Festspieleindrücke 2022

  • Da sich zur Zeit keiner mehr für klassische Musik zu interessieren scheint und selbst die Festspiele keine Beachtung finden, stelle ich hier mal einige Links rein.


    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=1.7 BBC Proms first Night Verdis Requiem


    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=1.5 Madama Butterfly Bregenzer Festspiele



    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=0.9 Bizet Carmen Arena di Verona


    https://www.bilibili.com/video…id_from=333.999.0.0&t=1.5 Verdi La traviata Arena di Verona


    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=0.9 Donizetti der Liebestrank Choreographie Festival D`Oranges


    Jhttps://www.bilibili.com/video…ommend_more_video.0&t=1.1 Mozart die Zauberflöte Salzburger Festspiele Live Aufführung von gestern


    https://www.bilibili.com/video…-card.all.click&t=13876.2 Rossini Moses und Pharao Festival Aix en Provence


    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=1.8 Mozart Idomeneo Festival Aix en Provence


    Die letzten beiden Aufführungen sind sind zwar keine Festspiel Aufführungen aber trotzdem interessant und sehenswert,


    https://www.bilibili.com/video…arch-card.all.click&t=2.2 Verdi Rigoletto Teatro alla Scala 2022 Neuproduktion


    https://www.bilibili.com/video…id_from=333.999.0.0&t=0.6 Verdi Nabucco Teatro Real Madrid. Eine sehr bewegende Aufführung . Der Gefangen Chor wurde wiederholt und vorher hielt der Dirigent eine Ansprache.

  • Da sich zur Zeit keiner mehr für klassische Musik zu interessieren scheint und selbst die Festspiele keine Beachtung finden

    Wie kommst Du darauf, lieber rodolfo39? Es wird im Forum derzeit so viel über Musik geschrieben, dass man mit dem Lesen nicht nachkommt. Ich jedenfalls kann nicht alles aufnehmen, weil ich mich ja auch ganz für mich fast ununterbrochen mit Musik befasse - hörend, lesend, rippend, sortierend, archivierend, scannend, sehend. Es ist Dir doch unbenommen, selbst Beiträge zu schreiben, auch zu den diversen Festspielen.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rheingold,


    Es ist doch auffällig, das früher zur Festspielzeit das Taminoforum voll war mit Beiträgen von live erlebten oder im Fernsehen gesehen bzw. Radio gehörten Aufführungen. Jetzt findet noch nicht mal der Tristan aus Bayreuth Beachtung.

  • Vielleicht liegt es ja an den Veranstaltungen selbst, dass sie weniger Interesse finden. Mich unteressieren Bayreuth oder Salzburg, wo ich gern gewesen bin, nicht mehr. Salzburg ist mir persönlich zu abgehoben, Bayreuth szenisch, musikalisch und sängerisch nicht mehr anziehend. Aus dem Forum sind Mitglieder, die viel unterwegs waren, ausgeschieden. Ihre Berichte fallen also weg. Selbst schaue ich Opern und Konzerte fast nie im TV, allenfalls ausschnittsweis. Vergessen wir nicht, dass Debatten über aktuelle Aufführungen auch durch Gegner des so genannten Regietheaters befeuert wurden, die sich hier verabschiedet haben. Dadaurch bildete sich am Ende auch nur ein Scheininteresse ab. Wer weiß.


    Schön, dass Du Deinen Enthusiamus nicht eingebüßt hast! :)

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Bei "mezzo-TV" wurde gestern die Premiere der Zauberflöte aus Salzburg übertragen. Es handelt sich um eine Überarbeitung der Inszenierung von Lydia Steier aus 2018 unter der musikalischen Leitung von Joana Mallwitz. Es sangen u.a. Michael Nagl, Regula Mühlemann, Tareq Nazmi.


    Ein Großvater liest in der Rahmenhandlung seinen drei Enkeln die Geschichte von der „Zauberflöte“ vor, nachdem die geplagte Mutter der Knaben zuvor in einem Kleid, das vorher nochTischtuch war, Richtung Nachthimmel entschwebte. Im Folgenden greifen die Personen der Rahmenhandlung immer wieder in das Geschehen der Oper ein.

    Klingt etwas wirr? Ist es auch! Eine Melange aus Singspiel und Theater.


    Wie immer, bilibili war schnell und jeder kann sich hier ein Bild machen. (Untertitel Englisch)

    https://www.bilibili.com/video/BV1FW4y117cQ?

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Ich hatte ja an anderer Stelle vermerkt, dass ich in diesem Sommer drei Festivals mit vier Aufführungen besucht habe: Die Münchner Opernfestspiele, das Festival d'Aix-en-Provence und das Glyndebourne Festival. Da gäbe es einiges zu berichten. Aber angesichts der in diesem Forum stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde. Außerdem kann ich zu den sängerischen Leistungen nur wenig Qualifiziertes sagen. Und für mein Steckenpferd, die Inszenierungen, interessiert sich hier ohnehin kaum jemand.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Aber angesichts der stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde

    Diese Einstellung ist für ein Forum fragwürdig. Irgendeiner muss doch immer den Anfang machen. Und wenn jetzt nicht mehr viele Opernliebhaber aktueller Aufführungen dabei sind, wird sich ohne neue Beiträge der Zustand nur durch Zufall ändern. Postings von Dir könnten hypothetisch ja neue Liebhaber anlocken.


    Es ist natürlich immer etwas einfacher, sich ins gemachte Bett zu legen :)



    Wahrscheinlich müsste man einen analogen Thread zu dem über moderne Musik aufmachen, oder?


    Zeitgenössische Musik im Schmollwinkel (?)

  • Gerne wäre ich in Bayreuther Tristan gegangen, wenn ich Karten hätte ergattern können.

    Aber am letzten Augustwochenende werde ich den Holländer dort sehen.

    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Es ist natürlich immer etwas einfacher, sich ins gemachte Bett zu legen :)

    Ich habe über einige Jahre hinweg regelmäßig Berichte in der "Gestern in der Oper"-Rubrik verfasst. Den Vorwurf, ich wolle mich ins gemachte Bett legen, weise ich daher zurück. Schon damals war die Resonanz allerdings nahezu gleich Null. Letztlich ist das auch nicht verwunderlich. Was soll ein Leser auch zum Bericht über eine Aufführung sagen, die er selbst nie sehen wird, weil er nicht dorthin reist?

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Aber angesichts der in diesem Forum stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde.

    Weist Du, lieber Bertarido, warum ich mich gern in die Vergangenheit flüchte? Weil ich dort noch realtv sicher vor dem Gender-Wahn bin, den ich für eine völlig überflüssige Erfindung der Wohlfühlgesellschaft halte, die sich von den Realitäten des Leben abgekoppelt hat.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Gerne wäre ich in Bayreuther Tristan gegangen, wenn ich Karten hätte ergattern können.

    Aber am letzten Augustwochenende werde ich den Holländer dort sehen.

    Den kann man jetzt aus der Tube hören.......

    Tristan Stephen Gould
    Marke Georg Zeppenfeld
    Isolde Catherine Foster
    Kurwenal Markus Eiche
    Melot Olafur Sigurdarson
    Brangäne Ekaterina Gubanova
    Ein Hirt Jorge Rodríguez-Norton
    Ein Steuermann Raimund Nolte
    Junger Seemann Siyabonga Maqungo
    Musikalische Leitung Markus Poschner
    Regie Roland Schwab

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Da sich zur Zeit keiner mehr für klassische Musik zu interessieren scheint und selbst die Festspiele keine Beachtung finden, [.....]

    Das kommt mir auch seit einiger Zeit so vor. Ich habe dieses Desinteresse auch schon mal angesprochen, aber selbst darauf hat niemand reagiert.


    Ich hatte ja an anderer Stelle vermerkt, dass ich in diesem Sommer drei Festivals mit vier Aufführungen besucht habe: Die Münchner Opernfestspiele, das Festival d'Aix-en-Provence und das Glyndebourne Festival. Da gäbe es einiges zu berichten. Aber angesichts der in diesem Forum stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde.

    Auch ich habe meine Aktivitäten diesbezüglich eingestellt. Von Opernbesuchen schreibe ich hier eigentlich nichts mehr. Ist eine undankbare Sache. Man hat das Gefühl es interessiert eh kaum jemanden, und wenn, dann kommen hämische Kommentare. Das habe ich nicht nötig.

    Auch im Sängerforum bin ich nicht mehr so aktiv wie früher. Ich merke, dass mein Schwung hier eingeschlafen ist. Wen wundert's?

    Ich habe zwar noch ein großes Projekt für ein Sängerjubiläum vor. Aber sonst halte ich mich auch hier mehr zurück.



    Gregor

  • Ich hatte interessanterweise ein mehrjähriges Loch was Klassische Musik betrifft. Bis vor ein paar Jahren ging ich regelmässig in die Oper Zürich. Hatte sogar ein Abo. Dann war das Interesse plötzlich weg. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Musik. Auch andere Genres reizten mich nicht mehr. Vermutlich habe ich das Interesse durch die immer Verfügbare Musik auf Streamingdiensten verloren. Jetzt ist es aber wieder da. Im September schaue ich Nabucco und die Walküre in Zürich. Im Oktober und November habe ich Tickets für die Tonhalle.

  • Ich habe über einige Jahre hinweg regelmäßig Berichte in der "Gestern in der Oper"-Rubrik verfasst. Den Vorwurf, ich wolle mich ins gemachte Bett legen, weise ich daher zurück.


    Es war gar nicht mal als Vorwurf gedacht, sondern mehr eine allgemeine Feststellung. Immer wieder lese ich hier, dass einige Forumsmitglieder mit dem gebotenen Programm nicht zufrieden sind. Da habe ich den Eindruck, dass der Sinn eines Forums nicht verstanden wird ...:)



    Da sich zur Zeit keiner mehr für klassische Musik zu interessieren scheint und selbst die Festspiele keine Beachtung finden,


    Das klingt so, als wären die Festspiele in Bayreuth ein gemeinsamer Nenner für alle Klassikinteressierte. Mich hat ein solches Spektakel noch nie zu etwas bewegen können und wird es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht.

  • Weist Du, lieber Bertarido, warum ich mich gern in die Vergangenheit flüchte? Weil ich dort noch realtv sicher vor dem Gender-Wahn bin, den ich für eine völlig überflüssige Erfindung der Wohlfühlgesellschaft halte, die sich von den Realitäten des Leben abgekoppelt hat.

    Ich kann mich nicht erinnern, in einer Opernaufführung schon jemals mit dem konfrontiert worden zu sein, was Du "Gender-Wahn" nennst. Aber vielleicht hast Du andere Erfahrungen gemacht? Die würden mich interessieren.


    Meine Meinung beispielsweise zum Thema einer gendergerechten Sprache ist eine andere als Deine. Ich halte mich aber bewusst aus dem entsprechenden Thread heraus, in dem alte weiße Cis-Männer darüber reden, warum das alles völlig überflüssig ist. :)

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich führe dieses Forum nunmehr seit 18 Jahrebn und kann hier einiges beitragen:

    Sicher ist das Interesse an klassischer Musik derzeit derzeit rückgängi - aber das sollte nicht so stark sein wie immer wieder behauptet. Oder anders gesproechen, es war egentlich eine Richtung die Otto Normalverbraucher mehrheitlich verschlsoosen blieb.

    Einer der Gründee, dieses Forum zuj gründen war, die Interessanten der klassischen Musik unter einem Dach zu eversammeln, weil es schon um 2004 einige Foren gab, die indes allesamt verlasssen waren, weil nur Fragen gestellt wurde, aber keone Antworten gegeben wurden. Die "Wissenden" wollten sich nicht mit so dummen Fragen wie "Ist Mozarts Musik schön ?" Oder Ich hab eine Aufgabe in Musikkunde und ke3nn mich nicht aus - Bitte schnell antworten"....oder so Ähnlich

    Das setzte sich einkleine grünes Teufelchen auch meine schulter und flüsterte mir süß klingred ins Ohr:

    DU könnteste das besser. - DU weisst wie man sowas aufzieht -DU bist ein GENIE !

    Da fühlt man sich in dem was man ohnehin weiß bestätigt. - und ich wurde in einigen halbkaputten Klassikforen aktiv, allen voran das damals noch bestehende KLASSIK AKZENTE -Forum, wo mir ein oder zwei User das Leben durch Provokationen das Leben zzu Hölle machten. So verliess isch diese Forum und wandte mich einem anderen zu, Bald bekam ich das Angebibt, moderator zu werden. und dummerweise nahm ich an. Unter meiner Führung blühte der Klassikteil dieses Foums förmlich auf.

    Allerding wurde auch dort gegen meine elitäre Linie aqbiert - und ich griff mit eiserner Faust durch. Das wiederum passte der Forenleitung nicht und man enthob mich meines postens, in der Hoffnung ich würde weiter das Forum "pushen" aber mit gestutzen Kompetenzen. Die haben mich eben nicht gekannt.

    Ich verliess das Forum sofort und teilte das via PN allen dort aktiven in einem Lakonischen Satz mit. Schon am Nachmittag (es war ein Samstag) läutet andauernd bei mir das Telefon und ich bekamm eine email nach der anderen. MAn beschwerte sich sich bei mir und beschimpfte dort auch die Forenleitung, der man vorwarf für meinen Weggang verantwortlich zu sein. Ich hingegen wurde aufgefordert ein eigenes Forum zu gründen - was ich anfangs nicht wollte, weil ich gar nicht wusste wie sowas technisch funktioniert und keine Kosten tragen wollte. Irgendwie kams dann doch dazu, und das neue Forum dümpelte - nach erster Begeisterung - vor sich hin. Irgendwann war der Bann gebrochen und es meldeten sich immer mehr mitglieder an. Es schien, daß mein Plan vom allmächtigen Tamino Klassikforum Realität zu werden schien.

    Das Niveau war immer unterschiedlich, ebenso die Mitgliederzahlen und die weltanschauliche Ausrichtung-. So habe ich in den ersten ein bis zwei Jahren keine Vertreter der moderneren Musik zugelassen, weil ich der Ansicht war, sie würden sich nicht mit den "typischen "Flassikfreunden (wozu ich mich selbst zähle) harmoniern.

    Aber gerade sie waren es , die sich für dieses Forum interessierten.

    So fasste ich den folgenschweren Entschluss, diese Leute zuzulassen. Und es kamen auch noch LEute von anderen kriselnden Forun zu uns, die von dort vertrieben wurden, oder sich einfach nicht vetragen haben. Das Problen in solchen Fällen ist, daß es nich an den anderen Foren lag, sondern an den Personen. Die vertrugen sich bei uns auch nicht

    das führte zu einem ständigen Wechsel an Mitgliedern wie wir sie zuvor noch nicht erlebt hatten, mit teilweise drastischen Folgen.

    Es wurde von mehreren Seiten dazu aufgerufen das Forum zu boykottieren oder es zu zerstören, zu verbieten. Das Schiff schlingerte zwar gelegentlich - aber es hielt Kurs.

    Über eines kann man aber nicht hinwegfsehen. Durch die Aufspragelung und den Weggang einiger "Schwieriger" ist es nahezu unmöglich geworden dem Forum die Größe zu verleihen, die notwendig wäre um alle Themenbereiche zufriedenstellen abdecken zu können. Die potentiellen Mitglieder verhindern sich gewissermaßen selbst.

    Aktive Themenbereiche worden und werden immer nur von 3-5 - manchmal auch nur von einem Mitglied am Leben gehalten, fallen die weg, dan stirbt der bestimmte Bereich - zumindest für eine längere Zeit - meist aber für immer. Dafür kommen -meist unbemerkt - neue Abteilungen, die das Gesicht des Forums prägen.

    Im Augenblick gibt es eine Krise, die natürlich keine des Forums ist. Durch den Wegfall zahlreicher Veranstaltungen wird weniger über Live - Erlebnisse geschrieben. St. Margarethen (Nabucco) wurde heuer offensichtlch überhaupt"übersehen" -oder hab ich was verpasst ?

    Aber auch nach Corona werden viel - auch wenn es erlaubt ist - Theater, Konzerte, Opernhäuser meiden, es gibt nunschon die ersten Todesfälle bei Affenpocken. Ein WAhnsinniger droht mit einem Atomkrieg der die Erde auslöschen soll. Wer unter diesen Umständen noch mit Vergnügen in einem Klassikforum schreibt, der muß schon ein sehr intaktes Nervenkostüm haben.

    Ein weiterer Aspekt ist meine Person: Auch wenn die meisten es nichr wahrgenommen haben, s war ich lange Zeit der trieben Motor (oder zumihndest einer der wichtigen Motoren) dieses Forums. Habre ich mich gelegentlich zurückgezogen, so sah man das am Rückgang der Beitragszahlen. Ein Forum, das davon abhängig ist, daß der Betreiber immer wieder als Lokomotive fungiert ist kein funktionierendes System. Also habe ich meine Aktivitäten gedämpft.(aber nicht eingestellt)

    Dennoch steht das Forum allgemein gesehen recht gut da..


    mfg aus Wien

    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Ich hatte ja an anderer Stelle vermerkt, dass ich in diesem Sommer drei Festivals mit vier Aufführungen besucht habe: Die Münchner Opernfestspiele, das Festival d'Aix-en-Provence und das Glyndebourne Festival. Da gäbe es einiges zu berichten. Aber angesichts der in diesem Forum stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde. Außerdem kann ich zu den sängerischen Leistungen nur wenig Qualifiziertes sagen. Und für mein Steckenpferd, die Inszenierungen, interessiert sich hier ohnehin kaum jemand.

    Mich würde interessieren, ob deiner Meinung nach die, die sich in Bayreuth und Salzburg nicht (mehr) wiederfinden, in Glyndebourne einen neuen Hafen finden würden.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Habe mir das Programm 2023 angeschaut: Mozart, Poulenc, Britten. Eher nicht interessant für mich.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Mich würde interessieren, ob deiner Meinung nach die, die sich in Bayreuth und Salzburg nicht (mehr) wiederfinden, in Glyndebourne einen neuen Hafen finden würden.

    Dazu will ich gerne etwas sagen. Vorausgeschickt sei, dass ich seit 1996 regelmäßig in Glyndebourne bin, seit längerer Zeit jeden Sommer, wenn man eine Corona-bedingte Unterbrechung 2020 und 2021 einmal außer Acht lässt. Meine Verbundenheit mit diesem Festival kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass ich seit langem Mitglied der Glyndebourne-Society bin (die Wartezeit für die Erlangung des vollen Mitgliedsstatus beträgt derzeit 10-12 Jahre).


    Unser Freund Rheingold1876 sprach davon, dass er Bayreuth szenisch, musikalisch und sängerisch nicht mehr anziehend fände. Wie sieht es damit in Glyndebourne aus? Die Festspiele stehen nach meiner Erfahrung nicht an der vordersten Front des Regietheaters (anders als etwa die in Aix), bieten aber auch nicht ausschließlich traditionelle Inszenierungen. Ich habe dort "moderne" Produktionen u.a. von Peter Sellars oder Barrie Kosky gesehen, aber auch traditionellere Inszenierungen z.B. von Jonathan Kent und viele, die irgendwo dazwischen lagen. Daher denke ich, dass dort für jeden Geschmack etwas geboten wird, und das durchgängig auf hohem Niveau. Eine völlig misslungene Produktion habe ich jedenfalls dort nie erlebt.


    Musikalisch haben es die Festspiele verstanden, das hohe Niveau zu halten, für das sie bekannt sind. Sie hatten immer ein glückliches Händchen bei der Wahl der musikalischen Direktoren (derzeit Robin Ticciati) wie auch der Gastdirigenten. Resident Orchestras sind das London Philharmonic und für Produktionen von Barock-Opern in HIP das Orchestra of the Age of Enlightenment, beides erstrangige Klangkörper. Und die Sängerinnen und Sänger, die ich dort erlebt habe, waren meist ganz vorzüglich, sowohl Stars wie auch "Neue Stimmen". Svetlina Stoyanova hat mich (und den Rest des Publikums) dieses Mal zum Beispiel als "Ruggiero" in Händels "Alcina" begeistert. Unser ehemaliges Mitglied Caruso, der in Glyndebourne als künstlerischer Berater tätig war und vielleicht immer noch ist, hat hier einige Male auf die Sorgfalt hingewiesen, mit der dort die Mitglieder des Ensembles ausgewählt werden und mit der man die Stücke erarbeitet.


    Und wie sieht es mit der Abgehobenheit aus, die Rheingold1876 an Salzburg stört? Nun, auch Glyndebourne ist ein Event, bei dem Angehörige der oberen Gesellschaftsschichten immer noch die Mehrheit ausmachen. Und auch wenn es inzwischen mehr Ausnahmen gibt als vor 20 Jahren, ist das Dinner Jacket immer noch das dominierende Kleidungsstück bei den Herren. Trotzdem habe ich nie den Eindruck gehabt, dass Glyndebourne abgehoben sei, was vielleicht auch an der ländlichen Atmosphäre liegt und dem, was diese Festspiele einmalig macht: Dem Picknick auf den Wiesen mit Blick auf die wunderbare südenglische Hügellandschaft in der 90-minütigen Pause. Das scheinen auch viele Deutsche zu schätzen, jedenfalls habe ich dieses Jahr einige bemerkt.


    Langer Rede kurzer Sinn: Ich liebe dieses Festival, und ich glaube sehr wohl, dass es dazu taugt, auch Bayreuth- und Salzburg-Flüchtige zu begeistern (wenn man davon absieht, dass Wagner dort eher selten gespielt wird). Nicht von der besonderen Atmosphäre, aber von der künsterlischen Qualität kann man sich ja auch selbst einen Eindruck verschaffen, da viele Produktionen auf DVD/Bluray (und inzwischen auch als Stream) vorliegen.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Lieben Dank, werter Bertarido - und Respekt für dein Engagement dort. Klingt nach einem guten Konzept - und gegen Dinner Jackets habe ich nichts ;-).

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Lieber Alfred, danke für deine plausible Zusammenfassung, und deinen letzten Satz kann ich unterstreichen. Ich verstehe die Anmerkungen oder die Kritik mancher Mitglieder, aber ich finde ebenfalls, dass das Forum recht gut dasteht. Dass nicht zu jeder Zeit alle Bereiche hier abgedeckt oder alle aktuellen Kulturereignisse besprochen werden, halte ich nicht für problematisch.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Ich hatte ja an anderer Stelle vermerkt, dass ich in diesem Sommer drei Festivals mit vier Aufführungen besucht habe: Die Münchner Opernfestspiele, das Festival d'Aix-en-Provence und das Glyndebourne Festival. Da gäbe es einiges zu berichten. Aber angesichts der in diesem Forum stark geschrumpften Zahl von Opernliebhabern, die auch an aktuellen Aufführungen interessiert sind und nicht nur Schallplatten mit Sänger_innen hören, die lange verstorben sind, habe ich große Zweifel, ob sich die Mühe lohnen würde. Außerdem kann ich zu den sängerischen Leistungen nur wenig Qualifiziertes sagen. Und für mein Steckenpferd, die Inszenierungen, interessiert sich hier ohnehin kaum jemand.

    Durch deinen Bericht #19 über Glyndebourne hast du deine Aussage, die ich hier noch einmal als Zitat eingefügt habe, selbst widerlegt, lieber Bertarido. Ich habe deine Ausführungen über das Festival mit Interesse gelesen.

    Man kann hier Gedanken zur Musik einstellen oder eben auch persönlich Erlebtes. Selbst wenn nicht gleich Reaktionen kommen, lesen es doch einige Menschen und profitieren vielleicht davon. Aber man muss halt manchmal frischen Mutes einfach drauf los schreiben.

    Danke, dass ich nun dein persönliches Bild von Glyndebourne kenne.

  • Corona hat das Opernforum sozusagen gekillt. Seit 2019 habe ich deshalb keine Opernaufführung mehr besucht. Auch kein Symphoniekonzert und keinen Klavierabend mehr übrigens. Zuletzt musste ich eine Einladung zu einem Wagner-Abend mit meinen Wagner-Freunden absagen wegen Umzugsvorbereitungen. Ich glaube deshalb nicht, dass das Interesse an Opern und Berichten über Aufführungen abgenommen hat. Im Gegenteil! Ich lese hier alles darüber! :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Langer Rede kurzer Sinn: Ich liebe dieses Festival, und ich glaube sehr wohl, dass es dazu taugt, auch Bayreuth- und Salzburg-Flüchtige zu begeistern (wenn man davon absieht, dass Wagner dort eher selten gespielt wird). Nicht von der besonderen Atmosphäre, aber von der künsterlischen Qualität kann man sich ja auch selbst einen Eindruck verschaffen, da viele Produktionen auf DVD/Bluray (und inzwischen auch als Stream) vorliegen.


    Lieber Bertarido, Dank für den schönen und informativen Beitrag! Es grüßt Hans

    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Lieber Bertardio, vielen Dank für deinen Bericht. Bei den Proms war ich schon aber leider nicht in Glyndebourne. Welches Festival mir auch sehr gut gefällt und was ich einige Male live erlebt hab, ist das Rossini Festival in Pesaro. Es gibt dort eine gute Mischung von bekannten und unbekannten Rossini Opern. Und man lernt dort neben den bekannten Sängern auch junge und interessante Sänger kennen. Was mich nur stört, das wenn es um politische Themen geht, die Antworten teilweise sofort kommen. Bei musikalischen Themen sieht man zwar die Anzahl der Leser, aber es wird nicht darauf reagiert.

  • Den kann man jetzt aus der Tube hören.......

    LG Fiesco

    Lieber Fiesco, Dank für den Link! Es grüßt Hans

    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Bei mir hat Corona so gewirkt, dass ich wegen der vielen Einschränkungen keine Lust mehr hatte, Opern oder Konzerte zu besuchen. Jetzt aber mit der neuen Saison hat sich das geändert, obwohl es nicht so viel wird wie früher. Wenn ich sehe, wie hier einige Opernfreunde 4x in der Woche durch Europa reisen für Opern, staune ich. Ich bin aber nicht neidisch, sondern lese die Berichte gerne. Das neue Programm der Essener Philharmonie ist wieder überwältigend. Dabei interessieren mich weniger die großen Namen wie Anne-Sophie Mutter als einige andere Reihen. "Artist in Residence" ist in dieser Spielzeit das Concertgebouw Orkest. Sensationell und wie für mich gemacht ist die Reihe "Alte Musik bei Kerzenschein". Es hat durchaus eine große Besucherzahl, aber ausverkauft ist es nie, sodass ich abends immer noch eine Karte bekommen kann. Dazu ist es das beste Publikum, das man sich vorstellen kann: da wird nicht gehustet, geraschelt, gequasselt, es erklingt schon gar kein Handy. Am Schluss rauschender langanhaltender Beifall. Mindestens eine Händel-Oper wird dabei sein, konzertant natürlich, sodass es keinen Streit über die Inszenierung gibt. Am zweiten Weihnachtstag gibt es wie sonst immer das "Weihnachtsoratorium zum Mitsingen". Solisten und Orchester sind auf der Bühne, die Sänger, nach Stimmen aufgeteilt, im Parkett, die Zuhörer im Rang. Schon vorher sieht man eine Armada von meist weiblichen Sängern, bewaffnet mit der blauen Bachausgabe, der Philharmonie zustreben. Wie immer ist es so, dass vorher eine Durchlaufprobe gemacht wird, dann wird es ernst. Wie immer ist es so, dass der Sopran absolut sicher durch die Koloraturwellen gleitet, der Alt auch, aber nicht so laut, der Bass hat auch keine Probleme. Nur der Tenor, wo ich auch singe, kommt regelmäßig von der Bahn ab. Das schwerste Stück in den ersten drei Kantaten ist sicher "Ehre sei Gott". Das haben wir im Tenor noch nie gekonnt. Dieses Jahr ist dieses Konzert ein Geschenk an eine befreundete Familie: die Mutter singt im Alt, ihre Tochter im Sopran. Dieses Kind ist 13 Jahre alt und singt in Mülheim bestem Chor, dem Vokalensemble an der Petrikirche; mit 11 hat sie dort schon den "Elias" mitgesungen.

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" Da sprach der Überbau zur Basis: "Was is?" (Robert Gernhardt/ F.W. Bernstein)

  • Ich muss auch nicht durch durch die ganze Welt reisen, sondern bin gerne und viel in NRW unterwegs. Bin aber ebenfalls froh, wenn ich die Berichte von anderen Taminos lesen kann. Da ich nebenbei auch arbeite und alle 2 Wochenenden arbeiten muß, konzentriere ich mich zur Zeit auf die Rheinoper , die diese Spielzeit ein sehr gutes Programm hat. Wenn mein Bekannter mich mit dem Auto mitnimmt, bin ich auch im Concertgebouw oder der Niederländischen Oper. Im September werde ich im Concertgebouw Norma sehen.