Mozart-Aufnahmen von Konzerten und Orchesterwerken - gestern und heute

  • Durch den Erwerb der Box mit Mozarts Klavierkonzerten mit Derek Han als solisten und dem Philharmonia Orchestra unter dem mir bis dahin unbekannten amerikanischen Dirigenten Paul Freeman (1936-2015) ist mir bewusst geworden, wie viele Schätze auf dem Gebiet der Mozart Konzerte und Orchesterwerke (und nur darum gehts in diesem Thread) in den Archiven liegt, und wie sich der Geschmack und der Zeitgeist geändert hat - zumindest versucht man es, dies uns einzureden. Vielleicht sollten wir mal alte Einspielungen den neuen gegenüberstellen. (so überhaupt jemand noch alte im Archiv hat :P) Verallgemeinerungen sind hier nicht zu vermeiden, aber mit etwas Fingerspitzengefühl sollte es möglich sein, sie zu minimieren. Als ich die Freemann/Han Klavierkonzerte (auf der in meinem Besitz befindlichen Box ist nicht mal ein Label angegeben !)hörte (bzw erst einige davon) fühlte ich mich um Jahre rückversetzt, wo Neuaufnahmen für mich nich ein freudiges Ereignis waren. Die Aufnahme ist übrigens im August 1992 gemacht worden , immerhin elf Jahre nach dem Tod von Karl Böhm. Dessen Einfluß kann daher dezidiert ausgeschlossen werden.:baeh01:


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Mozart-Aufnahmen gestern und heute“ zu „Mozart-Aufnahmen von Konzerten und Orchesterwerken - gestern und heute“ geändert.
  • Hier sozusagen der "Anlass" oder "Aufhänger" für diesen Thread, eine Box mit DDD Aufnahmen aus den frühen neunzigern des vergangenen Jahrhunderts. Klassisch ausgewogen - Klangschön - unspektakulär.

    Die Aufnahmen wurden lange Zeit unter verschiedene Labeln vertrieben, zuletzt unter "BRILLIANT " Classics.

    Die gezeigte Box hat übrigens überhaupt keinen Labelvermerk, weder auf den CDs, noch am Cover.

    Jpc hat sie bereits vor langem gestrichen - man muß sich am Gebrauchtmarkt umschaun. Discogs und Konsorten

    Das Angebot könnte inzwischen knapp geworden sein, da einige Tamino-Mitglieder sich inzwischen eingedeckt haben

    (Bei den Mitlesern fehlt mir natürlich die Information,

    Die Box wurde in verschienen Ausführungen mit unterschiedlichen Covern angeboten. Die hier gezeigte ist exakt jene die ich (gebraucht) erworben habe.

    Der Erhaltungszustand wurde als "sehr gut" deklariert - was auch stimmte. Die CDS sind in makellosen Jewelboxen - wie neu, . Lediglich der Überkartin sieht so aus, wie er auch bei mir aussieht, wenn er 30 Jahre unberührt im Regal steht: Karton altert und vergilbt leicht.

    Zurück zur Box: Es gibt sie in Verionen mit 9 (wie die abgebildete) oder 11 CDs

    Der Unterschied ist, daß die kleinere Version NICHT die Konzerte für 2 und 3 Klaviere enthält - die übrigens NICHT von Derek Han gespielt sind - ein Zukauf zur Komplettiereung gewissermaßen.

    Zu den Interpreten: Derek Han war Steinway Artist und der Klavierhersteller streut ihm Rosen:

    Zitat

    Steinway Artist Derek Han (1957-2021) was without a doubt among the leading American pianists of his generation. Though he was originally identified with the concertos of Mozart, Haydn, and Beethoven -- not least because he recorded them all to generally favorable critical response

    Das Orchester ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.


    Bleibt der Dirigent: Dr. Paul Freeman

    Auch wenn er hierzulande nicht allen bekannt ist - Er hat 200 CD aufgenommen (viele sind noch heute erhältlich)

    Und bei dem Orchester, daß er selbst gegründet und 24 Jahre lang geleitet hat (Chicago Sinfonietta)ist er bis zum heutigen Tag unvergessen.


    Nach all dieser Lobhudelei eine Zwischenbemerkung: Die Aufnahme ist inzwischen 32 Jahre alt.

    Es gibt aber zweifellos auch aus späteren Tagen klangschöne interessante Aufnahmen von Klavier- und Violinkonzerten Mozarts, vor allem von letzteren.

    Offenbar eignen sich die nicht so zu Experimenten und Verunstaltungen wie die Sinfonien, deren Neuaufnahme (von Ausnahmen abgesehen) vor allem in der Hölle Abnehmer gefunden haben: Dort werden Sie armen Sündern mit Mozart-Affinität täglich 25 stunden am Tag vorgespielt.

    Und so erfüllen auch sie eine wichtige Aufgabe :baeh01::P


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Wer den ganzen Mozart nicht scheut, erhält die Aufnahmen mit Derek Han auch in der Gesamtbox, 170 (!) CDs für 130 Euro, da kann man nicht meckern...

  • Auch bei ebay kann man fündig werden:

    CD-Box: Wolfgang-Amadeus Mozart Edition. Volume 4: Klavierkonzerte, 11 CDs

    Artikelzustand: sehr gut, Preis z.Zt. schlappe 11 € incl. Versandkosten! Es handelt sich hier um die 11 CD-Box von BRILLIANT, die CDs sind einzeln in Jewel-Boxen verpackt. Ich selber besitze diese - zugegeben ziemlich spartanische Ausgabe - bin aber mit dem Klang sehr zufrieden. Der Pianist Derek Han läßt künstlerisch kaum einen Wunsch offen. Im übrigen sind hier auch die Konzerte für 2 und 3 Klaviere mit dabei, allerdings mit anderen Künstlern. Größtes Manko aus meiner Sicht: Keinerlei Textbeilage, noch nicht einmal wird vermerkt, welche Kadenzen gespielt werden. Doch der Preis ist heiß - da sollte man nicht meckern!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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  • Wenn man CDs hat oder kauft, sollte man überlegen ob das überhaupt nötig ist und man die braucht.

    Wegen des Mega-Preises und der ganz guten Kritik hatte ich mir die von Dir gezeigte GA der Klavierkonzerte (Brillant) auch vor einigen Jahren gekauft (10€ für 11CD), aber nur wenig daraus gehört.


    8) Ich habe die GA einem Tamino überlassen, der mehr für Mozart aufgeschlossen ist. Es ist de USER vivelamusic, der derzeit gerne bei Tamino mitließt, aber selber weniger schreibt ... ;)^^ vielleicht, weil er gerade Mozart hört .... mit ihm habe ich abwechselnd bei mir und ihm einige schöne Klassikhörnachmittage hinter mir. Die gegenseitige Erfahrung über Werke und Interpretationen ist sehr anregend ....


    Selber besitze Die GA der Klavierkonzerte mit Brendel / Marriner (Philips-10 CD-Box),

    zwei CDs mit wirklich ausgezeichneten Einzelaufnahmen mit Gulda /Abbado (DG)

    und dann noch die 5 CD-Box mit Casadesus / Szell (SONY) .............. das alleine ist mehr als ich davon überhaupt "verkraften" möchte. Du weisst, dem 20Jhd stehe ich musikalisch näher.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zum Pianisten Derek Han gibt es einen Thread.


    Derek Han, Pianist (1957-2021)

    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • ... ist mir bewusst geworden, wie viele Schätze auf dem Gebiet der Mozart Konzerte und Orchesterwerke (und nur darum gehts in diesem Thread) in den Archiven liegt, und wie sich der Geschmack und der Zeitgeist geändert hat - zumindest versucht man es, dies uns einzureden. Vielleicht sollten wir mal alte Einspielungen den neuen gegenüberstellen.

    Wenn ich Alfreds Eingangsbeitrag richtig verstanden habe, ging es ihm nicht vorrangig um eine Bewertung der Klavierkonzerte-GA mit Derek Han an dieser Stelle hier, sondern um Mozarts Orchesterwerke und Konzerte ganz allgemein. Die Klavierkonzerte in der Kombination Han/Freeman waren nur als "Aufhänger" und Einstieg in das Thema "Mozart-Aufnahmen ... gestern und heute" gedacht.


    So will ich jetzt einmal auf Mozarts Sinfonien kommen, die bei mir in insgesamt drei Gesamtaufnahmen vorliegen; dazu kommen zahlreiche Einzeleinspielungen.


    Kennengelernt habe ich den Gesamtkomplex der Mozart-Sinfonien mit der allerersten GA überhaupt:

    Sinfonien (Ga)

    Über diese Box (deren Inhalt auch in unzähligen Einzelausgaben vorliegt) braucht man nicht viele Worte zu machen. Im wesentlichen ist alles gesagt: Karl Böhm (1894-1981) galt in den Nachkriegsjahren für viele Musikfreunde als der "Mozart-Papst" schlechthin, und das sehr zu Recht. Als seine Sinfonie-Einspielungen in den 1960er Jahren sukzessive erschienen, wurde praktisch jede neue LP sowohl von der Kritik als auch von den Käufern als richtungweisend gelobt und gepriesen. "Mozart-Glück pur" war ein Ausspruch, der in diesem Zusammenhang immer wieder fiel. Selbst heute noch, nachdem eine große Zahl neuer Aufnahmen den Markt überschwemmt haben, kommt noch ein Musikfreund zu dieser Aussage, die ich hier kurz zitieren möchte:


    "Die Aufnahme ist alles Andere als 'historisierend', Böhm findet für Mozart seine eigene, legendäre, ausgewogene Sprache. Das mag manchen heute nicht mehr zeitgemäß vorkommen, hat aber einen unverwechselbaren Klang und immer noch einen unvergänglichen Charme."


    Wer nicht auf HIP schwört, wird seinen "Mozart-Böhm" nach wie vor hoch schätzen und wie einen Schatz in seiner Sammlung hüten.


    Natürlich ist inzwischen viel Wasser den Rhein oder die Donau heruntergeflossen, und jüngere Dirigenten haben ihre eigene, neue Sichtweise auf Tonträger dokumentiert.


    Ich persönlich habe noch zwei weitere GA der Mozart-Sinfonien im Schrank, die ich ebenfalls nicht missen möchte:


    Sinfonien (Ga)

    Sir Charles Mackerras und das Prager Kammerorchester haben in den frühen 1990er Jahren eine wunderbare, ebenfalls zeitlose GA erstellt. Mackerras arbeitet mit einem deutlichen kleineren Orchesterapparat, was vor allem den frühen Sinfonien zum Vorteil gereicht, aber auch den Meisterwerken (Nr. 35-41) ganz neue Aspekte abgewinnt. Wer eine schöne, gültige Alternative zu Böhm haben möchte, der kann bedenkenlos zu dieser Ausgabe greifen.


    Die folgende Ausgabe liegt mir besonders am Herzen, weil sie m.W. die einzige ist, die mit den Wiener Philharmonikern, die für viele Musikfreunde als das Mozart-Orchester schlechthin gilt. Und in James Levine hat es einen kompetenten Anwalt, der Mozarts Sinfonien glanzvoll zum Klingen bringt:



    Mozart-Sämtliche Sinfonien (Collectors Edition)


    In den frühen 1980er Jahren hat es Nikolaus Harnoncourt (1929-2016) mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam unternommen, eine Großzahl von Mozart-Sinfonien seinem interpretatorischen Konzept zu unterziehen. Einem Konzept, "das Mozarts Musik durch scharfe Herausarbeitung von Klangfarben und polyphonen Stimmverflechtungen, durch entschiedene und pointierte Artikulation zu einer neuen Lebendigkeit zu verhelfen sucht", wie es Ingo Harden, ein seinerzeit renommierter Musikkritiker, formulierte.

    Eine Gesamtaufnahme ist nicht zustande gekommen, aber immerhin liegen die Sinfonien Nr. 25, 26, 28-31, 34, 35, 38-41 in Harnoncourts Interpretation vor. Sie sind sämtlich in meiner Sammlung vorhanden, aber - ehrlich gesagt - trotz aller unbestreitbaren Vorzüge bin ich nicht warm mit ihnen geworden. Ihr Vorzug besteht für mich vor allem darin, daß sie sämtliche Wiederholungszeichen des Komponisten sorgfältig beachten und durch die betont artikulierte Spielweise aller Stimmen sozusagen "mehr Mozart" hörbar zu machen und die Partituren so farbig, abwechslungsreich darstellen wie kaum ein anderer Dirigent, aber irgendwie kommt mir Harnoncourts Sicht kalt, fast "herzlos" vor. Das "Singen", der "schöne Fluß", den ich bei Mozart so sehr schätze, kommt mir entschieden zu kurz. Alles klingt "statisch", wirkt kapellmeisterlich und nimmt der Musik etwas, ohne einen echten Ersatz dafür zu bieten. Das vielbeschworene "Mozart-Glück" will sich, zumindest bei mir, nicht einstellen.

    Harnoncourts Amsterdamer Aufnahmen sind nie gebündelt erschienen, es gibt sie aber noch immer in diversen Einzelausgaben. Eine davon will ich hier als Beispiel abbilden:


    Sinfonien 38 und 39

    Des weiteren möchte ich auf die zahlreichen Einzelaufnahmen mit den Dirigenten George Szell (CBS), Josef Krips (Philips), Leonard Bernstein, Ferenc Fricsay (DGG) und Otto Klemperer (EMI) aufmerksam machen. Wer HIP bevorzugt, wird lieber zu den Aufnahmen mit Trevor Pinnock und The English Consort greifen wollen. Mozarts Musik ist so universal, daß jede Musikrichtung auf ihre Kosten kommt.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Bislang sind nur Mozart-Aufnahmen aus der Vergangenheit vorgestellt werden - und fürs erste bleibe ich dabei:




    Klemperer hat einige Sinfonien im Studio für die EMI aufgenommen - in durchaus unterschiedlicher Tonqualität

    Stets wuchtig, manchmal schneidend,manchmal eher dumpf

    Man hat Klemperer schon zu Lebzeiten vorgeworfen, daß er Mozart allzusehr in die Nähe Beethovens rück und ihnen so die (damals verlangte tänzerischer Eleganz und Anmut nimmt. Andere Kritiker sprchan von ein "Fehlinterpretation auf höchstem Niveau"

    Im Gegensatz zu heutigen HIFI Verstärken besaßen fast alle Klangregler, womit man den Klang anpassen konnte.

    (Dazu zu gegebener Zeit mehr im HIFI Bereich des Tamino-Forums)

    WArner, der die Aufnahmen quasi von der EMI geerbt hat, hat heute offenbar kein Ineresse mehr an diesen Aufnahmen. Man hat (siehe Abbildungen einie Versuch unternommen die Aufnamen nochmals am Markt zu etablieren, ist aber offenbar nicht auf Gegenliebe beim Publikum gestoßen.

    Die ausgeprägten Klemperer-Fans werden die Aufnahmen indes schon in der Sammlung haben. Ich schätze Klemperer -und seinem wuchtigen großorchestralen Ansatz - habe die Aufnahmen seit Jahren in der Sammlung - bin aber kein dezidierter Fan....

    Dennoch: ein Stück Schallplattengeschichte und - alles in allem - hörenswert


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Eine besonders gute Aufnahme von Mozarts Jupiter Sinfonie und Nr 40 lieferte Ferencz Fricsay mit den Wiener Symphonikern ab.Das war 1960/61. Die Aufnahmen entstanden damals für die Deutsche Grammophon deren "Universaldirigent" Fricsay damals war. Weder kam es hier zu einem Zyklaus - ob je einer geplant war ist mir unbekannt, noch wurde jener mit den Beethoven Sinfonien in Stereo völlig fertiggestellt, denn Fricsay far sterbenskarnk und star Anfang 1963

    Die Aufnahme kam immer wieder in verschiedenen Billigauflagen und auf anderen Labels auf den Markt. Alles ist inzwischen gestrichen

    Aber wir sind in der Lage zu zeigen wie das klingt:

    Relativ kurz zuvor hat Fricsay eine MONO Aufnahem mit dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks - ebenfalls für DGG - gemacht.


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Nikolaus Harnoncourt hatte die frühen Sinfonien selbstverständlich auch eingespielt. Sein von ihm gegründeter Concentus Musicus folgt dem Meister.


    Symphonien Nr. 1, 4-27; Symphonien KV 19a, 42a, 45a "Lambacher", 45b, 75, 76, 81, 95-97, 111 / 120, 141a, 196 / 121; Andante zu KV 132; Menuett KV 409


    Die Boxen mit je 7 CDs sind vergriffen. Antiquarisch bekommt man sie.



    Die beiden Scheiben (mit dem Enkel auf dem Cover) mit den frühen Sinfonien gibts es noch beim Werbepartner. Teuer allerdings.



    Und die Trias der drei letzten Sinfonien sah Harnoncourt als Einheit. Er nannte sie ein instrumentales Oratorium und spielte sie 2013 live in Graz ein.


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Sehr zur Freude seiner Verehrer und zum nicht geringen Ärger seiner zahlreichen Gegner hat sich auch Herbert von Karajan zeitlebens immer wieder mit Mozarts Sinfonien auseinandergesetzt. Allerdings immer nur mit einer Auswahl, wobei stets die späten Werke im Zentrum seiner Arbeit standen:

    Mozart: Symphonies 35/36/38/39/40/41 Sinfonien


    Sowohl bei EMI als auch bei der DGG liegen zahlreiche Aufnahmen vor, die z.T. bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Sicher bieten seine Aufnahmen, die vielleicht nicht so toll sind wie seine treuen Anhänger meinen, aber auch längst nicht so schlecht, wie seine Verächter behaupten, einigen Diskussionsstoff.

    Ich werde später darauf zurückkommen, da ich momentan wenig Zeit habe, mich mit Details zu befassen.


    Vielleicht hat aber der eine oder andere Tamino dazu eine besondere Meinung.


    LG Nemorino

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  • Klemperer hat einige Sinfonien im Studio für die EMI aufgenommen - in durchaus unterschiedlicher Tonqualität

    Es gibt diese 8 CD-Box, die sämtliche Aufnahmen von Mozarts Orchesterwerken mit Otto Klemperer enthält, darunter etliche Sinfonien (Nr. 25, 29 (2x), 31, 33, 34, 40 (2x), 35, 38 (2x) 39 (2x), 40 (2x) und 41 (2x) sowie die Nachtmusik (2x):

    Sinfonien / Ouvertüren / Serenaden

    Stets wuchtig, manchmal schneidend,manchmal eher dumpf

    Wuchtig, manchmal schneidend: ja; eher: dumpf - das empfinde ich nicht so. Es heißt ja oft, daß Klemperer alle Musik "wie in Stein gemeißelt" präsentiert habe. Das mag bis zu einem gewissen Grade richtig sein, richtig ist aber auch, daß er durchaus auch die Eleganz, die Feinheit und Farbigkeit von Mozarts Kompositionen zur Geltung gebracht hat. Außerdem lädt die Kassette dazu ein, Klemperers sich wandelnde Auffassungen anhand von mehreren Auslegungen eines Werks näher zu betrachten. Man höre nur zum Vergleich einmal die "Jupiter"-Sinfonie KV 551 in den Aufnahmen von 1954 und 1962. Die jüngere (bereits in Stereo) klingt wesentlich gelassener, ohne die Härten, die die Interpretation von 1954 teilweise aufweist.

    Für mich sind Klemperers Mozart-Auslegungen ideale Alternativen zu denen von Karl Böhm, die insgesamt viel weicher, "singender" klingen und auch mehr "wienerische Züge" tragen. Mozart verträgt beides, was wiederum beweist, wie universal dieser Komponist gewesen ist.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • ... kurz zuvor hat Fricsay eine MONO Aufnahem mit dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks - ebenfalls für DGG - gemacht.

    Lieber Alfred,


    ich berichtige wirklich nicht gerne, aber eine Fricsay-Aufnahme der Sinfonie KV 551 mit dem Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks gibt es definitiv nicht (ich konnte auch keinen Live-Mitschnitt finden).

    Die DGG hat das Werk mit Fricsay zweimal aufgenommen.

    Die erste Aufnahme sah u.a. so aus:

    Wolfgang Amadeus Mozart , RIAS Symphonie-Orchester Berlin , Ferenc Fricsay  - Mozart: Jupiter-Symphonie - Deutsche Grammophon

    mit dem RIAS Symphonie-Orchester Berlin (Aufnahme: Jesus-Christus-Kirche, Berlin, 9/1953)


    und dann folgte 8 Jahre später noch diese STEREO-Produktion:


    Wolfgang Amadeus Mozart, Wiener Symphoniker Dirigent : Ferenc Fricsay –  Sinfonien Nr. 29 A-Dur - Nr. 41 C-Dur (Jupiter) (1962, Vinyl) - Discogs

    mit den Wiener Symphonikern (Aufnahme: 3/1961, Musikverein Wien, Großer Saal).


    Da es sich bei der in Beitrag 10 vorgeführten Aufnahme um eine HELIODOR-Billigauflage handelt, dürfte es sich um die erstgenannte Mono-Version aus Berlin handeln.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • ich berichtige wirklich nicht gerne

    Warum nicht ? Fehler sind dazu da um berichtigt zu werden - wenn sie erkannt werden

    Im konkreten Fall hab ich schlampig hingeschaut, ich wusste, es waren nichte die Berliner, nicht die Wiener Pilharmoniker, nicht die Wiener Sinfoniker, sondern ein Rundfunkorchester - und so hat sich der Fehler eingeschlichen....

    LG

    Alfred


    P.S. Mich persönlich darf man IMMER korrigieren, wenn ich einen Fehler mache. Nur dumme Leute vertragen das nicht !"!:hahahaha:

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



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  • Lieber Alfred,


    mir kommt das immer ein bißchen besserwisserisch vor, und das mag ich nicht. Doch ich dachte hier an eine Verwechslung mit dem Bayerischen Staatsorchester, das Fricsay kurzzeitig (1957-1959) geleitet hat. Da gibt es ein paar schöne Aufnahmen, z.B. Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 + Mozart: Rondos KV 382 & 386 (mit Annie Fischer) sowie einen tollen Fidelio (mit Leonie Rysanek als Leonore). Wenig später mußte Fricsay demissionieren, wegen seiner fortschreitenden Krankheit.

    Meines Wissens gibt es keine Aufnahmen Fricsays mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Das war damals Jochums, später Kubeliks Domäne.


    LG Nemorino

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  • wie sich der Geschmack und der Zeitgeist geändert hat - zumindest versucht man es, dies uns einzureden. Vielleicht sollten wir mal alte Einspielungen den neuen gegenüberstellen.

    Da stellt sich zunächst die Frage, was alte und was neue Einspielungen sind. Da meine Sammelleidenschaft sich im wesentlichen auf die Jahre der LP (ab 1950) bis ca. 1990 beschränkt, so kann ich über die Aufnahmen, die nach 1990 auf den Markt kamen, wenig bis gar nichts sagen.

    Doch Geschmack und Zeitgeist sind einer ständigen Wandlung unterworfen; das war früher so und wird auch in Zukunft nicht anders sein.

    Ich habe Alfreds Anregung zum Anlaß genommen, mir einmal meine GA der Mozart-Violinkonzerte anzuschauen und Vergleiche anzustellen.

    Neben etlichen Einzelaufnahmen habe ich mir in den 1960er Jahren die GA mit dem Solisten Arthur Grumiaux und dem London Symphony Orchestra unter Sir Colin Davis angeschafft (Aufnahmen: 1961-1964). Für mich sind diese Aufnahmen zeitlos, ähnlich der Sinfonien-GA unter Karl Böhm, weil sie einen Stil verkörpern, der weder einer Mode noch einem Trend unterliegt und damit nicht dem Zeitgeist huldigt, sondern ohne Wenn und Aber den Intentionen des Komponisten zu folgen versucht:

    Die Violinkonzerte

    Mozart schrieb seine 5 Violinkonzerte innerhalb weniger Monate, im Jahr 1775, als er knapp 20 Jahre jung war. Grumiaux spielt seinen Mozart schlackenlos, ohne Erdenschwere, und doch schwungvoll und inspiriert. Und in Colin Davis hat er einen idealen Partner, der mit ihm ganz auf einer Wellenlänge liegt. Es sind Aufnahmen, die nicht veralten, es sei denn, man will nur Interpretationen gelten lassen, die HIP-orientiert sind und allen traditionellen Einspielungen konsequent aus dem Weg geht.

    Zwei Jahrzehnte später legte dann die DGG eine Aufnahme der Violinkonzerte vor, die ganz bewußt einen ganz anderen Weg einschlägt:

    Mozart: 5 Violin Concertos - Sinfonia Concertante

    Gidon Kremer mit den Wiener Philharmonikern, Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

    (Aufnahmen: Wien, 1984-1986).


    Gidon Kremer ist ein großartiger Virtuose, und sein Kompagnon Harnoncourt leitet die Wiener Philharmoniker souverän. Und trotzdem: So richtig vertraut bin ich mit diesen Aufnahmen nicht geworden. Alles klingt, vor allem im direkten Vergleich mit Grumiaux, nüchtern, ohne Wärme, mehr auf äußeren Glanz und Virtuosität als auf Ausgeglichenheit bedacht. Das ist zumindest mein Eindruck. Wie gesagt, es sind Aufnahmen von hoher Professionalität, aber ich vermisse den seidigen Klang und die einmalige Wärme, die Grumiaux und Davis so unnachahmlich vermitteln.


    Sehr ans Herz gewachsen sind mir dagegen die Aufnahmen mit Henryk Szeryng , der mit Alexander Gibson (Philips) und wiederum dem LSO eine wunderbare, geigerisch souveräne und künstlerisch hochwertige Lesart vorgeführt hat. Ähnliches ist von David Oistrach (EMI) zu sagen, der in den 1970er Jahren mit den Berliner Philharmonikern eine glänzende Leistung vollbracht hat. Die Aufnahmen entstanden in der Grunewaldkirche, seinerzeit dem ständigen Aufnahmestudio der ELECTROLA in Berlin. Hier vermisse ich allerdings nicht oft, aber an manchen Stellen die Abwesenheit eines Dirigenten, doch David Oistrach wollte die Konzerte unbedingt ganz nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. Auch Wolfgang Schneiderhan (DGG) ist so verfahren, als er in den späten 60er Jahren seine Auffassung von Mozarts Violinkonzerten auf LP verewigt hat, nachdem er vorher bereits die Konzerte Nr. 4 & 5 unter Mitwirkung von Dirigenten wie Hans Rosbaud, Ferdinand Leitner (Mono) und Hans Schmidt-Isserstedt (Stereo) vorgelegt hatte. Für seine GA hat er, wie sein Kollege Oistrach, die Berliner Philharmoniker herangezogen. Es sind ausgewogene, geigerisch feinsinnige Interpretationen, die dem ganz persönlichen Stil dieses großen Künstlers entsprechen. Leider sind sie inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino

    Die vorsichtige Überleitung zu Harnoncourt und Kremer ist quasi perfekt. Ich mag sie beide nicht. Ich war von den Schallplatten her auf Perlman fixiert was die Violine betraf. Ich hatte ein doppeltes Problem: Einerseits vermisste ich - wie oben treffen beschrieben - die Wärme. Dann habe ich erfahren, daß Kremer dem zeitgenössischen Repertoire zugeneigt ist - und somit war das Vorurteil gegen ihn fertig. Ich meinte, daß man das auch bei "klassischem" Repertoire höre. Gegen Harnoncourt hatte ich auch eine Abneigung, bzw ich meinte, er solle dort bleiben wo er meiner Meinung nach hingehört: Bei der alten und der Barockmusik. Als ich dann später Barockmusik mit ihm hörte, file mir auf, daß mir das auch nicht gefiel. Ich habe es mal so formuliert: Harnoncourt ist ein blitzgescheiter Mann, der wunderbar theoretisch über Musik und wie man sie aufführt zu dozieren vermag. Er kann mich überzeugen - so lange bis er den Taktstock in die Hand nimmt....

    Aber sowohl er als Kremer beliben noch im "grünen Bereich", sie erzeugen bei Mozart einen Klang, der mir nicht zusagt, aber sie zerstören ihn nicht. Spätere Interpreten haben das indes geschafft, wobei im Fall der Violinkonzerte auch die heutigen Aufnahmen meist wunderbar sind, was man von den Sinfonien nicht sagen kann......

    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Ich war von den Schallplatten her auf Perlman fixiert was die Violine betraf.

    Lieber Alfred,


    auch ich war mehrmals drauf und dran, mir die Perlman/Levine-Aufnahme zu kaufen, doch da ich bereits Grumiaux/Davis und Schneiderhan hatte, dazu noch etliche Einzelaufnahmen, habe ich mich schließlich für Kremer/Harnoncourt entschieden, weil mir ziemlich klar war, daß dies eine echte Alternative wäre zu den vorhandenen. Das ist sie auch, aber gefallen tun sie mir nicht.

    Nun habe ich mich heute kurz entschlossen, mir noch die Perlman/Levine-Version anzuschaffen:


    und gleich bestellt. Nun bin ich gespannt.

    Harnoncourt ist ein blitzgescheiter Mann, der wunderbar theoretisch über Musik und wie man sie aufführt zu dozieren vermag. Er kann mich überzeugen - so lange bis er den Taktstock in die Hand nimmt....

    Hier kann ich jedes Wort unterstreichen! Harnoncourts Auslassungen und Erklärung über klassische Musik allgemein und die "Klangrede" speziell fand ich sehr spannend und lehrreich. So habe ich u.a. eine CD mit einer Einführung in die Beethoven-Sinfonien, die anläßlich seiner GA in den 1980er Jahren erschien. Aber als Dirigent hat er mich so gut wie nie fesseln können. Das spielt sich alles auf hohem Niveau ab, aber, schlicht gesagt, es läßt mich kalt. Beispiele: Seine Mozart-Sinfonien mit dem CO Amsterdam (Teldec), die Posthorn-Serenade (Teldec) und auch seine zweite, digitale GA der Brandenburgischen Konzerte. Viel mehr von ihm steht nicht bei mir im Regal, wenn ich von den Mozart-Konzerten mit Gidon Kremer absehe. Und auch da stimme ich mit Dir überein: Außer diesen habe ich noch das Brahms-Konzert mit Bernstein (DGG), das ich mir vor allem des Dirigenten wegen gekauft habe, und auch die steht seit Jahren ungespielt in einer hinteren Reihe. Da greife ich doch lieber zu Szeryng/Monteux (RCA), oder zu Oistrach mit Klemperer (EMI).


    LG nach Wien,

    Nemorino

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  • Trotz allem schätz ich Harnoncourt auf Grund eines Bonmots, das von mir sein könnte - es aber leider nicht ist.

    Dennoch prägte es mein Weltbild - schon lange bevor Arnoncourt es in Worte fasste:

    Zitat

    Ich glaube, daß es wenig geistig interessierte Menschen gibt, die Optimisten sind.
    Weil Optimismus setzt immer einen gewissen Grad an Blödheit voraus.

    Damit hat er sich bei mir "Unsterblichkeit" errungen


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Im Laufe des Threds ist mir aufgefallen, daß das Verhältnis "klassisch ausgewogener" Mozart Einspielungen eigentlich ein relativ gutes ist. Das liegt zum teil aber auch daran, daß in den letzten Jahren mehr oder weniger keine relevanten Aufnahmen von Mozart Sinfonien veröffentlicht wurden. Daher noch ein paar gute "Nachzügler" auf die ich vergessen habe. Zunächst wäre da Joseph Krips zu erwähnen der einige Mozart Sinfonien mit dem Conertgebow Orchestra Amsterdam für Philips aufgenommen hat. Die Aufnahme waren auch tontechnisch gut, allerding war die erster Übertragund auf CD IMO mehr als unbefriedigend. Ich gehe davon aus, daß das später korrigiert wurde. An sich bedeutungslos, denn auch die letzte Ausgabe, eine Box mit allen diesen Aufnahmen - nun unter dem Label DECCA - ist ebenfalls bereits gestrichen.

    Krips' Mozart ist von der Qualität her mit jener von Karl Böhm in etwa auf Augenhöhe, allerdings ist sein Mozrt etwas strenger und ernster, es fehlt ihm eine Nuance der Böhmschen Eleganz und (teilweisen) Leichtigkeit. Dennoch - ganz hervorragende Aufnahmen


    Hier ein Videoclip aus diesen Aufnahmen - man sieht das LP- Originalcover von ca 1971/72

    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 898

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Ein wertvoller Hinweis auf Krips, wie ich finde.


    In Kürze bringt Eloquence die Mozart-Aufnahmen neben anderen neu heraus, siehe hier: https://www.eloquenceclassics.…ition-volume-2-1955-1973/


    Vermutlich eine der letzten Möglichkeiten, diese Aufnahmen auf CD zu erstehen.

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Josef Krips war überhaupt ein überragender Mozart-Dirigent, wie seine legendären DECCA-Aufnahmen der Opern "Die Entführung aus dem Serail" und "Don Giovanni" aus den 1950er Jahren zeigen. Seine Karriere wurde durch die Nazis gewaltsam unterbrochen, die ihm seine jüdische Herkunft nicht verzeihen konnten. Deshalb mußte Krips während des Krieges untertauchen und war zeitweilig als Lagerverwalter tätig. Erst nach der Befreiung konnte er wieder als Musiker an die Öffentlichkeit treten.

    Krips hat schon, lange vor seiner PHILIPS-Reihe der späten Sinfonien, für DECCA einige sinfonische Aufnahmen gemacht:

    Mozart - Symphony No. 41 Jupiter / Symphony No. 35 Haffner

    hier mit dem Israel Philharmonic Orchestra, dem er sich in besonderer Weise verbunden fühlte. Eine Stereo-Produktion von Anfang der 1960er Jahre. Es gibt aber auch aus der Mono-Ära diverse Aufnahmen, die nur zum Teil auf die CD überspielt wurden.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Auch wenn ich Harnoncourts Mozart nicht mag, so weise ich dessen Fans darauf hin, daß Warner sich - in realistischer Einschätzung - im Spätsommer 2023 - entschlossen hat, all seine Mozart-Einspielungen (1980-1997) zu sammeln und in einer 15 CD Box wieder aufzulegen und zu veröffentlichen. Und das zu jenem Preis, den sie IMO wert sind: 44,99€ ! da kommt auf jede CD 3.00€

    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



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  • Und nun kommen wir zu den Aufnahmen der nahen Gegenwart: :(:arrogance:

    Zitat

    Rondo 10/2023: »Bei der Neuspielung mit dem Ensemble Resonanz unter Riccardo Minasi tun sich gleich zu Beginn Höllenschlunde auf. So gnadenlos setzen die Musiker da auf die Schockwellen dieser Musik.

    Vielleicht wars anders gemeint. Aber PRINZIPIELL ist hier bereits alles gesagt was ich zu sagen hätte

    nur meine ich, daß die Musik Mozarts mit Höllenschlünden schwer vereinbar ist:thumbdown::cursing::stumm:


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Vielleicht wars anders gemeint. Aber PRINZIPIELL ist hier bereits alles gesagt was ich zu sagen hätte

    nur meine ich, daß die Musik Mozarts mit Höllenschlünden schwer vereinbar ist:thumbdown::cursing::stumm:

    Wir haben wahrscheinlich nicht exakt das gleiche Mozart-Verständnis in Bezug auf Aufnahmen. Aber weder gefällt mir der Minasi-Mozart (von den zwei CDs her, mit denen ich ihn kenne) noch bin auch ich der Meinung, dass sich irgendwo Höllenschlünde auftun sollten. Eine berühmte Ausnahme im Opernbereich könnte man allenfalls anführen. ;)


    Fazit: Geschwätz oder eine rätselhafte Pointe ...


    Beste Grüße nach Wien,


    Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Knallt gut, ganz mein Geschmack; schade bloß, daß nicht in allen Bereichen historische Instrumente verwendet werden.


    Damit ist die Sache für mich erledigt (dto. bei Beethoven).

    Eine berühmte Ausnahme im Opernbereich könnte man allenfalls anführen. ;)

    ... und auch auf die Prager beziehen :)

    Ewigkeit ist ein angemessener Zeitrahmen, Perfektion zu erreichen.
    (unbekannt)

  • Knallt gut, ganz mein Geschmack; schade bloß, daß nicht in allen Bereichen historische Instrumente verwendet werden.


    Damit ist die Sache für mich erledigt (dto. bei Beethoven).

    ... und auch auf die Prager beziehen :)

    Ja, ich verstehe, was Du meinst. :)


    Ich müsste nachsehen, glaube aber, dass ich Minasi nur mit den drei letzten Sinfonien kenne, also nicht die Prager. Und da hat mich nicht einmal der prinzipiell radikale Zugriff wirklich gestört, aber die meines Erachtens unmotivierten Rubati durchaus.

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Soeben ist eine Neue Aufnahme von Mozart Sinfonien bei BIS mit den London Mozart Players erschienen. Wir erinnern uns ? Vor etwa 20-25 Jahren erschien bei CHANDOS eine Serie "Contemporaries of Mozart" mit den London Mozart Players unter Matthias BAMERT. Es gab eine Menge Aufnahmen mit diesen Zeitgenossen - aber (war ja auch nicht angekündigt) nicht von Mozart selbst- Ich habe damals sehr um diese Serie getrauert als sie eingestellt wurde. Sie war auf modernen Instrumenten gespielt und eine veritable Alternative zu den HIP Einspielungen, die übrigens damals noch nicht häufig zu finden waren wie heute. Dieses Monat erscheint eine Neuveröffentlichung des Orchesters mit Mozarts Sinfonien Nr 34-36. unter Michael Collins. Sie stammt von 2019. In den letzten 5 Jahren hat dieses Ochester einige Mozart-Sinfonien und -Konzerte aufgenommen - mit unterschiedlichen Dirigenten. Die Fluktation scheint mir bei diesem Orchester relativ groß zu sein (?)

    Das ist eine Mozart Interpretation wie ich sie hören will:



    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



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