Immer wieder erlebe ich überraschungen bei der Aufarbeitung von bislang ungehörten CDs in meiner Sammlung. Hier nun der bei uns eher unbekannte englische Komponist John Ireland (1879-1972), der noch dazu das Pech hat, daß es einen kanadischen Theater und Filmschauspieler gleichen Namens gab.
Ireland war Schüler von Charles Villiers Stanford und Lehrer von Ernest John Moeran und Benjamin Britten.
Er schrieb durchwegs Kammermusik und Klavierstücke, sowie Lieder, aber keine Sinfonie und nur wenige Instrumentalwerke und ein Klavierkonzert. Man kann ihn mit Fug und Recht als rückwärtsgewandt bezeichnen, weshalb ihn auch Moeran bewunderte und Britten als uninteressant empfand.
Hier nun zum Einstand eine CD mit Klaviertrios, welche er zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb.
Ich höre vorerst das erste Stück auf dieser CD, das Phantasy Trio in a-moll. Es stammt aus dem Jahre 1908. Kein Wunder, daß der Komponist vergessen wurde, Das Werk ist elegant, unauffällig und eingängig. Da gibt es nichts aufregendes oder genialistisches, IMO fast an Salonmusik oder Kaffeehausmusik erinnernd, aber es hatte 1908 sicher sein Publikum. Der Werbetext wird sogar konkret: "Das melodische Phantasie-Trio von 1908 war eines der ersten seiner Werke, das ihn öffentlich bekannt machte"
Hier eine Kostprobe mit einem anderen Ensemble. Hier wird 1906 als Entstehungsjahr angegeben. Wir werden wohl kaum herausfinden, welche Angabe stimmt. 'Ist im Prinzip aber auch egal.
mfg aus Wien
Alfred
