Was hört ihr gerade jetzt? (Klassik 2026)
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Puhhh - Gottfried Fingers Viola da gamba-Werke waren jetzt doch etwas gleichförmig. Als Einzelwerke hätte ich sie mehr goutieren können, aber 74 Minuten quasi in Endlosschleife das mehr oder weniger Ähnliche. Nun ja.
Ich muss jetzt mal rasch was Emotionaleres, Lebendigeres dazwischenschieben. Von der gestern Abend gehörten CD 1 der Schubert-Geister-Box höre ich das bekannteste Werk: die Fantasie f-Moll D. 940.
Grüße
Garaguly
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Giuseppe Verdi (1813-1901)
Il Corsaro
Montserrat Caballe • Jose Carreras • Jessye Norman
Gian Piero Mastromei • John Noble
Ambrosian Opera Chorus
(Chorus master: John McCarthy)
New Philharmonia Orchestra
Lamberto Gardelli
(Philips/ADD/1989)
Aufnahme: London, Wembley Town Hall, 8/1975
Als Freund gepflegter Studioproduktionen kann ich Gardellis Bemühungen um den eher unbekannten Verdi kaum hoch genug Würdigen. Die Aufnahmen, in der Hauptsache von Philips produziert, wurden zum Großteil in London aufgenommen. Ein weiterer Standort war Wien, hier mit Chor und Orchester des ORF. Der Ernani wurde 1981 bei Hungaroton in Budapest eingespielt, Philips brachte ihn 1996 als lizenzierte CD auf den Markt. Was alle Aufnahmen auszeichnet, ist die enorme und gute Leistung aller Orchester und Chöre. Bei den Solisten hat so jeder seine Favoriten, ich für meinen Teil finde viele ausgezeichnet und passend besetzt. Gardelli verleiht den Einspielungen, trotz Studiobedingungen, eine klare dramaturgische Struktur. Ein gezieltes Vorwärtsstreben, ein auskosten bestimmter Details, gibt der Musik ihre volle Gültigkeit und zeigt das große Talent Verdis, auch wenn es noch nicht die großen Erfolge wie Don Carlo, Aida oder Otello sind. Und nicht zuletzt die ausgezeichnete Klangqualität, es war die Ära der großen Studioproduktionen. Verantwortlicher Produzent für eine Vielzahl der Verdi Projekte war Erik Smith (Erik Georg Sebastian Schmidt-Isserstedt), Sohn des berühmten Dirigenten Hans Schmidt-Isserstedt. Smith betreute bei Philips auch die bahnbrechenden Berlioz Einspielungen unter Colin Davis oder Haydns Opernaufnahmen unter Antal Dorati. Aus heutiger Sicht eine Wahnsinnszeit und ein Erbe für die Ewigkeit.
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Als Freund gepflegter Studioproduktionen kann ich Gardellis Bemühungen um den eher unbekannten Verdi kaum hoch genug Würdigen. Die Aufnahmen, in der Hauptsache von Philips Classics produziert, wurden zum Großteil in London aufgenommen. Ein weiterer Standort war Wien, hier mit Chor und Orchester des ORF. Der Ernani wurde 1981 bei Hungaroton in Budapest eingespielt, Philips brachte ihn 1996 als lizenzierte CD auf den Markt. Was alle Aufnahmen auszeichnet, ist die enorme und gute Leistung aller Orchester und Chöre. Bei den Solisten hat so jeder seine Favoriten, ich für meinen Teil finde viele ausgezeichnet und passend besetzt. Gardelli verleiht den Einspielungen, trotz Studiobedingungen, eine klare dramaturgische Struktur. Ein gezieltes Vorwärtsstreben, ein auskosten bestimmter Details, gibt der Musik ihre volle Gültigkeit und zeigt das große Talent Verdis, auch wenn es noch nicht die großen Erfolge wie Don Carlo, Aida oder Otello sind. Und nicht zuletzt die ausgezeichnete Klangqualität, es war die Ära der großen Studioproduktionen. Verantwortlicher Produzent war Erik Smith (Erik Georg Sebastian Schmidt-Isserstedt), Sohn des berühmten Dirigenten Hans Schmidt-Isserstedt. Smith betreute bei Philips auch die bahnbrechenden Berlioz Einspielungen unter Colin Davis oder Haydns Opernaufnahmen unter Antal Dorati. Aus heutiger Sicht eine Wahnsinnszeit und ein Erbe für die Ewigkeit.
Ich stimme Dir in allem zu, was Du über diese Opernproduktionen von PHILIPS aus dieser goldenen Ära in den 70er und 80er Jahren schreibst. Die Verdi-Reihe, aus der Du gerade "Il Corsaro" hörst, habe ich vollständig gesammelt - ebenso die Haydn-Opern unter Dorati und vieles mehr. Ich höre Opern zwar eher selten, schätze aber die hohen Qualitäten dieser Aufnahmen, die damals entstanden, sehr! Ich bevorzuge ganz klar die Studioproduktionen. Bei vielen Live-Aufnahmen stören mich Bühnengeräusche und ähnliches. Zudem gerät bei Live-Einspielungen das Orchester, das ja im Graben sitzt, akustisch oft in den Hintergrund, orchestrale Details fallen weg. Und z.B. diese Verdi-Aufnahmen von PHILIPS bieten ein hervorragendes orchestrales Klangbild. Alleine deswegen schon haben mich diese Aufnahmen von Anfang an begeistert.
In einem Punkt muss ich Dir aber leider widersprechen: für die Ewigkeit ist das alles nicht gemacht. Es wird der Tag kommen, an dem die Originalbänder verschwinden (Desinteresse, Katastrophenfall, Krieg, massive kulturelle Veränderungen) und dann ist die ganze Herrlichkeit verschwunden.
Grüße
Garaguly
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In einem Punkt muss ich Dir aber leider widersprechen: für die Ewigkeit ist das alles nicht gemacht. Es wird der Tag kommen, an dem die Originalbänder verschwinden (Desinteresse, Katastrophenfall, Krieg, massive kulturelle Veränderungen) und dann ist die ganze Herrlichkeit verschwunden.
Leider wohl wahr ...

Wahrscheinlich wollte ich mit der "Ewigkeit" nur meinen unbedingten Enthusiasmus zum Ausdruck bringen. Aber ja, was ist schon für die Ewigkeit.
Grüße
Apollon

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Schuberts f-Moll-Fantasie ging bei mir jetzt gleich zweimal hintereinander über den Ladentisch. Und nun bleibe ich bei romantischem vierhändigem Klavierspiel:
Jetzt bin ich neugierig, lieber Garaguly . Zum einen mag ich Onslow, und seine Klavierwerke gehören eher nicht zu dem stetig aufgenommenen Oeuvre. Auf der anderen Seite handelt es sich um das weniger geliebte Label centaur. Wie ist Dein Eindruck?
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Im Moment höre ich Beethoven, Diabelli-Variationen, András Schiff, die hier von einem Mitglied vorgestellt wurden. Sie gefallen mir sehr.
Ursula
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Jetzt bin ich neugierig, lieber Garaguly . Zum einen mag ich Onslow, und seine Klavierwerke gehören eher nicht zu dem steig aufgenommenen Oeuvre. Auf der anderen Seite handelt es sich um das weniger geliebte Label centaur. Wie ist Dein Eindruck?
Nun ja, wenn man - wie ich vorhin - den Schubert noch im Ohr hat - dann fallen Onslows Werke in Sachen Intensität schon ein gutes Stück ab. Aber man darf natürlich ein Spitzenwerk wie das Schuberts nicht zum allgemeingültigen Maßstab erheben. So langsam kamen dann die Onslowschen Qualitäten zum Vorschein. Gute Klaviermusik der Romantik. Ich hatte mein Vergnügen. Ich hatte die CD neulich bestellt, als wir mal kurz hier über CENTAUR geschrieben hatten. Ich suchte nach anderen interessanten Veröffentlichungen dieses Labels - und fand diese.
Grüße
Garaguly
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Anton Reicha (1770-1836)Alles anzeigen
Aus der 10 CD-Box des Labels cpo mit sämtlichen Bläserquintetten höre ich die Scheibe Nr. 5
Quintett Nr. 6 F-Dur Op. 88/6
Quintett Nr. 9 D-Dur Op. 91/3
Quintett Nr. 21 Es-Dur Op. 100/3
Albert Schweitzer Quintett
Bläserquintett heisst Flöte, Oboe, Klarinette, Waldhorn und Fagott.
Jetzt hat es mich gepackt - ich habe die ganze Reicha-Box bestellt. Ich Irrer! Ich höre doch kaum Bläserquintette. Warum mache ich sowas? 10 CD's mit Bläserquintetten - wer hört denn das jemals? Ich werde nach Boxenerhalt wahrscheinlich eine hören und das wars dann.
Ach, Mann!
Grüße
Garaguly
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Nun ja, wenn man - wie ich vorhin - den Schubert noch im Ohr hat - dann fallen Onslows Werke in Sachen Intensität schon ein gutes Stück ab. Aber man darf natürlich ein Spitzenwerk wie das Schuberts nicht zum allgemeingültigen Maßstab erheben. So langsam kamen dann die Onslowschen Qualitäten zum Vorschein. Gute Klaviermusik der Romantik. Ich hatte mein Vergnügen. Ich hatte die CD neulich bestellt, als wir mal kurz hier über CENTAUR geschrieben hatten. Ich suchte nach anderen interessanten Veröffentlichungen dieses Labels - und fand diese.
Grüße
Garaguly
Danke, werde ich mir bestellen ...
Jetzt hat es mich gepackt - ich habe die ganze Reicha-Box bestellt. Ich Irrer! Ich höre doch kaum Bläserquintette. Warum mache ich sowas? 10 CD's mit Bläserquintetten - wer hört denn das jemals? Ich werde nach Boxenerhalt wahrscheinlich eine hören und das wars dann.
Reicha weiß ich jetzt nicht, aber Kollege moderato hat es geschafft. Ich höre Bläserquintette aus dem 21. jahrhundert. Der Aho-Effekt
Kalevi Aho
Bläserquintett Nr. 1 (2006)
Bläserquintett Nr. 2 (2014)*
Philharmonisches Bläserquintett Berlin
AD: 2014, * 2016, Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal
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Nun ja, wenn man - wie ich vorhin - den Schubert noch im Ohr hat - dann fallen Onslows Werke in Sachen Intensität schon ein gutes Stück ab.
Aber sicher nicht hier:
Diese Quintette haben mit Schuberts Forellen-Quintett gemeinsam, daß hier ein Kontrabaß mitwirkt, dafür die übliche 2. Geige fehlt (wie übrigens bei allen vom NFQ eingespielten Clavierquintetten). Der Beginn des Andantino cantabile e semplice aus dem h-moll-Quintett erinnert tatsächlich sofort an den Beginn von Schuberts D667, wenn auch n.h.M. Hummels Quintettfassung zu seinem Septett op. 74 Pate gestanden haben soll.
Das G-Dur-Quintett war eines jener Werke, das mich sofort in seinen Bann zog. Es ist nicht mehr ein haydnsches und damit einfaches, unbefangenes und lieblich-fröhliches G-Dur, sondern eher ein solches, daß jenem aus Beethovens viertem Klavierkonzert entspricht: gelegentliche Trübungen, teils Verklärungen und von einer Zerbrechlichkeit, die beinahe Angst bereitet. Ein bedeutungsschwangeres Largo eröffnet das Werk, das dann in ein abwechselnd lyrisches und melodramatisches Allegro übergeht, dessen G-Dur in etwa soviel G-Dur ist wie das C-Dur in Schuberts C-Dur-Streichquintett. Das folgende Scherzo ist eine Mischung in etwa aus jenem von Beethovens A-Dur-Sinfonie und Schuberts „Großer“ - die anschließende Romanze gleicht die hektische Unruhe des Scherzo aus: das Violoncello spielt zunächst solistisch auf, der Érard übernimmt das kinderliedartige Thema, dann gesellt sich die Violine hinzu ... der idyllische See wird allerdings auf schubertische Weise schnell zu einem von Raubfischen heimgesuchten. Von besonderer Güte und Modernität ist der Finalsatz, der bereits auf die Postromantik verweist, einer meiner Lieblingssätze von Onslow: ein extrem kühner Satz, in gewisser Weise den Hummelflug vorwegnehmend, bei dem man zunächst an einen Brennfehler auf der CD glaubt ...
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Von Iveta Apkalna gibt's eine neue Platte mit Werken von Peteris Vasks und Arvo Pärt. Daraus höre ich gerade Vasks Te Deum:
PS.: immer, wenn ich bei jpc nach dieser Organistin suche kommt im ersten Anlauf "Die Suchanfrage lieferte keine Ergebnisse." Warum? Weil ich statt Apkalna immer Alpaka eingebe und das dann zu spät merke.
PPS.: Mir fällt da gerade jemand ein, der bei dem Coverphoto Schnappatmung bekäme.
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Aber sicher nicht hier:
Diese Quintette haben mit Schuberts Forellen-Quintett gemeinsam, daß hier ein Kontrabaß mitwirkt, dafür die übliche 2. Geige fehlt (wie übrigens bei allen vom NFQ eingespielten Clavierquintetten). Der Beginn des Andantino cantabile e semplice aus dem h-moll-Quintett erinnert tatsächlich sofort an den Beginn von Schuberts D667, wenn auch n.h.M. Hummels Quintettfassung zu seinem Septett op. 74 Pate gestanden haben soll.
Da will ich Dir gar nicht widersprechen. Zumal ich die linke der von Dir gezeigten Platten selbst auch besitze und sie sehr gut finde! (Warum eigentlich habe ich die andere Scheibe daneben nicht? Oder habe ich die doch?!?!?! Hmmm ...)
Es war nur so ein Eindruck, als auf den Schubert vorhin der Onslow folgte, vermisste ich spontan dieses unmittelbar Bezwingende, das von Schuberts Musik - in dem Fall der sowieso sensationellen f-Moll-Fantasie - oftmals ausgeht. Also, geniale Einfälle hatte Schubert en masse.
Aber ich meine sowas gar nicht ehrabschneidend mit Blick auf den Komponisten der zweiten Reihe, hier Onslow. Ich finde diese Meister wunderbar, finde es toll, dass ihre Musik da ist. Nur manchmal eben ... da ist dann einfach klar, über wem Mutter Natur das Füllhorn quasi mit Doppel-Wums ausgeleert hat und wo dann eben nur im Einfach-Wums ... oder so.
Grüße
Garaguly
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PPS.: Mir fällt da gerade jemand ein, der bei dem Coverphoto Schnappatmung bekäme.
Ja, mir auch!Und hierbei vielleicht irgendwie auch ...

Grüße
garaguly
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Man sollte gar nicht glauben, wie frisch, jugendlich und farbenfroh man Bach spielen kann. Der Mix aller Konzert tut sein Übriges: Nicht immer die gleich erwartbare Reihenfolge. Es ist eigentlich verwunderlich warum die Aufnahmen schon gestrichen sind, auch die reine Auskoppelung der Brandenburgischen Konzerte auf 2 CDs. Ich habe den dunklen Verdacht und die Befürchtung, daß es an der mangelnden Nachfrage lag.
mfg aus Wien
Alfred
Ja, eine wertvolle Box, bei mir läuft gerade CD 4. Ich habe mal nachgeschaut, auch gebraucht finde ich nur die Einzel CDs, und die teuer. Kann also gut verstehen wenn niemand die Box verkaufen möchte.
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Und hierbei vielleicht irgendwie auch ...

Immerhin spielt die Gute Messiaen auf der CD, wenngleich auch nicht mein Lieblingswerk von ihm . Das erklingt auf diesem meditativen Sampler. Es spielt Olivier Latry.
Liebe Grüße vom Thomas

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Die Bläser kurz aus dem Zimmer geblasen, Klavier und Violine reingeholt und höre nun
Leoš Janáček
Sonate für Violine und Klavier JW 7/7 (1914-15)
Johannes Brahms
Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 in d-Moll, Op. 108 (1886-88)
Béla Bartók
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 Sz. 75 (1921)
Patricia Kopatchinskaja, Violine
Fazil Say, Klavier
AD: 2022, Teldex Studio, Berlin
