Was Eterna in der DDR, Melodia in der UdSSR und Supraphon in der ČSSR waren, stellt Electrecord für Rumänien dar. Während der sozialistischen Ära fungierte es über Jahrzehnte als einzige staatliche Schallplattenfirma. Die Gründung erfolgte indes bereits im Jahre 1932, als Rumänien noch ein Königreich war. Nach der kommunistischen Machtübernahme erfolgte 1948 die Verstaatlichung. Die Pressqualität der Platten galt bis etwa 1970 als mitunter problematisch. Erst 1973 - und somit im internationalen Vergleich verspätet - erschienen die erste Stereoeinspielungen. Eine der bedeutendsten Produktionen von Electrecord stellt die idiomatische Einspielung sämtlicher Orchesterwerke des Nationalkomponisten George Enescu dar, die von 1993 bis 1995 in mit dem Rumänischen Nationalen Rundfunk-Sinfonieorchester unter Horia Andreescu aufgenommen wurden und später in Lizenz auch auf 7 CDs beim Label Olympia erschienen (s.u.). Nach der Wende hatte Electrecord mit ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und musste 1996 die Insolvenz erklären. Nach der Rettung durch britische Investoren und einer Umstrukturierung konnten ab Anfang der 2000er Jahre wieder Gewinne erzielt werden. 2003 gab der rumänische Staat seine Mehrheit an Electrecord auf. Neben Wiederauflagen gab es seither wieder Neuproduktionen. 2018 musste Electrecord abermals Insolvenz anmelden, was bis 2020 zu einer weiteren Rettung führte. In den letzten Jahren trat Electrecord verstärkt im Internet auf. Die unten gezeigten LP-Platten gab es - neben vielen weiteren - zumindest vor einiger Zeit noch im Streaming und als Download.
Offizielle Website: https://electrecord.ro/



