RACHMANINOV, Sergej: DER GEIZIGE RITTER

  • Sergej Rachmaninov (1873-1943):
    DER GEIZIGE RITTER
    (Скупой рыцарь)
    Oper in einem Akt und drei Bildern
    Literarische Vorlage und Libretto von Alexander Puschkin
    Originalsprache: Russisch.


    Uraufführung am 24. Januar 1906 im Moskauer Bolshoi.

    Personen der Handlung:
    Baron Helm, der geizige Ritter (Bariton)

    Albert, sein Sohn (Tenor)

    Herzog (Bariton)

    Geldverleiher (Tenor)

    Diener (Bass)

    Ort und Zeit: England im Mittelalter.


    Einziger Akt.
    Erstes Bild. Im Turm des Schlosses.

    Der Ritter Albert Helm wurde bei einem seiner zahlreichen Turnierkämpfe verwundet und sogar bestohlen, denn es fehlt ihm ein Prachtgewand. Vater Helm ist zwar ein begüterter Baron, aber, wie oft bei solchen Menschen, auch geizig, und weigert sich, seinem Sohn mit Geld zu helfen, denn Ärzte kosten nun mal. Albert ist natürlich enttäuscht, obwohl er seinen Erzeuger eigentlich kennen müsste. Gerade ist er mit seinem Diener zusammen und beide überlegen, wie man an frisches Geld kommen kann. Ein beiden bekannter Geldverleiher*, an den sie natürlich gedacht haben, fällt aus, weil er ohne ein Pfand nichts mehr leihen will. Er hat aber Albert Helm einen Vorschlag unterbreitet, der bei dem Sohn des Barons schlecht ankam: die Empfehlung war, Vater Helm zu ermorden (mit Gift, wie der Geldverleiher betonte), dann würde Albert erben und könnte sich sogar ohne Hilfe eines Geldverleihers sanieren - nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich. Alberts Wut zu diesem Vorschlag ist groß, er wirft den Geldverleiher hinaus. Man kann darüber spekulieren, ob er den „Unverschämten“ in gesundem Zustand nicht sogar hinaus geprügelt hätte.


    Zweites Bild: Im Keller der Burg des Barons.


    Der Baron ergötzt sich derweil an seinen gut gefüllten Goldtruhen und hat visionäre Vorstellungen über Machtmöglichkeiten, die ihm der Reichtum verleihen könnte. Weil gerade eine sechste Truhe sich füllt, zündet er Kerzen vor einer jeden Truhe an, macht sich aber auch Gedanken über seinen Sohn, der das Vermögen wahrscheinlich aus Leichtsinn nach einem Erbfall verschwenden würde.


    Drittes Bild. Im Palast des Herzogs.

    Albert ist auch ohne ärztliche Hilfe, allein durch körpereigene Abwehr, so halbwegs gesundet und hat sich beim Herzog über die schlechte Finanzausstattung durch seinen Vater beschwert. Der hat umgehend den Baron an seinen Hof bestellt und ihn nach seinem Sohn befragt. Der Baron hat Probleme, die Fragen des Herzogs zu dessen Zufriedenheit zu beantworten; er sieht sich gezwungen, zu Ausflüchten zu greifen, kann den Herzog aber nicht Zufrieden stellen. Er muss, wie er es versteht, dafür Sorge tragen, dass er Albert nicht präsentieren muss. Schließlich wird er (mehr oder weniger) gezwungen deutlich: sein Sohn habe ihn umbringen und bestehlen wollen.


    Das ist für den in einem Nebenzimmer wartenden und auch zuhörenden Albert ein Angriff auf seine Ehre, er stürzt aus dem Zimmer in den Saal und bezichtigt seinen Vater der Lüge. Wütend wirft ihm der Baron den Fehdehandschuh hin, den Albert sogar aufnimmt. Der Herzog kann ihn Albert aber blitzschnell entwinden und schickt ihn hinaus. Die Folge ist ein verbales Feuer von Vorwürfen, dem der Baron nicht standhalten kann. Er fasst sich plötzlich an die Herzgegend, reißt die Augen auf und fällt tot zu Boden.


    Mit Sarkasmus reagierend könnte man Albert zum Ende seiner Probleme und Empfang des Erbes gratulieren, so wie er in diesem Stück allerdings beschrieben wird, dürfte ihn das Ende seines Vaters nicht erfreut haben…

    (* im originalen Text als Jude bezeichnet)


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