Jennifer Higdon, die amerikanische Unbekannte

  • Seit Jahrzehnten bin ich an der amerikanischen Sinfonik sehr interessiert. Von Gershwin über Bernstein, Barber, Copland bis zu den unbeakannteren aktuellen wie Daugherty habe ich alles mit immer wieder grossem Interesse gehört und vorliegen.

    :!:Vor ein paar Tagen fiel mir beim Lesen in der Stereoplay 08/2004 die positive CD-Kritik die Komponistein Jennifer Higdon mit einer TELARC-CD des Concerto for Orchestra auf. Klangbewertung 10 mit KlangTIPP.


    Habe die unten abgebildete CD bestellt und mir auf YT mehrere sinfonische Werke runtergeladen und bereits angehört:

    Hochinteressante Musik, nicht für jedes Ohr geeignet, da zwar in ihrer Modernität nicht direkt atonal aber doch recht wirr/eigenwillig, gar nicht einer Frau zuzurechnen ... ich würde alle gehörten Werke als Lohnend beurteilen.

    :) Besonders, die Verwendung von zahlreichem Schlaginstrumenten (nicht nur Pauken, auch Vibraphon, Xylophon u.a. was :D krach macht) in allen Orchesterwerken, trifft meinen nerv !


    Das bekannteste vom Dirigenten Robert Spano drei mal eingespielte Werk ist das Concerto for Orchestra (2002).

    Aber auch die beiden Hochvirtuosen Schlagzeugkonzerte machen Hörspass. Da kam bei mir direkt der Gedanke an Martin Grubinger auf ... aber auf YT hauen andere tolle Virtuosen / Virtuosinnen auf die "Nüsse" - Whow !


    Hier ein paar Sätze um die Komponistin besser einzuschätzen:

    Jennifer Higdon (*31. Dezember 1962 in Brooklyn, New York) ist eine amerikanische Komponistin zeitgenössischer klassischer Musik. Sie gilt als eine der meistgespielten lebenden Komponistinnen und ist besonders für ihre zugängliche, zugleich raffinierte Orchestermusik bekannt.

    Sie begann relativ spät mit der Musik, lernte Flöte als Jugendliche und begann mit dem Komponieren erst mit 21 Jahren.

    Higdon hat einen Ph.D. in Komposition (University of Pennsylvania) und unterrichtete u. a. am Curtis Institute of Music in Philadelphia.

    Ihre Werke werden weltweit aufgeführt und auf über 70 bzw. über 90 CDs aufgenommen.


    Jennifer Higdon gehört zu den am höchsten ausgezeichneten lebenden Komponisten:

    Pulitzer Prize in Music (2010) für ihr Violinkonzert.

    Drei Grammy Awards für zeitgenössische klassische Komposition (Percussion Konzert, Viola Konzert, Harfenkonzert).

    Ihre Oper Cold Mountain gewann den International Opera Award für die beste Uraufführung (2016).

    Zahlreiche weitere Preise und Stipendien (Guggenheim, Academy of Arts & Letters, Nemmers Prize).


    Higdons Musik ist charakterisiert durch:

    Klarheit und Energie, oft rhythmisch geprägt und farbig orchestriert.

    Zugänglichkeit trotz moderner Sprache: komplex und emotional ansprechend zugleich.

    Ihre Werke werden oft von großen Orchestern und Solisten interpretiert und zählen zum modernen Standardrepertoire.

    Jennifer Higdon ist eine zentrale Figur der amerikanischen Gegenwartsmusik:

    innovativ, orchestral beeindruckend, emotional direkter als viele andere zeitgenössische Komponisten, und gleichzeitig technisch hoch entwickelt.


    Orchestralwerke

    Blue cathedral (2000) — Eines ihrer bekanntesten und meistgespielten Werke; emotionales Orchesterstück, das dem Andenken an ihren Bruder gewidmet ist.

    City Scape (2002) — Drei Sätze, die städtische Landschaften und Energie widerspiegeln.

    Loco (2004) — Kurzes, lebhaftes Orchesterstück inspiriert vom Bewegungsgefühl eines Zuges.

    All Things Majestic (2011) — Vier Sätze, inspiriert von Landschaften und Natur (Nationalparks).

    🎻 Konzerte für Soloinstrument und Orchester

    Violin Concerto (2008) — Pulitzer-Gewinner, geschätzt für seine Kombination aus Lyrik und Virtuosität; ist Hillary Hahn gewidmet und von ihr aufgeführt.

    Percussion Concerto (2005) — Grammy-Preisträger; spannungsreiches Werk für Schlagwerk und Orchester.

    Viola Concerto (2014) — Grammy-Auszeichnung; tief expressives Werk.

    Harp Concerto (2018) — Grammy-Preisträger; zeigt farbenreiche Klangwelten.

    Tuba Concerto (2018) — Werk in drei Sätzen, zeigt das Tuba-Soloinstrument in neuem Licht.

    Machine (2003) — kurzer orchestraler Show-Encore-Titel, voller Energie.



    TELARC, 2003, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • :hello:

  • Hallo Lutz,


    Danke für Deine Ergänzung zur TELARC - CD mit Concerto for Orchestra (2002) / City Scape (2002) hier mit dem Atlanta SO.

    Die Telarc-CD habe ich heute erhalten und bereits gehört - technisch TOP, wie man es von TELARC erwartet. Auch im Dolby Surround Pro Logic II, wie bei mir üblich, der Hammer an Räumlichkeit und feinstes Durchsichtigkeit.


    Das Werk City Scape malt klanglich in drei Sätzen die Stadt Atlanta mit u.a der Atmosphäre im Park, Innenstadtgewühl in der Peachtree Street.

    Gefällt mir auch sehr gut , aber nicht noch besser als das Concerto !


    :!:Robert Spano ist der Dirigent. Er hat sich auf dieses Concerto for Orchestra eingeschworen, denn er ist auch in zwei weiteren Aufnahmen der Dirigent:


    - auf YT mit dem Orquesta Sinfónica de Galicia (in Spanien)

    Dieses Konzert habe ich auf YT runtergeladen. Gute YT-Qualität. Hier hatte ich einen weit unzugänglicheren Eindruck da hier recht ungestüm und orchestral recht wirr musiziert wird, wenn auch nicht minder weniger interessant. Das Atlanta SO (TELARC) spielt weit kutivierter, präziser, aber nicht minder spannend, sodass ein gemäßikter Eindruck entsteht.


    - auf NAXOS mit dem Houston SO

    Die Aufnahme kenne ich noch nicht, aber das dort auf der CD gekoppelte Werk Duo Duel habe ich mir auch geladen. Dies ist ein Konzert für 2Schlagzeuger und Orchester. Habe ich bereits auf YT gehört und gefällt mir gut. ES sind hauptsächlich Mallett (Vibraphon, Xylophon und andere Holzblock-Instrumentationen) dabei. Es ist nicht ganz so energiegeladen, wie die vorgenannten Werke.


    Interessanter und noch begeistungswürdiger ist ihr Percussion Concerto (2005)

    Hier wechselt die Solistin/ der Solist die Schlaginstrumente zwischen Vibraphon, Xylophon, Holzblock und einem umfangreichen Schlagzeug, auf dem sie / er einen wahres hochvirtuoses Rockkonzert abliefert. Ganz meine Musik !

    Auf YT sind indes zwei gute Aufnahmen dieses Concertos verfügbar - hörenswert !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Concerto for Orchestra mit Robert Spano / Orquesta Sinfónica de Galicia




    David Hurwitz berichtet begeistert von der NAXOS - Aufnahme mit dem Houston SO


    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Jennifer Higdon - Percussion Concerto for Solo Percussion and Band (2009)

    Danielle Gonzalez, Percussion mit der UMich Symphony Band

    September 28, 2018
    Hill Auditorium
    University of Michigan


    :cheers: :thumbup::thumbup::thumbup: Hörspass garantiert !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Jennifer Higdon spielt auch in der Kammermusik eine Rolle. Ihr Werk String Poetic für Violine und Klavier aus dem Jahre 2006 wird gerne eingespielt und gefällt mir zudem auch sehr gut.



    Zu kaufen gibt es das Werk zum Beispiel hier



    na ja, ein bisschen suchen muss man wohl. Mit ein wenig weniger Suche findet man es hier