutschen Oper Berlin. Dirigent scheint also ein recht gefährlicher Beruf zu sein, und genau aus diesem Grund wählte ich den Zusatz "Tod im Orchestergraben".


    Ich überlasse es gerne der Moderation, eine Änderung oder Streichung dieses Zusatzes vorzunehmen, wenn man sie als unpassend oder dem Anlaß nicht angemessen erscheint.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich habe Stefan Soltész einmal live an der Hamburgischen Staatsoper erlebt. Es war mein erster Opernbesuch, ich weiß allerdings nicht mehr in welchem Jahr (es wird Ende der 80er gewesen sein).


    Gespielt wurde "Der fliegende Holländer" mit einer exquisiten Besetzung: José van Dam in der Titelrolle, Kurt Moll als Daland, Hildegard Behrens als Senta und ich glaube, Heinz Kruse als Erik.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Zitat von nemorino

    ein neuer Beleg für Deine oberlehrerhafte Attitüde!

    Das sagt gerade der richtige, du hast wohl keine Spiegel Zuhause!

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • 4006408103929.jpg4006408103936.jpg


    Der Zufall wollte es, dass ich erst unlängst beide Einspielungen anschaffte. Mendelssohn beherrschte dieses Genre vorzüglich - sein Dirigent Stefan Soltész aber auch. Er, Soltész, hatte diesen durch und durch theatralischen Instinkt. Ich weiß nicht, wie intensiv er probte. Mein Eindruck sagt mir, er schüttelte vieles einfach so aus dem Ärmel. Wenn er in der Oper dirigierte, gab es im Orchestergraben keine Durstrecken. Erstmals erlebte ich ihn mit Wagner "Holländer" an der Deiutschen Oper in Berlin. Das war so aufregend, dass ich es heute noch in den Ohren habe. Er schien ein sehr unkonventioneller Mensch gewesen sein. Einmal saß ich bei einer Besprechung mit einer Sängerin im Restaurant gegenüber des Opernhauses zusammen. Soltész kam herein, wanderte um unserer Tisch, ging wieder hinaus. Das wiederholte sich. Man hatte den Eindruck, als wollte er zugebeten werden. Vielleicht wollte er auch nur etwas irritieren. Ich habe das als nicht unangenehm in Erinnerung.


    Bei der Nachricht des Todes von Stefan Soltész fielen mir spontan zwei weitere Namen ein: Joseph Keilberth und Giuseppe Sinopoli. Ersterer starb an gleicher Stelle wie Soltész und fast am gleichen Tag, am Pult des Münchner Nationaltheaters bei einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde", am 20. Juli 1968. Sinopoli ereilte der Tod bei einer Vorstellung von Verdis "Aida" am 20. April 2001 in der Deutschen Oper Berlin. Dirigent scheint also ein recht gefährlicher Beruf zu sein, und genau aus diesem Grund wählte ich den Zusatz "Tod im Orchestergraben".

    Ich habe kein Problem mit dem Titel des von nemorino eröffneten Threads. Es ist nun einmal so gewesen. Und ich kann mir sogar vostellen, dass sich Stefan Soltész durch die Verknüpfung mit dem Schicksal der zwei anderen bedeutendne Kollegen sogar geehrt gefühlt hätte. Aber das wissen wir nicht. Ich jedenfalls bin diesem Dirigenten sehr dankbar.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Bei der Nachricht des Todes von Stefan Soltész fielen mir spontan zwei weitere Namen ein: Joseph Keilberth und Giuseppe Sinopoli. Ersterer starb an gleicher Stelle wie Soltész und fast am gleichen Tag, am Pult des Münchner Nationaltheaters bei einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde", am 20. Juli 1968. Sinopoli ereilte der Tod bei einer Vorstellung von Verdis "Aida" am 20. April 2001 in der Deutschen Oper Berlin. Dirigent scheint also ein recht gefährlicher Beruf zu sein, und genau aus diesem Grund wählte ich den Zusatz "Tod im Orchestergraben".


    Ich überlasse es gerne der Moderation, eine Änderung oder Streichung dieses Zusatzes vorzunehmen, wenn man sie als unpassend oder dem Anlaß nicht angemessen erscheint.

    Lieber Nemorino,


    es gibt die antiken Viten, die Lebensgeschichten bedeutender Persönlichkeiten, die sterben immer genau nach der Philosophie, die sie gelebt haben. ^^ (Mit einer "realistischen" Biographie im modernen Verständnis haben sie reichlich wenig zu tun!) Das "Modell" ist: Der Tod macht die Lebensgeschichte zu einer abgeschlossenen Geschichte und ist so signifikant für das ganze Leben, zeigt, was der Mensch eigentlich ist und gewesen ist. Vorbild ist Homers Achill, der wie es sich für einen Helden gehört jung stirbt und dadurch Unsterblichkeit im Ruhm gewinnt. (Ansatzweise zumindest gibt es sowas in Heideggers Sein und Zeit, wo das "Sein zum Tode" das "Ganzseinkönnen" des Daseins begründet - aber natürlich ist das dann doch noch etwas Anderes als so eine antike Vita. ;) ) Wenn Soltesz auf diese Weise die Ehre zuteil wird auch in diesem Forum, die ihm gebührt, dann spricht das nur für ihn! Mir war er gar nicht geläufig - so durch diesen Deinen Thread bin ich auf ihn aufmerksam geworden. Vielen Dank dafür! :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Lieber Rheingold (Rüdiger),


    vielen Dank für Deinen Hinweis auf die beiden Schauspielmusiken von Mendelssohn, die mir bis dato gar nicht bekannt waren. So stößt man manchmal auf echte Neuentdeckungen. Außerdem entnehme ich den Covers, daß es den traditionsreichen Berliner Männerchor "Carl Maria von Weber" noch gibt. Hoffentlich ist sein Bestand noch auf lange gesichert, denn "Männerchor" klingt ja heutzutage schon vielen als diskriminierend.

    Ich habe kein Problem mit dem Titel des von nemorino eröffneten Threads. Es ist nun einmal so gewesen.

    Ehrlich gesagt, mit der Wahl des Titels wollte ich nicht nur auf den ungewöhnlichen Tod des Dirigenten Bezug nehmen, sondern auch ein wenig die Aufmerksamkeit auf ihn lenken, da er vielen Musikfreunden, aus welchen Gründen auch immer, kein Begriff war. Es lag mir aber fern, in irgendeiner Weise der "Bild-Zeitung" nacheifern zu wollen.


    Das "Modell" ist: Der Tod macht die Lebensgeschichte zu einer abgeschlossenen Geschichte und ist so signifikant für das ganze Leben

    Lieber Holger,


    das hast Du klar erkannt und mit schönen Beispielen aus der Antike untermauert. Wenn man überhaupt von einem "schönen Tod" sprechen darf, so gilt das in gewisser Weise für die drei in Beitrag #3 genannten Künstler, die mitten aus ihrer Arbeit, aber auch aus ihrer geistigen Welt herausgerissen wurden. Es gibt übrigens noch einen weiteren, wenn auch nicht ganz so populären Dirigenten, nämlich Fritz Lehmann, der am Karfreitag des Jahres 1956, dem 30. März, in München während einer Aufführung von Bachs "Matthäus-Passion" einem Herzinfarkt erlag. Lehmann war ein bevorzugter Dirigent der DGG in den ersten Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Zahlreiche Aufnahmen geben davon Zeugnis.


    Liebe Grüße,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Das sagt gerade der richtige, du hast wohl keine Spiegel Zuhause!

    Du bist ja echt ein lustiger Vogel! Was hast Du eigentlich geraucht, oder leidest Du konstant an Wahrnehmungsstörungen?

    Ich will niemand belehren und erst recht nicht bekehren, nichts liegt mir ferner. Aber meine Meinung werde ich sagen dürfen, wozu ist denn sonst ein Forum da?


    Nenne mir einen einzigen Beitrag an Dich oder an andere, der Deine absurde These beweist. Ich bin sehr gespannt!!

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Bei der Nennung des Namens des Dirigenten Soltész dürften nicht wenige erwidern: "Sie meinen Solti?" Stefan Soltész war mir freilich trotzdem ein Begriff, aber irgendwie habe ich ihn nicht bewusst in meiner Sammlung (vermutlich sind gleichwohl einige Aufnahmen unter seinem Dirigat darunter). Er hat es nicht ganz in die "erste Reihe" geschafft und wurde insgesamt doch relativ überschaubar für Einspielungen zu Rate gezogen. Nun wird er künftig ausgerechnet aufgrund der tragischen Umstände um sein Ableben gleichwohl in einem Atemzug genannt werden können mit Felix Mottl, Joseph Keilberth und Marcello Viotti, die alle in München bei der Ausübung ihres Dirigentenberufes bzw. kurz danach verstarben.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Bei der Nachricht des Todes von Stefan Soltész fielen mir spontan zwei weitere Namen ein: Joseph Keilberth und Giuseppe Sinopoli. Ersterer starb an gleicher Stelle wie Soltész und fast am gleichen Tag, am Pult des Münchner Nationaltheaters bei einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde", am 20. Juli 1968

    Man könnte dem noch Felix Mottl und Giuseppe Patané hinzufügen, Soltesz ist in München da bereits der vierte.

  • Man könnte dem noch Felix Mottl und Giuseppe Patané hinzufügen, Soltesz ist in München da bereits der vierte.

    Hallo, Perikles,


    danke für den Hinweis; an Felix Mottl wurde bereits von Joseph II. erinnert, ihn hatte ich gar nicht auf dem Schirm, außer seinem Namen. Er starb bereits 1911 und hat, außer ein paar Welte-Mignon-Mitschnitten, m.W. keine Tonaufnahmen hinterlassen.

    Dagegen ist mir Giuseppe Patané natürlich ein Begriff, ihn hatte ich unverzeihlicher Weise total vergessen, obwohl ich etliche Aufnahmen - und zwar durchweg gute - in meiner Sammlung habe.

    Joseph II. nannte zusätzlich noch Marcello Viotti, der ebenfalls in München während eines Dirigats verstarb, gerade mal 50 Jahre alt, wie ich soeben las. Bisher kannte ich nur einen Komponisten mit Namen Viotti, der hieß aber mit Vornamen Giovanni Battista und war wohl nicht verwandt mit dem Dirigenten.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich habe Stefan Soltesz häufig als Dirigent am Essener Aalto Theater erlebt Er hat dort alle Verdi Premieren dirigiert und Herr Hilsdorf hat inszeniert. Damals war Das noch Regietheater und Kult Von einigen Sängern aus dem Chor hab ich gehört, das Herr Soltesz wohl sehr streng und genau war. Ich habe in Essen eine Aufführung von I Puritani erlebt, wo ein Sänger auf der Bühne zusammengebrochen ist und die Vorstellung wurde kurzzeitig abgebrochen bis ein Krankenwagen da war und Ersatz für den Sänger gefunden wurde.

  • Joseph II. nannte zusätzlich noch Marcello Viotti, der ebenfalls in München während eines Dirigats verstarb, gerade mal 50 Jahre alt, wie ich soeben las. Bisher kannte ich nur einen Komponisten mit Namen Viotti, der hieß aber mit Vornamen Giovanni Battista und war wohl nicht verwandt mit dem Dirigenten.

    Bei Viotti war es allerdings so, daß er während einer Probe mit dem Rundfunkorchester einen Schlaganfall hatte. Fritz Lehmann hatte wiederum ich nicht präsent. Irgendwas hat es mit München an sich, daß da so viele Dirigenten bei der arbeit sterben...

  • Irgendwas hat es mit München an sich, daß da so viele Dirigenten bei der arbeit sterben...

    Es scheint tatsächlich ein gefährliches Pflaster für die dirigierende Zunft zu sein. Da mag bei manchem ein mulmiges Gefühl aufkommen ....


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Außerdem entnehme ich den Covers, daß es den traditionsreichen Berliner Männerchor "Carl Maria von Weber" noch gibt. Hoffentlich ist sein Bestand noch auf lange gesichert, denn "Männerchor" klingt ja heutzutage schon vielen als diskriminierend.

    Leider nein, lieber nemorino. Der Chor bestritt am 25.08.2002 als schon verkleinertes Ensemble (10 Sänger) sein letztes Konzert im Theater Karlshorst Berlin. So war auch der letzte und einzige Berufs-Männerchor Deutschlands ein Fall für die Geschichtsbücher. Schade, aber Gelder aus der öffentlichen Hand gab es schon lange keine mehr und als rein privates Ensemble war ein Überleben nicht möglich.



    Die Berliner Morgenpost schrieb am 25.08.2002 hierzu:


    Zitat

    Der Chor hat eine lange Tradition. Von 1950 bis 1990 war er das Herzstück des Erich-Weinert-Ensembles der DDR-Armee. Die Bundeswehr übernahm ihn nur bis Mitte 1991. Auf Beschluss des Bundestages wurde der mittlerweile mit Sängern aus ganz Deutschland aufgefüllte Carl-Maria-von-Weber-Chor bis 1995 weiter aus dem Verteidigungshaushalt mit jährlich drei Millionen Mark finanziert. Höhepunkte unter den hundert Konzerten pro Jahr waren das Flandern-Musikfestival und eine Israel-Tournee. Beim Frankfurter Gastspiel der Metropolitan Opera New York mit einer konzertanten Aufführung des «Fliegenden Holländer» unter James Levine übernahmen die «Webers» 1994 den Chorpart.


    Jerke und seine Mannen stemmten sich ihrem Schicksal entgegen und wagten 1995 als stark reduziertes Vokalensemble den Neuanfang. Vom Senat wurde es bis 1999 als «Arbeitsförderbetrieb» betrieben. Der Klangkörper begeisterte weiter im In- und Ausland, auch bei Revuen im Friedrichstadpalast. Ob Volks- oder Kunstlied, geistliche Musik, Folklore, Oper, Operette oder Musical - nichts war den «Webers» fremd. Zahlreiche CDs künden davon. Zu einer Heimstatt wurde das Theater Karlshorst.


    Grüße

    Apollon

  • Der Chor bestritt am 25.08.2002 als schon verkleinertes Ensemble (10 Sänger) sein letztes Konzert im Theater Karlshorst Berlin.

    Das stimmt mich echt traurig, lieber Apollon. Zumal wenn man bedenkt, welche eine reiche Tradition in deutschen Landen die Männerchöre und -gesangvereine vorzuweisen haben. Demnach gibt es den großartigen Chor schon seit 22 Jahren nicht mehr. Ja, mit den öffentlichen Geldern, das ist immer so eine Sache. Vieles wird gefördert, was für die Einsichtigen blanker Unsinn ist, aber wenn es um Kultur geht, da wird sehr gerne geknausert.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Als ich noch in Hamburg lebte, habe ich Stefan Soltesz sehr oft am Pult der Hamburgischen Staatsoper erlebt. Ich denke, ich hörte sogar die Vorstellung, in der er auf Engagement dirigierte. Das war 1983 "Hänsel und Gretel", und es fiel auf, mit welcher Energie er das reichlich lethargische Orchester mitriss. Es war keine einfache Zeit für ihn. Häufig musste er Werke wie Trovatore, Traviata oder Butterfly (nach-)dirigieren, die mit Vorliebe vor Premieren angesetzt worden waren, abgesehen von Balletten, in denen er mit John Neumeier, der Hamburger Ballett-Ikone, so manchen Streit ausfocht. Streitbar war Soltesz immer. So auch im finnischen Savonlinna, als er in den Proben zu Butterfly und Holländer dem Orchester vorwarf, zwar im Sommer, aber nicht in der Sommerfrische zu sein.

    Nach Savonlinna war er eingeladen worden, weil dort Jari Hämäläinen Intendant war, der vorher, als Soltesz GMD in Braunschweig war, dessen Chorleiter war.


    Soltesz hat seinen Beruf wirklich von der Pieke auf gelernt und war anfangs in jedem Metier tätig, bis hin zum Musical. Das waren die besten Voraussetzungen für ihn, als er als GMD in Braunschweig endlich Eigenverantwortung übernahm, mehr noch später in Essen, als er in der Doppelfunktion als GMD und Intendant tätig war und sich mit niemandem als mit sich selbst auseinandersetzen musste.

    R.I.P., Stefan Soltesz


    Beste Grüße aus Finnland


    Peter Schünemann

  • Soltesz hat seinen Beruf wirklich von der Pieke auf gelernt und war anfangs in jedem Metier tätig, bis hin zum Musical.

    Hallo, Peter Schünemann,


    in dieser Hinsicht ähnelt seine Karriere der von Herbert von Karajan, der auch nicht im Hopplahopp an die Spitze der Berliner Philharmoniker gelangte, sondern nach ersten Auftritten im Mozarteum seiner Heimatstadt Salzburg 1929 im darauffolgenden Jahr 1930 zum Ersten Kapellmeister nach Ulm berufen wurde, wo er ein kleines, total unterbesetztes und wenig motiviertes Orchester von knapp 30 Mitgliedern vorfand. Nach vier Jahren Kärrnerarbeit in Ulm, musikalisch tiefste Provinz, wo er neben Opern und Konzerten auch Operetten zu dirigieren hatte, gelangte er schließlich, nach einem Jahr ohne feste Anstellung, 1935 durch Beziehungen nach Aachen, als damals jüngster GMD in Deutschland. Sein weiterer Berufsweg ist bekannt, aber Karajan hat stets betont, daß gerade die schwierigen Aufbaujahre in Ulm seine steile Karriere ermöglicht hätte, die ihn schließlich faktisch zum "Generalmusikdirektor Europas" werden ließ.


    Heutzutage schießen solche Karrieren oftmals aus dem Boden, enden aber auch ebenso oft nach wenigen Jahren und geraten in Vergessenheit.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino,


    Stefan Soltez erzählte mir in einem 1985 geführten Interview, er sei neben seinem Studium bei Prof. Swarowsky Korrepetitor im Musikverein und beim ORF gewesen und habe bei allen Wiener Orchestern Tasteninstrumente gespielt. Sein erstes Engagement hatte er im Theater an der Wien und dort en suite Operette und Musical dirigiert. Mit 24 erhielt er einen gemischten Korrepetitoren- und Dirigentenvertrag an der Wiener Staatsoper und hatte einen fast vierjährigen Gastvertrag mit der Grazer Oper. Als er von einer Vakanz in Hamburg hörte, dirigierte er dort vor und wurde genommen.


    In Hamburg dirigierte er vor allem nach. Deshalb meine Frage an ihn, ob er nicht an einem kleineren Haus mehr Möglichkeiten gehabt hätte, eine Aufführung durch Einstudierung stärker zu prägen. Interessant seine Antwort :


    "Wenn man... an ein kleines Haus geht, erlebt man dort nicht sehr hohes Niveau. Sie übernehmen Stücke von einem GMD, der es ja auch nur bis Regensburg gebracht hat und es vielleicht auch nicht weiterbringt. In einem großen Haus wird man niveaumäßig besser geprägt. Hinzu kommt, dass sich in unserer heutigen Zeit keine Agentur und kein Veranstalter mehr für die Provinz interessiert. Provinz ist heute nicht mehr "erwünscht" ".


    Wie gesagt, das Interview stammt aus dem Jahre 1985.


    Beste Grüße


    Peter Schünemann

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Hinzu kommt, dass sich in unserer heutigen Zeit keine Agentur und kein Veranstalter mehr für die Provinz interessiert. Provinz ist heute nicht mehr "erwünscht" ".

    Lieber Peter Schünemann,


    ja, die Zeiten haben sich gründlich gewandelt. Hinzu kommt noch, daß kleine Häuser heute oft gar nicht mehr in der Lage sind, anspruchsvolle oder nur mit großem Aufwand zu verwirklichende Opern auf die Bühne zu bringen. Das war in den 1930er Jahren, als Karajan am Beginn seiner Karriere stand, noch ganz anders. Er hat es damals sogar fertiggebracht, in Ulm Wagners Meistersinger zu inszenieren und zu dirigieren. Ein wahnsinniger Kraftakt, wenn man sich die Bedingungen vorstellt, mit denen er arbeiten mußte.


    Schöne Grüße nach Finnland,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die DVD-Liebhaber und Debussy-Freunde unter uns kann ich noch auf die folgende Ausgabe aufmerksam machen:

    Claude Debussy: Pelleas et Melisande (Essen, 2012) [Blu-ray]

    Von den mitwirkenden Sängern ist mir lediglich Doris Soffel ein Begriff. Stefan Soltész dirigiert die Essener Philharmoniker.


    Und dann noch diese Blue-ray:

    Giacomo Meyerbeers - Die Hugenotten [Blu-ray]


    Hier leitet Stefan Soltész Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin bei einer Aufführung von Meyerbeers "Hugenotten".


    Wie die Inszenierungen ausgefallen sind, kann ich nicht sagen, weil ich beide Ausgaben nicht besitze.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Liebe Taminos,


    ich bin wieder 'online'!



    Der am 22. 7. 2022 mit 73 Jahren verstorbene Dirigent Stefan Soltesz – der nicht tot am Dirigentenpult im Münchner Nationaltheater zusammenbrach, sondern erst bei der Einlieferung ins Krankenhaus starb – hatte vor allem während seiner Zeit als Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musiktheaters in Essen internationale Anerkennung als Richard-Strauss-Experte erworben.



    In Essen initiierte und dirigierte Stefan Soltesz Neuinszenierungen von acht Strauss-Opern:


    „Arabella“ (September 1997) mit Petra-Maria Schnitzer, Zsuzsanna Bazsinka, Ildikó Szönyi, Claudio Otelli, Marcel Rosca und Jeffrey Dowd / Regie: Adolf Dresen.


    „Die Frau ohne Schatten“ (September 1998) mit Susan Anthony, Luana DeVol, Ildikó Szönyi, Jeffrey Dowd, Wolfgang Brendel und Marcel Rosca / Regie: Fred Berndt. (Bei den Richard-Strauss-Festtagen 2010 in Garmisch leitete Stefan Soltesz eine konzertante Aufführung dieser Oper mit den Essener Philharmonikern und den genannten Solisten, aber statt Susan Anthony sang hier Silvana Dussmann die Kaiserin.)


    „Daphne“ (Mai 1999) mit Zsuzsanna Bazsinka, Elisabeth Hornung, Rainer Maria Röhr, Jeffrey Dowd und Marcel Rosca / Regie: Peter Konwitschny.


    „Elektra“ (Februar 2000) mit Luana DeVol, Silvana Dussmann, Ildikó Szönyi, Karl-Heinz Lehner und Rainer Maria Röhr / Regie: Nicolas Brieger.


    „Ariadne auf Naxos“ (Februar 2002) mit Mariana Zvetkova, Viktoria Loukianetz, Stella Kleindienst, Albert Bonnema und Heiko Trinsinger / Regie: Johannes Schaaf.


    „Die ägyptische Helena“ (Juni 2003) mit Luana DeVol, Helen Donath, Elisabeth Hornung, Hendrik Vonk, Almas Svilpa und Peter Bording / Regie: Gottfried Pilz.


    „Salome“ (Januar 2004) mit Francesca Patané, Ildikó Szönyi, Rainer Maria Röhr, Almas Svilpa und Jeffrey Dowd / Regie: Tilman Knabe.


    „Der Rosenkavalier“ (Dezember 2004) mit Martina Serafin, Michelle Breedt, Rachel Harnisch und Franz Hawlata / Regie: Anselm Weber.


    Mit einer umjubelten Aufführung der „Frau ohne Schatten“ verabschiedete sich Stefan Soltesz 2013 nach sechzehn Jahren vom Essener Opernpublikum.



    Von drei Strauss-Opern sind Mitschnitte erhalten:


    „Friedenstag“ (Richard Strauss): Der Kommandant der belagerten Stadt – Hans-Joachim Ketelsen / Maria, seine Frau – Luana DeVol / Der Wachtmeister – Karl-Heinz Stryczek / Der Schütze – Tom Martinsen / Der Konstabel – Andreas Scholz / Der Musketier – André Eckert / Der Hornist – Jürgen Commichau / Ein Offizier – Jürgen Hartfiel / Ein Frontoffizier – Matthias Henneberg / Ein Piemonteser – Werner Güra / Der Holsteiner, Kommandant der Belagerungsarmee – Oddbjörn Tennfjord / Der Bürgermeister – Klaus König / Der Prälat – Rainer Büsching / Eine Frau aus dem Volk – Sabine Brohm / Der Sinfoniechor Dresden / Der Kinderchor und der Chor der Staatsoper Dresden / Die Sächsische Staatskapelle Dresden / Dirigent: Stefan Soltesz / Dresden, Staatsoper, 2. 4. 1995. Ein Premieren-Mitschnitt des Deutschlandfunks aus der Dresdner ‚Semperoper‘ (Regie: Peter Konwitschny); bei einer Vorstellungsserie dieser Inszenierung im Mai 1998 (bei nahezu unveränderter Besetzung, ebenfalls unter Stefan Soltesz) sang Susan Anthony die Maria.


    „Daphne“ (Richard Strauss): Peneios – Alfred Reiter / Gaea – Jane Henschel / Daphne – Alexandra von der Weth / Leukippos – Roberto Saccà / Apollo – Johan Botha / Zwei Mägde – Rebecca Nash und Gweneth-Ann Jeffers / Vier Hirten – James Rutherford, Peter Auty, Graeme Broadbent und Darren Jeffery / Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Dirigent: Stefan Soltesz (London, Royal Opera House, 11. 5. 2002, Konzertante Aufführung). Ein Mitschnitt der BBC London, gesendet am 18. 5. 2002 und auf ‚Premiere Opera‘ veröffentlicht. (Stefan Soltesz sprang kurzfristig für Christian Thielemann ein.)


    „Salome“ (Richard Strauss): Herodes – Kim Begley / Herodias – Doris Soffel / Salome – Angela Denoke / Jochanaan – Alan Held / Narraboth – Marcel Reijans / Der Page der Herodias – Jurgita Adamonytè / Fünf Juden – Jeffrey Francis, Benjamin Hulett, Timothy Robinson, Pascal Pittie und Reinhard Dorn / Zwei Nazarener – Steven Humes und Roman Grübner / Zwei Soldaten – David Jerusalem und Artur Grywatzik / Ein Cappadozier – Roman Grübner / Ein Page – Iwona Sakowicz / Naaman, der Henker – Patrick Büttner / Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Stefan Soltesz / Choreographie: Denni Sayers / Bühnenbild: Hans-Martin Scholder / Kostüme: Bettina Walter / Licht: Duane Schuler / Inszenierung: Nikolaus Lehnhoff / TV-Regie: Thomas Grimm (Baden-Baden, Festspielhaus, Juni 2011). Erschienen 2012 auf DVD bei ‚Unitel‘.



    Mit Stefan Soltesz gibt es ausser den in den Beiträgen Nrn. 1, 6 und 22 genannten Aufnahmen noch folgende Opern-Gesamtaufnahmen und Recitals auf CD bzw. DVD:


    „Don Giovanni ossia Il convitato di pietra„ (Giuseppe Gazzaniga) mit Pamela Coburn, Julie Kaufmann, John Aler, Robert Swensen, Günter von Kannen, Anton Scharinger, Jean-Luc Chaignaud u. a. (München, Funkhaus, 1990). Erschienen bei ‚Orfeo‘.


    „Der Kreidekreis“ (Alexander von Zemlinsky) mit Renate Behle, Celina Lindsley, Gabriele Schreckenbach, Roland Hermann, Siegfried Lorenz, Reiner Goldberg u. a. (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, Februar 1990). Erschienen bei ‚Capriccio‘.


    „Zazà“ (Ruggero Leoncavallo) mit Svetlana Aksenova, Enkelejda Shkosa, Juliette Mara, Nikolai Schukoff, Christopher Maltman, Paul Schweinester u. a. (Wien, Theater an der Wien, September 2020). Eine DVD von ‚Unitel‘.


    „Grace Bumbry“ (Opernarien). LP und CD von ‚Orfeo‘.


    „Dietrich Fischer-Dieskau“ (Orchesterlieder von Hugo Wolf). LP und CD von ‚Orfeo‘.



    Bei den ‚Münchner Sonntagskonzerten‘ wurde die folgende Oper (mit dem Münchner Rundfunkorchester) aufgeführt:


    „Sonntagskonzert“ - „Cardillac“ (Paul Hindemith): Markus Eiche (Cardillac), Juliane Banse (Cardillacs Tochter), Matthias Klink (statt Oliver Ringelhahn) (Der Offizier), Jan-Henrik Rootering (Der Goldhändler), Torsten Kerl (Der Kavalier), Michaela Selinger (Eine Dame), Kay Stiefermann (Der Führer der Prevoté) / Prazský filharmonický sbor (Der Prager Philharmonische Chor) (Ltg.: Lukás Vasilek) / Dirigent: Stefan Soltesz / Prinzregententheater München, 13. 10. 2013. Die Erstfassung der Oper von 1926 kam hier zur Aufführung; es war der erste Video-Livestream des Bayerischen Rundfunks per Internet.


    und es gab auch ein ‚Münchner Sonntagskonzert‘ mit folgenden Solisten:


    „Sonntagskonzert“: Eva Marton, Ben Heppner und Paata Burchuladze / (Opernmelodien von Ludwig van Beethoven, Mikhail Glinka, Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Georges Bizet, Modest Mussorgski, Aleksander Borodin, Modest Mussorgskii, Arrigo Boito, Giacomo Puccini, Umberto Giordano u. a.) / Dirigent: Stefan Soltesz / 10. 3. 1991


    In den 90er Jahren war Stefan Soltesz auch mehrmals mit Opern- und Sinfonie-Konzerten aus Essen im TV zu sehen. Da ich mit dem reichhaltigen Musikangebot in Düsseldorf und Köln lange Jahre gut ‚ausgelastet‘ war, bin ich nur selten dafür in benachbarte Städte gefahren. So habe ich Stefan Soltesz nur zweimal erleben können, beide Male am Aalto-Musiktheater in Essen: am 12. 2. 2000 in „Elektra“ (Besetzung siehe oben) und am 11. 3. 2001 in „Luisa Miller“ (aus dem Verdi-Zyklus von Dietrich Hilsdorf) mit Elena Mosuc, Gritt Gnauck, Mikhail Dawidoff, Károly Szilágyi, Marcel Rosca und Almas Svilpa.



    Carlo

  • Zitat

    Die Frau ohne Schatten“ (September 1998) mit Susan Anthony, Luana DeVol, Ildikó Szönyi, Ronald Dowd,

    Lieber Carlo,

    der Sänger des Kaisers ist nicht Ronald Dowd. Den solltest Du korrigieren in Jeffrey Dowd.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Lieber Orfeo,


    Danke für den Hinweis auf diesen Flüchtigkeitsfehler - in den anderen Absätzen des Beitrages habe ich den Vornamen ja korrekt geschrieben! Als jahrzehntelanger Abonnent des englischen Magazins "Opera" ist mir der australische Tenor Ronald Dowd besser im Gedächtnis als der amerikanische Tenor Jeffrey Dowd.


    Carlo