Komponisten und Werke der Wiener Klassik

  • Scheinbar ein simples Thema. 4 Komponisten - und Ihre Werke - Basta. Oder etwa doch nur 3 ?

    Na ja - ganz so einfach ist das dann aber doch nicht. Wa gab zahlreiche Zeitgenossen aus aller Herren Länder. Oft liest man: "Durch Wiener Klassik beeinflusst" -oder so ähnlich. Ist dieMannheimer Klassik eine Vorstufe oder Spielart der Wiener Klassik. Wie schauts mit den immigrierten Italienern und Böhmen aus ? Was spielt Ungarn hier für eine Rolle.? Und natürlich haben auch unsere "Marksteine" nicht mit "Wiener Klassik" begonnen. Das hat sich erst entwickelt...


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Unser Chef-Rabbiner fordert hier alle anderen Rabbiner (rabbines viennensis) dazu auf, den Kern des Tamino-Talmuds neu zu interpretieren, wobei der Urtext nicht verändert werden darf. Natürlich werden auch die Gesetze auf ihre Gültigkeit hin geprüft werden. Dabei soll ein brandneues Gesetz diskutiert werden, das aber höchst umstritten ist. Hier die deutsche Fassung, die bei den deutschen Abweichlern so formuliert wird:

    11. Du sollst nicht lärmen. Der Autor dieses Gesetzes, Robert Gernhardt (+2006), ist allerdings posthum wegen gravierender Irrlehren und Verspottung der Gesetze exkommuniziert worden.

    Wir haben paläolithische Emotionen, mittelalterliche Institutionen und gottgleiche Technologie (E.O.Wilson)

  • Ich versuche, wieder zum Thema zurückzukehren und beginne mit einem Wahrzeichen der Sinfonien der Wiener Klassik, sozusagen einer Ikone der Wiener Klassik zurückzukehren.IMO der Inbegriff der sinfonien der Wiener Klassik schlechthin.

    Ich musste mich an dieser Stelle eher willkürlich zwischen Mozart und Haydn entscheiden, habe mich aber letztendlich für Mozart entschieden. Meine Wahl fiel auf die Jupitersinfonie - Sinfonie Nr 41

    Ich wollte eine Aufnahme wählen, die noch im Programm ist. Böhm und Krips fielen aus, aber Bruno Walter ist noch erhältlich (fehlt allerdings erstaunlicherweise in meiner Sammlung.) Diese Aufnahmen erschienen um 1960. Bruno Walter hatte keine Lust mehr, Neuaufnahmen zu machen. Also diktierte er der EMI unerfüllbare Bedingungen. Welch dies allesamt erfüllte.

    Und so entstanden einige der interessantesten Aufnahmen der letzten Jahre, aufgenommen mit einem Orchester, das eigens für Walter zusammengestellt worden war.

    Gradezu lehrbuchhaft setzt Walter den Stil "großes Orchester" ein. Ist also eine Geschmacksfrage.

    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Die erste Runde war ja leicht. Schwieriger wird es mit gewissen Personen, die zu den großen Persönlichkeiten der Zeit zählen, di aber nie öffentlich als "Klassik zählten und heute irgendwo im Hintergrund vor sich hin hindümpeln. Schauen wir nun zu Ingnace Joseph Pleyel:

    Von Haydn geschult, von Mozart geschätzt, ja sogar als künftiger Nachfolger Haydns gsehen sind seine prächtigen Sinfonien heute eher vergessen. Und ich darf mich hier nicht ausschliessen. Vor etlichen Jahren gekauft, gehört und begeistert gewesen, liegen heute zahlreiche Aufnahmen vergessen im Schrank. Fällt einem der Name Pleyel vordergründig ein, wenn wir über "Wiener Klassik" sprechen ? Eher nicht, man denkt hier an die (inzwischen geschlossene) Klavierfabrik oder die unsägliche Anekdote, der zufolge Pleyel die "Marseillaise" komponiert haben soll. Das Gegenteil wurde inzwischen bewiesen. Es dürfte sich um eine Verwechslung mit der mehrstündigen Hymne "„La Révolution du 10 oût, ou le toscin allegorique“ (Ben 706) handeln, die mit Sicherheit nicht der "Wiener Klassik zugerechnet werden kann, Pleyel indes vor der Guillotine gerettet hat. In Wien ist er dadurchallerdings in Ungnade gefallen.

    Eine IMO typische Sinfonie stellt indes op 66 dar. Ich habe sie mehr oder weniger willkürlich ausgewählt und hier einen Volltreffer gefunden. Hier finden wir einen Clip dieses Werks, da stellenweise an eine unbekannte Beethoven-Sinfonie erinnert, allerdings dann durch leichtere Passagen unterbrochen wird. Ich werde hier pro von mit verfasstem Beitrag nur ein Werk vorstellen und mir gleichzeitig das Vergnügen bereiten es - nach oft jahrelanger Pause - wieder mit Genuss zu hören. A propos Genuss: Am überzeugendsten finde ich den Finalsatz, der mich an ein anderes berühmtes Werk erinnert. Ulli wirds wissen ......

    War auf dieser CD mit drauf:

    Und nun die Überraschung: Lange gestrichen, wird diese CD erneut aufgelegt und soll im März 2026 wieder verfügbar sein !!


    H. Grünewald in FonoForum 8/97:

    "Daß Pleyel Haydn undMozart ebenbürtig war, zeigen die drei zum ersten Mal
    eingespielten Werke deutlich.

    Die London Mozart Players musizieren vorzüglich in Ton, Klang und Geist."


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Ich hab leider nicht begriffen, worum es hier eigentlich geht?

    Ich (wir) erstellen eine Liste von - teilweise eher unbekannten - Komponisten der Wiener Klassik, wobei Grenzfälle erwähnt, und eventuell diskutiert werden können. Es ist nicht störend, wenn die genannten bereits einen eigenen Thread haben. Redundanz hilft, Komponisten im Gedächtnis zu halten.Vorzugsweise dann, wenn man bereit ist hier ein lange nicht mehr gehörtes Werk in Erinnerung zu rufen und es auch wieder zu hören. So bei mir geschehen mit Pleyels Sinfonie op 66


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • PIngels Studienzeit in Wien, lat. Vindobona, war wohl nicht sehr erfolgreich. "viennensis" ist eine echte PIngelsche Sprachschöpfung. Richtig wäre "vindobonensis", vor allem hier im Thread über die Classica Vindobonensis

    https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Vindobona

    Leider hast du auch einen Fehler gemacht, lieber Orfeo. Da Classica im Plural steht, muss auch das Adjektiv im Plural stehen, also Vindobonenses. Oder man wählt den Genitiv, Vindobonae.

    Aber diese Diskussion ist müßig. Wer einen Doktor so elegant fälscht wie ich und dazu als Avatar ein Bild herbeizaubert, das einen Gerhard Richter beschämt, der darf so ziemlich alles. Alles klappt leider nicht, seit Jahren versuche ich Prof. zu werden; es gibt zwar hier jemanden, den ich danach fragen könnte:stumm:, aber es ist zu heikel.

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  • Anton Wranitzky (1761-1820) steht irgendwie im Schatten seines Bruders Paul. Und ob er als der "Wiener Klassik" zugehörend wahrgenommen wird ? Die meisten werden ihn vermutlich gar nicht kennen. Damit sich das ändert verlinke ich hier zu einer Aufnahme der Sinfonie "Afrodite" aus dem Jahr 1796.


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Nicht nur Anton, auch Paul Vranitzky ist ein bedeutendes Mitglied der Wiener Klassik, ja sogar bedeutender als sein Halbbruder. Es war - so sagen es meine Quellen - der bedeutendste Komponist nach Mozarts Tod und spielte eine bedeutende Rolle in der Wiener Musikszene:


    Direktor des Wiener Hofopernorchesters im Burgtheater.

    Sekretär der Wiener Tonkünstler-Sozietät

    Ab 1784 Musikalischer Direktor des Grafen Johann Nepomuk Esterházy

    Persönlich war er mit Haydn, Mozart und Beethoven befreundet

    und war mitglied in der gleichen Freimaurerloge wie Mozart

    ("Zur gekrönten Hoffnung")


    mfg aus Wien

    Alfred


    Die Gebrüder Vranický

    Vermutlich unnütig zu erwähnen, daß der "berühmteste Komponist nach Mozarts Tod" keinen Platz im Harenberg Konzertführer fand - und der Csampai/Holland Konzertführer von rowohlt in vorbildlicher Solidarität es ihm gleichtat.....


    clck 696

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  • Eine IMO typische Sinfonie stellt indes op 66 dar. Ich habe sie mehr oder weniger willkürlich ausgewählt und hier einen Volltreffer gefunden. Hier finden wir einen Clip dieses Werks, da stellenweise an eine unbekannte Beethoven-Sinfonie erinnert, allerdings dann durch leichtere Passagen unterbrochen wird.

    Das ist vor allem im langsamen Satz der Fall: der „erinnert“ deutlich an Beethovens erste Sinfonie. Der Kopfsatz steht für mich eher Mozarts „Linzer“ nahe, wobei die parallel geführten Quarten (T. 73ff. und vergleichbare Stellen), die ich sehr schätze, eher bei spätem Haydn zu finden sind.

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • Da ich soeben einen weiteren Beitrag zu

    WEYSE Christoph Friedrich Ernst (1774-1842) Die Sinfonien

    geschrieben habe fiel mir der Komponist für diesen Thread als passend ein. Er ist ein geborener Deutscher, der die meiste Zeit seines Lebens in Dänemark verbrachte. Allerdings tragen seine Sinfonien alle den Stempel der Wiener Klassik. In die Zeit passt das auch, denn ab 1800 wandte er sich von diesem Genre ab, es folgten dann Opern. Die Sinfonien (alles Jugendwerke) sind von Mozart und Beethoven beeinflusst - und auch wieder nicht, sie tragen indes eindeutig die Prägung des späten 18. Jahrhunderts und vor allem der Wiener Klassik.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU