Über selten und oft genannte Interpreten im Tamino Klassikforum

  • Es ist kein Geheimnis: Manche Interpreten werden hier immer wieder erwähnt, geliebt, gelobt, gescholten.

    Andere werden nicht oder kaum erwähnt.

    IMO hat das nichts oder wenig mit der jeweiligen Bedeutung zu tun

    sondern eher mit der jeweiligen Zusammensetzung der Mitglieder

    Hier spielen oft persönliche Vorlieben der Einzelnen eine Rolle

    und zwar einerseits nach Genre, dann nach Komponisten

    und letztlich ist es auch eine Altersfrage

    Viele Mitglieder sind durch bedeutende Interpreten der Vergangenheit geprägt

    und haben kein oder wenig Interesse an Interpreten der Gegenwart

    vom Platzmangel in den CD-Regalen mal abgesehen.

    So bildet sich im Laufe der Jahre ein "kollektiver " Geschmack eines Forums

    oder auch einer Klassikzeitschrift, Publikation, was auch immer heraus,

    der naturgemäß immer ein wenig einseitig sein muß

    Die Zusammensetzung an Komponisten, Interpreten und Ensembles

    ist einer seits ein Produkt des "kollektiven" Geschmacks

    andrerseits die Prägung durch einzelne Mitglieder

    Verlässt ein "prägendes" Mitglied das Forum

    so verblasst in der Regel die Prägung,

    der bevorzugte Interpret, Komponist, die spezielle Werkgattung

    verblassen in der Regel ein wenig - ohne aber gänzlich aus dem Bewusstsein der Forianer zu verschwinden.

    Umgekehrt sind Neumitglieder oft eine Chance ANDERE Interpreten kennenzulernen

    Das können Interpreten der neuen Generation sein -

    aber das ist kein Dogma

    Es können auch Interpreten der Vergangenheit sein, die bislang einfach übersehen wurden.

    Auf jeden Fall habe ich persönlich den Vorsatz heuer zahlreiche neue oder selten genannte Namen

    dem Forum hinzuzufügen.

    Wer genau beobachtet hat, wird vielleicht bemerkt haben, daß wie damit schon im Vorjahr intensiv begonnen haben...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Ich wurde überrascht durch die Bedeutung, die Maurizio Pollini für doch viele Forenmitglieder hat, die klavieraffin sind. Das war über einen langen Zeitraum nicht zu erkennen. Vielleicht sprechen viele nicht dauernd über ihre "Lieblinge" und es bedarf eines Anlasses.



    Das scheint mir ganz natürlich zu sein. Es ist problemlos möglich, zehn Klassikliebhaber zu finden, die in ihrem Geschmack kaum Gemeinsamkeiten haben. Das ist machmal etwas traurig, weil man doch viel alleine unterwegs ist, auf der anderen Seite sieht man aber eben auch viel Neues mit dem man sich von Zeit zu Zeit beschäftigen kann ...

  • Ich wurde überrascht durch die Bedeutung, die Maurizio Pollini für doch viele Forenmitglieder hat, die klavieraffin sind.

    Oft bemerkt man erst, wie wichtig etwas oder jemand für einen war, wenn man es oder ihn verloren hat. Im konkreten Fall war allerdings Dr. Kaletha die treibende Kraft, weil ihn vermutlich der Verlust am schwersten getroffen hat.


    Aber es gibt auch andere Beispiele: Derek Han, war mir beispielsweis trotz fast 20 Jahren Forenbetrieb bis vor kurzem überhaupt kein Begriff.

    Ton Koopmann kannte ich - ichhabe 2 oder 2 CDs mit ihm - aber er ist mir erst gesten bei der von mir verlinkten Videoaufzeichnung der Osterkantate in seiner vollen Bedeutung bewusst geworden.

    Bei den Pianisten gibt es eine Reihe wirklich interessanter Interpreten - und das ist auch notwendig - allzuviele der alten Garde sind nun schon von uns gegangen.

    Natürlich kann man die CDs spielen - aber irgendwann ist das Potentiol ausgeschöpft. Das Interesse an der neuen Generation - und auch an den derzeit bereits Etablerten hält sich derzeit noch in Grenzen - aber das ist IMO nur eine Zeitfrage.

    Ein Problem kömnnte sein, daß viele dieser Interpreten bei kleineren Indepent Labels unter Vertrag stehen - oder überhaupt als Freelancer oder Labelhopper unterwegs sind und deshalb imagemäßig nicht aufgebaut werden. Die Phrasen auf den Websiten, die Agenturen in Allerweltsmanier formulieren "..einer der interessantesten ianisten seiner Generation" und dann die Liste der Zusammenarbeit mit unbekannten Dirigenten iund Orchestern der 2. und 3. Reihe wirken manchmal geradezu verzweifelt, desinteressiert oder armselig auf mich.

    Kann ein Forum -noch dazu eines das nicht auf die englische Sprache ausgerichtet ist - einen Intrpreten, Dirigenten,etc bekannt machen ?

    JEIN -aber ein bisserl was geht schon noch. Ich plane in nächster Zeit meine Aufmerksamkeit ein wenig den Dirigenten zu schenken, so wie ich es seit
    der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres mit den Pianisten getan habe. Viele Orchester haben neu Chefdirigenten bekommen, viele Aufnahmeprojekte entstanden und entstehen - und man nimmt kaum Notiz davon, well man - un ich bin hier ein ausgeprägtes

    beispiel - am Alten hängt. Letzteres wird sich zwar nicht ändern, soll aber ein wenig abgefedert werden.

    mfg aus Wien

    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Nicht immer ist der, der sich am wortreichsten äußert derjenige, den ein Verlust am meisten trifft. Manchmal lässt Trauer auch einfach verstummen. Was Zeitungen betrifft, ist ja leider bekannt, dass diese den Nachruf über Persönlichkeiten, deren Ableben sich andeutet, fertig in der Schublade haben. Das ist dann Anteilnahme auf Knopfdruck.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."