Wiener Neujahrskonzert 2026

  • Heute wurde das Programm für das Neujahrskonzert 2026 der Wiener Philharmoniker bekanntgegeben. Es wird zum ersten Mal geleitet von Yannick Nézet-Séguin, seines Zeichens Musikdirektor des Philadelphia Orchestra und der Metropolitan Opera in New York. Er debütierte am 30. Jänner 2010 im Rahmen der Mozartwoche Salzburg bei den Wiener Philharmonikern und dirigierte sie bisher 34-mal.


    Donnerstag, 1. Jänner 2026
    NEUJAHRSKONZERT

    11:15 Musikverein, Großer Saal, Wien, Österreich


    PROGRAMM:


    Johann Strauß II.
    Ouvertüre zur Operette "Indigo und die vierzig Räuber"

    Carl Michael Ziehrer
    Donausagen. Walzer, op. 446

    Joseph Lanner
    Malapou-Galoppe, op. 148

    Eduard Strauß
    Brausteufelchen. Polka schnell, op. 154

    Johann Strauß II.
    Fledermaus-Quadrille, op. 363

    Johann Strauß I.
    Der Karneval in Paris. Galopp, op. 100

    Franz von Suppè
    Ouvertüre zur Operette "Die schöne Galathée"

    Josephine Weinlich
    Sirenen Lieder. Polka mazur, op. 13 [Arr. W. Dörner]

    Josef Strauß
    Frauenwürde. Walzer, op. 277

    Johann Strauß II.
    Diplomaten-Polka. Polka française, op. 448

    Florence Price
    Rainbow Waltz

    Hans Christian Lumbye
    København Jernbane Damp Galop

    Johann Strauß II.
    Rosen aus dem Süden. Walzer, op. 388

    Johann Strauß II.
    Egyptischer Marsch, op. 335

    Josef Strauß
    Friedenspalmen. Walzer, op. 207


    https://www.wienerphilharmonik…te/neujahrskonzert/10738/

    https://wien.orf.at/stories/3327857/

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Wer hat es gesehen, wie hat es gefallen?


    Nach zwei eher schwerfälligen, zu groß-sinfonischen Jahren hat mir das diesjährige Neujahrskonzert unterm Strich gut gefallen. Yannick Nézet-Séguin wusste, obwohl er debütierte, um welche Veranstaltung es sich es sich hier handelt und bediente das Publikum trefflich, indem er mitpfiff und -klatschte und zum Schluss den Radetzky Marsch aus dem Zuschauerraum dirigierte (ein Novum, wenn ich mich nicht irre).


    Die Programmauswahl, in der erstmals zwei Komponistinnen gespielt wurden, hat mir ebenfalls gut gefallen. Das Dirigat war leicht-beschwingt, kurzum, ich habe mich gut unterhalten gefühlt.


    Nach dem Neujahrskonzert ist vor dem Neujahrskonzert und so vermelden die Wiener Philharmoniker das nächste Debüt: 2027 wird Tugan Sokhiev erstmals das Neujahrskonzert dirigieren.


    Ich bin gespannt...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ich habe es gesehen und es hat mir außerordentlich gut gefallen! Was für ein tolles Neujahrskonzert.


    YNS war wunderbar, er hatte richtig Bock auf das Ding, hatte sichtlich gute Laune und Spaß am Dirigieren, an der Musik und wirkte ansteckend mit seiner Art.

    Ohne Partitur habe ich noch nie jemanden das NJK dirigieren gesehen - oder ich kann mich nicht daran erinnern. Der erste Kontakt, der in Erinnerung ist, war Maazel 1986 (live); ob er eine Partitur nutzte, weiß ich nicht.

    Die Musik fand ich super.

    Und das Publikum war selbst für NJK-Verhältnisse schlicht aus dem Häuschen. Herrlich!


    Ich bin aus Sokhiev gespannt. Schön, dass ein weiterer junger (jüngerer) Dirigent am Start ist.


    Bleibt abzuwarten, wann die erste Frau das Ding dirigieren darf.

    „In sanfter Extase“ - Richard Strauss (Alpensinfonie, Ziffer 135)

  • Ich fand das Neujahrskonzert Dank Yannick Nézet-Séguin wirklich sehr, sehr gut! Er brachte die Frische und Unmittelbarkeit und Begeisterung für die Musik mit. Zudem hat er ein großes Einfühlungsvermögen. Bei den großen "alten Herren" dagegen spürt man die Bemühung, besonders genau und seriös sein zu wollen um mit den anderen großen Alten konkurrenzfähig zu sein. Hier kommt einer frisch vom anderen Kontinent und reißt Musiker und Publikum mit. Die Ansprache - besonders die auf Französisch - hat mir auch sehr gefallen. Er hat genau die richtigen Worte gefunden für unsere Zeit! Ich glaube, das wird nicht das letzte Neujahrskonzert mit ihm gewesen sein. :) :jubel:

  • YNS war wunderbar, er hatte richtig Bock auf das Ding, hatte sichtlich gute Laune und Spaß am Dirigieren, an der Musik und wirkte ansteckend mit seiner Art.

    Ohne Partitur habe ich noch nie jemanden das NJK dirigieren gesehen - oder ich kann mich nicht daran erinnern. Der erste Kontakt, der in Erinnerung ist, war Maazel 1986 (live); ob er eine Partitur nutzte, weiß ich nicht.


    Das mit dem auswendig dirigieren finde ich sehr interessant, lieber Accuphan.


    Zumindest Carlos Kleiber (1989 und 92) wird ebenfalls ohne Partitur dirigiert haben, aber bei anderen Dirigenten könnte ich es aus dem Stegreif auch nicht sagen.


    Zitat

    Bleibt abzuwarten, wann die erste Frau das Ding dirigieren darf.


    Voraussetzung dafür ist, dass ein Dirigent ein Abonnementskonzert der Wiener Philharmoniker dirigiert haben muss, um zum Neujahrskonzert eingeladen zu werden. Das ist bei der Damenwelt bisher nur bei Mirga Gražinytė-Tyla der Fall, die das letztes Jahr zum ersten Mal tat. Diese Saison werden Joana Mallwitz (Salzburger Festspiele) und Karina Cannelakis (Mozartwoche Salzburg) die Philharmoniker dirigieren. Das wird wohl noch etwas dauern, bis zum ersten Mal eine Dirigentin das Neujahrskonzert leiten wird.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


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  • Wer's verpasst hat, und nachträglich noch hören will


    hat es jetzt auch auf youtube verpasst.



    aber:


    Die beiden Videos sind nicht mehr abrufbar, aber bis zum 30.06.2026 ist das Neujahrskonzert in der ARD Mediathek zu sehen.


    und Yannick Nézet-Séguin über das Konzert gibt es



    und der Radetzky-Marsch, wo er das Publkum nach guter Pop-Art Manier in die Kunst einbezieht


  • Zudem wird es am Samstag, 03.01., um 20.15 h auf 3sat wiederholt.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Die Bildregie war bestens vorbereitet und hat passend zur Musik die Orchestermusiker gezeigt.

    Der Blumenschmuck der Wiener Stadtgärtnerei war ein Augenschmaus.

    Das Publikum auf dem Stehrang war im Bild wie Prominente (Jonas Kaufmann, der österreichische Bundespräsident) und Unbekannte (die Eltern sowie der Lebenspartner des Dirigenten).

    Die Moderatorin des ORF hat angemessen kurze Texte gelesen.

    Die Ballett-Einlagen hatten Witz (Diplomaten-Bürokratie, Rosen-Redouten). Dass man so hoch mit Grazie in die Luft springen kann, nötigt mir meine Hochachtung ab.

    Die Würdigung der Albertina mit ihrem 250 Jahre Jubiläum, den bildnerischen Werken und der musikalischen Untermalung war passend.

    Der Hersteller des Piccolos mit dem besonderen Kopfstück würde mich interessieren.

    Die goldige Querflöte hatte hörbar einen besonderen Klang.

    Yannick Nézet Séguin dirigierte ohne Partitur, gab präzise Einsätze und hatte das "gschlamperte" Tempo drauf. Er hatte Witz und sichtlich Spass. Sein Dirigat aus dem Zuschauerraum hat die Bildregie gefordert, als er von den Kameras nicht gleich in den Fokus genommen werden konnte.

    Das Programm trug seine Handschrift mit dem Wunsch, dass Kompositionen von Frauen zur Aufführung kamen.

    Die Worte an das Publikum hat der Dirigent passender nicht formulieren können und hat uns allen aus dem Herzen gesprochen.

    Das Publikum war in bester Stimmung und dankte es Orchester und Dirigent mit Standing Ovation.

    Der Goldene Saal hätte dem Präsidenten der USA gefallen. Hoffen wir, er wird nie auf die Idee kommen, dem Neujahrskonzert beizuwohnen.

    Der Sponsor, eine Nobeluhrenmarke, erschien im Abspann.


  • Eigentlich hatte ich nicht vor das Konzert anzusehen. Schliesslich habe ich mir die Aufzeichnung angesehen und habe es nicht bereut. In der Tat ein Ereignis. Die Wiener Philharmoniker haben sich selbst übertroffen, die gute Laune des Dirigenten war ansteckend. Jeder Neujahrskonzert endet im glückseligen Freudentaumel, aber dieses hier war eine Ausnahmeerscheinung. Das Publikum war ausser Rand und Band, man wähnte sich in einem Popkonzert. Und sicher wird sich der heutige Vormittag auch auf die Anzahl verkaufter CDs des Dirigenten auswirken. Dass dessen Lebenspartner öffentlich ins Bild gebracht wurde ist ein Merkmal des derzeit herrschenden Zeitgeistes, nein nicht der Toleranz, sondern der Akzeptanz und allgemeinen Sympathie in weiten Teilen der Gesellschaft. Solch eine Strömung gab es schon in meiner Jugend, sie wurde aber durch das Auftreten von AIDS zerstört......


    Prosit 2026

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Ein frohes und gesundes neues Jahr allen Taminos !


    Ich habe im ZDF das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker live gesehen und gehört. Ich kann mich absolut dem bisher Formulierten anschließen ! Gerade nach der Pause nahm alles richtig Fahrt auf. Nézét-Seguin übertrug seine Leidenschaft und seinen Ésprit auf alle ! IMO definitiv exzeptionell !


    LG Siamak

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  • Wohl das beste Neujahrskonzert seit Langem, sowohl vom Programm als auch von der Umsetzung. Der kanadische Dirigent hat sich wohl akribisch auf seinen großen Tag (das erstmalige Dirigat des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker ist sicher auch für YNS ein besonderer Tag gewesen) vorbereitet und Einfälle umgesetzt, die selbst in diesem traditionellen Konzert bisher nicht oft zu erleben waren.

    Seine unkonventionelle Art und sympathisches Auftreten, gepaart mit Lockerheit und der wohl stets richtigen Tempi

    haben das verwöhnte Wiener Publikum begeistert, und nicht nur das, sicher auch den Großteil des weltweiten TV-Publikums. Eine gute Bekannte von mir, die ganz selten dieses Konzert angesehen hat schickte mir sofort nach dem Konzert eine Nachricht, worin sie ihre Begeisterung ausdrückte und besonders den Dirigenten (den sie gar nicht kannte, sie ist kein Klassikfreak) "großartig" nannte. Ich kann da nur zustimmen.

    Wien - Du bist zu beneiden. Ich habe auch einige andere Silvesterkonzerte angesehen (Gewandhaus mit der 9. als Konserve, nicht live!, Dresden mit einem sehr ansprechenden Till Eulenspiegel, Berliner Staatskapelle unter Thielemann mit teilweise unterdurchschnittlichem Gesang, ansprechendes Konzert des Teatro Venice), die alle nicht mit dem Wiener Konzert mithalten konnten. Eine Ausnahme - das Konzert der Berliner Philharmoniker mit dem überragenden Benjamin Bernheim und dem ebenso begeisternden Kyrill Petrenko.

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Schließe mich den Anerkennungen meiner Vorposter vollinhaltlich an. Für mich war es eines der erfrischendsten Neujahrskonzerte, die ich je gesehen habe. Auch wenn im "Standard" einige kleine Schwächen im Dirigat erkannt worden sind, so sind diese für mich gegenüber der Leichtigkeit, des Humors und des Charismas des Dirigenten absolut vernachlässigbar (darüber hinaus muss ich zugeben, dass ich die vom Standard erkannten Schwächen nicht bemerkt habe - was aber auch an meiner mangelnden Werkkenntnis gelegen haben kann). Und das Orchester hat offenbar enorme Spielfreude gezeigt. All das ist übergesprungen aufs Publikum. Neujahr, was willst du mehr.

    "Ruiniere niemals eine Entschuldigung mit einer Ausrede"
    (Benjamin Franklin)

  • Prosit Neujahr allerseits! Ich kann da auch nur in dieselbe Kerbe hauen, der Dirigent war mitreißend, die Wiener waren bestens aufgelegt, es war eine der glücklichen Sternstunden, in der sich die Begeisterung der Ausführenden offensichtlich auch auf das Publikum überträgt. Ein äußerst beschwingtes, jubelndes, klangschönes Konzert für das neue Jahr.

  • Den positiven Meinungen kann ich mich für dieses Jahr mit dem symphatischen Yannick Nézet-Séguin nur anschliessen. Auch das Programm war mMg weitestgehend gut.


    Der Pausenfilm hat mir allerdings dieses Jahr nicht so gefallen. Es waren zu wenig Landschaftsaufnahmen von Wien dabei und die musikalischen Einlagen fand ich auch nicht so erbaulich (um nicht zu sagen langweilig).

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Selten waren sich die Kritiker, die von der schreibenden Zunft und die privaten Kommentatoren, nach meinem Eindruck so einig. Das deckt sich mit den eigenen Hör- und Seherfahrungen des ORF-Livestreams. Es war eines der besten Neujahrskonzerte aller Zeiten. Superlative scheinen mir heuer angebracht. Persönlicher Höhepunkt war für mich der gewichtige und in der Einleitung schwermütige Ziehrer-Walzer mit ungarischem Kolorit, der beinahe schon eine Tondichtung hätte sein können. Nézet-Séguin überzeugte mich auf ganzer Linie. Die kleinen Einschränkungen, die ich in manchen Kritiken hinsichtlich der Schlachtrösser (Donauwalzer, Radetzky-Marsch, "Rosen aus dem Süden") las, konnte ich so auch nicht nachvollziehen. Den Mantel des Schweigens über den kitschigen Pausenfilm, für den der Dirigent freilich nichts konnte. Das dort vermittelte, lächerliche Wien-Bild lockt eine spezielle Art von Touristen hierher. Statt der nicht minder peinlichen Balletteinlagen hätte ich lieber den Goldenen Saal gesehen. Zum Glück ist von all dem auf der offiziellen Einspielung, die in Kürze erscheinen wird, nichts zu merken. Vereinzelte homophobe Ergüsse ließen sich in den Kommentarspalten offenbar nicht vermeiden, als der Dirigent am Ende ein unaufdringliches und in diesen Zeiten durchaus gebotenes Zeichen setzte. Chapeau also! Maestro YNS hat das Neujahrskonzert hoffentlich nicht zum letzten Mal dirigiert.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

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  • Die beiden Videos sind nicht mehr abrufbar, aber bis zum 30.06.2026 ist das Neujahrskonzert in der ARD Mediathek zu sehen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Interessanter Artikel, danke.


    Dass die Wiener Philharmoniker in Sachen Klang, Organisation und Programmgestaltung allzu großen Veränderungen eher abhold sind, an den letzten, echten Pultmatadoren wie Riccardo Muti, Zubin Mehta, Franz Welser-Möst und Christian Thielemann ebenso festhalten wie an ihrem romantischen, von Komponisten wie Schubert, Brahms und Bruckner verkörperten Klangideal, ist kein Geheimnis und es wurde bislang auch nicht skandalisiert oder gar die Existenzfrage gestellt.


    Als Karl Böhm-Respektor feiere ich diesen Tatbestand. Den Klang sollte man als Weltkulturerbe verstehen.


    Gutes Hören


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Dass die Wiener Philharmoniker in Sachen Klang, Organisation und Programmgestaltung allzu großen Veränderungen eher abhold sind,

    ........ist offenbar selbst in Österreichi inzwischen aufgefallen:P

    Solange die WPhilis die niedrigste Frauenquote alller großen Orchester haben und solange sie

    weiterhin auf den Wiener Hörnern bestehen (sah ich nicht irgendwo hinten jemand einen Trumscheit streichen?:)), muß man nicht an ein Kulrurerbe denken.

    Gleichwohl kann 2025 ja ein Anfang sein.....

    GC

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    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Hier ein Auszug aus dem erwähnten Artikel von Brachmann in der FAZ. Die Analyse ist schon ganz interessant, auch wenn sie einigen nicht gefallen wird:


    Gelöscht durch Moderation MOD 001 Alfred


    In der Tat gefällt sie mir nicht. Aber der Grund für die Löschung ist ein anderer:

    Solche Zitate sind ein Verstoß gegen das Copyright - und daher unzulässig.

    Sowas kann teuer werden. Daher erklären wir immer wieder, davon Abstand zu nehmen

    und entfernen solche Texte umgehend.


    Darüber hinaus höre ich lieber die Wiener Philharmoniker, als ich Brachmann lese....

    Die Deutschen Zeitungs.... sollen sich lieber um ihre eigenen 'Orchester kümmern

    Hier geht es nämlich nicht um musikalische Qualitäte, sondern um den Angriff aud eine elitäre Institution, die eigentlich unangreifbar ist - weshalb man sie gerne immer wieder angreift, um das Gegenteil zu beweisen.


    Und um ein Gleichnis zu bemühen:

    Abblätterndes Gold ziehe ich allemal frischem Stahlbeton vor.....


    mfg aus Wien

    Alfred MOD 001 und Forenbetreiber


    Nachtrag Christian B.
    Ich hatte so zitiert, dass keine Rechte verletzt werden. Hier nochmal der Link zum Artikel. Ich finde ihn lesenswert - im Kern geht es anlässlich einiger Konzerte bei den Salzburger Festspielen um die Frage, wieviel Probenzeit bei den Wiener Philharmonikern überhaupt möglich ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Carlos Kleiber oder HvK hier früher Kompromisse gemacht haben. Vielleicht liegt es ja auch an den Dirigenten, die sich auf diese Konditionen einlassen.
    https://www.faz.net/aktuell/fe…lorchester-110614474.html

  • Wenn man sich selbst zum Museum macht, wird man irgendwann weniger relevant.


    Ich verstehe, dass man sich um einen USP bemüht, um dieses besondere Etwas, das einen von allen anderen unterscheidet, aber wenn man sich dauerhaft selbst genug ist, wird das für Außenstehende vielleicht auch etwas langweilig. Ein gewiss schiefer Vergleich, aber trotzdem: Porsche baut seinen 911er seit Jahrzehnten. Ein Klassiker. Aber das Modell wird überarbeitet, angepasst - verbessert. Würden sie sei Jahrzehnten das identische Modell verkaufen, würden sie keine Rolle mehr spielen (Ausnahmen wie Morgan können eben nur in der Nische existieren, und sogar die mussten sich zuletzt - ein wenig - der Gegenwart annähern).


    Als wir anfingen, regelmäßig Konzerte der Berliner Philharmoniker zu besuchen, gab es noch einige Mit-Besucher, die jede Gelegenheit nutzten, von Karajan zu schwärmen. Die Jahre unter Abbado müssen sie durchlitten haben, und zu Rattle gingen sie vor allem, weil der nicht gar so schlimm, aber eben auch kein Karajan war. Auf dieses Publikum seine Zukunft aufzubauen, hieße allerdings vom Hochhaus zu springen.


    Aber mir geht es ja schon mit den Phil mittlerweile so, dass mich die Programme überwiegend nerven/langweilen, weil das Programm vorwiegend aus den Klassikern besteht. Und natürlich sind die Klassiker die Klassiker, weil sie von überzeitlicher Bedeutung sind, und natürlich kann man sie immer wieder neu, immer wieder Neues in ihnen hören - aber (für mich) wäre eben noch weit schöner, wirklich Neues zu erleben.


    Am Ende frage ich mich manchmal, für wen die BPhil eigentlich spielen. Für Touristen? Und um wie viel heftiger muss dies bei den Wienern sein?

    "Jein".

    Fettes Brot

  • Wenn man sich selbst zum Museum macht, wird man irgendwann weniger relevant.

    Sehe ich nicht so: Louvre Paris, KHM Wien, Nationalgqallery London, Prado Madrid, Eremitage St. Petersburg,Offizien Florenz, Alte Pinakothek München, Albertina Wien,Rijksmuseum Amsterdam. etc etc

    Sie alle sind relevanter und besser besucht als so manche zeitgeistige Ausstellung......


    Das Essl Museum musste 2016 wegen mangeldem Interesse und fehlendem Geld schliessen


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Ich finde, dass man diesen Artikeln ansehen kann, dass es weniger um das Neujahrskonzert ging, sondern vielmehr um die Probleme, die der Autor überhaupt mit dem Zeitgeist hat. Derlei Kritik ist immer wieder und an allen Ecken zu sehen.


    Anstatt festzustellen, dass Nézet-Séguin ein mitreißendes Konzert gegeben hat, bei dem er einmal die Musiker selbst, aber auch das Publikum mitnahm, wird hier unterschwellig über die "Gute alte Zeit" schwadroniert. Langweilig ist an solchen Kritiken, dass es sie immer schon zu jeder Zeit gegeben hat, es sind simple Stereotype, und immer haben sie gar nichts an dem Fortschreiten der Geschichte ändern können.


    Sogar ich habe das Konzert gesehen und war begeistert, obwohl das so überhaupt nicht meinen Hörgewohnheiten entspricht, aber Nézet-Séguin kann es eben. :)


    Konservativ sein heißt eben nicht, einfach stehenzubleiben, sondern versuchen, das wirklich Erhaltenswerte zu erhalten. Dafür muss man aber nachdenken, wo und wie man es bewahren kann.


    Aber mir geht es ja schon mit den Phil mittlerweile so, dass mich die Programme überwiegend nerven/langweilen, weil das Programm vorwiegend aus den Klassikern besteht.

    Das sind so die Markenzeichen dieser Orchester. Das mag auch daran leigen, dass sie anders finanziert sind als die Rundfunkorchester, die sich in ganz anderem Umfang weniger populärer Musik öffnen können.


    Aber im Gegensatz zu den Wienern haben die Berliner eine Digital Concert Hall, die doch einige schöne Konzerte anbietet, auch aus der Vergangenheit. Karajan, Abbado und Rattle kann man so leicht vergleichen (für mich als Kammermusikhörer schon interessant) .Und es gibt natürlich auch schöne Boxen mit Musik von John Adams und Unsuk Chin Die sind da in größerem Umfang verewigt.


    Ich finde, dass die Berliner sich schon recht gut als Edel-Orchester, das sie ja auch sind, vermarkten. Dazu gehört natürlich auch der Tourismus.


    Die Wiener müssen da sicher etwas nachlegen. Mit diesem Neujahrskonzert ist das doch hervorragend passiert!

  • Die Wiener kriegen auf die Mütze: Brachmann, die 2.

    "Das ist eben doch besser als die Wiener"


    Zweimal hat JB in der FAZ gegen die Wiener ausgeteilt. Hier ist der andere Artikel verlinkt. Ein anderer Weg, das Copyright zu schützen, wäre eine Zusammenfassung des Textes.
    Das war mit jetzt aber zuviel Aufwand.

    „In sanfter Extase“ - Richard Strauss (Alpensinfonie, Ziffer 135)

  • Solange die WPhilis die niedrigste Frauenquote alller großen Orchester haben und solange sie

    weiterhin auf den Wiener Hörnern bestehen (sah ich nicht irgendwo hinten jemand einen Trumscheit streichen? :) ), muß man nicht an ein Kulrurerbe denken.

    Man lernt nie aus: Nachdem "vertauschte Socken" Stefan Askenase beim Spiel von Chopins Préludes irritiert haben, sind nun die Wiener Philharmoniker in Verruf geraten, weil sie "die niedrigste Frauenquote aller großen Orchester haben" und damit ihren Anspruch als "ein Kulturerbe" verloren haben, und das mit sofortiger Wirkung!

    Geht's noch? Es wäre schön zu erfahren, ob es Statistiken oder Expertisen gibt, die belegen, daß ein Orchester durch einen höheren Frauenanteil zu einem qualitativ besseren Klangkörper wird. Und wenn schon von Quote die Rede ist, so wäre es doch sinnvoll, jedes Orchester per Statut zu veranlassen, mindestens 50 % Frauenanteil zu garantieren, unabhängig von Ausbildung, Qualifikation und persönlicher Eignung.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich finde, dass man diesen Artikeln ansehen kann, dass es weniger um das Neujahrskonzert ging, sondern vielmehr um die Probleme, die der Autor überhaupt mit dem Zeitgeist hat. Derlei Kritik ist immer wieder und an allen Ecken zu sehen.

    Hatte den Beitrag zunächst gar nicht gelesen. Hätte ich mir auch schenken können.

    "Jein".

    Fettes Brot

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