Mahan Esfahani wurde 1984 in Teheran geboren, wanderte aber schon mit vier Jahren in die USA aus und hat dort seine erste Musikausbildung erhalten. Er vervollständigte dann seine Ausbildung bei der tschechischen Cembalistin Zuzana Růžičková. Mahan Esfanis Lebenslauf lässt sich problemlos in der englischen Wikipedia nachlesen Mahan Esfahani.
Esfahani fühlt sich sowohl der vergangenen, wie auch der zeitgenössischen Musik verbunden. Die Musik Bachs spielt eine große Rolle in seinen Veröffentlichungen. Bei der Deutschen Grammophon ist seine Interpretation der Goldbergvariationen erscheinen.
Der Werbepartner schreibt dazu
Zitat von jpc
Der iranische Cembalist Mahan Esfahani sucht und findet in seinen teils radikalen Programmen die Verbindungslinien zwischen »Alt« und »Neu«. Auf seinem erst zweiten Album für Deutsche Grammophon nimmt er sich nun des vielleicht größten Werkes an, das man als Cembalist überhaupt spielen kann: Johann Sebastian Bachs »Goldberg-Variationen«. Bedenkt man, welch heftige Kontroversen – pro wie contra – Esfahanis im Sinne einer formalistisch verstandenen historischen Aufführungspraxis sehr unkonventioneller Stil bereits hervorgerufen hat, so dürfen wir uns hier wohl auf eines der spannendsten Alben des Jahres gefasst machen.
Mir gefällt die unkonventionelle Art sehr. Das Cembalo, ein englischer Nachbau eines zweimanualigen Cembalos von Johann Heinrich Harraß aus Thüringen, klingt sehr farbig und an keiner Stelle zu dünn. Wenn man die Variationen häufiger hört, ist man manchmal schon der Meinung, dass die eine oder andere Wiederholung nicht nötig sei. Beim ersten Male fesselt einfach der Klang des Instrumentes. Esfahani wechselt IMO sehr geschickt die Registrierung zwischen den Variationen. Ob das auch in einer Live-Vorführung so einfach geht, kann ich nicht beurteilen ...
In der Wigmore Hall lieferte Esfahani im Mai 2013 ein Livekonzert mit Werken von Byrd, Bach und Ligeti, also einen musikalischen Zeitraum von 300 Jahren umfassend, was erstaunlich gut zusammenpasst. Es wird auch mit enstprechendem Beifall versehen ![]()
Sehr schade, dass mittlerweile beide Einspielungen vom Werbepartner nicht mehr geliefert werden.
Esfahani hatte in Köln mit einem solchen Programm leider auch einmal weniger Glück.
Am 29. Februar 2016 löste ein Konzert in Köln, bei dem Esfahani neben Werken von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach auch Steve Reichs Piano Phase spielte, gerade bei letzterem Werk Tumulte aus, sodass der Cembalist das Stück vorzeitig abbrechen musste.
Ich hatte hier schon einmal Böses dazu geschrieben Minimal Music: Was ist das eigentlich .... und kann ich das nicht auch?. Sehr schade, dass die Kölner (zumindest einige) sich hier als Kunstbanausen offenbarten ![]()
Ich möchte aber noch auf eine Einspielung Esfahanis hinweisen, die noch zu haben ist. Bachs französische Suiten, sehr unterhaltsame kunstvolle Musik. Ich werde sie bald bekommen ...
Ein kleines Gimmick dieser Einspielung sind die zwei verwendeten Instrumente. Einmal ein Clavichord und ein Cembalo. Auf dem Clavichord klingt die Musik wesentlich intimer. Eine weitere Besonderheit ist die Bündelung mit den drei Suiten BWV 818, 819, 822, wobei die Herkunft von 822 noch umstritten ist ![]()
Ein Beitrag aus dem Online-Magazin Klassikakzente. Das Cembalo lebt Wie Esfahani zum Cembalo kam und wieso er dabei geblieben ist ![]()
Und noch ein Bild von dem Cembalonachbau, den Esfahani für die Goldbergvariationen verwendete
mit einer Anmerkung des "Clavier"-Bauers
Alles anzeigenThe sound is very big and rich as befits
such a generously proportioned instrument. The treble is very
flutey and sweet, and the 4 foot would sound good as a solo stop
right to the top of the compass. The bass is rich and well
focussed and throughout the compass the tone has strong
fundamentals but with much more bite than would be expected on a
French double. It is strung with Malcolm Rose brass wire and
Stephen Birkett's P-wire, and quilled in goose. It is transposable
to A440 or A415.
Wen schon immer die Frage beschäftigte, ob es eine Beziehung gibt zwischen den in Booklets abgebildeten Instrumenten und den auf der Aufnahme benutzten
Zitat von Website von Huw SaundersThis harpsichord
was recently used by Mahan Esfahani for his recording of Bach's Goldberg Variations (DG 0289 479
5929although, strangely, there is no picture of it in the CD
booklet though there are pictures of other harpsichords.