Parsifal Rheinoper

  • War jemand der geneigten Leser gestern wie ich in der Rheinoper in der Premiere Parsifal ?


    Musikalisch fand ich es großartig !

    Die Inszenierung von Thalheimer war unterirdisch, komplett am Libretto vorbei, alles " Schöne " wie Karfreitagaue, Erlösung, Speergewinnung, Blumenmädchen, Fußsalbung usw.. wurde konsequent ignoriert. Parsifal mußte im 1 und 2. Aufzug mal wieder in Unterwäsche singen und war im 3. ein abgewrackter Clown. Ordentlich viel rote Farbe an Wänden und Gewändern, wie originell !!! Was ein Sch... !!!!

    Thalheimer ist zudem ein Mittellogeninszenierer, wer am Rand sitzt, sieht große Teile des Bühnenbildes nicht, handwerklich ganz schlecht!

    Goerz von der RP findet alles wieder ganz super, tolle "Dekonstruktion des Sakralen", nachzulesen bei RP online als Abo.

    Gegenstimmen?

  • Danke für den Bericht, der mich neugierig gemacht hat. Erstens schätze ich Thalheimer als Regisseur sehr, und den Sakralkitsch des „Parsifal“ ertrage ich nur dekonstruiert. Ich werde sehen, ob ich noch eine Karte bekomme.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ja, ich war auch in der Vorstellung. Der Bewertung der musikalischen Seite stimme ich zu, die Inszenierung hat zumindest einige eindrucksvolle Bilder zu bieten, aber auch einiges an Leerlauf, der aber durch die Persönlichkeit der Darsteller ausgeglichen wird.

  • Auch ich war gestern in der Premiere. Musikalisch fand ich die Aufführung, sieht man von ein paar kleinen Unstimmigkeiten im Chor ab, großartig. Unverständlich die Buhrufe für Frau Ferede und Herrn Frank. Da haben wohl ein paar Möchtegernexperten ihr Mütchen kühlen wollen.

    Herrn Thalheimers Inszenierungsstil muss man mögen. Er ergeht sich in der Kunst des Weglassens und findet hierfür auch durchaus plausible Erklärung. Ohne, dass es in "Sakralkitsch" hätte ausarten müssen, hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle gerne etwas "Mehr" gewünscht. Bei Thalheimers inszenatorischer Umsetzung des Stückes sei daher die Frage erlaubt, warum dieser Parsifal nicht von Beginn an halbszenisch aufgeführt wurde.

    Nachdenklich und in gewisser Weise auch etwas traurig stimmt mich die Feststellung, dass diese Aufführung, die eigentlich ein volles Haus verdient gehabt hätte, vielleicht zu 80% ausgelastet war. Ich erinnere mich an Zeiten an der DOR, in denen ich bei Vorverkaufsbeginn für Werke R. Wagners in einer langen Schlange vor der Kasse anstehen musste und am Aufführungsabend Kartensuchende vor dem Eingang mit Pappschild "Suche Karte" anzutreffen waren. Da fragt man sich, ist "Oper" ein Auslaufmodell oder macht das Regietheater die Oper kaputt. An der musikalischen Qualität wird es wohl nicht liegen. Und die Eintrittspreise der DOR sind alles andere als überzogen.

    Ob ich nicht höre? ob ich die Musik nicht höre? Sie kommt doch aus mir. (aus "Elektra")

  • Daß die Rheinoper nicht mehr ausverkauft ist, ist eine Folge der Coronapolitik, davon haben sich viele Kulturinstitute noch nicht erholt. Die Intendanz oder die Regie trifft da keine Schuld.

    Ich werde mir die Aufführung noch mal, mit mittigem Sitzplatz anschauen, und versuchen die hier angesprochenen positiven Aspekte der Inszenierung nachzuvollziehen.

    Ich habe gar nichts gegen Thalheimer, seinen Macbeth fand ich ganz gut, oder gegen provokante Inszenierungen, der Sinn muß sich mir nur erschließen. Der Buher, der alle ausgebuht hat, ist ein no go, der meint die Sänger für die Regie bestrafen zu müssen. Dankenswerterweise hat er, und alle anderen im Publikum , am Schluß mehrere Sekunden gewartet , bis ein Bühnenlicht anging. Diese kleine Pause nach dem letzten Ton genieße ich.

  • Zwei kleine Randbemerkungen.

    Ich habe vor vielen Jahren den Parsifal in Gelsenkirchen gesehen. Es war eine konventionelle, aber musikalisch sehr überzeugende Aufführung, sodass ich nochmal hingegangen bin. Strawinskis Diktum "Eine Andacht im Krematorium" würde ich nicht teilen. Außerdem: was heißt schon "Sakralkitsch"? Es gibt ja inzwischen im RT den RT-Kitsch: Blut, Unterhosen, Spruchbänder, Nazis, Videos, Autos. Ich habe jetzt bei YT eine Inszenierung des Schlauen Füchsleins als RT gesehen: Aus der Mülltonne, für die Mülltonne. Ich komme darauf noch zurück. Frage an die Autoren hier: gab es auch Videoszenen? Das ist ja oft der letzte Ausweg. Mit halbszenischen Aufführungen kann ich mich sehr anfreunden. In Essen gab es das mit dem "Rheingold" und "Herzog Blaubarts Burg".

    Thalheimer ist zudem ein Mittellogeninszenierer, wer am Rand sitzt, sieht große Teile des Bühnenbildes nicht, handwerklich ganz schlecht!

    Vor Jahren habe ich das in Essen mal erlebt, bei einer Oper von Händel. Ich saß im Rang auf der Seite und konnte ziemlich viel von der Inszenierung nicht sehen. Dabei war das eine gute Inszenierung mit tollen Sängern. Ich habe damals an die Aalto-Verwaltung geschrieben und gefordert, dass man mir ein Drittel des Preises erstatten müsse. Die haben mich natürlich abgewimmelt.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • ...

    Goerz von der RP findet alles wieder ganz super, tolle "Dekonstruktion des Sakralen", nachzulesen bei RP online als Abo.

    Gegenstimmen?

    Ja, ja, der gute W. Goertz :)

    Wie gut doch, dass er wohl der Einzige ist, der Sinn und Tiefe von Inszenierungen zu erfassen weiß.

    Oftmals frage ich mich, welches "Verhältnis" WG speziell zu Wagners Musik hat. Hassliebe? Ich bin auch immer wieder erstaunt, wenn er Aufführungen der Bayreuther Festspiele bespricht.

    Er sollte sich auf Salzburg beschränken.;)

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  • ......Frage an die Autoren hier: gab es auch Videoszenen? Das ist ja oft der letzte Ausweg..

    Es gab Gott sei Dank keine Videoszenen. Und so grandios, wie Schlingensief weiland "seinen" Parsifal in Bayreuth mit Videoszenen versah, wird es ihm wohl auch kaum einer nachmachen.

    Apropos "nachmachen": Oh ja, wo Blut ins "Spiel" kommt, muss Blut fließen.... bestenfalls eimerweise Blut, so dass sich die Akteure darin baden können. Auf weißen Kulissenwänden macht sich dann so eine Blutorgie besonders gut. Allerdings bei Weitem nicht so gut wie Hermann Nitschs (von der Presse seinerzeit als Blutkünstler stigmatisiert) Farborgie bei den Bayreuther Festspielen 2021 in der Walküre.

    Noch zu einer Bemerkung bzgl. "Unterhosen". Die Unterwäschekostümierung der Rolle des Parsifal war in der Premiere dann doch wohl etwas abgeschwächt, vergleicht man sie mit dem "Kostüm" in der Generalprobe. Als Sänger würde ich mich weigern, in Doppelripp, bestenfalls auch noch mit "Eingriff", aufzutreten und mich zum Gespött der Zuschauer zu machen.

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  • Wer, wie ich, mit Wagners verschwurbelter christlicher Ikonografie, dem elitären Männerbund und der Verteufelung von Weiblichkeit und Sexus Probleme hat, aber von Richard Wagners suggestiv einzigartiger Musik begeistert ist, der wird seine Freude an Thalheimers Inszenierung ohne getöteten Schwan, ohne Gral, ohne heilige Quelle und Taufe haben.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

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  • Wer, wie ich, mit Wagners verschwurbelter christlicher Ikonografie, dem elitären Männerbund und der Verteufelung von Weiblichkeit und Sexus Probleme hat, aber von Richard Wagners suggestiv einzigartiger Musik begeistert ist, der wird seine Freude an Thalheimers Inszenierung ohne getöteten Schwan, ohne Gral, ohne heilige Quelle und Taufe haben.

    Du hast den verschwurbelten Text vergessen.

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  • Wer, wie ich, mit Wagners verschwurbelter christlicher Ikonografie, dem elitären Männerbund und der Verteufelung von Weiblichkeit und Sexus Probleme hat, aber von Richard Wagners suggestiv einzigartiger Musik begeistert ist, der wird seine Freude an Thalheimers Inszenierung ohne getöteten Schwan, ohne Gral, ohne heilige Quelle und Taufe haben.

    Aber dann ist doch eine konzertante Aufführung für dich viel passender, wenn dich das ganze " Geschwurbel " nervt, und nicht eine Darbietung die mit dem Libretto und zum Teil auch mit der Partitur , Pistolenschüsse finde ich da so nicht, überhaupt nichts gemein hat.

    Übrigens, ich sehe keine Verteufelung von Weiblichkeit oder Sexus in Wagners Werk, ganz im Gegenteil: Protagonisten sind immer starke Frauen, oft stärker als die Männer, und seine Musik , zB. Vorspiele Tristan und Tannhäuser sind quasi Pornographie , d.h. stellt einen Geschlechtsakt dar, von Sexusverteufelung ist unser guter Richard weit entfernt, was er auch in seinem Leben bewiesen hat.

  • Aber dann ist doch eine konzertante Aufführung für dich viel passender....

    Danke für den Rat, aber für meinen Geschmack war das, was ich gesehen habe, gar nicht so abwegig und die Produktion hat mir gefallen.

    "Chacun à son goût".

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Ich war auch in der Premiere. Erst der Auftritt des Chores im ersten Akt hat mich vor dem Einschlafen bewahrt, da ich direkt von der Arbeit zur Premiere gefahren bin. Die Buhrufe für Frau Ferede, die zwar nicht die größte Stimme hatte und Herrn Frank, der im letzten Akt etwas nachgelassen hat, fand ich unberechtigt. Gänsehaut Moment für mich , ich sitze immer im 3.Rang, als die Frauen des Chores vom 3. Rang gesungen haben.

  • ....... Gänsehaut Moment für mich , ich sitze immer im 3.Rang, als die Frauen des Chores vom 3. Rang gesungen haben.

    Hallo Rodolfo, dann müssten wir ja schon fast alte Bekannte sein ;) Ich besuche die Rheinoper seit mehr als 50 Jahren und sitze auch immer im 3. Rang. Absolute Zustimmung meinerseits, was den Frauenchor betrifft. Sie sangen zwar nicht vom Inneren des 3. Ranges aus , sondern vom "Wandelgang" vor dem Saal (Anmerkung, um Missverständnissen zu begegnen). Das war in der Tat ganz großes Kino :)

    Normalerweise besuche ich seltener die Premieren, sondern meistens die 2. Aufführungen, die in der Regel auch musikalisch noch geschlossener sind. Meine nächste Premiere ist nach derzeitiger Planung der Holländer. Vielleicht sieht man sich? ;)

    Ob ich nicht höre? ob ich die Musik nicht höre? Sie kommt doch aus mir. (aus "Elektra")

  • Ich war von 1970-2000 auch ein regelmäßiger Dritter-Rang-Besucher, und zwar Seite, 1A oder 2A. Am Anfang waren das die Partiturplätze, ich habe aber nie jemand getroffen, der eine mithatte. Leider haben sie inzwischen ja Scheinwerfer davorgesetzt. Man hat nicht alles auf der Bühne gesehen, aber zum Hören gab es nichts Besseres. Ich habe mal einen Brief an die Sänger der Rheinoper geschrieben, ob vielleicht die meist kundigen Besucher im dritten Rang auch mal beim Verbeugen nach oben sehen. Ich druck das demnächst in meinem Schreibtisch mal ab. Eine Antwort habe ich nie bekommen und genutzt hat es auch nichts.

    Eine Frage noch. Der Kritiker der WAZ schrieb u.a. "Kundry knallt Klingsor ab". Wie ging das zu?

    Wie Wogtraute besuche ich grundsätzlich in allen Opernhäusern keine Premieren, nicht wegen der höheren Kosten, sondern weil die Aufführungen danach musikalisch meist besser sind.

    Zum Holländer werde ich gar nicht kommen, diese Oper liegt mir nicht.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Ich war von 1970-2000 auch ein regelmäßiger Dritter-Rang-Besucher, und zwar Seite, 1A oder 2A. Am Anfang waren das die Partiturplätze, ich habe aber nie jemand getroffen, der eine mithatte. Leider haben sie inzwischen ja Scheinwerfer davorgesetzt. Man hat nicht alles auf der Bühne gesehen, aber zum Hören gab es nichts Besseres. Ich habe mal einen Brief an die Sänger der Rheinoper geschrieben, ob vielleicht die meist kundigen Besucher im dritten Rang auch mal beim Verbeugen nach oben sehen. Ich druck das demnächst in meinem Schreibtisch mal ab. Eine Antwort habe ich nie bekommen und genutzt hat es auch nichts.

    Eine Frage noch. Der Kritiker der WAZ schrieb u.a. "Kundry knallt Klingsor ab". Wie ging das zu?

    Wie Wogtraute besuche ich grundsätzlich in allen Opernhäusern keine Premieren, nicht wegen der höheren Kosten, sondern weil die Aufführungen danach musikalisch meist besser sind.

    Zum Holländer werde ich gar nicht kommen, diese Oper liegt mir nicht.

    Hallo Doc,


    in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ;) sah man auf den Partiturplätzen oftmals Peter Schneider, der damals Erster Kapellmeister an der DOR war. Am Pult "herrschte" weiland Günther Wich.

    Mein Mann und ich haben uns damals immer schon sehr gefreut, wenn Schneider am Pult stand. Der brachte irgendwie noch frischen Wind in den Graben. Besonders hat es uns gefreut, dass Schneider auch von Bayreuth gerufen worden ist und wir dort einige Male seinem Dirigat lauschen durften.

    Ich stimme Dir zu, die Plätze im 3. Rang sind fürs Hören die besten. Ich genieße von dort auch den guten bis hervorragenden Blick in den Graben. Was dort unten passiert fesselt mich in der Regel mehr, als das Geschehen auf der Bühne.


    Zu Kundrys "Knaller": Ah ja, ein grandioser Regiereinfall, mal etwas ganz Neues8o. Kundry fuchtelte dem armen Parsifal während der Verführungsszene mit einem Revolver vor der Näse herum. Du kannst Dir vorstellen, das war Erotik pur :D. Nun ja, aber unser reiner Tor hat sich davon nicht beeindrucken lassen (wie sollte er auch, gabs im Wald und bei den wilden Tieren für ihn ja noch keine Lehrstunde in Waffenkunde). Parsifals Ignoranz wiederum führte dann bei Kundry zu einem gewissen Frustverhalten. Denn just in dem Moment, als Klingsor den Speer auf Parsifal schleudern wollte, dies ihm (also Klingsor) aber nicht gelang, weil besagter heiliger Speer zwischen Klingsors Beinkleidern wie ein erigierter P**** erwuchs (wer kann da noch werfen?;)), wars der guten Kundry zuviel.......sie griff zur Pistole und feuerte mehrmals (Klingsor war verdammt hartnäckig, bevor er umfiel) auf Besagten. Parsifal musste dann den Speer nur noch an sich nehmen. (Hach, was waren das noch Zeiten, als der Speer noch richtig geworfen wurde und im Orchestergraben landete - Bonner Oper mit Peter Hofmann in der Titelrolle).


    Noch zum Holländer: Ich hätte die Möglichkeit gehabt,in diesem Jahr Michael Volle in Bayreuth als Holländer zu erleben. Aber ich habe den Holländer dort in der derzeitigen Inszenierung schon gesehen und habe auch wegen der Kartenpreise heuer darauf verzichtet. Für ein Fünftel des Preises höre ich Volle nun in dieser Partie in Düsseldorf.

    Ob ich nicht höre? ob ich die Musik nicht höre? Sie kommt doch aus mir. (aus "Elektra")

  • Liebe Wogtraute,

    wann singt Herr Volle den Holländer in Düsseldorf ? Das ist für mich an der Homepage der DOR das größte Ärgernis, das bei Doppelter Besetzung nicht dabei steht, wer wann singt. Herrn Rutherford hab ich in Duisburg bei der Premiere als Holländer gesehen. Was ich , je älter ich werde, in Düsseldorf vermisse, das es keine Garderoben in jedem Rang mehr gibt.

  • Auch ich habe viele Jahre immer im 3. Rang gesessen. Als die Scheinwerfer montiert wurden, wurden die Plätze nicht mehr verkauft, deshalb sind wir jetzt im 2. Früher habe ich schon mal Leute im 3. Rang mit Partitur gesehen. Der Klang ist oben viel besser als im Parkett , auch die Stimmen kommen gut rüber und man sieht das Orchester und Dirigent.

    In Bayreuth diesen Sommer war die " Speerübergabe " auch komplett mißraten bzw. langweilig.

    Zu der Schussszene: Wenn ich schon alles reduziere und weglasse, auf fast alle Details des Libretto verzichte, warum muß ich dann mehrfach und superlaut rumballern, das hätte das Publikum auch angedeutet verstanden ! Wichtiges wird weggelassen um Erfundenes plakativ darzustellen.

    Einen schönen Morgen !

  • Das ist für mich an der Homepage der DOR das größte Ärgernis, das bei Doppelter Besetzung nicht dabei steht, wer wann singt.

    Natürlich steht das dabei. Man kann auf der Homepage bei einem Stück unter der Rubrik Besetzung sowohl "Alle Besetzungen" als auch die Besetzungen der einzelnen Termine nachschauen.

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  • Hallo Doc,



    Mein Mann und ich haben uns damals immer schon sehr gefreut, wenn Schneider am Pult stand. Der brachte irgendwie noch frischen Wind in den Graben. Besonders hat es uns gefreut, dass Schneider auch von Bayreuth gerufen worden ist und wir dort einige Male seinem Dirigat lauschen durften.

    Peter Schneider war das, was auch Arnold Quennet auszeichnete; sie waren Kapellmeister alter Schule, die alles konnten. Peter Schneider hat ja auch die Janacek-Opern des ersten Zyklus dirigiert. Damals waren die Orchester noch nicht so ganz perfekt im Janacek-Sound wie das heute doch üblich ist.


    Auch ich habe viele Jahre immer im 3. Rang gesessen. Als die Scheinwerfer montiert wurden, wurden die Plätze nicht mehr verkauft, deshalb sind wir jetzt im 2. Früher habe ich schon mal Leute im 3. Rang mit Partitur gesehen. Der Klang ist oben viel besser als im Parkett , auch die Stimmen kommen gut rüber und man sieht das Orchester und Dirigent.

    Das ging mir auch so. Allerdings sah man manches, was mir im Graben nicht so gefiel. Z.B. Gespräche untereinander, Zeitung und Bücher lesen, Abgang, wenn man nicht mehr dran war. Bei einer Oper war das lästig: "Die Krönung der Poppea" endet mit dem berühmten Schlussduett leise und innig. Grund genug für eine Massenflucht aus dem Orchester vor dem letzten Ton. In Duisburg hatte man bei der Poppea vergessen, die Lautsprecher abzuschalten, mit denen sich das Bühnenpersonal verständigt, sodass über der Musik ein "Duett" der Bühnenarbeiter zu hören war; die Texte habe ich zum Glück vergessen.

    Ich habe einmal von dem Dirigenten Hiroshi Wakasugi (damals Chef beim KRSO) eine Karte geschenkt bekommen (nachzulesen in meinem Schreibtisch unter "Miniaturen") für " L´enfant et les sortilèges". Da saßen wir im Orchestersessel, 2. Reihe. Musikalisch nicht besonders gut, aber man konnte den Sängern tief in die Kehle sehen!

    Motto: Wer im Orchestersessel sitzt, hat mehr Geld als Musikverstand.:untertauch:

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ;) sah man auf den Partiturplätzen oftmals Peter Schneider, der damals Erster Kapellmeister an der DOR war. Am Pult "herrschte" weiland Günther Wich.

    Mein Mann und ich haben uns damals immer schon sehr gefreut, wenn Schneider am Pult stand.

    So ging es mir damals auch, liebe Wogtraute. Peter Schneider war ein ganz hervorragender Dirigent. Zur "Betteloper" kam er im Rollkragenpuli, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Mit ihm gab es immer musikalisch gelungene Opernabende in Düsselodrf. Meine Eltern hatten ein Abo 1. Rang Mitte in der Rherinoper - also so ziemlich die besten Plätze. Und ich habe sehr oft einen davon besetzt. Das hat meine Beziehung zur Oper geprägt. :hello:

    Peter Schneider war das, was auch Arnold Quennet auszeichnete; sie waren Kapellmeister alter Schule, die alles konnten. Peter Schneider hat ja auch die Janacek-Opern des ersten Zyklus dirigiert.

    Genau den Zyklus mit Peter Schneider habe ich damals gehört, lieber Dr. Pingel! Seitdem bin ich ein ganz großer Janacek-"Fan". :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • So ging es mir damals auch, liebe Wogtraute. Peter Schneider war ein ganz hervorragender Dirigent. Zur "Betteloper" kam er im Rollkragenpuli, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Mit ihm gab es immer musikalisch gelungene Opernabende in Düsselodrf. Meine Eltern hatten ein Abo 1. Rang Mitte in der Rherinoper - also so ziemlich die besten Plätze. Und ich habe sehr oft einen davon besetzt. Das hat meine Beziehung zur Oper geprägt. :hello:

    Genau den Zyklus mit Peter Schneider habe ich damals gehört, lieber Dr. Pingel! Seitdem bin ich ein ganz großer Janacek-"Fan". :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Benrath heißt eben Qualität, in jeder Hinsicht!

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