Ein produktives Resultat des Umgangs mit alten Instrumenten ist eben, dass man die klavierbautechnischen Besonderheiten dieser Instrumente, die für deren spezifischen Klang verantwortlich sind, für den modernen Klavierbau nutzt. Dann kann man eben ein solches "hybrides" Instrument, welches eine Synthese aus alten und neuen Instrumenten darstellt, mit den alten Instrumenten vergleichen
Der Aspekt ist interessant; wenn er bereits angesprochen wurde, habe ich offenbar überlesen. Stimmt es, daß Daniel Barenboim bei seiner letzten Einspielung der Beethoven-Sonaten den Maen-Flügel verwendet hat? Offen gestanden habe ich mich mit dem Instrument noch nicht tiefer gehend beschäftigt, auffallend ist allerdings eine extrem starke Bass-Fraktion. Bei den Beethoven-Sonaten ist ein solcher Vergleich nicht ganz einfach, da die verschiedenen Interpreten sehr unterschiedliche Instrumente für ihre Aufnahmen nutzten. Beethoven selbst scheint bei seinen frühen Sonaten auch gegen ein Cembalo nichts einzuwenden zu haben. Man müsste vergleichend wahrscheinlich mit op. 106 anfangen, die allerdings posthum erst auf einem Erard uraufgeführt wurde. Malcom Binns und Badura-Skoda nutzen -glaube ich- für op. 106, 109-111 eine Broadwood. Sinnvollerweise müsste also der Klang des Maene mit einem Broadwood aus dem frühen 19. Jh. verglichen werden. Wie sieht es da bei Schubert-Aufnahmen aus? Sind einzelne seiner Sonaten schon einmal auf einem Maene eingespielt worden (oder ist das ein Barenboim-exklusives Instrument)?
Liebe Grüße vom Thomas ![]()
