Es ist schwierig, für solch ein Multitalent die geeignete Kategorie zu finden, zumal
Maxim Emelyanychev gleichermaßen als Clavierist wie in den letzten Jahren auch als Dirigent in Erscheinung tritt, eher selten als Cornetist.
Seine Aufmerksamkeit erregte die Einspielung von Currentzis' Le Nozze di Figaro (2014), bei der er das Handlungsgeschehen am Fortepiano nicht nur stur begleitete, sondern sich quasi dermaßen verselbständigte, daß man durch seine zielsicheren Improvisationen eine völlig neue Oper zu hören glaubte, so daß man sich - man mag es kaum glauben - sogar sehr auf das nächste Rezitativ freute:
Es ist wohl sehr selten, daß man sich bei einer Opernproduktion fragt: wer zum Teufel begleitet die Rezitative?
Ebenso ist er bei Cosí fan tutte (2016) verfahren - ist das schon wieder 10 Jahre her? Dem „großen Knall“ in causa Don Giovanni fiel nicht nur er, sondern auch die ursprünglich vorgesehene Simone Kermes zum Opfer.
Als Dirigent - hier eher als Ballett-Tänzer - war er schon früh zu Gange:
Inzwischen ist/war er Chefdirigent von Il Pomo d'Oro, 2019/2020 des Scottish Chamber Orchestra, gelegentlich taucht er mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment beim Glyndebourne Festival auf und ist seit 2025/26 Principal Guest Conductor beim Swedish Radio Symphony Orchestra. Selbstredend bedient er auf verschiedene andere bekannte Orchester.
Zahlreiche Kammermusikeinspielungen, bei denen er als Clavierist tätigt ist, erschienen neben beinahe ebenso vielen Einspielungen mit ihm als Dirigenten.
