Preise bei klassischen CDs

  • Hallo,


    ich wollte mir von dem schönen Gewinn von Holgers Rätsel (jaja, ich bin ja geduldig, aber ich stöber schon mal ;) ) die Klavierkonzerte von Beethoven mit Zimerman kaufen. Die Aufnahme hört sich gut an, ist gut bewertet, hat anscheinend gute Klangqualität und Zimerman und Bernstein gefallen mir als Interpreten sowieso mit am besten. Die einzige Komplettaufnahme der Beethoven-Konzert, die ich bisher besitze, ist von Aimard/Harnoncourt/COE und sagt mir überhaupt nicht zu.


    Nun, erschreckenderweise ist die Zimerman-Box fast doppelt so teuer wie zweitteuerste - die 5 Konzerte kosten zusammen sage und schreibe 53 (!!!) Euro. Im Gegensatz dazu erhält man Michelangeli, Kempff, aber auch neuere wie die oben genanne Aimard Aufnahme für nur 9,99€.


    Wie ist das zu erklären? Wonach richtet sich der Preis bei Klassik-CDs? Hat die Zimerman-Box irgendetwas besonderes, was den hohen Preis rechtfertigt?


    Nebenbei: Würde ihr die Aufnahme überhaupt - mal vom Preis abgesehen - empfehlen? ;)


    Gruß
    rappy

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Nun, ich denke, dass man dieses Phänomen auf alle Bereich im Schallplattengeschäft der klassischen Musk übertragen kann. Das liegt natürlich hauptsächlich am Label (Hochpreislabel, Billiglabel...) oder an Neuauflagen, Ausverkäufen, Lizenzabläufen oder sonst was.


    Ich habe übrigens auch die Beethoven-Konzerte mit Aimard und Harnoncourt und bin damit voll und ganz zufrieden.



    Gruß, Peter.

  • Als sehr gute mainstream-GA würde ich (die komischerweise wenig bekannte und völlig unterschätze) mit Kovacevich und Davis (Philips) empfehlen. Gabs mal midprice auf Duos. Inzwischen wohl eine Box mit noch ein paar Sonaten etc. von Kovacevich.
    Bernstein/Zimerman kenne ich nicht. Bernstein dirigiert #2-4 der hochinteressanten Aufnahme von Gould (Konzerte 1+2 sind hier immer noch unübertroffen)


    Der Abverkauf bei Warner ist ein rezentes Phänomen. Die wollen offenbar nur noch die Lager räumen, diese extrem niedrigen PReise gibts sonst selten.
    Ich habe es schon mehrfach gesagt, aber m.E. ist in Europa die Preisspanne zwischen Budget (oder Suberbudget) und Hochpreis zu groß: Bei 2-4 EUR/CD oder noch weniger bei Billigstboxen (etwa von EMI stammenden Lizenzaufnahmen bei Brilliant) oder 4,99 für die preiswerten CD der eigenen Budgetreihen, ist niemanden mehr verständlich zu machen, warum er EUR 17-20 für eine CD ausgeben sollte.
    Sie sollten (wie in den USA) Budget und midprice etwas anheben, full price dafür senken. Ob rational oder nicht: Wenn Naxos 7 EUR, "Major" midprice 8-9 EUR und full price 13-14 EUR kosten würde, würde ich wohl kaum drüber nachdenken, ob ich jetzt ein zu full price oder günstigerem greife (mein Schmerzgrenze, die nur bei seltenen Ausnahmen oder beim Zufliegen von Gutscheinen überschritten wird ist ca. EUR 15/CD), in der momentanen Situation suche ich zuerst bei Ebay oder kaufe über marketplace für 10,xx +3 EUR gebpühr bei caiman ode dvd-special oder wie die heißen...(unlängst wiede rbei den Zemlinsky-Q.


    viele Grüße

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • 53 Euro würde ich für Zimerman/Bernstein nicht ausgeben (ich kenne die Aufnahmen nicht aber "lauere" darauf.) Diese CDs werden doch hoffentlich mal als "originals" wiederverwertet oder bei 2001 zum Schnäppchenpreis verhökert. Ich würde abwarten.

  • Hallo Rappy


    Aus meiner Sicht seid ihr alle verwöhnt was Preise bei CDs angeht.
    Der NORMALPREIS einer CD im österreichischen Fachhandel (kein Kaufhaus) liegt bei 22 Euro pro CD. Diesen Preis (= ca 299.-- öS)
    hatte die CD schon kurz nach der Markteinführung 1983 , zuvor war sie um ca 12 % teurer (339.-- ös)


    zu Beginn wurden Opernaufnahmen IMMER (entsprechend der Aufteilung bei Langspielplatten) auf mindestens 3 CDS veröffentlicht, sodaß eine Operngesamtaufnagme in etwa mit 66 Teuro berechnet wurde, Wagner war wegen seiner Überlänge naturgemäß teurer.


    Eine Normal-CD kostet im Kaufhaus weniger als im Fachhandel (19.99 Euro) abgesehen davon, daß man zumeist fast nichts bekommt. Die Wiener Kaufhäuser haben sich was raffiniertes einfallen lassen: Sie führen fast gar keine Normalpreis-CDs (sogenannte "Top-Titel ausgenommen), damit der Kunde den Eindruck hat, man wäre billiger als der Fachhandel - das ist zumindest meine subjektive Wahrnehmung.


    Preisunterschiede zwischen CDs sind nicht notwendigerweise Qualitätsunterschiede. Billig werden jene CDs angeboten, die schon länger im Programm sind, und nach Meinung der Verantwortlichen durch eine neue Aufnahme ersetzt werden sollten - oder aber Cds, die sich
    aus Gründen welcher Art auch immer nicht zufriedenstellendverkauften - aber auch Aufnahmen von Künstlern, die inzwischen für die Konkurrenz aufnehmen. So finden sich beispielsweise fast alle älteren Aufnahmen von Nikolaus Harnoncourt am Wühltisch - er arbeitet inzwischen für die Konkurrenz.....


    Aimard/Harnoncort war meiner Meinung nach ein nicht zueinander passendes Gespann - die Plattenfirma meinte - eine interessante Kombination - die Klassikmafia (ääh Klassikkäufer) sah das anders....


    Als "Aufnahme der Gegenwart" bietet sich das Gespann Brendel/Rattle an - Sehr rhythmisch-fast einen Hauch agressiv.
    Aber auch diese Aufnahme kostet 53 Euro bei jpc. AUSSER- MAN KAUFT SIE EINZELN !!!
    Aus unerfindlichen Gründen kostet jede einzelne CD dieser Serie nämlich nur 9.99 Euro, somit ist der Preis komplett 29.97 !!!
    Man muß hineinhören.


    Ansonst rate ich Dir die Beethoven Threads zu lesen, da wurde über Kempf und andere schon manches gesagt.


    BTW: In der Schweiz sind CDs NOCH etwas teurer als in Österreich


    LG


    Alfred

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  • Hallo Alfred,


    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Aimard/Harnoncort war meiner Meinung nach ein nicht zueinander passendes Gespann - die Plattenfirma meinte - eine interessante Kombination - die Klassikmafia (ääh Klassikkäufer) sah das anders....


    Kein Geheimnis, dass ich das etwas anders sehe, und mich an gleichlautende Aussagen beider Künstler erinnere, die die befruchtende gegenseitige Zusammenarbeit stets lobten (und anschließend auch noch das Dvorak-Konzert, das Tripel-Konzert und die Chorfantasie aufnahmen). Kann Marketinggewäsch sein, klar, allerdings ist Harnoncourt inzwischen Manns genug, als dass er sich in Interviews nach den Vorgaben seiner Marketing-Abteilung richten müsste. Ich finde die Kombination äusserst faszinierend, nicht weniger als Brendel/Rattle, aber auf andere Weise.


    Zitat


    Als "Aufnahme der Gegenwart" bietet sich das Gespann Brendel/Rattle an - Sehr rhythmisch-fast einen Hauch agressiv.
    Aber auch diese Aufnahme kostet 53 Euro bei jpc. AUSSER- MAN KAUFT SIE EINZELN !!!
    Aus unerfindlichen Gründen kostet jede einzelne CD dieser Serie nämlich nur 9.99 Euro, somit ist der Preis komplett 29.97 !!!


    Genau zu diesem Preis habe ich sie neulich hier im Saturn auch gesehen. Knapp 30 EUR. Damit macht man sicher auch nichts falsch.


    Zitat


    BTW: In der Schweiz sind CDs NOCH etwas teurer als in Österreich


    Nach meiner Erfahrung in Frankreich gelegentlich auch....


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • klar, teurer geht immer, England z.B auch (ich habe mir aber sagen lassen, dass man in der Schweiz wenn man nicht gerade ein Riesenpech hat auch entsprechend mehr verdient und weniger direkte Steuern zahlt als z.B in D :D)
    Wer mal längere Zeit in den USA (oder gar Kanada) war, ist zwangsläufig verwöhnt, was CD-Preise angeht. :beatnik: Für mich aber der schlagende Beweis, dass die Presigestaltung in Europa eben nicht irgendwie "natürlich" ist, sondern sich inzwischen selbst im Weg steht und es eben auch anders ginge.
    In den 80er Jahren war es wichtig, möglichst viele Leute zur CD zu bringen, (u.a. auch solche mit vielen LPs), daher auch sehr preiswerte Angebote, andererseits glaubte ja jeder sich mit superteuren DDD was besonders Gutes zu tun (auch ich dummer Schüler). Damals war aber das Repertoire besonders im Niedrigpreisbereich recht eingeschränkt und "No-Name-CDs", wie sie heute für 2 EUR auf dem Wühltisch liegen, kosten DM 10
    Inzwischen sind so viele sehr gute (auch gut klingende) Aufnahmen sehr preiswert erhältlich, dass der Mehrwert des Hochpreises nicht mehr klar ist und durch Angebote wie "amazon marketplace" kann ich trotz der 3 EUR Aufschlag Dinge billiger aus den USA bestellen als hier kaufen (Zemlinsky: 10,31+3 statt 17,99 oder gar 19,99) Daher halte ich eine Preisgestaltung ähnlich wie die in den USA auch hier für sinnvoll.


    viele Grüße


    JR

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  • Ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß man in den Chefetagen der Musikindustrie die Auswirkungen des Internet als Kauf-, vor allem aber als Informationsquelle des Klassikkäufers immer noch nicht in seiner ganzen Bedeutung erfaßt hat. Das gilt auch für etliche Onlineläden, deren Preise sich bei Amazon Marketplace schön vergleichen lassen. Total Recall zum Beispiel bietet relativ oft identisches Material wie Caiman an, aber zu absurden Preisen (ihre Ankaufspreise sind dafür sehr niedrig).


    Rational erklären lassen sich viele Preise jedenfalls nicht, evtl. spielt auch die Vorstellung von klassischer Musik als Kulturträger eine Rolle, deren Liebhaber lieber mehr bezahlen als mit schnöden Rock- und Popkonsumenten in einen Topf geworfen zu werden.


    Letztlich muß ich als Käufer die Preisgestaltung der Musikindustrie auch nicht verstehen können. Ich persönlich kaufe dort, wo ich die beste Kombination aus Preis und zuverlässigem Service erhalte. Ladengeschäfte können idR nicht mithalten, weshalb ich da schon seit vielen Jahren nicht mehr kaufe. Amazon.marketplaces in den USA, D, F und UK sind neben den vielen Angeboten bei jpc, selten auch 2001, meine Hauptquellen, daneben in begrenztem Umfang auch Ebay. Weil man mit Paypal bezahlen kann, kaufe ich auch viel bei CDuniverse in den USA.


    Meine Schmerzgrenze für eine einzelne CD liegt ebenfalls bei Euro 15,00, wobei ich aber fast immer zu Preisen von deutlich unter Euro 10,00 kaufe. Die Auswahl ist riesig. Die Schlachtpferde, wozu Beethovens KK gehören, sind in zahllosen Aufnahmen auf dem Markt. Wenn Du, Rappy, nicht an den Künstlern selbst interessiert bist, würde ich auf keinen Fall so viel Geld ausgeben. Die Aufnahmen gibt es mit Sicherheit irgendwann als Angebot. Bis dahin wirst Du sicher eine klanglich und interpretatorisch hervorragende Alternative finden (einige sind hier schon genannt)

  • Hallo,


    ich denke auch, dass diese 53,- € eine Unverschämtheit und nicht zu rechtfertigen sind. Ich glaube auch kaum, dass diese Aufnahme in absehbarer Zukunft verbilligt erscheinen wird. Zimerman ist wohl eines der absoluten Zugpferde in Sachen Klaviermusik bei der DGG, alle seine Sachen sind immer noch absolut Hochpreis (und werden's fürchte ich auch bleiben).


    Ansonsten haben mir die Aufnahmen von Brendel mit Haitink und dem London PO immer ausgezeichnet gefallen, die gibts als GA mittlerweile für ca. 20 € und auch die Aufnahme von Fleisher mit Szell und dem Cleveland Orchestra ist sehr gut und ist spottbillig zu kriegen.


    Liebe Grüsse, M.

    "Das beste, an dein Übel nicht zu denken, ist Beschäftigung."
    Ludwig van Beethoven

  • Hallo,


    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Der NORMALPREIS einer CD im österreichischen Fachhandel (kein Kaufhaus) liegt bei 22 Euro pro CD.


    Das ist bei uns nicht wesentlich billiger: 20,90 € für Neuerscheinungen und Top-Preis-CDs. Dann mittelteuer: ca. 10,90 € und schließlich billigere wie Naxos mit 5,90 €.


    Boxpreise schwanken so...kann auch locker über 100 € werden...


    Grüße,
    Daniel

  • Daniel


    München ist ja EIGENTLICH schon ein Teil von Österreich :D ;), daher die österreichähnliche Preisgestaltung ......


    Nochmals zu Brendel/Rattle: Ein gute Aufnahme - an die ich mich allerdings erst gewöhnen musste: Sportlich schneidig spritzig.
    Der Gegenpol im Digitalzeitalter dürfer die Deutung Arrau/Davies sein,
    sehr auskostend und klangschön - empfand sie ein Bekannter der die Rattle Einspielung favorisierte als -langweilig. REINHÖREN !!


    LG


    Alfred

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  • @Alfred: Moment!!! Als Schon-sehr-bald-Bayer möchte ich feststellen, daß Salzburg, Vorarlberg und Tirol gut bayerisch sind, wie schon Andreas Hofer lernen mußte. Und ohne bayerische Truppen wäre Wien heute türkisch :baeh01: :D;)

  • Zitat

    Original von Robert Stuhr
    @Alfred: Moment!!! Als Schon-sehr-bald-Bayer möchte ich feststellen, daß Salzburg, Vorarlberg und Tirol gut bayerisch sind, wie schon Andreas Hofer lernen mußte. Und ohne bayerische Truppen wäre Wien heute türkisch :baeh01: :D;)


    Bitte das war Graf Sobiesky und die Polen, die dem Graf Starhemberg in Wien zuhilfe kamen, als die Türken 1683 vor Wien standen :)


    Aber komm mal nach Ottakring oder Favoriten - da ist vieles sehr Osmanisch. :D


    Grüße,
    Andi

  • Zitat

    Original von Fuchur
    Bitte das war Graf Sobiesky und die Polen, die dem Graf Starhemberg in Wien zuhilfe kamen, als die Türken 1683 vor Wien standen :)


    Stimmt, ein paar Polen waren auch dabei, neben den Reichstruppen. Aber die Polen sind, weil sie unterwegs von allen Wagen und Kutschen die Räder geklaut haben und deshalb aufgehalten worden sind, viel zu spät gekommen, da hatten die Bayern den Starhemberg schon befreit :rolleyes: ;)

  • Formulieren wir es doch einfach umgekehrt: Wenn sich damals vor Wien nicht alle möglichen Truppen den Osmanen entgegengestemmt hätten, wäre Bayern heute türkisch! :D

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus
    Formulieren wir es doch einfach umgekehrt: Wenn sich damals vor Wien nicht alle möglichen Truppen den Osmanen entgegengestemmt hätten, wäre Bayern heute türkisch! :D


    Und Wagner hätte dann nicht Tristan und Isolde geschrieben, sondern Tristürk und Isöldirim. Und Mozart - oh Graus - nicht die Entführung aus dem Serail, sondern Der ruchlose Raub aus dem Harem :D

  • Hallo, die Zimermann-Bernsteinaufnahmen habe ich auch, sie sind wirklich richtig gut. Der Preis ist aber auch nicht gerechtfertigt. Ich weiß nicht mehr was ich dafür bezahlt habe. Alternativ empfehle ich diese:



    stammt aus Anfang der Achtziger. Damals war Brendel noch ein bißchen flotter wie ich finde. Die gibt es günstiger über amazon marketplace.
    Gruß

    Günter

  • Zitat

    Original von Theophilus
    Formulieren wir es doch einfach umgekehrt: Wenn sich damals vor Wien nicht alle möglichen Truppen den Osmanen entgegengestemmt hätten, wäre Bayern heute türkisch! :D


    So einfach ist es nicht; Bulgarien und Albanien sind heute ja auch nicht mehr türkisch. Es wäre viel schlimmer, vermutlich herrschte blutigste Fehde zwischen muslimischen Niederbayern, katholischen Oberbairischen Bergpartisanen und protestantischen Franken....andererseits wie war nochmal die gegnewärtige Sitaution im Freistaat... :D


    :hello:


    JR

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    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Ulli
    Ja und? Spätestens mit dem EU-Beitritt sind sie doch wieder da...


    :stumm:


    Die sind doch bitte schon lange da! Das, was Kara Mustafa 1683 vor Wien nicht geschafft hat, weil ein paar Bayern und die Polen den Kahlenberg vom Cobenzl runterrannten, schafften die Osmanen ganz unblutig ohne Besetzung oder Krieg. Schau mal in Wien in den 16. Bezirk oder nach Simmering, wo bekanntlich am Rennweg der Balkan anfängt. - Mozart ist somit in St. Marx am Balkan beerdigt, um den Bogen zur Musik geschafft zu haben :)


    Ich frag mich, obs den Cobenzl früher auch schon gab und dort die Bayern und Polen sich vor dem Sturm auf Kara Mustafas truppen Mut antranken... nein - kann doch nicht ganz sein, weil Bier gibts dort nicht - da gibts nur Wein am Cobenzl. Und die Polen sind ja sicher nicht auch ohne Grund von der Seite gekommen - da müssen sie durch den 18. und 19. Bezirk an Döbling vorbei, wo die ganz Reichen mit ihren fetten Mercedes wohnen :stumm:


    Viele Grüße,
    Andi

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    So einfach ist es nicht; Bulgarien und Albanien sind heute ja auch nicht mehr türkisch. Es wäre viel schlimmer, vermutlich herrschte blutigste Fehde zwischen muslimischen Niederbayern, katholischen Oberbairischen Bergpartisanen und protestantischen Franken....andererseits wie war nochmal die gegnewärtige Sitaution im Freistaat... :D


    Und nicht zu vergessen der Reformationsprozess der dann im neuen Erz-Kalifat Salzburg endete und zwischen den sunnitischen Pongauern und den semitischen Pinzgauern eine jahrhunderteandauernde Feindschaft bescherte.


    Dies konnte nichteinmal der beste Hofmusikus Ömüdedüs Mözült am Hof von Kalif Köllüllödüm mit seinen freiheitsliebenden Opernstücken zur Besserung führen.


    :D


    lg
    andi

  • hallo,


    immerhin, was das heilige röm. reich deutscher nation mithilfe der polen unter sobieski erreichte, das schaffte der iran aus eigener kraft gegen die osmanen, undzwar mit einem geringen aufkommen von man-power (schah ismael safawi) :D. nun spass beiseite.


    die aufnahme der beethoven-konzerte mit aimard und harnoncourt halte ich auch für problematisch. aimard zeigt sich hier als unerfahrener beethoveninterpret mit stark romantisierendem zugang und merkwürdig 'ungelenker' phrasierungskunst. es fehlt IMO an vehemenz und 'durchschlagskraft'. am übverzeugendsten IMO die kadenz im ersten satz des 2. konzertes. ich wollte mir diese gesamtaufnahme vor etwa einem jahr auch wegen des niedrigen gesamtpreises von 19.99 euro zulegen zeitgleich mit den sinfonien ebenfalls mit harnoncourt für 19.90 euro. gottlob lieh mir ein guter freund die aufnahme mit den konzerten, welche ich mir dann nach dem höreindruck nicht mehr besorgte. die sinfonien hatten mich jedoch sofort überzeugt, so dass ich sie mir zulegte.


    ich halte auch den hohen preis für die zimerman/bernstein-cds für übertrieben hoch. so einzigartig sind diese interpretationen nicht ! es gibt bei den günstigen labels wie z.b. arte nova wiederholt überraschungen. so sind die jüngsten konzerteinspielungen mit dem tonhalle-orchester zürich unter zinman mit jefim bronfman sowohl interpretatorisch und klanglich eine 'wucht'. gerade bekam ich zu weihnachten die cd mit dem tripelkonzert und dem septett geschenkt. ein absoluter top-scorer ! die cds kosten das stück 5.99 euro !


    andererseits bin ich durchaus auch mal bereit für hochpreis cds geld auszugeben. z.b. war ich bereit für die stefan-askenase-box der DG knapp 50 euro auszugeben, da es sich hierbei um etwas ganz besonderes handelt und sich hiermit sehr persönliche erinnerungen verbinden !


    letztlich wird es einem liebhaber der beethoven-konzerte nicht erspart bleiben, im laufe der jahre neben einer gezielten gesamtaufnahme wiederholt einzelne konzertaufnahmen zu ergänzen, da es immer wieder neue facetten festzuhalten gilt. so besorgte ich mir vor kurzem die konzerte 4 und 5 sowohl mit brendel/levine (philips, live) als auch mit dem späten arrau/davis (philips). beide konstellationen würde ich nicht missen wollen.


    gruß, siamak

    Siamak

  • Zitat

    Original von AcomA
    andererseits bin ich durchaus auch mal bereit für hochpreis cds geld auszugeben. z.b. war ich bereit für die stefan-askenase-box der DG knapp 50 euro auszugeben, da es sich hierbei um etwas ganz besonderes handelt und sich hiermit sehr persönliche erinnerungen verbinden !


    Wobei der Preis für die einzelne CD durchaus im Rahmen liegt, da es sich um eine Box handelt. Gerade die Original Masters - Boxen, die ich sehr schätze - sind bei Amazon Marketplace oft nach relativ kurzer Zeit sehr günstig zu haben.

  • Hallo!


    Kann mir jemand folgendes erklären:


    Die 3-CD-Box mit allen Mendelssohn-Streichquartetten, eingespielt vom Talich Quartet für das Label Calliope, kostet bei JPC 15,99:



    Da habe ich kürzlich zugegriffen, zumal ich in die Aufnahmen hineinhören konnte und es mir sehr gefiel (in dem Saturn hatte die Box übrigens nur 13,99 gekostet). :yes::yes:


    Aber einzeln sind die CDs auch zu haben:



    Und zwar zum Vollpreis von 19,99 (bei JPC; im dem Saturn, in dem ich war, nicht wesentlich weniger) pro CD! 8o?(
    Wer ist denn dann so blöd und kauft die CDs einzeln?
    Was ist das denn für eine Preispolitik?


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Klassik-CDs gibt es in allen Preisspannen, aber es gibt halt wirklich sehr gute CDs, die dann schweine teuer sind. Das gibts nur bei Klassik. So teuer, dass ich überrascht war, was das neuste Album meiner Lieblingsband in der Special Edition (nur) kostet :D


    Nehme ich mal die Pilgrimage von Gardiner. das sind rund 30 Euronen für 2 CDs. Das ist schon sehr sehr sehr teuer. Wenn ich mir überlege, dass ich diese 30 Euronen 52 Mal investieren muss, wird mir schwindelig. 1.508 € (3.000 DM für die Bachkantaten ist schon fast a bissi unverschämt.

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon


  • Salut,


    die gehen halt davon aus, dass nicht jeder Mathematik studiert... :rolleyes:


    Die Dreierbox ist erst ein halbes bzw. ungefähr anderhalb Jahre später auf den Markt gekommen. Vermutlich liefen die Einzelausgaben nicht so... und man entschied sich, sie günstiger im Dreierpack anzubieten. ?(


    Es ist ja noch immer zu beobachten, dass einige elatus-Ausgaben noch neben den Vollpreis-Originalen angezeigt werden...


    LG
    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli


    Die Dreierbox ist erst ein halbes bzw. ungefähr anderhalb Jahre später auf den Markt gekommen. Vermutlich liefen die Einzelausgaben nicht so... und man entschied sich, sie günstiger im Dreierpack anzubieten. ?(


    Es ist ja noch immer zu beobachten, dass einige elatus-Ausgaben noch neben den Vollpreis-Originalen angezeigt werden...


    Genau so ist es. es verschwinden ja nicht plötzlich automatisch alle vorhandenen Exemplare der älteren (oder Einzel) Veröffentlichung aus den Lagern, wenn die neue preiswerte Ausgabe erhältlich wird. Meistens liegen ja auch mehr als ein oder zwei Jahre zwischen der Erstveröffentlichung und der billigen Wiederauflage...


    viele Grüße


    JR

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  • Hallo!



    Ja, ja, aber wenn die CD nun mal im Regal ist, dann geht das CD-Geschäft davon aus, daß es potentielle Käufer gibt. Wer greift aber zur Einzel-CD für 20 Euro, wenn direkt daneben der 3-CD-Pack für 15 Euro liegt?


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    das ist eben die Dummheit der Verkaufspräsentanten. :stumm:


    Es gibt aber auch noch immer Kunden, die meinen, "billiger" sei "billiger". Hattest Du denn Gelegenheit, die beiden Einspielungen miteinander akustisch zu vergleichen?


    Ich jedenfalls empfinde eine normal gute CD in einem Preisbereich von 13,-- bis 16,-- € völlig in Ordnung. Das bezieht sich grundlegend erst einmal auf Neueinspielungen. Was darüber hinausgeht, muß aber auch jeglichen Qualitätsanforderungen bei Interpretation, Ausführung, Aufzeichnung, Aufmachung usw. zu mindestens 100% entsprechen.


    Bei günstigeren CDs bin ich eher skeptisch, lasse mich aber gerne - wie bei NAXOS - vom Gegenteil überzeugen [wenn auch eher selten].


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Schon richtig, Du mußt aber auch bedenken, daß mindestens 94,5% der Teilnehmer dieses Forums Jäger und Sammler sind.