Johann Christoph Vogel
1756-1788
Zwischen Gluck und Spontini - ein deutscher Komponist in Paris
.
La Toison d'or
oder
Médée à Colchos ou La Toison d'or
Tragédie lyrique in drei Akten
La toison d'or ( Das Goldene Vlies ), bald überarbeitet zu Médée à Colchos ou La toison d'or ( Medea in Kolchis oder Das Goldene Vlies ), ist eine französischsprachige Oper in drei Akten des Komponisten Johann Christoph Vogel . Sie wurde am 5. September 1786 an der Académie Royale de Musique (der Pariser Oper ) uraufgeführt, „einige Jahre nach ihrer Fertigstellung“ Die überarbeitete Fassung wurde am 2.Okt.1786 aufgeführt.
Das Libretto von Philippe Desriaux basiert auf der Legende von Jason und dem Goldenen Vlies .
La toison d'or war die erste von Vogels zwei Opern. Die zweite, Démophon , wurde 1789 posthum uraufgeführt.
Personen der Handlung
Médée (mezzo-soprano)
Jason (baritone)
Hipsiphile (soprano)
La Sybille (soprano)
Calciope (soprano)
Arcas (tenor)
Die Geschichte spielt in Kolchis und basiert auf dem Mythos von Jason und dem Goldenen Vlies. Im Mittelpunkt steht allerdings besonders die tragische Beziehung zwischen Jason, Médée (Medea) und Hipsiphile (Hypsipyle).
1. Akt – Jason, Médée und Hipsiphile
Jason ist mit seinen Argonauten nach Kolchis gekommen, um das Goldene Vlies zu erobern. Er hat bereits eine gefährliche Prüfung bestanden und die wilden Stiere besiegt.
Médée, die Tochter des Königs von Kolchis und eine mächtige Zauberin, glaubt, dass Jason sie heiraten wird. Sie ist in ihn verliebt und hat ihm bei seinen Prüfungen geholfen.
Doch dann erscheint Hipsiphile, Jasons eigentliche Ehefrau. Sie ist ihm nach Kolchis gefolgt. Hipsiphile erklärt Médée, dass Jason ihr bereits die Treue versprochen hat.
Für Médée ist das ein Schock. Ihre Liebe verwandelt sich in Verzweiflung, Eifersucht und Rache.
2. Akt – Sturm und Verrat
Die Situation spitzt sich zu. Jason versucht, die Konflikte zwischen den beiden Frauen zu lösen, doch Médée kann ihre Eifersucht nicht überwinden.
Die Argonauten müssen weitere Gefahren bestehen. Ein großer Sturm bildet einen dramatischen Höhepunkt des zweiten Aktes. Gleichzeitig wächst Médées Zorn.
Jason entscheidet sich letztlich für Hipsiphile und weist Médée zurück. Damit wird aus ihrer enttäuschten Liebe endgültig ein zerstörerischer Hass.
3. Akt – Médées Rache
Médée beschließt, sich an Jason zu rächen. Hipsiphile wird zum Opfer ihrer Rache.
In einer besonders grausamen Szene wird Hipsiphile von Médée getötet. Danach folgen ihre Trauerfeierlichkeiten und Bestattung, die zu den besonders eindrucksvollen Szenen der Oper gehören. Zeitgenössische Kritiker lobten gerade diese Szene sowie Médées Rolle und die Chöre sehr.
Am Ende steht nicht der triumphierende Held Jason im Mittelpunkt, sondern die Katastrophe, die aus Liebe, Eifersucht und Verrat entstanden ist. Médée erscheint als tragische Gestalt: Sie liebt Jason, wird von ihm zurückgewiesen und verwandelt ihren Schmerz in zerstörerische Rache.
Ganz kurz zusammengefasst
Jason → kommt nach Kolchis, um das Goldene Vlies zu gewinnen.
Médée → verliebt sich in Jason und hilft ihm.
Hipsiphile → erscheint und offenbart, dass sie Jasons Ehefrau ist.
Médée → wird von Liebe, Eifersucht und Wut überwältigt.
Jason → entscheidet sich gegen Médée.
Médée → rächt sich und tötet Hipsiphile.
Ende → eine tragische Geschichte über Liebe, Verrat, Eifersucht und Rache.
Div.Quellen
LG Fiesco

