Entschuldigt, aber ich habe dann doch den Eindruck, es geht hier seit Beitrag #326 weniger um ein Für Bayreuth, als einmal mehr um ein Gegen Frau Roth.
Ehrlicherweise schon ab #325, was mit meiner ganz persönlichen Skepsis gegenüber der Person Claudia Roth zu tun hat. Irgendwann wird man die Familiensukzession in Bayreuth nicht mehr aufrecht erhalten können. Selbst jetzt in der Ägide Katharina mutet es befremdlich an, wenn die Hügelherrin in Interviews von "Wagner" anstelle von "Uropa" spricht. Ich gebe zu, dass ich dabei immer wieder vergesse, dass die Wagners über ihre Fortpflanzungszyklen den Begriff "Generation" zeitlich sehr gestreckt haben. Vielleicht ein Beirat unter Vorsitz eines fachlich gebildeten Familienmitgliedes? Was soll alles als beizubehalten festgeschrieben werden? Der von Wagner verfügte Opernkanon plus Beethoven 9? Beschränkung auf die bisherige Spielzeit? Oder vielleicht doch ein herbstliches "Festival Musik der Romantik" unter Berücksichtigung all der vielen Kleinmeister, die man dank cpo und hier bei Tamino besprochen aus der ewigen Ruhe abberuft?
Wie schafft man es, das sich niemals dem Publikumsgeschmack andienende, stets das klassische Publikum erzürnende Bayreuths zu erhalten und gleichzeitig mit sirenenhaft schmeichelnden Ruf zwanghaft Jahr für Jahr zur Überfüllung das Publikum anzulocken? Liegt das Heil in noch mehr Vermarktung der Produktionen? Kann gar Bayreuth eine Produktion entwickeln und auf Tournee schicken? Wie wäre es etwa mit einer Wagner Forschungs- Arbeits- und Entwicklungsstätte "Wagner-Werkstatt-Bayreuth"? Bedauerlicherweise sind alle Urheberrechte längst ausgelaufen sonst könnte man verfahren wie Philipp Glass mit seiner Oper "Einstein on the Beach" der andere als die seine ewig gleiche Inszenierung nur in Absprache gegen Gebühr und Auflagen und da auch nur in einer bestimmten Anzahl von Aufführung zulässt (die dann noch nicht mal gefilmt geschweige denn vertrieben werden dürfen, ein Jammer mit Blick auf die irre Inszenierung am Dortmunder Opernhaus für lediglich fünf Aufführungen).
"Zukunfts fähig machen" das ist ein wesentlicher Bestandteil der politischen Phrasendreschmaschine, die stets zu Gebote stet, wen flink ein elegantes Sätzlein dem gepflegten Rund der Mundhöhle entfleuchen soll. Und wie Du schon richtig schreibst, unter "Zukunftsfähig machen" stellt sich jeder etwas Anderes vor. Was ich noch nicht gehörte habe, gerne aber hören würde: "Den Genius loci der Zukunft erhalten". Bitte kein weitere beliebiges Festspielhaus. Da reicht doch Baden-Baden.
Liebe Grüße vom Thomas ![]()
