Igor Strawinsky (1882-1971):
O R P H E U S
Ballett
in drei Bildern
Choreographie: George Balanchine
Uraufführung am 28. April 1948 im New Yorker City Center durch die Ballet Society
Rollen: Orpheus, dunkler Engel, Eurydike, Apollo, Pluto, Satyr, 9 Bacchantinnen,
10 Furien, verlorene Seelen (7 Tänzer), Waldgeister (4 Tänzerinnen), Freunde von
Orpheus (2 Tänzerinnen, 1 Tänzer)
Erstes Bild: Eurydikes Grabstelle.
Eurydike ist gestorben; Orpheus trauert an ihrem Grab, seine Lyra liegt auf dem Boden. Auch seine drei Freunde sind nicht in der Lage, ihn aufzuheitern oder zu trösten. Die drei Freunde geben auf, einsehend, dass sie nichts weiter für Orpheus tun können, sie schleichen sich davon. Als Orpheus merkt, dass er alleine ist, nimmt er seine Lyra und versucht, sich mit Musik und Tanz aus dem tiefen Tal seiner Trauer zu begeben. Plötzlich bricht er alles ab, legt das Instrument auf die Grabesstelle und wird durch einen Satyr und Waldgeister gestört, die seine Trauer nicht ernst nehmen und ihn mit ihren derben Späßen aufzuheitern versuchen. Noch ehe sie entweder einen Erfolg oder - viel wahrscheinlicher - den Misserfolg ihrer Bemühungen erkennen können, tritt ein dunkler Engel zu Orpheus und deutet ihm an, ihm zu folgen. Doch Orpheus zögert, worauf der Dunkle ihn an die Hand nimmt, ihn zum Styx führt, ihm dort eine goldene Maske vor sein Gesicht zaubert und dann Orpheus über den Fluss in den Hades geleitet.
Zweites Bild: Im Hades.
Furien und Seelen treten auf, nähern sich dem dunklen Engel und Orpheus; der dunkle Engel übergibt Orpheus seine Leier in die Hand, wobei er ihm andeutet, er soll trotz der goldenen Maske sein Instrument erklingen lassen.
Orpheus ist folgsam und spielt; die Furien hören plötzlich interessiert zu, sind auf einmal beruhigt und die Götter sind durch das Spiel erweicht. Aus dem Hintergrund naht sich Pluto, Eurydike an der Hand führend, die sofort, nachdem sie Orpheus gewahr wurde, zu ihm strebt. Da fühlen sich die Furien übergangen, sie drängen Eurydike zurück, führen dann aber Orpheus sogleich ihr zu.
Pluto gibt Orpheus zu verstehen, dass er zwar mit seiner geliebten Eurydike zur Erde zurückkehren darf, dass er sie aber erst dort ansehen dürfe.
Sogleich tritt der dunkle Engel hinzu, nimmt beide Rückkehrer an die Hand und strebt dem Ausgang des Hades zu. Eurydike kann ihren Wunsch, Orpheus anzublicken, jedoch kaum bezähmen, und sie sinkt plötzlich zu Boden. Orpheus reißt seine Maske vom Gesicht und im gleichen Augenblick fällt Eurydike, die sich soeben erholt hatte, tot um. Sie wird von den Furien wieder in den Hades gezogen, während Orpheus seine Lyra sucht, aber nicht findet. Orpheus ist unsicher und wird ein leichtes Spiel für die Bacchantinnen, wobei deren Anführerin Orpheus tötet.
Drittes Bild: Des Orpheus Grab.
Gott Apollo hat sich mit den Problemen des Orpheus auseinandergesetzt und fühlt sich mit dem Sänger verbunden. Er begibt sich an dessen Grabstelle und ruft mit der goldenen Maske den Geist von Orpheus an, den Gott des Gesangs. Es dauert eine gewisse Zeit, aber dann steigt aus dem Grab des Orpheus dessen Lyra hervor, die mit Blumen verziert ist. Die Reaktion von Apollo ist „Erstaunen“…
Quelle:

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