„Man … muß schließlich erkennen, daß man gut und schlecht nicht so einfach definieren kann, daß vielmehr zuerst eine Übereinstimmung über die Wünsche des Komponisten, Instrumentalisten und Instrumentenmachers hergestellt werden muß. Wenn also der Musiker, aus welchem Grund immer, den ungleichmäßigen Klang der alten Flöte dem gleichmäßigen der Böhm-Flöte vorzieht - und dies ist, auch historisch gesehen, eine durchaus legitime Entscheidung -, dann darf man die Ungleichmäßigkeit nicht als Mangel seiner Interpretation kritisieren, ebensowenig, wie ein anders eingestellter Kritiker etwa die Gleichmäßigkeit bei der Interpretation auf einer Böhm-Flöte als Mangel der Ausführung darstellen dürfte.“
Ganz meine Rede:
Wenn man es nicht anders kennt (wie eben die Clavieristen und Komponisten der damaligen Zeit), dann ist das unzutreffend. Anders kann man argumentieren, wie ich es auch tat, daß moderne Instrumente zu steril und künstlich, gar unmenschlich (weil: Irren ist menschlich, also auch Fehler - natürlich aus der heute perfektionierten Sicht) klingen.
Bzw.
Mir ist der Klang des modernen Klaviers und so manch anderer Instrumente auch zu „rein“ (um mal im Umfeld der Wortwahl zu bleiben). Die Nebengeräusche gehören dazu, machen das Ganze erst als lebendig identifizierbar - wohingegen die meisten modernen Instrumente mir zu steril (manchmal neige ich dazu „zu perfekt“ zu schreiben) sind.
Ich würde „hässlich“ als farblos interpretieren; das kommt dann dem, was NH schrub, in Bezug auf modernes Klavier recht nahe; also genau umgekehrt. Wobei ich mich keinesfalls auf „hässlich“ festlegen wollte - eher langweilig.
Und
Wenn das Spiel auf Originalinstrumenten nicht dem Verständnis des Werks und der Werktreue dient, wird es zum Fetisch. Dann nämlich geht es nur noch um den Instrumentenklang und nicht um die Musik und das Werk.
Der Instrumentenklang ist mit dem Werk bzw. der Musik originär untrennbar verbunden.

