Eisenbahn in der Musik

  • Die Mitteilung eines Aufsichtsrates der DB hat mich auf diesen Thread gebracht: "Fahrpläne werden nicht mehr gerechnet sondern nur noch geschätzt." Für mich als Schweizer, der gewohnt ist, dass ein Zug minutengenau pünktlich ankommt und abfährt, eine undenkbare Aussage.


    In England wurde die Masseinheit Minute eingeführt, damit im Land, wo die Dampfmaschine, der Antrieb der Lokomotiven, erfunden wurde, die Züge pünktlich abfahren konnten.


    Was gibt es an musikalischen Werken, in denen die Eisenbahn das Thema ist?


    * * * * *


    Arthur Honegger (1892-1955) war ein Schweizer Komponist, der in Frankreich geboren wurde. Er verbrachte einen grossen Teil seines Lebens in Paris. Er war Mitglied der Gruppe Les Six: Georges Auric (1899–1983, Louis Durey (1888–1979), Darius Milhaud (1892–1974), Francis Poulenc (1899–1963), Germaine Tailleferre (1892–1983)


    Sein am häufigsten gespielte Werk ist wohl das Orchesterwerk Pacific 231 aus dem Jahr 1923, das vom Klang einer Dampflokomotive inspiriert wurde.


    Das Orchesterstück war auf einer meiner ersten LPs mit Ernest Ansermet als Dirigenten, dem das Orchesterstück gewidmet ist, und dem Orchestre de la Suisse Romande.


    Die Zahl 231 ist die Achsenfolge der Dampf-Lokomotive.


    Als Kind hat mir die Musik grossen Eindruck gemacht.


    Stillstand

    Das Anfahren der Lok

    Zunehmende Geschwindigkeit

    Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit

    Abbremsen und Anhalten


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    Auf einer 20-Franken-Banknote waren auf der einen Seite das Portrait des Komponisten und auf der anderen die Räder der Lok abgebildet.


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  • Der Brasilianer Heitor Villa Lobos (1887-1959) hat 1930 mit Der kleine Zug von Caipira ein Orchesterstück komponiert, das die Fahrt durch die Landschaft darstellt. Es ist der letzte Satz aus "Bachianas Brasileiras" Nr. 2.



  • Was ich nicht wusste, die ÖBB hat musikalische Lokomotiven.

    Die elektrische Lokomotive der Baureihe 1116 Taurus spielt beim Anfahren eine Tonleiter!



    Ehrenrettung für die DB. Sie hat die Lokomotive auch.



  • Mein Vater war Glenn-Miller Fan. Er hörte die Big-Band-Aufnahmen gerne und oft. In Chattanooga Choo Choo ist ohrfällig, wovon die Musik handelt. Mack Gordon schrieb den Text und Harry Warren die Musik.

    Chattanooga ist ein wichtiger Knotenpunkt im Netz der US-Eisenbahnen.


    "What you say?"

    Step aside partner, it's my day

    Bend an ear and listen to my version

    (Of a really solid Tennessee excursion)

    Pardon me, boy, is that the Chattanooga Choo-Choo?

    (Yes, yes, track 29)

    Boy, you can give me a shine

    (Can you afford to board Chattanooga Choo-Choo?)

    I've got my fare

    (And just a trifle to spare)

    You leave the Pennsylvania station 'bout a quarter to four

    Read a magazine and then you're in Baltimore

    Dinner in the diner, nothing could be finer

    (Then to have your ham and eggs in Carolina)

    When you hear the whistle blowin' eight to the bar

    Then you know that Tennessee is not very far

    Shovel all the coal in, gotta keep it rollin'

    (Whoo-whoo, Chattanooga, there you are)

    There's gonna be a certain party at the station

    Satin and Lace, I used to call funny face

    She's gonna cry until I tell her that I'll never roam

    (So Chattanooga Choo-Choo)

    Won't you choo-choo me home (Chattanooga, Chattanooga)

    Get aboard (Chattanooga, Chattanooga)

    All aboard (Chattanooga, Chattanooga)

    Chattanooga Choo-Choo

    Won't you choo-choo me home

    Chattanooga Choo-Choo




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  • Charles Valentin Alkan hat in seinen Dur-Etüden die Eisenbahn in ihrer Mechanik aber auch Romantik aktustifiziert ;)


    Le chemin de fer in D-Dur Op. 27 aus dem Jahre 1844



    Der Interpret stöhnt ein wenig über die Mühen, dieses kleine Stückchen über Monate hin zu üben ....


    Wer das stück gerne etwas souveräner hören möchte, kann hier Etsuko Hirose lauschen


  • In On the Town lässt Leonard Bernstein (1918-1990) im 2. Akt in einer Ballett-Einlage die Subway fahren. The Imaginary Coney Island: Subway Ride



  • Apropos öffentlicher Nahverkehr. Paris hat eine U-Bahn, Métro genannt. Bei zwei meiner Besuche in der französischen Hauptstadt, machte ich die Erfahrung, dass die Französischen Gewerkschaften für ihre Anliegen die Arbeit niederlegen. Es war Streik. Kein Zug der Métro fuhr! Ich hatte jeweils alle Strecken zu Fuss zurückgelegt. Das Hotel, in dem ich jeweils logiere, lag beim Gare de l'ouest. Abends war ich von der Lauferei fix und fertig.


    Jacques Ibert hat eine Suite symphonique "Paris" komponiert. Da darf die unterirdische Bahn nicht fehlen. Der 1. Satz trägt den Titel "Le Métro".



  • Dampf-Lokomotiven benötigten drei Dinge zur Fahrt: Kohle, Wasser und Feuer.


    Edouard Strauss gibt Zunder: Mit Dampf, Polka schnell Op. 70



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  • Völlig anders als Alkan nimmt Charles Ives die Eisenbahn auf. Er bezieht sich auf einen Novelle "The Celestial Railroad" von Nathaniel Hawthorne aus dem Jahre 1843. Die Eisenbahn wurde schon früh verstanden als ein umwälzendes Element .... Die Komposition entstand zwischen 1921 und 1923.


  • Fröhlich geht es in Vergnügungszug Op. 281 von Johann Strauss Sohn (1825-1899) zu und her. Der Komponist war auf seinen Tourneen oft mit der Eisenbahn unterwegs, dem schnellsten Verkehrsmittel der damaligen Zeit.

    Je nach Land hat sich das heute stark verändert. Es ist nicht immer ein Vergnügen ;)



  • Der Bau der Eisenbahn-Linie im 19. Jahrhundert war eine mühsame und gefährliche Angelegenheit. Tunnels mussten gesprengt werden, Trassen und Rampen gebaut werden, Schienen gelegt werden, Masten für Drähte der Kommunikation mit Morse- Telegraphen gesetzt werden. Tausende Arbeiter haben geschuftet. Viele verloren ihr Leben.


    Der Mexikanische Komponist Silvestre Revueltas (1899-1940) beschreibt es in: Música para charlar


    Der erste Satz hat diese Elemente:

    Bau der Eisenbahn: Schwellen und Schienen – Heimatland – Mexicali – Telegraphenmasten



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  • Dänische Eisenbahn: Hans Christian Lumpey (1810-1874): Kopenhagener Eisenbahn-Dampf Galopp



    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Aaron Copland (1900-1900) hat ein Orchesterwerk mit dem Titel John Henry (A railroad ballad) geschrieben.


    Ursprünglich für die Radioausstrahlung von „School of the Air“ von CBS gedacht, wurde John Henry für High-School-Orchester überarbeitet. Es ist ein programmatisches Stück über die amerikanische Volkslegende, einen schwarzen Mann des 19. Jahrhunderts, und seinen heldenhaften Kampf in einem Wettbewerb gegen einen Eisenbahnrammen. Copland schrieb: „Da ich wusste, dass mein Publikum jung sein sollte und dass junge Leute ihre Musik spannend und nicht zu lang mögen, beschränkte ich John Henry auf weniger als vier Minuten und nannte es „eine beschreibende Fantasie“. Die Musik soll die Geräusche eines Zuges und John Henrys Hammer simulieren.


    Licht ins Dunkel zur Person John Henry liefert Wikipedia.


    John Henry war als freigelassener Schwarzer als Bahnarbeiter beschäftigt. Nach anderen Versionen war er ein Strafgefangener, der zur Zwangsarbeit eingesetzt war. Seine Aufgabe war es, in schwerer Handarbeit als „steel-driving man“ (Hauer) die Sprenglöcher für den Tunnelbau für eine neue Eisenbahnstrecke in West Virginia in den Fels zu treiben. Als eines Tages diese Arbeit von neuen dampfgetriebenen Hämmern erledigt werden sollte, erbot sich Henry, einen Wettkampf mit diesen neuartigen Bohrhämmern aufzunehmen. Der Legende nach siegte John Henry, brach aber danach tot zusammen.



  • Giacchino Rossini (1792-1868) hat ein zehnminütiges Klavierstück im 3/8 Takt und 2/4 Takt Un Petit Train de Plaisir, Comique-Imitatif komponiert.

    In die Partitur hat er Hinweise gesetzt. Der Komponist hat ein Eisenbahnunglück in Noten gesetzt.


    Cloche d'Appel

    Montée en Wagon

    En avant la machine

    Sifflet satanique

    Douce mélodie du Frein

    Arrivé à la Gare

    Les Lions Parisiens offrant la main aux Biches pour descendre du Wagon

    Suite du voyage

    Terrible deraillement du convoi

    Premier Blessé

    Second Blessé

    Premier mort en Paradis

    Second mort en Enfer

    Chant funebre

    (Amen) On n'y attrapera pas G. R.

    Douleur aigue des héritiers

    Tout ceci est plus que naïf c'est vrai



  • Der erste Akt der Opera buffa "Pariser Leben" (La vie parisienne) von Offenbach spielt - ganz im Stil der Zeit - auf einem Bahnhof. Dort warten Raoul de Gardefeu und Bobinet Chicard auf dasselbe Mädchen, in das sie verliebt sind. Operetten reflektieren oft wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen ihrer Zeit. Das Stück entstand anlässlich der Weltausstellung 1867.


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    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Das erste Musikstück, das im Zusammenhang mit der Eisenbahn entstand, ist der Carrollton Marsch von Arthur Clifton (1784-1832).


    Die frühesten bekannten Zug-Lieder stammen aus der Zeit zwei Jahre vor der Inbetriebnahme der ersten öffentlichen Eisenbahn in den Vereinigten Staaten. „The Carrollton March“, urheberrechtlich geschützt am 1. Juli 1828, wurde von Arthur Clifton zum Gedenken an den Spatenstich der Baltimore and Ohio Railroad komponiert. Ein weiteres für diesen Anlass geschriebenes Lied, „Rail Road March“ von Charles Meineke, wurde zwei Tage nach Cliftons, einen Tag vor den Zeremonien am 4. Juli, urheberrechtlich geschützt.


    Carrollton_March_1828.png




  • Ernst Krenek (1900-1991) hat während seines Exils 1944 einen Liederzyklus in englischer Sprache The Ballad of the Railroads op. 98 komponiert.



  • Im Reisetagebuch aus den österreichischen Alpen Op. 62 von Ernst Krenek (1900-1991) ist das zweite Lied mit Verkehr betitelt. Der Text ist durch Copyright geschützt. "Mit der Bergbahn geht's elektrisch immer höher, immer höher ..." beginnt es. Es ist kein Lobgesang auf das Schienengefährt des öffentlichen Verkehrs, den man erfährt, dass das Lyrische-Ich lieber Automobil und Bus fährt.



  • "Fahrpläne werden nicht mehr gerechnet sondern nur noch geschätzt."

    Es heißt jetzt nicht mehr Fahrplanauskunft sondern unverbindliche Abfahrtsempfehlung mit Gleisvorschlag.

    „Dem Klavier erzähle ich das, was ich Dir oft sagen würde.“
    (F. Chopin an Tytus)

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  • Kraftwerk hat dem Trans Europa Express ein musikalisches Denkmal gesetzt.


    Das offizielle Video aus der Zeit der DB, als man noch etwas zu lachen hatte.



    Die lange German Version neu abgemischt mit TEE im Bild



    Etwas für Pufferküsser



  • Das "Lummerland-Lied" aus "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" der Augsburger Puppenkiste.


    Musik komponiert von Hermann Amann und Josef Furchtner.



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