Diesmal geht es bei meiner vermutlich letzten Vorstellung von Komponisten-Wohnhäusern 1 um zwei original erhaltene Häuser in denen einst Ludwig van Beethoven für jeweils ein paar Monate wohnte. Ich habe beide vor wenigen Tagen besucht.
Und es geht hier bewusst nicht um zwei zugängliche Museen, sondern um Häuser die heute im Privatbesitz sind. Ich kann verstehen wenn einige sagen, dass nur eine Zugänglichkeit interessant ist, aber ich weiß nicht ob das auch für die Häuser selbst immer das Beste ist. Ich glaube, die Chance dass die erhaltenen Häuser ihren authentischen Originalzustand so gut es geht behalten, ist zumindest in unserer heutigen Zeit (also ich rede hier nicht von den Wiener Abrisssünden der 1960er und 1970er Jahren in welchen noch einige original Beethoven- und Schubertstätten demoliert wurden) besser gegeben als bei einer öffentlichen Zugänglichkeit.
Auch wenn das nicht mit jedem Museum passierte, aber ich möchte hier nur an das Negativbeispiel des Mozarthauses (Domgasse/Schulerstraße) erinnern. Die Eingriffe und Umbauten unmittelbar vor dem Mozartjahr 2006 die so tiefgreifend und umfangreich waren, wären bei jedem anderen denkmalgeschützten Gebäude normalerweise strikt untersagt. Das Haus verlor so sehr viel von seinem ursprünglichen Charme und seiner Authentizität. Während man zuvor tatsächlich das Gefühl hatte hier könnte Mozart gerade noch ein paar Minuten zuvor das Haus verlassen haben, fühlt es sich heute so an, als wäre das Haus lediglich eine künstliche Stilkopie in einem Art Komponisten-Disneyland. Und ich fürchte stark und hoffe ich habe Unrecht, dass so etwas ähnliches bei der derzeitigen Umgestaltung des Geburtshauses von Schubert passiert. Kommerzialisierung und Modernisierung vor rücksichtsvoller Bewahrung von Kulturgütern heißt es scheinbar bei den Verantwortlichen der Wiener Kulturabteilung.
Und ich frage mich dann schon, ob es nicht besser ist die Häuser noch in halbwegs authentischem Zustand von außen zu erfahren, als selbst von drinnen nur einen stark inszenierten musealen Charakter zu erleben, mehr Tassen, T-Shirts, im Boden eingebrachte LED‘s und Audioguides als authentisches Gefühl. Zumindest mir ergeht es so und vielleicht auch noch manch anderen. Nicht bei jedem Museum war das der Fall, aber es scheint Jubiläumsjahre können für Original-Wohnstätten zum Problem werden (und ich habe nichts gegen eine konservierende, denkmalgerechte Restaurierung/Sanierung aber das ging ja im Falle Mozarthaus weit darüber hinaus)
Zu den Beethoven-Häusern:
Zwei Wiener Beethoven-Häuser von vielen wird man sich denken, schließlich ist er ja in Wien und Umgebung etwa 60 bis 70 Mal umgezogen. Aber das täuscht, da die meisten dieser Wohnstätten in Wien nicht mehr existieren. Ich habe es grob überflogen und bin insgesamt auf etwa 10 noch erhaltene Originalbauten gekommen in denen er nachweislich gewohnt hat (wer es noch nicht wissen sollte, bitte das bekannte „Eroicahaus“ abziehen, da lag mal eine blöde Verwechslung vor, das Resultat: die eigentliche Wohnstätte existiert heute nicht mehr während in dem heutigen Museum „Eroicahaus“ Beethoven nie gewohnt hat. Dass der Name weiterhin behalten wurde…naja…etwas seltsam. So kann es auch manchmal laufen)
Sicher, das ist weitaus besser als bei Mozart bei dem es in Wien quasi nur noch dieses Disneyland-Figarohaus gibt, aber für die vielen Umzüge auch erstaunlich wenig, wenn man es mal auf das Wiener Stadtgebiet beschränkt (darüber hinaus gibt es bekanntlich noch etwas in Baden, Mödling oder Gneixendorf)
Das Interessantere von den Beiden ist sicher dasjenige in der Laimgrubengasse 22, da es dazu mehrere Anekdoten und Werke gibt die damit in Zusammenhang stehen. Die Trautsongasse 2 hat eine teils schöne Fassade mit mehreren Figuren. Mir ist zwar dazu keine besondere Geschichte bekannt, aber das bekannteste Gemälde ist dort entstanden.
1 Prag hätte mich noch sehr interessiert, aber wenn man hier nicht stark selektiv vorgeht ist der Umfang zu groß für eine nicht-kommerzielle Publikation und das Interesse im Forum obendrein überschaubar











