Im Jahre 1970-meiner Erinnerung nach- gastierte Otto Klemperer mit seinem Philharmonia Orchester in der Beethovenhalle der Stadt Bonn. Ich kenne den ersten Programmbeitrag nicht mehr, erinnere mich aber bis heute an die anschliessende Aufführung der EROICA SInfonie. Ich war nach dem Konzert, das ich auf meiner Revox G36 in STEREO 19cm/s/ Halbspur aufnahm, wie gerädert.Otto Klemperer war grandios und für mich toppte dieser Live-Mitschnitt seine EMI Aufnahme deutlich. Die Aufnahme hatte leider deutlichen Rausch, da ich seinerzeit noch keine Richtantenne hatte und auch der Metz Receiver war sicher nicht der Klassenprimus. Ich wende mich folglich an die älteren Leser dieses Forum und möchte fragen, ob damals jemand dieses vom WDR übertragene Konzert in bestmöglicher Qualität in- am liebsten- astreiner REVOX Qualität mitgeschnitten hat. Ich bin selbst 64 Jahre, es müsste also schon ein Gleichaltiger oder älterer WDR Hörer sein, an den ich mich hoffnungsvoll wende.Wenn Sie noch ein spielfähiges Band von diesem Konzert haben, wenden Sie sich bitte bitte direkt an mich. Meine Anschrift: Dietmar Achenbach, Am Schrankenbuckel 4, 68782 Brühl. Telefon 0175-2445132
Otto Klemperer - Ein Gigant
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Hallo Paminas und Taminos,
kennt jemand von Euch diese beiden Sinfonien von Otto Klemperer und kann sich kompetent und/oder unterhaltsam dazu äußern? Das würde mich sehr interessieren.

Falls Klemperers Eigenkompositionen hier schon irgendwo Thema sind, reicht mir auch ein Hinweis auf die Fundstelle aus.
Vielen Dank, freundliche Grüße von der Küste, Andrew
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Zitat
Original von Theophilus
In einem ruhigen Moment, wenn Alfred gerade weghört, werde ich dir verraten, dass Josef Krips der wahrscheinlich feinste Mozart-Dirigent des letzten halben Jahrhunderts war!
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Zwar wurden sie schon vereinzelt genannt, aber ich möchte noch einmal ausdrücklich auf einige Aufnahmen von Repertoire hinweisen, mit dem man Klemperer vielleicht nicht auf den ersten Blick assoziiert
Mozart-Sinfonien: zwar nicht alle gleichermaßen gelungen, manche geraten zu monumental statisch, aber die Mär vom langsamen Klemperer wird von einigen Sätzen etwa in der "kleinen g-moll-Sinfonie" (der Kopfsatz dürfte einer der schnellsten auf Platte sein) oder der "Linzer" lügen gestraft. Klemperers transparenz, Wucht und Stringenz sagen mir viel mehr zu als die anderswo zu hörende flotte Eleganz. Auch die "Pariser" fällt durch Schwung (und außerordentliche Präsenz der Holzbläser, hier hört man einmal, wie Mozart das große Pariser Orchester nutze) positiv auf.


(da Fritz Busch bis 1951, E. Kleiber bis 1956 und Fricsay bis 1963 lebte, verpassen sowohl Böhm als auch Krips sogar die Top-Five der Mozartianer, Markevitch und Maag gibts nämlich auch noch...)
Haydn: Sinfonien 102 &104 (leider nur aus Japan zu haben), besonders die Aufnahme der 102, der wohl Beethoven am nächsten stehenden Sinfonie Haydns genießt zu recht legendären Ruf. (Sonst kenne ich nur noch seine 101, auch gut, aber nicht so überragend wie 102)
Mendelssohn: 4. Sinfonie: Ebenfalls eine erstaunlich flotte Aufnahme (wenn auch gewiß kein Geschwindigkeitsrekord), bei allem sinfonischen Gewicht.
Dann unterstütze ich nachdrücklich die Empfehlungen von Schubert 8 (wieder mal ein überdurchschnittlich schneller Kopfsatz) und Bruckner 4 und 6, vermutlich meine favorisierten Aufnahmen dieser beiden Sinfonien (als Nicht-Brucknerianer habe ich aber auch keine dutzende gehört).
viel Grüße
JR
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Das hat er sich jetzt wohlweislich nur in Lupengröße zu schreiben getraut...
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Falsche Sichtweise, Theophilus. So etwas überhaupt zu schreiben, zeugt von unbegrenztem Mut...!

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Da ist etwas dran!

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Die Wahrheit, die Wahrheit und wär sie auch Verbrechen...
Jetzt habe ich das extra klein geschrieben, weil es a) nicht in den Klemperer-thread gehört und es b) überhaupt nicht mutig ist, weil ich das schon seit längerem immer wieder mal sage, und prompt entstehen 4 überflüssige Kalauer-Antworten...

Damit diese hier nicht ganz überflüssig ist, noch zwei Worte zu Klemps Mozart (ich kenne allerdings keine der Opernaufnahmen, nur ca. 7-8 Sinfonien). Unmodern ist er m.E. nicht, im Gegenteil ziemlich modern, wenn man das Wort nicht im Sinne von tagesaktuell, sondern wie in Klassischer Moderne, irgendwo zwischen Expressionismus und Bauhaus versteht. Das funktioniert nicht mit allen Stücken gleich gut, aber interessant ist es allemal. Die kleine g-moll ist wirklich ein Hammer...

JR
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Also für mich ist die Einspiellung vom "Fidelio" eine unerreichbare Aufnahme.
Ich hatte das Glück Otto Klemperer in einem Konzert in der Philharmonie Berlin erleben zu dürfen. Ihm ging es gesundheitlich nach einem Schlaganfall nicht sehr gut, er wurde von 2 Orchesterwarten herein geführt.
Das Konzert eine STERNSTUNDE u.a. mit der "Pastorale", die Berliner Philharmoniker übertrafen sich, ich werde dieses Konzert nie vergessen...
KLemperer der trotz seiner stark angeriffenen Gesundheit dieses Konzert im Sitzen dirigierte wirkte wie ein Titan.

gruss aus muc. -
Hallo mucaxel,
in Dein Loblied auf Klemperers Fidelio stimme ich sofort ein, und wir beide sind damit in einem riesigen Chor gut aufgehoben, denn "Klemperers Fidelio" ist wohl als Jahrhundert-Aufnahme anzusehen. Auch hier im Forum gibt es viele positive Hinweise auf die Aufnahme.

Eine andere, sehr bedeutsame Aufnahme ist Klemperers Einspielung von Mozarts Don Giovanni, die nicht nur all denen wärmstens zu empfehlen ist, die eine Mozart-Einspielung Klemperers kennen lernen wollen, sondern auch allen ans Herz zu legen ist, die eine der großartigsten Einspielungen dieser Oper hören möchten. Schon die Ouvertüre nimmt hinein in die düstere Dramatik der Oper. In keiner anderen Aufnahme gibt es ein solches Finale. Die Modernität Klemperers liegt wohl darin, dass auch in dieser Aufnahme kein glattpolierter Mozart geboten wird, sondern packende, dramatische Musik mit großartigen Solisten.
Was Du von Klemperers Konzert in Berlin erzählst, ist sehr berührend. Ich gehöre zu der (relativ) jüngeren Generation, die Klemperer nur aus LPs und CDs kennt. Immerhin hat Klemperer ja auch in der UFÜ(Unter Fünfzig)-Generation viele Anhänger. Anders kann ich mir nicht erklären, dass seine Einspielungen immer wieder neu aufgelegt werden und man auch bei Ebay für ersteigerte Klemperer-Aufnahmen Höchstpreise hinlegen muss.
Mit freundlichen Grüßen von der Nordseeküste, Andrew
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Hi
ZitatSchon die Ouvertüre nimmt hinein in die düstere Dramatik der Oper.
Ich möchte aber daran erinnern, dass es sich bei Don Giovanni laut Mozart um ein Dramma giocosa handelt!
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Zitat
Die Wahrheit, die Wahrheit und wär sie auch Verbrechen...
Achtung! Da beginnt einer Wahrheiten zu verbreiten...
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Zitat
Ich möchte aber daran erinnern, dass es sich bei Don Giovanni laut Mozart um ein Dramma giocosa handelt!
Hochgeehrter Theophilus,
wie es aussieht, ist jedes Glück immer nur ein Fragment
, und das gilt wohl auch für Klemperers Don Giovanni Aufnahme.
Freundliche Grüße von der Nordseeküste, Andrew -
Immer wieder werden, auch in diesem Thread, Klemperers langsamen Tempi zur Sprache gebracht.
Sind sie wirklich so langsam?
Meiner Meinung nach sind sie vernünftig. Es sind Tempi, die erlauben, den Kontrapunkt genau zu hören, man bekommt alles mit, was der Komponist geschrieben hat. Dadurch erhöht sich die Informationsmenge, die man verarbeiten muß, und die Tempi erscheinen (zumindest mir) nicht mehr langsam im Sinne von langsam um der Langsamkeit willen, sondern energetisch gespannt.
Abgesehen davon: Man vergleiche den angeblich so langsamen Klemperer bei Mahler mit Bernstein oder, manchmal noch schlimmer, Tennstedt - und wird merken, welch flotte Sohle der olle Otto aufs Parkett legte. -
D'accord. Nach meinem Empfinden schwebt in dem Wort "langsam" immer eine Wertung mit, die Klemperers großer Kunst nicht gerecht wird.
Hier müssen weder eine musikalische Relativitätstheorie noch eine Rekurs auf die 'Entdeckung der Langsamkeit' bemüht werden. Wenn ich eine Aufnahme mit Klemperer höre, habe ich nie etwas als 'langsam' empfunden. Er gibt der Musik den Raum und die Zeit, die sie braucht. Es ist - um es sehr vollmundig zu sagen - "erfüllte Zeit".
Ich habe beim Hören einer Klemperer-Aufnahme jedenfalls noch nie auf die Uhr geschielt.Ich weise hier nur auf Karl Böhms Aufnahme von Beethovens Neunter hin, vielleicht die langsamste, auf jeden Fall aber eine der großartigsten Aufnahmen dieser Musik.
Und wenn man wirklich mit der Stoppuhr vergleicht, wird das Klischee von Klemperers Langsamkeit durchaus fragwürdig.
Ich werde heute Abend auf jeden Fall einen Akt Don Giovanni mit Klemperer & Co. hören, freut sich Andrew
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Ja auch ich habe die "Don Giovanni" Aufnahme und finde sie ebenfals große Klasse.

gruss aus muc
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Hallo,
man sollte auch die 4.Mahler in die großen Aufnahmen Klemperers
mit einbeziehen.Durch seine Nähe zum Komponisten, auch eine
authentische Einspielung,mit einer großartigen E.Schwarzkopf,
die den neckischen Ton dieses Wunderhorn-Textes genau trifft.Gruß Herbert.
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Meine Favoriten mit Klemperer:
Mahler: Sinf. Nr. 2 mit Ferrier, Vincent
Bruckner: Sinf. Nr.6 mit dem New Philharmonia Orchestra
Beethoven: Fidelio /Budapest und London (jeweils live)
Wagner: Der fliegende Holländer/live aus LondonGruß Heldenbariton
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Zitat
Original von Edwin Baumgartner
Immer wieder werden, auch in diesem Thread, Klemperers langsamen Tempi zur Sprache gebracht.
Sind sie wirklich so langsam?
Meiner Meinung nach sind sie vernünftig. Es sind Tempi, die erlauben, den Kontrapunkt genau zu hören, man bekommt alles mit, was der Komponist geschrieben hat. Dadurch erhöht sich die Informationsmenge, die man verarbeiten muß, und die Tempi erscheinen (zumindest mir) nicht mehr langsam im Sinne von langsam um der Langsamkeit willen, sondern energetisch gespannt.
Abgesehen davon: Man vergleiche den angeblich so langsamen Klemperer bei Mahler mit Bernstein oder, manchmal noch schlimmer, Tennstedt - und wird merken, welch flotte Sohle der olle Otto aufs Parkett legte.Klemperer ist bei Mahler, Bruckner und teils sogar Brahms eher zügiger unterwegs als viele spätere Aufnahmen. Auch einige Mozart-Sätze sind erstaunlich flott (wie oben genannten kleine g-moll 1. & 2. Satz rekordverdächtig), der Kopfsatz der g-moll KV 550 ist mir aber zu getragen. Das macht aber nicht nur Klemperer so, Furtwängler jedoch ist hier 1950 schon mit einem ähnlichen Tempo wie heutige Hipisten unterwegs. Ich stimme zu, dass aufgrund der großen Klarheit, Kraft und meist auch Tempostetigkeit auch breiter genommene Stücke nciht verschleppt wirken.
Der (zu Recht) vielgerühmte Fidelio schleppt zwar nicht direkt, ist mir aber teils etwas zu untheatralisch, seinen Beethoven kenen ich sonst zu wenig, hier habe ich aber einige sehr "momumentale" Tempi in Erinnerung.
viele Grüße
JR
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Eigentlich wollte ich mich noch einige Zeit auf meiner Beitragszahl 555 ausruhen, aber für Otto Klemperer opfere ich sie gern. Er ist für mich einer der größten Dirigenten.
[SIZE=7]Er möge mir verzeihen, das ich einen Thread über einen anderen Dirigenten mit Nachnamen gleichen Anfangsbuchstabens gestartet habe ... [/SIZE]
Darum war ich sehr erfreut, dass es im Internet ein Video mit der kompletten 3. Sinfonie von Beethoven mit dem New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Klemperer gibt .


Otto Klemperer conducts Beethoven Symphony No.3 'EROICA' with the New Philharmonia Orchestra. Live Performance at the Royal Festival Hall, London.
Die Tonqualität kann ich nicht beurteilen, da ich äußerst billige und schlechte Lautsprecher an meinem PC habe. Sie wird nicht besonders toll sein. Aber es ist ungeheuer spannend, Klemperer mit Minimalgesten sitzend dirigieren zu sehen. Auch bei der nicht gerade großartigen Bildqualität spürt man etwas von der ungeheuren Energie und Autorität, die von ihm ausgeht.

Oder bilde ich mir das nur ein? Vielleicht. Aber vielleicht haben ja noch ein paar andere Lust, sich das einzubilden.
Bei YOUTUBE einfach die Stichworte "Klemperer" und "Beethoven" eingeben. So einfach ist das.
Freundliche Grüße, Andrew
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Ich schließe mich allen Bewunderern Otto Klemperers uneingeschränkt an!
Ich habe ihn 1970 in Bonn noch live erlebt, mit Beethovens erster und dritter Symphonie. Nie werde ich besonders die "Eroica" unter ihm vergessen. Ein hinfälliger alter Mann, hereingeführt und gestützt von 2 Saaldienern, erschuf an diesem Abend Unvergängliches. Es fällt mir schwer, unter seinen Aufnahmen eine hervorzuheben, aber sei es: Ich liebe vor allem den Mitschnitt eines Beethoven-Konzerts in München mit dem Bayrischen RSO und Beethovens 4. und 5. Symphonie!!!! -
Hallo,
mich wundert, dass die Brahms-Sinfonien mit Klemperer hier keine besondere Erwähnung finden. Diese gehören zu meinen Lieblingsaufnahmen dieser Sinfonien. Ich finde die 4. fast besser als die von Carlos Kleiber, die eigentlich lange meine Referenz war.
Was ich bei Klemperer so toll finde ist, dass er kein auch noch so klitzekleines Detail unter den Teppich kehrt, alles wird wunderbar ausgespielt, ohne dass es irgendwie statisch oder schematisch wirken würde.
In diesem Thread wurde Klemperers Matthäus-Passion bemängelt. Nun dieses war meine erste Aufnahme, so dass ich lange brauchte irgendeine andere daneben gut finden zu können, alles wirkte so leichtfüßig gegen Klemperer.
LG,
calaf -
Die tempomäßig vermutlich extremste Aufnahme der IX. von Beethoven, die sogar Böhm 1980 (79'02 Min.) in den Schatten stellt, ist die (letzte?) unter Klemperer, live aus London, 1970. Solisten sind Janet Baker, Teresa Zylis-Gara, George Shirley und Theo Adam.
Gesamt 82'12
I. 19'29
II. 17'54
III. 16'59
IV. 27'50Vermutlich nicht "die" Aufnahme, aber es ist schon bewegend, dem greisen Klemperer, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist, zuzusehen, wie er mit z. T. minimalsten Gesten dennoch eine auf ihre Art einzigartige Aufführung zustande bringt. Live war das gewiß unvergeßlich.
(Derzeit bei youtube vollständig anzusehen.)
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Old Klemp (sein Spitzname in London),
hier schon very old, hat 1970 seinen letzten kompletten Zyklus der Beethoven Sinfonien aufgeführt.
Danach hat er meines Wissens nur noch, wie schon oben erwähnt, in Bonn die 1. und. 3. aufgeführt. Davon gab es nen Mitschnitt beim dubiosen(?) Arkadia Label. Über diese 3. ist die Kritik übrigens völlig aus dem Häuschen gewesen.Die 9 aus London aus dem Mai 1970 sind alle von der BBC im Fernsehen übertragen worden.
Schön, dass sie wenigstens teilweise bei Youtube zu sehen sind. (die 3. ist auch komplett, aber das ändert sich täglich)
Mal sehen was noch kommt. Ich zeichne fleißig aufDieser Klemperer hat aber trotz sparsamster Gesten, kein Vergleich mit Klemperer in seiner besten Zeit nach WKII, also 1954- 1958, immer noch den Überblick. "The pulse is there" sagte Oliver Knussen einmal.
Ein schönes Dokument "Ausgabe letzter Hand."
Und der 3. Satz gelingt ihm wie immer deutlich flüssiger als bei Kollegen.Gruß S.
PS: Man lasse sich von der Hinfälligkeit nicht täuschen. Klemp hatte sich 2-mal die Hüfte gebrochen 1951 und 1967, deshalb musste er sitzen.
Und die Beschwerden seiner Lähmungen, bedingt durch die Hirn-op 1939, nahmen im Alter so zu, dass er aber 1967 wieder zum Taktstock greifen musste. Man sieht aber deutlich die Beeinträchtigungen der rechten Körperhälfte. -
Auch hier verbinden Viele Klemperer mit Langsamkeit.
Dabei wäre eine Untersuchung über seine gewählten Tempi fast schon ne Magisterarbeit wert.
Unbestritten ist, dass er mit zunehmendem Alter langsamer wurde. Von 45 Minuten in Köln bei der Eroica (Februar 1954) bis hin zu 1 Std in Bonn (Oktober 1970).
Und da merkt man auch deutlich, dass die Flexibilität, das Tempo zu wechseln, erheblich gelitten hat, dafür er aber jede Menge Nebenstimmen ertönen lässt, das es ein wahres Wunder ist. "Von wegen Autopilot"Von 71 Minuten (Weltrekord??) bei Mahler 2 (1951, eine Aufnahme, die nur mit "Furor" zu beschreiben ist) bis zu 99 Minuten (1971, schwarz wie die Nacht) derselben Sinfonie (Auch Weltrekord??)
Ich habe mal versucht, anhand von div. Aufnahmen von Mahler 2 so etwas wie ein lineares Langsamer-werden zu postulieren, aber ich habe das Projekt nicht so verfolgt, dass ich es erhärten könnte.
Dabei habe ich nur Aufnahmen nach WKII im Blick.
Das begründe ich damit, das die Krankheit von 1939 mit den bekannten Folgen Aufnahmen bis 1946 quasi nicht zugelassen haben, so dass ich einen Bruch im Klemps Karriere durchaus konstatieren kann.Und es gibt die durchaus flotte Bruckner 5 nur in 2 Aufnahmen Studio und Live. ( 67 und 68 )
Beide sind, im Vergleich zum Beethoven, den er zu der Zeit (7. in der letzten Studioaufnahme) dirigierte, oder etwas später Mahler 7, recht schnell.Das muss dann schon genauer untersucht werden.
Dagegen war sein Beethoven bis einschließlich 1957 immer im Rahmen seiner Zeitgenossen durchaus zügig. Brahms sowieso.
Es scheint mir daher so, dass der späte Klemperer dafür herhalten muss, das er als langsamer, massigen Sound erzeugender Dirigent gilt.
Gruß S.
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Hallo,
ich habe seit Wochen darauf gelauert, diese Biografie zu erhalten, in der Hoffnung, wesentlich Neues zu erfahren.
(Achtung: Es gibt 2 Bände Biografie von Peter Heyworth, sowie 1 Band Interviews mit OK auch von Heyworth, sowie mind. zwei weitere Bücher über und teilweise von ihm)
Fehlanzeige!
Frau Weissweiler beschränkt sich auf die Zeit bis 1933, dabei ab und zu Heyworth korrigierend, was nach 20 Jahren nun nicht so spannend ist, unterschlägt aber wesentliche Dinge dieser Zeit:
- Die Eifersuchtsanfälle von Furtwängler in Berlin
- Das Zerwürfnis mit Düllberg, der mit ihm wesentliche Operninszenierungen durchführte.
- Nix über Fehling!
- Das Ende der Kroll ist viel zu knapp dargestellt.
- Kaum was aus Budapest
- Nix mit Felsenstein.
- Die im Werbetext herausgestellten "Weibergeschichten" finden nicht statt. Die Affäre Maria Schacko wird lächerlich geschildert.
Dagegen stellt sie die Kölner Zeit dar und die Eifersüchteleien mit Herman Abendroth, den sie als mittelmäßigen Karrieristen schildert.Auch Erich Kleiber kommt arg schlecht weg. Ekelhaft!
Die Zeit seit 1933 wird knapp abgehandelt, die Alterskarriere kaum behandelt.
Es wird nahezu kein Wort darüber verloren, wie er seit 1954 sein ramponiertes Images restaurieren konnte.
Heyworth wird seiner Kommentare über die Qualität der Kompositionen angemacht, aber selbst kann sie kein einziges Werk inhaltlich würdigen.Im Jahre 2010 kann man auch nicht mehr von 5 Aufnahmen der 2. Mahlers schreiben, wenn es seit 2008 mind. 8 bekannte gibt.
(Wien 51, Sidney 50, Amsterdam 51, London 61, London 62, Wien 63, München 65, London 71 )
Das ist einfach nur schlampig.Fazit. Ein hingeschissenes Werk im Stile von Bernt W. Wesseling.
Also: forget it. Und Heyworth angreifen zu wollen ist hier so erfolgreich als wollte man im dunklen Groß-Glockner Tunnel mit ner Kerze was ausrichten.Fazit. Verzichtbar.
Gruß S.Abgesehen davon, das Cover. Wenn man schon den Klemperer der Zeit bis 1933 beschreiben will, dann bitte nicht mit einem Coverfoto aus der Zeit zwischen 1967 und 1970! Das macht nun keinen Sinn! Oder??
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Hallo, liebe Forianer,
zum Thema "Klemperer und die Tempi" möchte ich etwas anmerken, dass mir auffiel, als ich meine neue Oistrach-Box durchhörte. Ich begann mit einem meiner beiden Lieblings-Violinkonzerte, dem Brahms-Konzert. Und weil Klemperer zu meinen Lieblingsdirigenten gehört (zusammen mit Wand, Bernstein, Böhm, Jochum, Abbado, Rattle und Furtwängler), begann ich mit der Aufnahme, die Klemperer und Oistrach 1960 in Paris, zusammen mit dem Orchestre National de la Radiodiffusion Francaise gemacht haben, und ich war sofort begeistert. Sie hatte das nötige Tempo, einen ausgezeichneten Klang und vor allem diesen unnachahmlichen ungarischen Rhythmus, der vor allem im Finale und, im Vergleich mit anderen Geigern wie Heifetz und Kremer, vor allem von David Oistrach so vorbildlich ausgeführt wird.
Dass auch das Tempo stimmt, konnte ich an der zweiten Aufnahme feststellen, die in dieser Box vertreten ist, und zwar die neun Jahre später entstandene Aufnahme, die in Cleveland entstanden ist mit dem Cleveland Orchestra unter Leitung ihres damaligen Chefdirigenten George Szell, der das ganze Konzert nur 13 Sekunden schneller dirigiert als Klemperer und wo der Hauptunterschied in dem 12 Sekunden schnelleren Adagio Szells besteht, während er in dem einleitenden Allegro nur 2 Sekunden schneller ist als Klemperer und im Finale Klemperer sogar 1 Sekunde schneller ist als Szell.
Davon abgesehen gefiel mir die Szell-Aufnahme fast genauso gut wie die Klemperer-Aufnahme, nur dieser unnachahmliche ungarische Stampfrhythmus im Finale war bei Klemperer-Oistrach noch etwas besser als bei Szell-Oistrach.Liebe Grüße
Willi
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Ich habe mit ihm über 50 verschiedene Aufnahmen, darunter 6 Operngesamtaufnahmen, von denen ich keine missen möchte, vor allem nicht den Lohengrin mit Simandy und die Hochzeit des Figaro mit Werner Hollweg..
LG, Bernward
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Andrews bereits im Jahre 2006 gepriesene DON GIOVANNI-Einspielung ist auch mein Favorit - und sofort erhebt die andere innere Stimme ihren Widerspruch: die berühmte Salzburger Furtwängler-Aufnahme nicht vergessen!
Der Streit in mir ist unentschieden...
Mir erschienen und erscheinen die angeschlagenen Tempi Klemperers einfach und richtig, sie wecken die innere Dramatik von Mozarts Meisterwerk. Und ich finde, Klemperer und Furtwängler sind da nahe beieinander.
Meine Cover sind allerdings anders gestaltet.
An anderer Stelle schrieb ich, daß ich versuche, mir die Musik Gustav Mahlers zu erarbeiten. Eine schon lange im Regal stehende Einspielung habe ich in der letzten Zeit mehrmals gehört: Die Zweite mit Harper/Baker. Eine ausgeliehene Aufnahme - Inbal und das RSO Frankfurt mit Donath/Soffel - hat für mein Gefühl nicht diese Spannung.
Ja, Otto Klemperer war schon ein ganz Großer!!!
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Ich möchte nur anmerken, dass der weithin gepriesene Don Giovanni mit Giulini von 1958 eigentlich derjenige Klemps war.
Für ihn wurde alles vorbereitet, Terminpläne gemacht, Künstler engagiert und Walter Legge hatte alles bereit gestellt und dann fällt Klemperer wegen übler Verbrennungen aus. (Übrigens für fast ein komplettes Jahr, mit Nachwirkungen sogar länger)
Aber Giulini hat die Aufnahme nicht nur gerettet, sondern etwas wunderbar Eigenes daraus gemacht.Ich erwähne das nur, weil Klemperer 1958 wesentlich besser drauf war als 1966, so dass ich beim Don Giovanni eher seine Kölner Aufnahme von 1955 (Geschenk der Kölner zu seinem 70igsten Geburtstag) trotz aller Mängel im Orchester und Klang bevorzuge.
Gruß S.
