In jeder mir bekannten Ausgabe seit 1802 steht "sempre pp e senza sordini", vielleicht ist das in den Dir bekannten ja mit TippEx bearbeitet worden?
Es gibt etliche Ausgaben mit (aus heutiger Sicht) falschen Angaben. Ein Beispiel ist die Peters-Edition von Mozarts KV 414; dort ist im 2. Satz beim Claviereinsatz (T. 21) „una corda“ (das wird heute mit dem links angebrachten Pedal umgesetzt) notiert, ab T. 29 wieder „tre corde“ (Pedal wieder loslassen oder ausrasten). Im Autograph ist davon keine Spur zu finden, weil es auf Mozarts Walterflügel diese Option auch gar nicht gab. Es handelt sich also um Zugaben des Editors: „Bei der Neuausgabe [...] sind im Solopart die notwendigen Ergänzungen und Spielhilfen durch kleineren oder dünneren Druck kenntlich gemacht“.
Hier wurde vermutlich versucht, die (autograph nur für die Streicher geltende) Spielanweisung „sotto voce“ auch für's moderne Klavier zu übertragen - da wäre es auch erforderlich, wohingegen der Walter per se sotto voce erklingt, wenn man piano spielt.
Wie andere Wiener Klaviere besitzt der Mozart-Flügel keine Pedale zur Aufhebung der Dämpfung. Dennoch gibt es einen vergleichbaren Mechanismus, denn die Dämpfer werden mit zwei Kniehebeln angehoben. Untersuchungen am Instrument zeigen, dass die Kniehebel bei Mozarts Flügel (und dem gleichaltrigen Eisenstädter Instrument) nicht zum ursprünglichen Bauplan gehört haben; vielmehr musste anfangs die Aufhebung der Dämpfung mit Handhebeln festgestellt werden, was nur in Spielpausen möglich war und ausschließlich einen großflächigen „Pedal“-Gebrauch zuließ. Der genaue Zeitpunkt des Umbaus lässt sich nicht mehr bestimmen, dürfte aber wohl noch zu Mozarts Lebzeiten vorgenommen worden sein, da die späteren Walter-Flügel von Anfang an Kniehebel aufweisen. Mozarts Instrument weist noch ein letztes Relikt aus der Cembalo-Ära auf, wo man verschiedene Register ziehen konnte, um unterschiedliche Klangqualitäten zu erhalten: Der Mozart-Flügel hat einen so genannten Moderator-Zug, wobei ein kleiner Streifen aus Filz zwischen die Hämmer und die Saite gezogen wird, wodurch ein fahler, geradezu entrückter Klang entsteht.
Also: Moderator: ja - Dämpferaufhebung per Kniehebel: möglicher Weise ja - Una corda: nein.
Mit dem Eisenstädter Instrument ist wohl Haydns Walterflügel gemeint, der sich mit Mozarts Instrument quasi den Deckel teilt, der aus dem gleichen Holzstück geschaffen wurde.
