Über die Balance zwischen "alten" und neuen Aufnahmen

  • Vorweg: In DIESEM Thread werden Aufnahmen als "alt" bezeichnet deren Interpreten bereits verstorben sind, und die (angeblich) einen nicht mehr zeitgemäßen Stil vertreten.

    Alle diese Aufnahmen sollten STEREO-Aufnahmen sein -oder zumindest gutes edles MONO vertreten .Also etwa deit 1955/60. Diese Aufnahme wurden in der Absicht gemacht, bestmögliche Interpretation in perfekter Tonqualität auf Tonträger zu konservieren und auf diese Weise FÜR dIE EWIGKEIT festzuhalten. In der Tat - auch wenn dies oft bezweifelt wird - sind aufnahmen aus dieser Zeit von einem gelegentlichen leichten Grundrauschen in Pianissimostellen abgesehen - heutigen Digitalaufnahmen kaum unterlegen, in manchen Fällen sogar überlegen (warum letzteres oft zureifft können wir in einem speziellen Technik-Thread diskutieren - aber nicht hier und jetzt)

    Es ist ein natürlicher Vorgang, daß sich Interpretationsideals ändern, bzw, daß "Extremisten" sich immer schon "Unarten" bei ihren Aufführungen (Aufnahmen)geleistet haben (z.B. Glenn Gould), teilweise bejubelt, teilwese Ablehnung hervorrufend. Jeder Pianist, Geiger , Dirigent hat (idealerweise) seinen eigenen unverwechselbaren Stil, und bei Sängern ist es das jeweils einzigartige, durch nichts ersetzbare Timbre, das ist sowieso unbestreitbar. Der Zeitgeschmack ist ein weiterer Faktor die jeweils entstandenen, bzw. entstehenden Aufnahmen prägt.

    DEr interessierte Musikfreeund wird also Interesse an älteren und neueren Aufnahmen haben, bzw Gefallen an ihnen finden.

    Es gibt Personen, die prinzipiell ältere Aufnahmen als "altmodisch" ablehnen. Darüber lässt sich streiten - aber selbst wenn dies Zuträfe, wäre es umso interessanter Interpretationen aus verschiedenen Generationen geniessen und - wenn es denn schon sein muß - miteinander zu vergleichen. In Stereo steht uns ein Spielraum von rund 70 Jahren zur Verfügung. Keiner Generation vor uns wurde dieses Privileg zuteil. Wir sollten es nützen. ich selbst bin ein gutes Beispiel dafür. Tief verwurzelt in der Aufnahmeszene der 70er Jahre habe ich immer wieder Aufnahmen neuerer Generationen gesammelt, wobei ich Extreme, die mich persönlich abgestossen haben - ausgelassen habe. Aber ungeachtet dessen ist ein gigantischer Pool entstasnden der noch immer weiter wächst. Ich habe das z.B. im Thread "neue Bekanntrschaften v.3" dokumentiert, musste aber feststellen, daß das Interesse an neuen Interpreten genau so gering ist, wie an vielen Interpreten der weiteren Vergangenheit.


    Welch ein Glück wäre es, von Mozart, Beethoven, Bach oder Liszt Aufnahmen beim Klavier- oder Orgelspiel zu besitzen...

    Aber ich glaube, man würde sie als von vorgestern abtun....:yes:


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Mein Vorsatz war - unter anderem - "Mainstream-Repertoire" mit aktuellen Interpreten aufzufüllen. Das hatte ich in der Vergangenheit auf Sparflamme laufen lassen, denn ich war hauptsächlich damit beschäftigt Nischenrepertoir zu erwerben. Zwar kommt man hier auch mit aktuellen Interpreten in Kontakt - aber eben mit einer anderen Sorte.

    Daher habe ich begonnen bekannte Werke - vorzugsweise der Wiener Klassik - mit neuen Interpreten anzuschaffen um eine Balance mit den Größen der Vergangenheit herzustellen. Hatte ich doch erst vor ca 3 oder 4 Jahren meine Lücken von Interpreen der 60er/70er Jahre geschlossen.

    Was ist aber passiert ? Ich habe festgestellt - was ich bislang nicht bemerkt hatte, daß es noch immer "unverzeihliche" Lücken im Pool der Interpreten der Vergangenheit gab. Uns sio begann ich - vorerst zögerlich - zu ergänzen. Leider wurde aber eine Lawine darus. Ich erwarb alte Aufnahmen von Bernstein,Krips, Leinsdorf, Bruno Walter, dem Amadeus Quartett, Badura-Skoda, Giulini etc etc zu kaufen. Dabei hatte ich noch Glück, denn viele gesuchte Aufnahmen waren trotu medimops nicht mehr zu bekommen.

    Alledings habe ich meinen Vorsatz , neue, mir bislang unbekannte, oder in meiner Sammlung nicht vorhandene Interpreten zuzulegen, nicht gebrochen. So soll vom mirmonatlich eine dieser Errungenschaften in Thread "Neue Bekanntschaften" vorgestellt werden. Ich bin gut vorbereitet, habe bereits Kandidaten weit übers Jahresende hinaus auf Lager, die in Planung sind -nicht mitgerechnet. Viele Käufe fanden in Hinblick auf das Forum statt - und so kann ich - alles in allem Betrachtet - meinem Wunsch entsprevhen, sowohl wunderbare Musik aus der Vergangenheit anzubieten, und die Gegenwart dabei ebenfalls ausreichend abzudecken.

    Mir haben die Käufe (jeder wird, sobald meine Zeit es erlaubt , hineingehört) auf jeden Fall viel Spaß gemacht, sowohl Aufnahmen von gestern (die oft überraschend modern klingen) als auch solche der Gegenwart.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU