Essentielle Gedanken zur deutschen Rechtschreibung - Innerhalb und außerhalb des Forums

  • Und auch im heutigen Sprachgebrauch geht, nach KI-Auskunft, der Trend weg von der Symphonie, hin zur Sinfonie.

    Wer Leid und Unrecht tut, der ist an seiner Seele der Arme.

    (Louis Spohr)

    Ein Großteil der Mehrheitsgesellschaft zeigt kein Gesicht.

    (Igor Levit)

  • Ich finde die Ausführungen zur Schreibweise Smphonie vs. Sinfonie hochinteressant, mir war das in der Form nicht bekannt. Tatsächlich ergab sich für mich die Schreibweise aus der griechischen Herkunft des Wortes.


    Daß sich Sprache wandelt ist eine unübermerkbare Tatsache. Ob das immer zu ihrem Vorteil geschieht sei einmal dahingestellt. Mir drängt sich eher der Eindruck auf, daß die verschiedenen Eingriffe dazu dienen, die Sprache zu vereinfachen (durchaus auch für die Deutschen, die offenbar immer weniger Lust verspüren, ihre eigenen Sprache vernünftig zu lernen, zu sprechen und zu schreiben). Vielleicht wird Sprache auf diese Weise auch computertauglich (wie ja auch die individuelle Handschrift unerwünscht wird, ich nehme an aus eben diesem Grunde). Da Sprache aber auch eine ästhetische Qualität hat bin ich bei Eingriffen in Form von Vereinfachungen immer skeptisch. Auch wenn es das geschriebene Wort betrifft.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Man sollte vielleicht auch generell die Komponistensprache berücksichtigen. Eine „Symphony in g minor“ von Mozart? Gibt es nicht. Da rollen sich mir die Fußnägel. Auch bleibe ich bei seiner Schreibweise „Eine kleine NachtMusick“ - das ist der gegebene Werktitel (zugleich ist es vielleicht sogar auch eine kleine Nachtmusik).


    Bei Händel akzeptiere bzw. bevorzuge ich das Englische, sofern er die Werke auf der Insel zu Papier gebracht hat.


    Bei Haydns Sinfonien gilt für mich hinsichtlich der Werkbeinamen das Bestimmungsortprinzip: #82 ist also nicht „der Bär“, sondern „L'Ours“ und - weil's so ähnlich klingt - #101 nicht „die Uhr“, sondern „the clock“; dabei ist letztgenannter Titel auch lautmalerisch näher am Geschehen.

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Ich nutze auch bei Wr. klassischen Werken stets das Wort Clavier oder Clarinette.

    Die Begründung dafür wurde mir dankenswerter Weise in Form des neuen KV2024 nachgereicht und somit offiziell, quasi von höchster Stelle, bestätigt.:


    Zitat

    Die Werktitel werden normiert, wobei sich deutsche Schreibweisen an den Gepflogenheiten der Mozart-Zeit orientieren (z. B. „Sinfonie“ statt „Symphonie“, „Cassation“ statt „Kassation“).

    Insoweit erscheinen die Klavierkonzerte dann auch als „Konzert ... für Clavier und Orchester“, wie ich dies schon seit eh und je handhabe. Das gleiche gilt für Claviersonaten usw. - was ich sehr begrüße.


    Inkonsequent leider bei KV 622, obwohl Mozart in seinem eigenen Verzeichnis „Ein konzert für die Clarinette“ eingetragen hat ... *motz*

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Ich nehme an, Zusammensetzungen zählen nicht ...

    Vermutlich ja. Und "innovar" wird wohl anders ausgesprochen als "inovar". Aber im Diktat könnte das in der Tat Probleme bereiten.

    "acción" zählt natürlich nicht, die beiden c werden unterschiedlich ausgesprochen.


    Ansonsten bleibt es dabei: Spanisch ist bzgl. Rechtschreibung extrem rational. Kein Vergleich zu Französisch oder auch Englisch.

  • Spanisch ist in der Tat sehr rational; daher ist die Aussprache gut zu bewältigen. Bei meinem ersten Spanienaufenthalt vor einigen Jahren konnte ich die Aussprache ziemlich schnell, weil es da kaum Abweichungen gibt, wenn man mal von -ll- absieht. Ich denke, es hängt auch damit zusammen, dass das Ohr geschult wird, wenn man viel Musik hört. Der Nachteil ist, dass die echten Spanier von der Aussprache her schließen, dass man Spanisch könne. Weit gefehlt.

    In England und den USA macht man sich gerne über den Akzent lustig, den Deutsche haben, wenn sie Englisch sprechen Aber sie können es.

    Dabei ist es so, dass diese Menschen in Deutschland mit ihrer Muttersprache überall willkommen sind, wie auch Deutsche im englischsprachigen Gebiet. Eigenartig, dass dieser Hochmut von Leuten kommt, die überhaupt keine Fremdsprachen können.

    Gespottet wird auch gerne über "der, die, das" bei unseren Substantiven, aber im Englischen muss man die Aussprache jedes Worts mitlernen, was zu grotesken Verrenkungen führt (tomb, lamb, womb, Afrodite heißt Äfrodaiti, Italiens "Amalfi" wird zu "Ämmelfei.) Unser Englischlehrer hatte einen kleinen Test zu Aussprache:

    Hyacinths and Chrysanthemums...

    Neue Sprichwörter: Leo leonis lupus - Leo leonis leo

  • Jedenfalls werden im TV auch schnell biblische Personen (ich meine nicht rein den Gebrauch des Namens per se) - vorsintflutlich weit entfernt vom Englischen - wie Michael, der Erzengel, auf einmal zu Maikel ... <X - der hat doch mit den Jacksons nichts zu tun.

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

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