Beethoven-Klaviersonaten: Was habt ihr früher gehört, was hört ihr jetzt?

  • Soweit ich sehe, gibt es noch kein derartiges Thema - also, viele von euch hören ja schon über Jahrzehnte (wie ich). Also, wie hat sich das verändert - welche Sonaten habt ihr früher gehört, wie hat sich das entwickelt, und welche hört ihr jetzt?


    Ich fang' mal an: Meine Lieblingssonate ist nun seit längerem op. 101 (Nr. 28), die erste von den späten.

    (Dürfte ich nur eine überhaupt behalten, wäre es allerdings - nun,ich müsste wohl sagen: "wie könnte es auch anders sein?" - die Hammerklavier op. 106.)

    Ich denke, da ist alles drin, was einen guten Beethoven ausmacht - und als Finale eine Hammer(wenn auch nicht -klavier)-Fuge. Chapeau!

    Der Adagio-Part ist allerdings nicht so himmlisch ausgedehnt wie bei op. 106. Jetzt, wo ich's sage - stimmt, das fehlt hier. Die op. 109 und 111 enden ja mit ausgedehnten Variationssätzen. Also ja, wenn man wirklich alles will, muss man dann doch die Hammerklavier nehmen :D Aber die hier ist dafür schön komprimiert mit der Dichte der musikalischen Ereignisse, man muss nicht ganz so viel Zeit mitbringen ;) Könnte also vielleicht sogar den Haydn-Fans gefallen. Naja, wir wollen mal nicht übertreiben :D



    Vor längerer Zeit war mal op. 90 (Nr. 27) mein Liebling, aber das nun auch schon Jahrzehnte her.

    Die klingt nun so sehr nach Schubert, dass ich damals nach einmal Hören des Stücks (ohne mir den Titel zu merken) erst eine längere Zeit in meinen Schubert-Aufnahmen gesucht habe - bis ich schließlich begriff, dass die gar nicht von ihm ist.

    Sie ist doch ein wenig sehr repetitiv, muss ich jetzt sagen. Aber ganz zum Schluss, die Modulationen - das ist unglaublich :)

    Alleine, wenn Sokolov spielt, dann kann man über die formalen Schwächen auch hinwegsehen - manchmal weiß man gar nicht, wie gut ein Werk eigentlich sein kann, ehe er das gespielt hat :)



    Da ich nun viel Jazz höre und spiele, komme ich nicht mehr so viel zum Beethoven-Hören (und wenn, dann eher die späten Streichquartette) - zuletzt waren's die "vorletzten", op. 109 und 110. Aber die op. 101 hat's mir immer noch besonders angetan :)

    Ein voller Becher Weins zur rechten Zeit ist mehr wert als alle Reiche dieser Erde

    (Gustav Mahler, Das Lied von der Erde)

  • Ich hatte von jeher Angst, mich irgendwann an sogenannten "Lieblingssonaten" abzuhören, daher habe ich von Anfang an ziemlich gleichmäßig gehört - auch die weniger bekannten Werke. Und darüber hinaus hab ich auch Pausen eingelegt, also Periden wo ich monate- jahrelang keine Beethoven (ditto Schubert und Mozart) Werke hörte, bzw stark reduziert. Danoch gab es- und gibt es auch heute noch zwei Sonaten, die ich bevorzuge: Allen voran die "Waldstein Sonate" und auch die Mondschein Sonate, letztere vermutlich als Prägung aus meiner Jugend, weil es die erste Sonate in meiner Sammlung war, und ich sie demzufolge immer wieder hören durfte, bzw musste, weil mein Repertoir angesichts der damaligen Plattenpreise sehr überschaubar war.

    Ich erinnere mich: Es waren die Aufnahmen von Guld, die seinerzeit von der österreichischen Plattenfirma "Amadeo" gemacht wurden. Diese Aufnahmen waren zur Zeit als sie gemacht (1967) wurden ausserordentlich berühmt (zumindest in Österreich) und es gab sie noch lange Markt.

    Sie waren zwar nicht die rauschfreieste Aufnahme, aber der Klavierklang war unvergleichlich gut.

    Die Decca hat die Aufnahme lange Zeit in ihr Programm aufgenommen, parallel zur eigenen (1954 - mono) und die Delikatesse besessen - dafür sei sie gelobt - neben ihrem eigenen - auch das Logo der inzwischen verblichenen "Amadeo" auf dem Cover abzubilden

    Die Aufnahemen wurde vom ORF im Studio Klagenfurt gemacht. Gesamtleitung und Balanc-Engineer war Rudolf Mraz.

    Dacca hatte stet vorzügliche Tontechniker - der ORF aber auch.

    Die hier gezeigte CD-Box wurde 2005(?) remastert:

    Auch die einst erhältliche BRILLIANT-CLASSICs Box enthält die AMADEO Aufnahmen

    Und ich werde mich jetzt für meinen Aufwand belohnen und die weiter oben erwähnte Sonate Nr 27 - mit Hinblick auf die "Schubert-Nähe"

    anhören.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Naja, die Mondschein ist ja jetzt ganz gewiss nicht schlecht :D

    Wenn ich mich recht entsinne, konnte sogar Gould was damit anfangen, und der hatte gegen alle möglichen Beethovensonaten was (er hat allerdings ein paar - oder alle? - der späten selbst eingespielt; kenne ich gar nicht, könnte durchaus interessant sein.), von Mozart ganz zu schweigen ;)


    Die Waldstein ist natürlich ganz, ganz wundervoll, das auch heute immer noch :)

    Allerdings ist der erste Satz einfach so dermaßen überragend, dass die anderen da nicht mithalten können - und meinem ästhetischen Ideal nach gehört der Höhepunkt ans Ende, nicht an den Anfang. (Eine bemerkenswerte Ausnahme wäre Tschaikowskys 6. Sinfonie mit dem langsamen Satz am Ende - dort ist es sozusagen der Abgesang auf's Leben, der Tod, mit dem ersterbenden Kontrabass-"Herzschlag" ganz am Schluss - da geht es auch anders.)

    Und den langsamen Satz verstehe ich bis heute nicht. Nehmen wir als Gegenbeispiel mal aus Faulheit nochmal die "Hammerklavier": Da ergibt für mich jeder Ton des Adagios einen Sinn. Aber hier höre ich immer noch sozusagen "nur Töne". Das ist vermutlich der Beethoven-Satz, den ich am wenigsten verstehe (ein anderer Kandidat wäre im späten Streichquartett op. 132 (off. ist das Nr. 15) der zweite - damit kann ich auch nichts anfangen).


    Was nun spezifisch das Thema betrifft - ist ja eben nicht der allgemeine Sonaten-Thread hier, also hiermit gehe ich offiziell "back to topic": Die Waldstein war zwar nicht bei meinen ersten gehörten (das war u.a. die typischen Pathetique + Mondschein + Appassionata Einsteiger-Paarung), aber nicht so viel später; jedenfalls früher als die späten fünf.

    Was letztere betrifft - nun, insbesondere die Hammerklavier scheint mir nicht übermäßig einsteigerfreundlich :D Beim ersten Hören (Gilels, Melodiya bzw. Brilliant) habe ich, so ich noch daran erinnere, fast gar nichts davon behalten ;)


    Gilels' Studio-Aufnahmen auf DGG sind teilweise etwas arg langsam (im Gegensatz zu seinen Melodiya-Live-Einspielungen), aber hier stimmt das Tempo:


    Gulda! Genau. Der war definitiv ein Großmeister. Ich entsinne mich: Als ich mich entschlossen hatte, die Box anzuschaffen, hatte ich damals gelesen (könnte hier gewesen sein, aber ich meine, es war ein JPC-Kommentar), dass man auf das Remastering achten muss, und dann nicht die Brilliant-Ausgabe genommen; ich glaube, es war dann die Decca. Da schaue ich nachher mal nach, welche ich da habe; vielleicht war's auch anders herum (hab ich's doch tatsächlich vergessen - so etwas passiert, wenn man nicht mehr 25 ist... Es ist schrecklich :D)

    Auf jeden Fall: Alles, was ich von ihm gehört habe, konnte ich guten Gewissens für höchstwertig befinden :) Eine Weile lang habe ich mal die Nr. 24 (aha, das ist op. 78... meistens weiß ich die Opuszahlen. aber die hier ist eher "peripher") häufiger gehört, und dann immer mit Guldas Aufnahme - eine kleine, aber feine Sonate, kein Großprojekt wie die "Appassionata"... Vielleicht ein Geheimtipp? ;)

    Ach richtig! Du hast das ja auch erwähnt, fällt mir jetzt auf - genau, es gibt ja auch noch eine weitere Gesamtaufnahme(?) aus den Fünfzigern. Ich würde intuitiv doch mal vermuten, dass er 1968 dann doch erheblich besser war - aber wer weiß; manchmal wird man ja auch sozusagen "eines früher Besseren belehrt" ;)

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    (Gustav Mahler, Das Lied von der Erde)

  • Und den langsamen Satz verstehe ich bis heute nicht.

    Du kannst ja alternativ das Andante favori WoO 57 nehmen; das war der ursprüngliche Mittelsatz. :S

    Trifft vielleicht eher Deinen Geschmack; mit der großen „Waldstein“-Sonate würde ich das Werk allerdings ohne mein Hintergrundwissen niemals in Verbindung bringen. Tatsächlich erhält „die Waldstein“ einen deutlich anderen Charakter, wenn man zwischen op. 53, 1 und 3 WoO 57 schiebt ... das Werk wirkt deutlich trivialer durch das naive Andante, weshalb mich die Erlangung der Berühmtheit von WoO 57 als Einzelstück doch etwas wundert ... zunächst war ich sicher, daß Kopf- und Finalsatz die charkatertragenden Hauptsätze der Sonate seien; zumindest melodisch sind sie es ja nach wie vor; doch erst durch die Introduzione erhält op. 53 ihr Charisma sowie ihre Existenzberechtigung in ihrer Ganzheitlichkeit. Soweit ich dies im Autograph überblicken kann, wurde der Beginn des Finalsatzes nicht angepasst, sondern lediglich in seiner Bedeutung gewandelt; heißt: es wurde tatsächlich bloß das originäre Andante favori gegen die neue Introduzione ausgetauscht, die nunmehr attacca subito in das Rondo allegretto übergeht; nicht immer sind derart intendierte Änderungen ohne große Hindernisse und grobschlächtige Anpassungen möglich.


    Im Prinzip hat die Sonate also nur zwei Sätze, wobei dem zweiten (letzten) eine Einleitung vorangestellt ist, die man nicht als Satz bezeichnen kann, da sie nicht losgelöst vom folgenden Satz gespielt werden kann (zumindest ergibt dies keinen Sinn) und kein geschlossenes Ende hat.

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Ach richtig! Du hast das ja auch erwähnt, fällt mir jetzt auf - genau, es gibt ja auch noch eine weitere Gesamtaufnahme(?) aus den Fünfzigern. Ich würde intuitiv doch mal vermuten, dass er 1968 dann doch erheblich besser war

    Genau ! Die 68er Aufnahme war schon bei ihrer Veröffentlichung eine Legende.

    Für diese Leistung verlieh die Wiener Beethoven Akademie 1969 Gulda den "Beethovenring"

    Der daraus entstandene Skandal ist in die Musikgeschichte eingegangen:

    Gulda nahm den Ring vorerst an, gestaltete seine "Dankesrede" dann zu unverhüllter, schonungsloser Kritik am "verknöcherten Ausbildungswesen" der Akademie uns stellte die Frage, ob eine derartig verstaubte Institution überhaupt das Recht habr, einen Ring zu verleihen, der den Namen eines der größten Revolutionäre der Musikgeschichte trage. Die Akademie reagierte mit Unverständnis. Fünf Tage später gab Gulda den Ring als Zeichen seines Protestes zurück.

    Das konnte man sogar in den damaligen Tageszeitungen nachlesen. Und selbstverständlich wurde dadurch das Interesse an dieser Aufnahme geweckt, bzw. verstärkt.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Gulda nahm den Ring vorerst an, gestaltete seine "Dankesrede" dann zu unverhüllter, schonungsloser Kritik am "verknöcherten Ausbildungswesen" der Akademie uns stellte die Frage, ob eine derartig verstaubte Institution überhaupt das Recht habe, einen Ring zu verleihen, der den Namen eines der größten Revolutionäre der Musikgeschichte trage.

    Eine wunderbare Anekdote, Danke fürs Teilen.
    Aber die ältere Decca-Gesamtaufnahme ist meines Erachtens besser.

  • Aber die ältere Decca-Gesamtaufnahme ist meines Erachtens besser.

    Es gibt einen als solchen kolportierten Unterschied:

    Die ältere Aufnahme, sei "klassischer", die neuere "revolutionärer"

    Allgemein scheint man der Meinung zu sein, sie wären gleichwertig, sonst würde DECCA nich beide im Programm haben - zumindest über Jahre hinweg....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • @ Ulli

    "Ach!" (Loriot) Ist ja interessant. Verstehe. Das Andante favori kenne ich gar nicht. Aber die Waldstein zu trivialisieren, muss ich auch nicht haben ;) Einfach aneinanderreihen kann man Kopf- und Schlusssatz nicht, daher benötigt es eine Art Einleitung zum Finalsatz. Werde ich mal reinhören, aber wenn das kompositiorische Niveau nicht passt, ist die offizielle Fassung natürlich vorzuziehen.


    @ Gulda

    Testweise (der 1968er-Klassiker, Decca-Remaster) gerade einmal die "Appassionata"... Was sofort auffällt: Schnell! Er ist *sehr* flott unterwegs. Und das nicht bloß im Kopfsatz, sondern auch im Adagio. (Es gibt eine "Hammerklavier"-Korstick-Aufnahme, wo, so ich das denn recht mitbekommen habe, auf einen irrsinnigen schnellen Kopfsatz dann das Adagio im quasi halben des üblichen Tempos folgt.) Komplett dauert die bei ihm 20:20.

    Nun, es gibt verschiedene Tempi, und je nach Auswahl man hört man mal mehr das große Ganze, mal mehr die Details. Insofern: "Sie werden sich schon noch dran gewöhnen." (Klemperer bei einer Brahms-Sinfonie-Probe, als er gefragt wurde: "Ist das nicht etwas arg langsam, Herr Klemperer?" :) )

    Aaaaaaber - und hier wird's interessant: Was nun bei ihm in der Tat erstaunlich ist, dass, *obwohl* er so rast, man immer noch deutlich verschiedene Stimmen und Details klar raushören kann, die bei bei so mancher langsameren Aufnahme nicht zu vernehmen sind :)



    @ (back to) Topic

    Soweit ich mich entsinnen kann, war der Einstieg bei mir recht konventionell mit u.a. Pathetique, Mondschein und Appassionata, dazu dann noch ein paar andere (u.a. die "Les Adieux" und Nr. 7 op. 10 mit dem zauberhaften Menuett).



    Ach, die gibt's ja tatsächlich noch. Also, diese Sammlung war damals eine echte Offenbarung (das ist eine Brilliant-Wiederveröffentlichung von Melodiya-Live-Aufnahmen) :)

    Das Rauschen und das "eruptive" Gehuste - naja, da breiten wir mal den Mantel des Schweigens drüber ;) Aber Gilels hat doch eine andere Klasse als das, was ich bis dahin kannte ;) Der Studio-Gilels ist relativ gemächlich und eher wohlfrisiert, aber bei diesen hier spielt Ludwig van mit wild zerzauster Mähne ;)

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  • Werde ich mal reinhören, aber wenn das kompositiorische Niveau nicht passt, ist die offizielle Fassung natürlich vorzuziehen.

    Naja, Beethoven hat es ursprünglich anders vorgesehen - hat also in gewisser Hinsicht auch seine Berechtigung. :S

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Aber dort hatte die Kritik ja anscheinend tatsächlich eine Verbesserung zur Folge :)


    Als er dagegen nach der Aufführung op. 130 auf Kritik (bzw. das Unverständnis zumindest seiner Zeitgenossen) reagiert hat, war das Resultat dann dieser - meiner bescheidenen Meinung nach - völlig unpassende Finalsatz. Nach der Cavatina? War das ernst gemeint? (Mag wohl sein, das nachkomponierte Finale nicht ganz so harmlos ist, wie mir das schien, aber... Nee. Unmöglich. Da muss die Fuge hin. Ganz klar.)


    Aber beim "Erzherzog" hätte ihm mal jemand sagen können, dass der letzte Satz von Stimmung bzw. Gestus her zwar... Nun, sagen wir's so: wenn das bei einer einzelnen Aufführung eine Parodie sein sollte, um die Zuhörer zu schockieren oder zum Lachen zu bringen, meinetwegen (Michel Petrucciani hat gerne live Jazz-Standards gewissermaßen parodiert); aber so, als Werk "für die Ewigkeit"?:no:

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    (Gustav Mahler, Das Lied von der Erde)

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  • Da muss die Fuge hin.

    Sehe ich auch so. Allerdings kann ich die (große) Fuge auch ohne die übrigen Sätze sehr genießen.


    Grund für die Streichung von WoO 57 aus op. 53 war wohl die Gesamtlänge, weshalb LvB dann wohl auf eine relativ kurze Einleitung reduzierte ...

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Und die Cavatina auch :)

    Dagegen geht vermutlich nicht: Nur Cavatina -> Fuge. weil dann die Fuge zu monströs wird und die Cavatina zu einer Art Einleitung degradiert.


    Ich denke auch, es empfiehlt sich geradezu, die Fuge häufiger einmal getrennt vom Quartett zu hören, da sie doch etwas schwieriger ist als der Rest - so dass man dann entsprechend besser vorbereitet ist, wenn man sich dem ganzen Werk aussetzt :)

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