Warum tut man solches Beethoven an, nicht aber Tschaikowsky? Man könnte ja auch bei Tschaikowsky mit einer Verdoppelung der historisch verbrieften Besetzung auftrumpfen.
Es kommt auf das Werk an. Du kannst beispielsweise bei Händels Feuerwerksmusik problemlos verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen, ohne daß es dem Werk einen Ast abbricht ... die Musik ist harmonisch einfach gesetzt. Wenn aber die zwei Flöten (oder Oboen, oder Clarinetten oder Fagotte oder gar alle zusammen) bei Beethoven schon nicht (immer) dasselbe spielen, wird's eben zu Lasten der Filigranität schwierig. Das ist wie beim Kochen und Backen: einfaches Verdoppeln der Zutaten bringt zwar die doppelte Menge, aber nicht das gleiche Geschmacksergebnis. Da benötigt man dann von der ein oder anderen Zutat etwas mehr oder weniger. Es hängt auch viel an der Klanglichkeit des Raumes für Liveerlebnisse und/oder der Aufnahmetechnik.



