Sinn oder Unsinn - Regietheater

  • So einfach sind die Welten eben nicht zu unterscheiden ...

    Das liegt daran, dass es gar keine Welten sind, die sich unterscheiden. Es gibt gute und schlechte, gelungene und misslungene Inszenierungen. Und natürlich jede Menge Zwischenstufen. Und es gibt einen Popanz namens Regietheater (frag mal, was dieses Wort eigentlich bedeutet...), der von Leuten, die so etwas brauchen, erfunden, gebastelt und aufgeplustert wurde, damit sie einen Gegner haben, auf den sie einschlagen können.

  • ich mit dem Valencia-Ring auch,

    den habe ich auch gesehen, und ich glaube, irgendwo darüber geschrieben zu haben. Es ist lange her, aber besonders zur Walküre fällt mir ein, daß mein erster Eindruck durchaus angenehm war. Bis mir aufgefallen ist, daß die visuellen Effekte drohten, die Musik und damit auch den gesamten Stoff zur Nebensache zu degradieren. Das hat sich mit den beiden letzten Teilen auch noch verstärkt. Anfangs dachte ich noch, damit die Zukunft der Oper zu sehen, weil ich dachte, daß mit ähnlichen Inszenierungen auch Nicht-Opernfreunde kämen, da der Eventcharakter doch eine gewisse Zugkraft hat.


    Erinnern kann ich noch, daß in der Walküre die Sieglinde in eine Rolle gedrängt wurde, die heutzutage unmöglich so darzustellen wäre (ich glaube, es war Frau Schnitzer), denn sie war verdammt, die Dienerrolle einzunehmen. Es muß anstrengend gewesen sein, den gesamten 1. Akt kriechend zurückzulegen. Übrigens fand ich ihren damaligen Partner (Peter Seiffert) als starken Tenor. Ich hatte beide auch schon in Dresden live erlebt, in einem tollen konzertanten Rienzi.

    Nur eben nicht in der Häufigkeit, wie das etwa LaRoche früher getan hat.

    leider vermisse ich das jetzt, ich wäre schon mit 1-2 Besuchen im Monat zufrieden. Es waren schöne Jahre. Gerade habe ich den Spielplan von Chemnitz durchgeblättert. Leider ist nichts dabei, was mich reizen würde. Ich bleibe wohl bei der DVD als Hauptnahrung. Gestern war nach der furchtbaren Erfahrung mit der Salome aus Helsinki der Film mit Stratas und Weikl dran, und das war zum großen Teil Befriedigung für meine Seele. In Kürze wartet Luise Miller auf mich, mit Millnes und Domingo.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Die kürzlich erwähnte »Salome« hat dasselbe Schicksal ereilt. Ist das nicht seltsam?

    der gesamte Thread ist ja weg, in "Reparatur". Leider. Ich hatte gerade mit der Helsinki-Salome nicht nur Glücksmomente.

    Mein Live-Salome-Repertoire ist für meine Begriffe groß. Immerhin war ich ihretwegen 2x in Dessau (2x dieselbe großartige Inszenierung), 2x in Dresden (in den 90-ern mit Renate Behle, später in der schrecklichen Schwimmbassin-Fassung), in Altenburg (vor der Fusion mit Gera), in Erfurt (im Theaterzelt), in Saalfeld (konzertant mit dem Theater Nordhausen, vorgesehen war Rudolstadt - das Theater wird seit Jahren saniert) und in Chemnitz.

    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Den Valencia-"Ring" sah ich seinerzeit zu großen Teilen im Fernsehen (3sat?). Ich empfand ihn damals insgesamt als gar nicht schlecht. Besonders bleibt mir Matti Salminen als Hagen in Erinnerung, der trotz vorgerücktem Alter ein Höhepunkt war. Natürlich überzeugte mich nicht jedes Detail des Bühnenbildes und der Kostüme, aber in der Summe doch im positiven Sinne weit davon entfernt, was dem Zuschauer andernorts zugemutet wird.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Lieber moderato


    leider besitze ich diese Kassette nicht, dann bin ich auch nicht in der Lage 5.1 mit Bild zu hören ... Aber Deinen Beitrag habe ich schon Freude gelesen. Natürlich wird es keine Einigkeit geben, wenn man nicht vom Werk aus denkt, sondern von abstrakten Kategorien her ...


    Hattest Du die Gelegenheit, einen Blick auf die Inszenierung der drei Orangen zu werfen?


    Zu finden in #562


    Da würde mich auch Dein Eindruck interessieren...

  • Entsprechende Versuche werden ja gerne geflissentlich überlesen. Moderato hat ja eine dokumentierte Inszenierung in die Diskussion gebracht, ich mit dem Valencia-Ring auch, scheint aber nicht von Interesse zu sein. Bin übrigens wie Astewes eher ein Opernskeptiker, gehe aber bei sich bietenden Möglichkeiten durchaus ins Opernhaus. Nur eben nicht in der Häufigkeit, wie das etwa LaRoche früher getan hat. Was ich ja an der konservativen Fraktion bewundere ist die schiere Materialkenntnis. Daraus müsste man doch auch in der Diskusson mehr machen können.


    Angeregt durch diesen Deinen Beitrag Sinn oder Unsinn - Regietheater, lieber Thomas Pape, habe ich mich in Lessings „Emilia Galotti“ noch einmal intensiv eingelesen, weil die Begegnung damit in Lektüre und einer Theater-Aufführung in ferner Vergangenheit erfolgte, und dann einen längeren Eröffnungs-Beitrag verfasst, dies in der Hoffnung, damit einen auf dieses dramatische Werk sich stützenden und dabei die Grundfragen dieses Threads auf konkrete Weise reflektierenden Diskurs initiieren zu können.

    Als Grundlage dachte ich dabei an die - nun schon ältere - Inszenierung durch Michael Thalheimer am Deutschen Theater Berlin. Sie wäre über YouTube für alle hier zugänglich.


    Mein Beitrag liegt nun fertig vor. Aber ich musste feststellen:

    Er ist hier völlig fehl am Platz. In diese, jegliche ruhige reflexive Vertiefung in die Problematik des Regietheater-Konzepts ausschließende diskursive Hektik passt er, mitsamt dem intendierten Diskurs, nicht hinein.

    Ist wohl ein Projekt für den Papierkorb!

  • Den Valencia-"Ring" sah ich seinerzeit zu großen Teilen im Fernsehen (3sat?). Ich empfand ihn damals insgesamt als gar nicht schlecht. Besonders bleibt mir Matti Salminen als Hagen in Erinnerung, der trotz vorgerücktem Alter ein Höhepunkt war. Natürlich überzeugte mich nicht jedes Detail des Bühnenbildes und der Kostüme, aber in der Summe doch im positiven Sinne weit davon entfernt, was dem Zuschauer andernorts zugemutet wird.


    Ich habe den Valencia-Ring auf Bluray und fand die Inszenierung beim ersten und bisher einzigen Anschauen weitgehend misslungen (so wie die meisten Produktionen von La Fura dels Baus). Es gibt dazu sogar einen Thread in diesem Forum: Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen - Catalan Theatre Company "La Fura dels Baus" "Überladener Riesenzirkus" war dort zu lesen, was auch meinem Eindruck entsprach.


    Wenn es eine Diskussion dieses "Rings" geben soll, dann wäre ich aber bereit, ihn mir noch einmal anzuschauen. Obwohl ich andere Produktionen lohnender fände (z.B. den Kopenhagener "Ring").

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Als Grundlage dachte ich dabei an die - nun schon ältere - Inszenierung durch Michael Thalheimer am Deutschen Theater Berlin. Sie wäre über YouTube für alle hier zugänglich.

    Ach, das weckt Erinnerungen. Ich habe diese großartige Inszenierung im DT erleben können, mit der wunderbaren Nina Hoss und mit Ingo Hülsmann, der später in "Faust" brillierte. Das waren noch Zeiten. Dass es eine Aufnahme bei YouTube gibt, wusste ich gar nicht, für diesen Hinweis bin ich sehr dankbar.


    Ob die Inszenierung eines Stücks für Sprechtheater uns bei der Frage nach Sinn und Unsinn von "Regietheater" im Musiktheater weiterbringt, weiiß ich allerdings nicht.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich habe diese Box mit allen Mozart-Opern aus Salzburg, lieber moderato, und habe sie auch komplett angeschaut. "La finta semplice" allerdings nur einmal, und das ist zu lange her, um noch etwas dazu sagen zu können.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich erlaube mir eine kurze Unterbrechung.


    Immer wieder wird auf den Besucherschwund der Theater hingewiesen.

    Den gibt es anscheinend aber gar nicht.

    Die Saison 2019/20 weist bedingt durch Corona geringere Zahlen auf, ansonsten waren die Besucherzahlen über die Jahre hinweg stabil


    IMG-20230104-183004.jpg

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

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  • Mein Beitrag liegt nun fertig vor. Aber ich musste feststellen:

    Er ist hier völlig fehl am Platz. In diese, jegliche ruhige reflexive Vertiefung in die Problematik des Regietheater-Konzepts ausschließende diskursive Hektik passt er, mitsamt dem intendierten Diskurs, nicht hinein.

    Ist wohl ein Projekt für den Papierkorb!

    Ein solcher Beitrag ein Papierkorbsprojekt? Das wäre ein Jammer. Ich würde mir eher davon erhoffen, dass sich die Diskussion über Inszenierungen und Textverständnis konkretisieren könnte. Meine eigene Emilia-Lektüre liegt nun auch schon gut dreißig Jahre zurück, aber gestützt über eine Theateraufführung kann ich mir die Auseinandersetzung recht spannend vorstellen. Der gute Lessing stand dem Kunstform Oper allerdings skeptisch gegenüber und begründet das gegen Ende seines "Laokoon" Dennoch, mit dem Text liegt ja eine nicht ganz unwesentliche Grundlage für die Inszenierung einer Oper vor, insofern würde ich persönlich begrüßen, wenn Du uns an Deinen Gedanken teilhaben ließest.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich habe den Valencia-Ring auf Bluray und fand die Inszenierung beim ersten und bisher einzigen Anschauen weitgehend misslungen (so wie die meisten Produktionen von La Fura dels Baus). Es gibt dazu sogar einen Thread in diesem Forum: Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen - Catalan Theatre Company "La Fura dels Baus" "Überladener Riesenzirkus" war dort zu lesen, was auch meinem Eindruck entsprach.


    Wenn es eine Diskussion dieses "Rings" geben soll, dann wäre ich aber bereit, ihn mir noch einmal anzuschauen. Obwohl ich andere Produktionen lohnender fände (z.B. den Kopenhagener "Ring").

    Mich würde die Meinung des Forums zum „Maschinen-Ring“ der MET interessieren. Ich fand diesen, als ich ihn vor ein paar Jahren sah, durchaus ansprechend. Und habe ihn auf Blu Ray.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Lieber astewes


    Die von mir erwähnte und beschriebene Aufführung der Mozart Oper La finta semplice aus dem Jahr 2006 gibt es in kompletter Länge von 130 Minuten auf You Tube.


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.


  • ich mit dem Valencia-Ring auch,


    den habe ich auch gesehen, und ich glaube, irgendwo darüber geschrieben zu haben. Es ist lange her, aber besonders zur Walküre fällt mir ein, daß mein erster Eindruck durchaus angenehm war. Bis mir aufgefallen ist, daß die visuellen Effekte drohten, die Musik und damit auch den gesamten Stoff zur Nebensache zu degradieren. Das hat sich mit den beiden letzten Teilen auch noch verstärkt. Anfangs dachte ich noch, damit die Zukunft der Oper zu sehen, weil ich dachte, daß mit ähnlichen Inszenierungen auch Nicht-Opernfreunde kämen, da der Eventcharakter doch eine gewisse Zugkraft hat.


    Erinnern kann ich noch, daß in der Walküre die Sieglinde in eine Rolle gedrängt wurde, die heutzutage unmöglich so darzustellen wäre (ich glaube, es war Frau Schnitzer), denn sie war verdammt, die Dienerrolle einzunehmen. Es muß anstrengend gewesen sein, den gesamten 1. Akt kriechend zurückzulegen. Übrigens fand ich ihren damaligen Partner (Peter Seiffert) als starken Tenor. Ich hatte beide auch schon in Dresden live erlebt, in einem tollen konzertanten Rienzi.


    Nur eben nicht in der Häufigkeit, wie das etwa LaRoche früher getan hat.


    leider vermisse ich das jetzt, ich wäre schon mit 1-2 Besuchen im Monat zufrieden. Es waren schöne Jahre. Gerade habe ich den Spielplan von Chemnitz durchgeblättert. Leider ist nichts dabei, was mich reizen würde. Ich bleibe wohl bei der DVD als Hauptnahrung. Gestern war nach der furchtbaren Erfahrung mit der Salome aus Helsinki der Film mit Stratas und Weikl dran, und das war zum großen Teil Befriedigung für meine Seele. In Kürze wartet Luise Miller auf mich, mit Millnes und Domingo.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Seltsame Frage. Er steht einer Kunstinstitution vor und genießt demzufolge die entsprechende Freiheit. Das dürfte wohl klar sein.

    Ich habe mal Wikipedia befragt:

    >>

    Keinen Eingriffscharakter besitzt das Fördern einzelner Kunstrichtungen, dabei kann jedoch bei einer merklichen Ungleichbehandlung unter den Künstlern ein Verstoß gegen das allgemeine Gleichheitsgrundrecht aus Art. 3 Absatz 1 GG vorliegen.

    <<

    Also ich denke, wenn das Ministerium einen Intendanten beruft, der in einem fremden Land viele "konservative" Inszenierungen gemacht hat, und dieser Intendant dann dieselben Regisseure beruft, dann wäre das sicher kein Eingriff in die Kunstfreiheit. Oder wenn ein Intendant Regisseure von Kostüm-/Historienfilmen beruft.


    Ich denke, niemand hat hier die Vorstellung gehabt, dass man die "Größen des Regietheaters" mit Androhung von Gewalt zu einem anderen Regiestil zwingen soll.

    ^^

  • Lieber astewes


    Die von mir erwähnte und beschriebene Aufführung der Mozart Oper La finta semplice aus dem Jahr 2006 gibt es in kompletter Länge von 130 Minuten auf You Tube.


    Lieber moderato


    ich werde mir dieses Jugendwerk Mozarts mit Freude ansehen, sobald ich etwas Zeit habe.


    Vielen Dank für Deinen Hinweis.

  • Ich hab ja auch versucht immer wieder Videolinks hier reinzukopieren, wie vor kurzem die Fledermaus aus der Volksoper. Wenn dazu überhaupt Kommentare kommen, dann solche wie, das es zu lange dauert, sich das Video anzusehen.

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  • Mich würde die Meinung des Forums zum „Maschinen-Ring“ der MET interessieren. Ich fand diesen, als ich ihn vor ein paar Jahren sah, durchaus ansprechend. Und habe ihn auf Blu Ray.

    Diesen kenne ich nur vom Hörensagen. Ich finde ja, dass es eine verpasste Chance war, dass man den naturalistischen "Ring" in der Inszenierung von Stephen Wadsworth aus Seattle (wo dies eine lange Tradition hat) ausgerechnet nur auf CD herausbrachte, anstatt die Tetralogie zu filmen. Kostengründe dürften den Ausschlag gegeben haben. Als reine Tonspur ist das freilich nur bedingt konkurrenzfähig.



    Seattle-Ring-Das-Rheingold-2013-Seattle-Opera-feature-image.jpg


    InReviewSeattleRheingoldhdl813.jpg


    01Ring003-310x284.jpg

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Hier der ganz unterhaltsame, mit Szenenapplaus bedachte "Ritt der Walküren" daraus:


    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Mir bleiben wegen meiner pflegerischen und haushälterischen Aufgaben nur eine bis höchstens zwei Stunden am Tag für die Beschäftigung mit eigenen Angelegenheiten, und die wende ich, neben der Lektüre des gerade anstehenden Buches (zurzeit Rüdiger Safranskis Buch über Martin Heidegger) für meinen Kunstliedthread auf, der mir eine wirkliche Herzensangelegenheit ist.

    Lieber Helmut Hofmann,


    aus der eigenen Familie weiß ich, was so eine Verpflichtung zur Pflege für den Angehörigen für eine Belastung bedeutet. Da verstehe ich nur zu gut, dass Du die für Dich verbleibende Zeit auch mit den für Dich wichtigsten Dingen ausfüllst. In Deinen Kunstlied-Threads steckt unendliche Arbeit und ein ganzes Leben an Erfahrung, das ist bewundernswert. Dass das für Dich an erster Stelle steht, ist nur zu verständlich. Mache nur weiter damit - so etwas gibt es in keinem anderen Forum! :) Safranskis Buch über Heidegger ist sehr lesenswert! Viel Vergnügen beim Lesen! :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich finde ja, dass es eine verpasste Chance war, dass man den naturalistischen "Ring" in der Inszenierung von Stephen Wadsworth aus Seattle (wo dies eine lange Tradition hat) ausgerechnet nur auf CD herausbrachte, anstatt die Tetralogie zu filmen. Kostengründe dürften den Ausschlag gegeben haben. Als reine Tonspur ist das freilich nur bedingt konkurrenzfähig.

    Die an Seilen hängenden Rheintöchter finde ich sehr komisch, was aber wohl nicht intendiert war. Und der Drache erinnert mich an die Augsburger Puppenkiste. Aber wem's gefällt...


    Bei der Betrachtung des ersten Fotos stellt sich mir folgende Frage: Die Szene soll ja am Grunde des Rheins spielen. Bei den Rheintöchtern kann man noch annehmen, dass sie Kiemenatmer sind. Aber das gilt für die Nibelungen ja wohl nicht, die sich ansonsten hauptsächlich in Höhlen aufhalten. Wie atmet also Alberich unter Wasser?

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.


  • Die an Seilen hängenden Rheintöchter finde ich sehr komisch, was aber wohl nicht intendiert war. Und der Drache erinnert mich an die Augsburger Puppenkiste. Aber wem's gefällt...


    Bei der Betrachtung des ersten Fotos stellt sich mir folgende Frage: Die Szene soll ja am Grunde des Rheins spielen. Bei den Rheintöchtern kann man noch annehmen, dass sie Kiemenatmer sind. Aber das gilt für die Nibelungen ja wohl nicht, die sich ansonsten hauptsächlich in Höhlen aufhalten. Wie atmet also Alberich unter Wasser?

    Als großer Fan der Augsburger Puppenkiste, muss ich sagen, dass mir die Bühnenbilder schon gefallen. Sie haben etwas Fantastisches, der Herr der Ringe ist da nicht weit. Ob es so sein muss, sei dahingestellt ...


    Hier der ganz unterhaltsame, mit Szenenapplaus bedachte "Ritt der Walküren" daraus:


    Das habe ich mir natürlich auch angesehen. Die Realisierung des Rittes auf der Bühne finde ich genial (Ich habe aus mir unklaren Gründen in der letzten Zeit darüber häufiger mal nachgedacht) Wie hier mit den gegebenen Mitteln (Mechanik und Optik) die Bewegung realisiert wird ....:)


    Die Kostümierung der Walküren selbst finde ich geschmacklich nicht dazu passend, das wirkt auf mich unharmonisch ..... Aber wie gesagt und ich bin ja auch kein Profi ...


    Danke Euch beiden auf jeden Fall für das Einstellen ...

  • Hier der ganz unterhaltsame, mit Szenenapplaus bedachte "Ritt der Walküren" daraus:


    Made my day, der gefällt mir, danke Dir fürs Einstellen. Was mir besonders gefällt: die Spielfreude der Walküren. Man achte bitte gezielt auf den Gesichtsausdruck bei den einzelnen Aktionen, herrlich und macht Lust auf mehr. Da liegt in der Oper oft das große Problem, dass die Sänger keine guten und auch nicht immer spielfreudigen Akteure sind. Hat mich sehr gefreut zu lesen, dass sich Navid Kermani gerade über diesen Aspekt auch beklagt. Aber hier ist's wunderbar


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber astewes


    Die von mir erwähnte und beschriebene Aufführung der Mozart Oper La finta semplice aus dem Jahr 2006 gibt es in kompletter Länge von 130 Minuten auf You Tube.


    Ich konnte jetzt die erste Stunde sehen und kann Deinem Urteil nur beipflichten. Die Rahmenhandlung mit der Conférencière finde ich richtig spannend. Sie holt das Werk sofort in die Jetztzeit. Auch das Zusammenspiel von gesungenem Text und szenischer Aktion kann mich begeistern.


    Das wir hier eine Komposition eines 12 Jährigen hören, ist eigentlich für mein Ohr nicht wahrzunehmen. Vergleiche ich das Werk mit der Zauberflöte, fallen dann schon aber Schwächen auf :) nicht zuletzt, was den Einfallsreichtum angeht.


    Ich könnte mir vorstellen, dass die von Goldoni beschriebene Handlung Mozart gefallen haben könnte .... so mit meinem Blick in die Glaskugel der Vergangenheit :)


    Mich würde mal interessieren, wie das andere Kollegen sehen...

  • Unfreiwillige Komik und kein Zusammenhang zwischen Text und Bühnengeschehen? Bitte sehr. Zu bestaunen an der Berliner Staatsoper.


    rheingoldberlinzsfdz.png


    Das Unterwasserproblem gibt's hier jedenfalls nicht.


    siegfriedberlin9hdm6.jpg

    Drache Fafner als Hannibal Lecter für Arme. Dazu modisch stylish Siegfried der Arier.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Hänsel und Gretel für Erwachsene" in Erfurt war eine Bearbeitung (mit Aufklärungscharakter) der Oper durch den Regisseur für ein erwachsenes Publikum. Das wurde von einigen Taminos nicht akzeptiert.


    Dementsprechend müssen aber unbedingt auch Opernbearbeitungeni für Kinder auf fehlende Werktreue und Respekt hin überprüft werden. Oder gelten da andere Regeln?


    Die Zauberflöte für Kinder

    Johann-Joseph-Fux Konservatorium, Graz


    Wiener Staatsoper


    Richard Wagner - Die Feen Bearbeitung für Kinder

    (auch bei jpc #1618522)

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

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