William HAYES (1708-1777)

  • Noch gibt es wohl keinen Thread zum William Hayes? Einigen Wenigen hier im Forum scheint er schonmal begegnet zu sein, meint die SuFu.

    Am bekanntesten wurde Avison durch die Veröffentlichung eines Traktats über den musikalischen Ausdruck unter dem Titel An Essay on Musical Expression[1] (1752, überarbeitete Fassung 1757, deutsche Übersetzung 1775), in dem er die Musik des in England sehr populären Georg Friedrich Händel im direkten Vergleich mit der Musik Geminianis und der Benedetto Marcellos kritisierte. 1753 wurde er deswegen von William Hayes (1708–1777) scharf angegriffen.

    Hayes Nähe zu Händel scheint mir aber sehr offensichtlich:



    Corelli Orchestra

    Warwick Cole, conductor and harpsichord


    I - Allegro

    II - Adagio

    III - Menuetto


    IMSLP


    Das dürfte eines der frühesten „Clavier“-Konzerte sein. Ein wunderbares Konzert, besonders schätze ich den melancholischen Mittelsatz (e-moll).

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Die „d-moll-Sinfonie“ mit dem wunderbaren Oboensolo im langsamen Satz wurde a.a.O. auch bereits erwähnt: sie ist die Ouvertüre zum Oratorium (Ode) „The Fall of Jericho“:



    Channa Malkin [sopraan]
    Zachary Wilder [tenor]
    Andreas Wolf [bas]


    Holland Baroque
    Cappella Amsterdam


    Alexander Weimann


    Auch hier händelt es mächtig - auch ein wenig Zelenka?


    „Hayes’ musikalischer Stil orientiert sich stark an dem Georg Friedrich Händels“ so wird es in einigen einschlägigen Lexika formuliert. Das ist sicher nicht grundsätzlich falsch, aber es kann leicht zu Missverständnissen führen. Das „Typische“ an Händels Musik war zum größten Teil eine dem damaligen musikalischen Geschmack angepasste Art des Komponierens, die auch von William Hayes aufgenommen wurde. Wenn man das berücksichtigt, beinhaltet Hayes' Musik nur vordergründig Gemeinsamkeiten mit der Händels. Vielmehr ist William Hayes ein Kind seiner Zeit und den musikalischen Neuerungen des Spätbarock und der Vorklassik durchaus nicht unaufgeschlossen. In seinen Werken findet sich barocke, polyphone Schreibweise direkt neben Sätzen, die eher an den empfindsamen Stil erinnern.


    Das scheint mir ein ernstzunehmender Händelkonkurrent zu sein. *kiss*


    Tolles Ensemble und beeindruckend, was Messiah-like ab 35:47 abgeht ...

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Neben sechs Kantaten: die Ode „Orpheus and Euridice“: An ode, being part of an exercise perform'd for a Bachelor's degree in musick. […] composed by William Hayes […]



    Evelyn Tubb, Mirjam Berli,

    Ulrike Hofbauer, Daniel Cabena


    The SCB Hayes Players

    Anthony Rooley


    Der Glaube kann Sätze verbergen.


  • Evelyn Tubb, Ulrike Hofbauer, Sumihito Uesugi

    Schola Cantorum Basiliensis


    La Cetra Barockorchester Basel

    Anthony Rooley



    Eine ganz wunderbare Entdeckung! Sehr lebhaft musiziert. Händel würde vor Neid grün werden.

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

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  • Schöne Wiederbegegnung hier: La Cetra durfte ich in Basel an der Schola unter Andrea Marcon sehen und hören.

    Marcon hatte dort auch studiert bei Jesper Christensen und Hans-Marin Linde, deren Vorlesungen überfüllt waren.

    Es waren die Jahre der Entstehung zahlreicher ähnlicher Formationen im Groß Baseler Raum - wie z.B. dem Barockorchester 415 unter Chiara Banchini


    Musik von William Hayes habe ich jedoch nie gehört. Der wird mich morgen beschäftigen.

    Gruß, GC

  • Herrlich chromatisch:



    Thy vain pursuit fond youth!


    Und diese glasklare Stimme (Ulrike Hofbauer). Wow. :umfall:

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Wer das obige Clavierkonzert lieber mit Orgel mag; bitteschön - auch wunderbar frisch:



    Marc Meisel (Organ)

    Capriccio Basel


    Der Glaube kann Sätze verbergen.

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  • Und noch etwas auf die Ohren - elysisch ... toll, wie sich das Werk peu à peu steigert:



    Edward Higginbottom, Orgel

    Choir of Keble College Oxford


    Der Glaube kann Sätze verbergen.