Das knifflige Inszenierungs-Rätsel

  • Ich setze meine Schnapsidee um, die ich an anderer Stelle heute öffenntlich gemacht habe.


    Welche Oper mag das wohl für sein?

    Die Uraufführung war 1813, die Premiere dieser Inszenierung fand am 8. März 2026 statt.


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    Die Handlung wurde nach Mexico ins Wrestling Milieu verlegt. Alles klar? Wahrscheinlich nicht!

  • Tristan2511

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Das war einfach: L'Italiana in Algeri an der DOB. Grade ein Artikel darüber gelesen; reichlich kuriose Idee.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Die Idee dazu hatte der ehemalige Startenor und jetztige Starregisseur Rolando Villazon. Aber dem Publikum hat es anscheinend gefallen. Aber vielleicht hat man die negativen Stimmen einfach rausgeschnitten.


  • Aber dem Publikum hat es anscheinend gefallen. Aber vielleicht hat man die negativen Stimmen einfach rausgeschnitten.


    Oder vielleicht hat es dem Publikum einfach gefallen (womit über die Qualität der Inszenierung nicht unbedingt etwas ausgesagt wird).


    LG :hello:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Nun kömme ich mal mit was an.


    Um welche Oper handelt es sich wohl hier?


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    LG :hello:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Das hochpreisige Auto kann als Statussymbol bei ganz reichen Leuten in Vivaldis Oper La verità in cimento
    aber durchaus Sinn machen.


  • Nun kömme ich mal mit was an.

    Um welche Oper handelt es sich wohl hier?

    Das kann man aber gut erraten. Eine Frau und ein Mann, große Distanz, sie können nicht zueinander finden, Bühnenbild sieht sehr nach Bayreuth und Wieland Wagner aus.

    Ich tippe auf Tristan und Isolde.

  • Das kann man aber gut erraten. Eine Frau und ein Mann, große Distanz, sie können nicht zueinander finden, Bühnenbild sieht sehr nach Bayreuth und Wieland Wagner aus.

    Ich tippe auf Tristan und Isolde.


    Respekt, sehr gut! Das Foto ist wohl von 1952 (Wieland Wagner, Karajan am Pult).


    LG :hello:

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  • Eine Oper, drei verschiedene Inszenierungen. Man könnte auf die Idee kommen, dass Swimmingpools oder Badewannen eine Rolle spielen. Weit gefehlt.


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    Die Lösung findet man im folgenden Bild

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  • Ist das Biene Maja oder die Königin der Nacht oder was?


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    Eins steht fest, die beiden seltsam gekleideten sind Piotr Beczała und Sondra Radvanovsky

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    Karneval in der Sesamstraße?


    Wo ein Frosch ist, da ist Wasser nicht weit. Wo Wasser ist können auch Nymphen sein. Da ist ein Prinz meistens dann auch nicht weit. An der Deutschen Oper am Rhein hängt der Prinz mit Rusalka an der Bar ab. Aber Wasser gab es auch

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    Rusalka im Bade

  • Die Idee dazu hatte der ehemalige Startenor und jetztige Starregisseur Rolando Villazon. Aber dem Publikum hat es anscheinend gefallen. Aber vielleicht hat man die negativen Stimmen einfach rausgeschnitten.


    Der Bericht ist ansteckend und macht Laune.

    Wenn man der Kritik vertrauen will, scheint das Konzept aufzugehen, was vermutlich vor allem damit zusammenhängt, dass Villazon diese eigenwillige Wrestling-Welt aus seiner Heimat gut kennt und sich offenbar was dabei gedacht hat. Laut Kritik wirkt es jedenfalls stimmig.

    https://www.concerti.de/oper/o…in-l-italiana-in-algerie/


    Solche Inszenierungen bergen natürlich die große Gefahr, dass sie gewollt wirken und dem Werk auch nicht gerecht werden: Dann zerstört oder beschädigt das übergestülpte Konzept das eigentliche Werk. Ich denke, dass RT-Gegner vor allem solche Aufführungen vor Augen haben und dann kann ich die Einwände auch gut verstehen.

    Aber es gibt eben auch Fälle, wo es gelingt.


    Interessieren würde mich - trotz ambivalenter Besprechungen - diese Inszenierung, wer erkennt sie?


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  • Zwei Paare die nicht übermäßig fröhlich wirken, die aber trotzdem irgendwas feiern (Kerzen). Das könnte Cosi fan tutte sein. Aber wo und welche Inszenierung? Ich werde mal mein Gehirn aktivieren.

  • Das ging ja schnell!

    https://www.stage-plus.com/de/…_APNM8GRFDPHMASJKBSOJ2C9I

    Die Besprechungen waren wie gesagt sehr durchwachsen, aber gerade bei dieser Oper drängt sich meines Erachtens eine moderne Inszenierung auf. Ich habe vor vielen Jahren einmal in Augsburg eine tradionelle Cosi-Aufführung gesehen, dirigiert glaube ich von Bruno Weil.

    Da haben die Kostüme eine Distanz aufgebaut, die nicht notwendig wäre. Das geht besser.

  • Badewannen liegen im Trend


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    Diese stand 2024 in Saarbrücken auf der Bühne


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    Die Person rechts im Bild ist eine Erfindung des Regisseurs in der selben Inszenierung, die im Libretto nicht vorgesehen ist. Es ist eine stumme Rolle, die durch ihre Präsenz auf der Bühne die Handlung kommentiert und den Fokus auf Klima- und Umweltkonflikte lenkt.

  • Bevor ich mich für die nächsten Wochen verabschiede, hier noch die Antwort auf #15.


    In der Badewanne steht Amneris, die Aufnahme darunter zeigt Aida zusammen mit der von Regisseur Manuel Schmitt erfundenen stummen Rolle Mutter Erde.

    Warum die Badewanne und Mutter Erde?

    Im Lauf der Inszenierung erkennt man, dass die gepeinigte und unbeachtete „Mutter Erde“ auf eine Klimakatastrophe hinweist, die Ägypten solchen Wasssermangel beschert hat, dass Amneris' Badewanne aus Plastikflaschen gefüllt werden muss, während zu Beginn der Oper eine in Lumpen gehüllte Frau vergeblich versucht, aus ihrem Kanister noch einen letzten Tropfen zu gewinnen.


    Manuel Schmitt hat seine Saarbrücker Inszenierung der Oper Aida auf das Thema Wasser aufgebaut. Über ein Viertel der Menschen auf der Erde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Kampf um die Resource Wasser schürt daher auch Konflikte wie den zwischen Ägypten und Äthiopien.


    Das alles macht schon Sinn, aber ob die Idee des Regisseurs überzeugt kann man nur beurteilen, wenn man die Inszenierung gesehen hat.

  • Im Lauf der Inszenierung erkennt man, dass die gepeinigte und unbeachtete „Mutter Erde“ auf eine Klimakatastrophe hinweist, die Ägypten solchen Wasssermangel beschert hat, dass Amneris' Badewanne aus Plastikflaschen gefüllt werden muss, während zu Beginn der Oper eine in Lumpen gehüllte Frau vergeblich versucht, aus ihrem Kanister noch einen letzten Tropfen zu gewinnen.


    Manuel Schmitt hat seine Saarbrücker Inszenierung der Oper Aida auf das Thema Wasser aufgebaut. Über ein Viertel der Menschen auf der Erde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Kampf um die Resource Wasser schürt daher auch Konflikte wie den zwischen Ägypten und Äthiopien.


    Das alles macht schon Sinn, aber ob die Idee des Regisseurs überzeugt kann man nur beurteilen, wenn man die Inszenierung gesehen hat.

    Vielen Dank für Deine Beispiele! So wie Du es beschreibst, klingt die Aufführung reichlich aufgesetzt, aber man müsste sie sehen, wie Du selber sagst.


    Meines Erachtens ist es jedoch nicht die Aufgabe von Kunst, auf so eine simple Weise eine Botschaft zur vermitteln.

    Denn diese Botschaft könnte man auch mit Worten verbalisieren.


    Da würde ich mir dann doch mehr Fantasie wünschen und eine größere, nonverbale Gestaltungskraft, die sich der eigenen Ausdrucksmittel des Kunstwerks (in diesem Fall die einer Oper) bedient.

  • Man wird nach Besuch dieser zur Zeit auf einem Spielplan stehenden Barockoper Einkaufswagen vielleicht nie wieder mit denselben Augen sehen.


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    Ich hatte keine Ahnung, dass von ihnen eine so poetische und magische Kraft ausgehen kann. Die Inszenierung besticht durch die Wirkung der erzeugten Bilder.


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  • Diese Einkaufswagen spielen eine Rolle im vierten Akt der Genfer Inszenierung des Choreographen Edward Clug von Rameaus Oper "Castor et Pollux". Die Ausstattung der Bühne gestaltete Marko Japelj.


    Die Szenen mit den Einkaufswagen spielen auf den Elysischen Feldern in der Unterwelt. An diesen unwirklichen Ort wird der Geist jener Helden entrückt, die von den Göttern geliebt wurden. In der Mythologie bringt ein Fährmann sie allerdings mit einem Boot dahin.

    Hier begegnet der unsterbliche Pollux seinem toten Halbbruder Castor.

  • Wahrscheinlich auch sehr bekannt: Welche Oper verlegte Claus Guth in Paris in den Weltall?

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Anja Horst verlegte 2009 die Handlung dieser Oper für eine TV-Aufzeichnung ganz irdisch in ein Hochhaus und die Protagonistin haucht ihr Leben in einem Busbahnhofaus.


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  • Nach der Jahrtausendwende wurden gerne Opern an kuriosen Orten mit Passanten als Publikum aufgenommen. Neben La Bohème im Hochhaus gab es noch viele andere. Besonders der Intendant Alexander Pereira schätze diese Marketing-Idee des live-TV-Event in Zürich, Mailand und Salzburg


    La Traviata im Hauptbahnhof

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    Aida am Rhein

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    Die Zauberflöte in der U-Bahn

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    L'elisir d'amore im Flughafen Malpensaflash-Mob-Malpensa.jpg


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    Die Entführung aus dem Serail im Hangar 7 Salzburg

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  • Im Internat kommt echte Freude nur selten vor

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    aber manchmal geht es doch hoch her

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    aber nur bis die strenge Lehrerin eine Schülerin aus Eifersucht vergiftet und im Meer entsorgt

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    Wer wissen möchte wie Ovid die Geschichte schildert, schaut hier nach.


    Wer wissen möchte wie Claus Guth die Geschichte erzählt, schaut hier nach.