"Großartige lebende und tote Pianisten, abseits der bekannten Namen, die sich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten"

  • Eunice Norton (* 30. Juni 1908 in Minneapolis, Minnesota; † 9. Dezember 2005 in Wien) war eine US-amerikanische Pianistin.

    Norton studierte von 1922 bis 1924 an der University of Minnesota bei William Lindsay. Dieser machte sie mit Myra Hess bekannt, die ihr eine Ausbildung bei dem berühmten Musikpädagogen Tobias Matthay in England vermittelte. 1927 erhielt sie den London Bach Prize und die Chappell Gold Medal.

    Im gleichen Jahr debütierte sie mit dem Queen’s Hall Symphony Orchestra unter Henry Wood, der mit ihr sofort eine Konzertreise unternahm. Außerdem trat sie in dieser Zeit mit dem London Symphony Orchestra, dem Manchester Symphony Orchestra, dem Birmingham Symphony Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra unter Leitung von Hamilton Harty und Adrian Boult auf.

    Sie gab Konzerte in Wien, den Haag; Berlin, Amsterdam, Moskau, Sankt Petersburg, Budapest und Paris, trat in Leipzig mit dem Gewandhausorchester auf. In den USA debütierte sie in der Carnegie Hall und spielte bei Konzerten in der Town Hall Uraufführungen mehrerer zeitgenössischer Werke. Sergei Kussewitzki lud sie zu Konzerten mit dem Boston Symphony Orchestra ein. Unter Leitung von Leopold Stokowski nahm sie Paul Hindemiths Kammermusik No. 2 auf, und sie trat mit den namhaftesten amerikanischen Orchestern wie dem New York Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem Minneapolis Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra unter Dirigenten wie Issay Dobrowen, Henri Vebrugghen, Eugene Ormandy, Frederick Stock und Fritz Reiner auf.

    Von 1931 bis 1933 vervollkommnete sie in Deutschland und Italien ihre Ausbildung bei Artur Schnabel. Aus der Zusammenarbeit entstand eine langjährige Freundschaft. 1934 heiratete Norton den Chemiker Bernard Lewis, mit dem sie sich 1942 in Pittsburgh niederließ und reduzierte ihre Konzerttätigkeit. Sie gründete in Pittsburgh eine Abteilung der New Friends of Music, die Konzerte in der Carnegie Music Hall in Oakland und noch heute unter dem Namen Pittsburgh Chamber Music Society existiert. Später gründete sie das Peacham Music Festival in Vermont, bei dem zahlreiche Liveaufnahmen ihrer Konzerte entstanden. 1954 trat sie mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra unter Leitung von William Steinberg auf.

    Neben Werken von Hindemith spielte Norton auch Uraufführungen von Kompositionen von Arthur Honegger, Charles Ives und anderen. Sie trat mit dem American Chamber Orchestra, dem Juilliard, Budapest und Curtis String Quartet auf und spielte die erste Rundfunkaufführung von Bachs Goldbergvariationen im amerikanischen Rundfunk.

    Norton gab Meisterklassen für Klavier und unterrichtete u. a. an der University of Pittsburgh, der Catholic University of America und der University of Minnesota. An der Carnegie-Mellon University, wo sie Gastprofessorin für Klavier war, wurde 1995 eine Vorlesungsreihe über die Unterrichtsmethode ihres Lehrers Matthay gefilmt.


  • Igor Kamenz (* 1968 in Chabarowsk) ist ein russisch-deutscher Pianist.

    Kamenz wurde im russischen Fernen Osten geboren. Er erhielt frühzeitig eine musikalische Ausbildung und trat als Kind in der UdSSR als Dirigent, Pianist und Komponist in Erscheinung. Als Jugendlicher emigrierte er mit seinen Eltern aus der Sowjetunion nach West-Deutschland. Er studierte bei Vitaliy Margulis und bei Sergiu Celibidache.

    Kamenz ist Preisträger zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe (u. a. 17 erste Preise, 15 zweite Preise, 15 Sonderpreise)[2]. Hierzu zählen unter anderem der Busoni Wettbewerb (1988: 2. Preis zusammen mit Benjamin Pasternack, 1. Preis nicht vergeben, 1991: 2. Preis zusammen mit Olivier Cazal, 1. Preis nicht vergeben), die Pilar Bayona Piano Competition (1987: 1. Preis), der Concours National de Piano Claude Kahn (1985: 1. Preis[3]), die World Piano Competition Cincinnati (1988: 1. Preis zusammen mit Eric Himy[4]) und der Bremer Klavierwettbewerb (1993. 2. Preis zusammen mit Cedric Tiberghien , 1. Preis nicht vergeben).



    https://www.jpc.de/jpcng/class…intett-op-44/hnum/7508389

  • Terence Judd (3. Oktober 1957 in London - 23. Dezember 1979 am Beachy Head, Südengland)

    Leben

    Judd erlernte das Klavierspiel ab dem Alter von fünf Jahren und gewann mit zehn als jüngster Teilnehmer jemals die National Junior Pianoforte Competition. Er trat daraufhin in der Royal Albert Hall auf und mit elf in der Royal Festival Hall; letzteres Konzert wurde von der BBC übertragen. Mit 14 debütierte er in den USA und mit 15 in Südamerika. Er studierte bei Eileen Joyce und Maria Curcio. 1975 gewann er den geteilten 3. Preis beim Busoni-Wettbewerb, nur durch den zweitplatzierten Staffan Scheja geschlagen, da kein 1. Preis vergeben wurde. 1978 erhielt er beim Tschaikowsky-Wettbewerb einen geteilten 4. Preis und wurde sofort für eine zehntägige Tournee durch die Sowjetunion verpflichtet. Große Teile seines Wettbewerbsprogramms, unter anderem das 1. Klavierkonzert von Tschaikowky und das 3. Klavierkonzert von Prokofjew , die er direkt hintereinander spielte, wurden mitgeschnitten und später auf Schallplatte und nachfolgend CD veröffentlicht. 1979 tourte er erneut durch die Sowjetunion, mit den Leningrader Philharmonikern.

    Judd verschwand am 16. Dezember 1979 und wurde eine Woche später am Fuße des bekannten „Selbstmörderfelsens“ Beachy Head tot aufgefunden. Es wird allgemein von einem Selbstmord des 22-jährigen ausgegangen, und zudem wurde bekannt, dass er wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung gestanden hatte. Zu seinem Gedenken stifteten seine Eltern den Terence Judd Award für junge Pianisten, dessen bekannteste Gewinner der Brite Stephen Hough 1982 und der Russe Nikolai Luganski 1996 sind.

    Judds Repertoire war fokussiert auf virtuose romantische Werke insbesondere von Franz Liszt bis hin zu Prokofjew, aber auch solche des Impressionismus von Maurice Ravel und Klassiker der Moderne wie von Barber oder Ginastera. Sein Spiel wird bis heute von der Kritik gelobt für seine Virtuosität, geprägt durch meist schnelle Tempi und hohes Risiko.


  • Robert Riefling (* 17. Septmber 1909 in Aker (heute zu Oslo); † 1. Juli 1988 in Oslo) war ein norwegischer Pianist und Musikpädagoge. Riefling galt als einer der führenden skandinavischen Pianisten. Er gab Konzerte in zahlreichen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten.

    Leben und Werk

    Robert Riefling wurde als Sohn des Musikers Albert Heinrich Theodor Riefling und von Ingeborg Louise Rollag 1909 in Aker geboren. Er war der Bruder des Pianisten Reimar Riefling (1898–1981). Robert Riefling war dreimal verheiratet, zunächst von 1944 bis 1947 mit der Pianistin Amalie Christie (1913–2010), ab 1947 mit der norwegischen Philanthropin und Aktivistin Borghild Hammerich (1901–1978), die für ihre Hilfeleistungen und Unterstützung der im Zweiten Weltkrieg leidenden Zivilbevölkerung bekannt wurde, und ab 1988 mit Bibbi Lindstrøm (1932–2006).

    Robert Riefling studierte Klavier bei Nils Larsen in Oslo und von 1929 bis 1932 bei Karl Leimer in Hannover, bei Wilhelm Kempff in Stuttgart und bei Edwin Fischer in Berlin. 1934 unternahm er einen Studienaufenthalt in Paris. Robert Riefling debütierte 1925 als Konzertpianist in der Aula der Universität Oslo. 1938 gewann er den 6. Preis beim Wettbewerb in Brüssel. 1941 gründete er mit seinem Bruder Reimar Riefling in Oslo „Rieflings Klavier-Institut“. Bis 1952 wirkte er als einer der Direktoren dieses Institutes. Ab 1967 wirkte er als Professor am königlichen Konservatorium in Kopenhagen. Er wurde ab 1973 der erste Klavierprofessor an der neu gegründeten Norwegischen Musikakademie in Oslo und hatte diese Position bis zu seiner Pensionierung 1981 inne. Er hielt zahlreiche Klavier-Interpretationskurse in Skandinavien ab. Riefling wirkte als Jurymitglied bei den großen internationalen Klavierwettbewerben in Wien, München und in den skandinavischen Ländern. Er setzte sich intensiv für zeitgenössische skandinavische Komponisten und Pianisten ein.

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  • Lieber Hegel, vielen Dank für den undankbaren Einsatz für heute (fast) vergessene oder unterbewertete Pianisten.

    Hier mein winziger Beitrag zu Robert Riefling: Eine Verlinkung zu einer Beethoven-Sonate. Er nahm nicht nur nordisches Repertoire auf, sondern auch die Wiener Klassiker. Teilweise recht eigenwillig und kräftig. (Mozart - für "Valois" etwa 1965 - über die Aufnahmen für "Aurora" habe ich keine Informationen - alles nur gebraucht erhältlich))


    Hier Beethovens Klaviersonate Nr 18


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Gerne. Eine sehr interessante Aufnahme. Danke.

  • Takahiro Sonoda (17. September 1928 - 7. Oktober 2004) war ein japanischer Pianist mit dem Schwerpunkt Klassische Musik.

    Leben und Werk

    Takahiro Sonoda studierte an der „Tōkyō Music School“ unter dem russischen Pianisten Leo Sirota (1885–1965) und unter Toyomasu Noboru (1912–1975) und machte 1948 seinen Studienabschluss. Im selben Jahr hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt mit einem Klavierkonzert mit dem „Nihon kōkyō gakundan“ (日本交響楽団), dem späteren NHK-Sinfonieorchester .

    Von 1952 bis 1953 hielt sich Sonoda zur Weiterbildung in Frankreich und Deutschland auf, wurde aber durch eine Erkrankung zur Rückkehr gezwungen. 1953 wurde er von Herbert von Karajan entdeckt, als dieser sich zu seinem ersten Besuch in Japan aufhielt.

    1957 hatte Sonoda seinen ersten Auftritt in Paris und erregte 1959 internationale Aufmerksamkeit, als er 1959 ein Konzert mit den Berliner Philharmonikern gab. Er unterrichtete als Professor an der in Kawaski. 1980 wurde er Mitglied der Japanischen Akademie der Künste und wurde mit Preisen ausgezeichnet.

    2004 wurde Sonoda als Person mit besonderen kulturellen Verdiensten geehrt.

  • Richard Laugs (*10. März 1907 in Hagen; † 13. Juni 1978 in Mannheim).

    Leben und Wirken

    Laugs studierte nach dem Abitur bei Josef Pembaur in München und bei Artur Schnabel in Berlin. Nach seinem Studium unternahm er Konzertreisen als Pianist und war Korrepetitor in Hannover und Berlin.

    1929 erhielt Laugs den Mendelssohn-Staatspreis und 1936 nach einem Zyklus der 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven den Musikpreis der Stadt Berlin.

    1937 erreichte Laugs der Ruf, an der Städtischen Hochschule für Musik und Theater Mannheim als Nachfolger von Willy Rehberg eine Meisterklasse für Pianisten zu übernehmen. Nach der Zerstörung seiner Wohnung in der Brucknerstraße in Mannheim während des Zweiten Weltkrieges zog Laugs nach Heidelberg, wo er das Kriegsende erlebte. Er nahm unter schwierigsten äußeren Umständen entscheidenden Anteil am Wiederaufbau des Musik- und Kulturlebens des zerstörten Mannheim. Von 1945 bis 1951 war Laugs leitender Kapellmeister am Nationaltheater in Mannheim. Außerdem bekam er den Auftrag, die von 1945 bis 1950 geschlossene Städtische Hochschule für Musik und Theater neu aufzubauen und deren Leitung zu übernehmen. Nach und nach konnten unter der Leitung von Richard Laugs alle Abteilungen der Hochschule wieder eingerichtet und die räumliche Situation verbessert werden.

    1955 wurde Laugs vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg zum Professor ernannt.

    Laugs förderte Ende der sechziger Jahre den Zusammenschluss der städtischen Musikhochschulen Mannheim und Heidelberg. Die Bemühungen endeten im Dezember 1970 mit dem Beschluss des Landtages von Baden-Württemberg, die beiden Hochschulen zu verstaatlichen und zu vereinigen.

    Am 17. Oktober 1971 erhielt Laugs bei seiner Emeritierung als Rektor der Hochschule aus der Hand des Oberbürgermeisters der Stadt Mannheim, Hans Reschke, die Schillerplakette in Anerkennung seiner Verdienste um das kulturelle Leben Mannheims. Laugs blieb der Hochschule als Lehrbeauftragter für Klavier und Klavier-Kammermusik erhalten und setzte seine Konzerttätigkeit bis 1977 fort.

    Am 23. Mai 1975 verlieh Bundespräsident Walter Scheel Richard Laugs das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

    Am 27. Oktober 1977 ernannte der Rektor der damaligen Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim Hans-Helmut Schwarz, Richard Laugs zum Ehrenmitglied der Hochschule.

    Richard Laugs erlag am 13. Juni 1978 in Mannheim einem Krebsleiden.

    Als Pianist verfügte Richard Laugs über ein großes Repertoire, das unter anderem das gesamte Klavierwerk von Beethoven, Brahms, Chopin, Reger und Schumann umfasste. Sein Spiel ist auf zahlreichen Langspielplatten festgehalten.

    Nach seinem Tod rief seine Witwe Katja Laugs gemeinsam mit dem Mannheimer Juristen Claus Meissner im Jahr 2000 den Beethoven-Klavierwettbewerb Richard Laugs ins Leben. Er wird jetzt wegen der Beziehung Mozarts zu Mannheim als Mozart-Klavierwettbewerb Richard Laugs fortgeführt.

  • Josef Fidelman


    Josef Fidelman wurde am 3. Februar 1905 in Tiflis, Georgien, geboren. Im Alter von fünfeinhalb Jahren gab er sein Debüt bei einem Klavierkonzert im Opernhaus von Baku. Dies markierte den Beginn einer für ein Wunderkind typischen Karriere, die mit dem Studium am Musikkonservatorium von Tiflis bei Lucian Truskowsky, dem Dekan der Klavierabteilung, einherging.


    Während seiner Zeit am Konservatorium wurde Fidelman musikalisch und klaviertechnisch stark von einem jungen Lehrer, Heinrich Neuhaus, geprägt. 1921 unternahm er seine zweite Tournee durch die Türkei und ging anschließend nach Berlin, wo er sein Studium an der Berliner Hochschule für Musik bei Leonid Kreutzer fortsetzte. Nach seinem Abschluss im Jahr 1929 nahm er am Internationalen Blüthner-Klavierwettbewerb teil und gewann den ersten Preis vor niemand geringeren als Rudolf Serkin. Während seines Aufenthalts in Europa gab er zahlreiche Konzerte.


    1933 ließ sich Josef Fidelman in den Vereinigten Staaten von Amerika nieder, wo er die Staatsbürgerschaft annahm und seine Lehrtätigkeit wieder aufnahm. Im zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zur US-Armee und arbeitete im Geheimdienst. 1962 nahm er drei LPs auf bevor sich seine Gesundheit verschlechterte.


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  • Eva Knardahl Freiwald (* 10. Mai 1927 in Oslo; † 3. September 2006 ebenda) war eine norwegische klassische Pianistin, die gleichermaßen als musikalisches Wunderkind wie als erwachsene Künstlerin Karriere machte.

    Leben

    Ihr Debüt spielte sie im Alter von 12 Jahren mit dem Oslo Philharmonic Orchestra (Johann Sebastian Bach Concerto in f-Moll, Joseph Haydn , Konzert in D-Dur, Carl Maria von Weber, Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 11) und wurde dafür von der Kritik hoch gelobt.

    1946 übersiedelte sie in die USA und verfolgte dort fünfzehn Jahre eine hervorragende Arbeit mit dem Minnesota Orchestra, bevor sie 1967 nach Norwegen zurückkehrte. Sie wurde ein fester Bestandteil der norwegischen Klassikszene und erste Professorin für Kammermusik an der Norwegischen Hochschule für Musik.

    Den bekanntesten Teil ihres künstlerischen Schaffens nimmt die Interpretation des Klavierwerks von Edvard Grieg ein.


  • Das kann dauern....

    Ich hab Zeit.

    Wichtige Aufnahme werden nach wie vor auf CD erscheinen


    Er dürfte ja inzwischen einen Vertrag mit hänssler haben - und da wirds CDs geben.

    Ich bin da ganz zuversichtlich.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU