Als ich dann erstmal einen Dirigenten leibhaftig in "Action" sehen konnte, war es für den Knirps aufregend genug, der Name völlig nebensächlich. Aber der kleine, ruhige Mann tauchte bei Konzerten (auf der Bühne des Theaters) oder auch im Orchestergraben (bei Opernvorstellungen) immer wieder auf und prägte sich dann doch ein: Berthold Lehmann - damals der GMD meiner Heimatstadt Hagen (Westfalen).
Als ich Ende des vorigen Jahrhunderts öfters das Theater der Stadt Hagen zu Opernvorstellungen besuchte, fiel einmal in einem Pausengespräch mit älteren Besuchern der Name des früheren Hagener Generalmusikdirektors Berthold Lehmann (1908-1996), der das Musikleben der westfälischen Stadt in der ‚Wirtschaftswunderzeit‘ nachhaltig geprägt hat. Ich kannte – von Schallplatten-Aufnahmen - nur den Dirigenten Fritz Lehmann, fragte nach und wurde aufgeklärt: „Ach was! DEN BERTHOLD hätten Sie erleben müssen!“
Nun hat Richard Weber-Laux gemeinsam mit dem Sohn des Dirigenten, Michael Lehmann, die vom Vater niedergeschriebenen Lebenserinnerungen bearbeitet und ergänzt und mit dem Titel
„Berthold Lehmann - Musikwärts auf vielerlei Wegen“
veröffentlicht. Das Buch (266 Seiten) beschreibt anschaulich die berufliche Laufbahn über Kiel, Duisburg, Aachen, Lübeck und Ost-Berlin bis hin zur zwanzigjährigen Tätigkeit als GMD in Hagen, die auch von internationalen Verpflichtungen geprägt war. Erschienen ist das Buch als Paperback mit 45 Abbildungen beim Verlag ‚BoD – Books on Demand‘ (ISBN 978-3-6957-3560-0).
Carlo
