MOZART Wolfgang Amadeus: Klavierkonzert Nr 20 in d-moll KV 466

  • Lieber Holger, Du kennst ja mittlerweile meine Übertreibungen und meine seltsame Art von Humor :).


    Wobei ich allerdings schon den Eindruck habe, dass das Orchster und Abbado in dieser Aufnahme interessanter ist, als das NDR Symphonieorchester unter Garben ....

    Ja, lieber Axel! :D Und Claudio Abbado ist schon immer mein Lieblingsdirigent gewesen! Wie könnte ich was gegen Abbado sagen! :D :P Klar, das Orchester in dieser Aufnahme ist nicht das Gelbe vom Ei. Das ist aber leider bei vielen ABM-Mitschnitten so, dass Orchester und Dirigent nicht sein Niveau erreichen - mit Ausnahmen wie C. M. Guilini, Hermann Scherchen, Mitropoulus, Kubelik oder Ettore Gracis, der ein sehr guter Dirigent ist.


    Im Buch von Cord Garben ist eine CD dabei, wo Proben drauf sind. Da sitzen sie an zwei Flügeln und ABM mit seiner dunklen, sonoren Stimme singt Garben die Phrasierung vor, instruiert ihn, wie er das zu dirigieren hat! :D

  • Claudio Abbado ist schon immer mein Lieblingsdirigent gewesen!

    Daß Claudio Abbado auch ein herausragender Mozart-Dirigent war, steht völlig außer Frage. Mit Friedrich Gulda hat er 1974/75 vier Mozart-Konzerte für die DGG eingespielt, darunter auch das KV 466. Die Aufnahme ist nach wie vor im Angebot, seit einiger Zeit in dieser neuesten Ausgabe:

    Das Team Gulda/Abbado bringt hier eine Leistung zustande, der man ohne zu zögern Ausnahmecharakter zubilligen kann. Gulda wie Abbado spielen einen schlanken, farbigen Mozart von äußerster Sensibilität. Keineswegs kommt hier ein vorweggenommener Beethoven zustande. Ganz im Gegenteil: Beethovens Kadenzen im 1. und 3. Satz werden vom Pianisten heftig herausgespielt, so daß sich eine "Fremdkörper"-Wirkung einstellt, die den Kontrast zwischen Mozarts Konzert und Beethovens "Zugaben" unnachahmlich herausstellt. Nicht zuletzt verdienen die Wiener Philharmoniker ein Sonderlob, die zum Erfolg der Aufnahme entscheidend beitragen. Sie beherrschen "ihren Mozart" und spielen mit einer geradezu leidenschaftlichen Hingabe. Gulda leistet sich noch einen besonderen "Gag": Er stattet das Rondo-Finale mit zwei Kadenzen aus, zunächst erklingt die Kadenz von Johann Nepomuk Hummel, und erst dann kommt Beethoven nochmals zu Wort.


    Die Version von ABM mit Cord Garben kenne ich leider nicht, so daß ich sie nicht kommentieren kann, doch ich wundere mich, daß das NDR-Sinfonieorchester nicht sonderlich gut beurteilt wird. Liegt es vielleicht am "Hobby-Dirigenten"? Ich kenne das Orchester vor allem mit der GA der Beethoven-Sinfonien unter Günter Wand (RCA/Harmonia mundi), und da spielt es durchweg erstklassig.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die Version von ABM mit Cord Garben kenne ich leider nicht, so daß ich sie nicht kommentieren kann, doch ich wundere mich, daß das NDR-Sinfonieorchester nicht sonderlich gut beurteilt wird. Liegt es vielleicht am "Hobby-Dirigenten"? Ich kenne das Orchester vor allem mit der GA der Beethoven-Sinfonien unter Günter Wand (RCA/Harmonia mundi), und da spielt es durchweg erstklassig.

    Am Orchester per se dürfte es tatsächlich schwerlich liegen, lieber nemorino. Corb Garben kenne ich eigentlich überhaupt nur durch diverse Zusammenarbeit mit Arturo Benedetti Michelangeli. Da hätte wohl "der Chef" (Günter Wand) rangemusst, aber hat nicht sein sollen. Bestand ABM gar auf Garben? Holger weiß gewiss um die genauen Hintergründe.

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „MOZART, Wolfgang Amadé: Klavierkonzert d-moll KV 466“ zu „MOZART Wolfgang Amadeus: Klavierkonzert Nr 20 in d-moll KV 466“ geändert.
  • Das Team Gulda/Abbado bringt hier eine Leistung zustande, der man ohne zu zögern Ausnahmecharakter zubilligen kann. Gulda wie Abbado spielen einen schlanken, farbigen Mozart von äußerster Sensibilität. Keineswegs kommt hier ein vorweggenommener Beethoven zustande. Ganz im Gegenteil: Beethovens Kadenzen im 1. und 3. Satz werden vom Pianisten heftig herausgespielt, so daß sich eine "Fremdkörper"-Wirkung einstellt, die den Kontrast zwischen Mozarts Konzert und Beethovens "Zugaben" unnachahmlich herausstellt. Nicht zuletzt verdienen die Wiener Philharmoniker ein Sonderlob, die zum Erfolg der Aufnahme entscheidend beitragen. Sie beherrschen "ihren Mozart" und spielen mit einer geradezu leidenschaftlichen Hingabe. Gulda leistet sich noch einen besonderen "Gag": Er stattet das Rondo-Finale mit zwei Kadenzen aus, zunächst erklingt die Kadenz von Johann Nepomuk Hummel, und erst dann kommt Beethoven nochmals zu Wort.

    Lieber Nemorino,


    Gulda ist einfach einer der wohl größten Mozart-Interpreten aller Zeiten. :) Das ist "seine" Musik (Michelangeli sagte zu Debussy, das sei "seine" Musik von Anfang an gewesen) - vielleicht mehr noch als Beethoven, obwohl er als Beethoven-Interpret solche Furore machte. Bei Beethoven ist er mir oft zu nüchtern und zu schnell - bei Mozart gelingt ihm die ideale Synthese aus Rationalität und Empfindsamkeit. Bei Mozart lässt Gulda seiner empfindsamen Seite "freien Lauf", was er bei Beethoven oft bewusst nicht tut. Und die Beziehung Abbado und Mozart ist eine ganz spezielle. Die ganz junge Martha Argerich studierte bei Gulda - und war damals schon mit Abbado befreundet, der ursprünglich wie sie Pianist werden wollte und auch bei Gulda studieren! Daraus wurde aber nichts. Abbado wollte unbedingt einmal die Nocturne für Orchester von Claude Debussy dirigieren (seine alte Aufnahme mit dem Boston SO bei der DGG sollte in keiner Sammlung fehlen, sie ist singulär!) und schlug schließlich die Dirigentenlaufbahn ein. Aus dem Pianisten Abbado wurde also nichts und auch nichts mit der Meisterklasse bei Gulda. ^^ Ich nehme aber an, dass sich Gulda und Abbado schon aus dieser Zeit kennen und ein sehr gutes, wenn nicht gar freundschaftliches Verhältnis hatten. Das erklärt, warum die Paarung Gulda-Abbado auch so besonders ist.


    Die DGG hat die Gulda-Abbado-Aufnahmen alle noch einmal von den Masterbändern abgemischt und inclusive Blue Ray zu Guldes 90. Geburtstag herausgebracht - die habe ich mir besorgt. Wenn meine Ablage wieder steht, werde ich mir die Aufnahmen ausgiebig zu Gemüte führen:



    Eine geborene Mozart-Spielerin ist auch Alicia de Larrocha. Diese Box mit ihren RCA-Aufnahmen - Partner ist der ebenfalls ganz vorzügliche Colin Davis - habe ich mir auch geholt, bevor sie vergriffen ist:



    Nun kommen wir zu ABM:


    Die Version von ABM mit Cord Garben kenne ich leider nicht, so daß ich sie nicht kommentieren kann, doch ich wundere mich, daß das NDR-Sinfonieorchester nicht sonderlich gut beurteilt wird. Liegt es vielleicht am "Hobby-Dirigenten"? Ich kenne das Orchester vor allem mit der GA der Beethoven-Sinfonien unter Günter Wand (RCA/Harmonia mundi), und da spielt es durchweg erstklassig.

    Ich beantworte Deine Frage zusammen mit der von Joseph:

    Am Orchester per se dürfte es tatsächlich schwerlich liegen, lieber nemorino. Corb Garben kenne ich eigentlich überhaupt nur durch diverse Zusammenarbeit mit Arturo Benedetti Michelangeli. Da hätte wohl "der Chef" (Günter Wand) rangemusst, aber hat nicht sein sollen. Bestand ABM gar auf Garben? Holger weiß gewiss um die genauen Hintergründe.

    Die Geschichte dieser Aufnahmen ist etwas kompliziert, lieber Joseph. Erst einmal hast Du Recht - das Orchester ist sehr gut. Ich bin natürlich auch wie Axel begeistert von dem von Abbado gegründeten Orchestra Mozart, was ein wirklich exquisiter Klangkörper ist. Bei diesen Aufnahmen sollte man berücksichtigen, dass sie in der Bremer "Glocke" gemacht wurden. Das ist ein eher kleiner Saal - aber für seine Akustik berühmt. Es liegt sicher auch an der besonderen Saalakustik, dass die Aufnahme vielleicht nicht ganz so durchsichtig ist. Entscheidend ist aber, dass es Garben und dem Orchester gelingt, das, was ABM wollte, auch umzusetzen. Insofern gibt es eine große künstlerische Einheit mit dem Orchester.


    Wie kam die Aufnahme zustande? Michelangeli bekam in Bordeaux 1988 beim Vortrag von Ondine aus Debussys Preludes Heft II eine Herzattacke. Davon gibt es sogar einen Mitschnitt bei Youtube. Er hört plötzlich auf zu spielen. Er hätte das nicht überlebt, wenn nicht zufällig zwei Herzchirurgen unter den Zuschauern im Saal anwesend gewesen wären. Einer von ihnen hieß Dr. Clementy. Mit ihnen freundete sich ABM an (Dr. Clementy hat auch eine CD rausgebracht mit Aufnahmen, einem Klappentext, der die Geschichte erzählt und schönen Familienfotos mit ABM). Er ließ sich von ihnen in Frankreich operieren. Erstaunlich kurze Zeit nach der OP entschloss sich ABM, diese Mozart-Konzerte zu spielen und aufzunehmen. Er hatte zunächst Probleme mit einer Hand, wie es nach einer solchen Herzgeschichte ist - Lähmungserscheinungen -, was ihm große Sorgen machte. Sein Vorhaben teilte er seinem Schüler und Produzenten Cord Garben mit. Der machte diverse Vorschläge für Dirigenten - Guilini, Abbado, Ashkenazy... - die ABM alle ablehnte, bis er urplötzlich mit der überraschenden Frage konfrontiert wurde: "Warum machst Du es nicht?" Cord Garben ist vor allem als Liedbegleiter bekannt - Dirigieren hat er zwar im Studium als Fach gehabt, aber seit dieser Zeit eigentlich nie mehr dirigiert. Aber er konnte letztlich nicht ablehnen. Garben vermutet, dass ABM, der Perfektionist, vielleicht unsicher war wegen seines Gesundheitszustands und deshalb den Umgang mit einem großen Dirigenten scheute. Das bleibt aber seine Spekulation. Mit Garben war er sozusagen intim vertraut und fühlte sich sicher bei diesem Vorhaben. Das Verhältnis Garben und ABM ist durchaus nicht unproblematisch. Bei Garben hat man den Eindruck, er schreibt Bücher über ABM, um sein ABM-Trauma zu verarbeiten. ^^ Daraus erklären sich auch manche problematische Wertungen. Das letzte Buch, wo er ihn als kühlen Perfektinisten hinzustellen sucht (das ist natürlich eine Dimension bei ABM, aber kühl war er nie!), habe ich allerdings noch gar nicht, sondern nur das erste. Sie spielten erst einige Konzerte, wo Garben schreibt, dass ABM erst langsam seine gewohnte Form wiederfinden musste. Er neigte dazu, langsame Tempi zu nehmen. Einmal setzte sich Garben darüber hinweg und wählte eine schnellere Gangart als vom Meister gewünscht. Der folgte natürlich. Nach dem Konzert hob ABM nur drohend den Zeigefinger in Richtung Garben - aber die Drohung war nicht Ernst gemeint, ABM war nämlich so gar kein Spießer, sondern hatte Humor. Die Aufnahmen wurden während der Konzerte und dann auch als Studioaufnahmen gemacht. Sie hatten wie Garben sagt perfekte Studioaufnahmen fertig. Dann aber - zur ganz großen Enttäuschung seines Produzenten und Dirigenten Cord Garben - hörte sich ABM alles an und wählte statt der "perfekten" Studioaufnahme den unperfekten Konzertmitschnitt für die Veröffentlichung, weil er ihn lebendiger fand! ^^


    Das Novum bei diesen Aufnahmen ist die Phrasierung. Wir sind es gewohnt, vor allem durch Clara Haskil, welche den Mozart-Stil für Generationen von Pianisten geprägt hat, dass Mozart immer flüssig und zart empfindsam gespielt wird. ABM in den 50iger Jahren spielt auch einen immer flüssigen Mozart. "Historisch" ist dieser Vortragsstil aber nicht - sondern eher eine, natürlich völlig legitime, Idealisierung. H. H. Eggebrecht spricht von der "expressivistischen Wende" im musikalischen Schrifttum seit 1750. Überliefert ist der sehr expressive Vortragsstil von C. Ph. E. Bach z.B., der den Zeitgenossen damals als neuartig auffiel. Da war nichts von klassischer Glätte oder Stromlinienförmigkeit. Vielleicht ist gerade deshalb diese sprechende, hoch expressive Phrasierung von ABM, die mit dieser Spieltradition des Leicht-Flüssigen bricht, viel näher am "historischen" Mozart als man zunächst glauben möchte. Viel mehr noch als bei Beethoven spürt man in Mozarts Klavierwerken die Nähe zur Oper. Wenn man sich einmal an das Ungewohnte beim späten ABM gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr missen. So geht es jedenfalls mir. Auch ein Kritiker schrieb das mal - ich weiß nicht mehr wer, es war glaube ich auch ein Musiker, dass ABM selbst gegenüber einer großartigen Clara Hakil gezeigt hätte, dass weit mehr noch in so einem langsamen Satz eines Mozart-Konzertes steckt. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Gulda ist einfach einer der wohl größten Mozart-Interpreten aller Zeiten. :) Das ist "seine" Musik (Michelangeli sagte zu Debussy, das sei "seine" Musik von Anfang an gewesen) - vielleicht mehr noch als Beethoven, obwohl er als Beethoven-Interpret solche Furore machte.

    Bei Gulda rennst Du bei mir offene Türen ein :). Danke für die vielen Hinweise und Informationen. Ich habe mir seinerzeit die Gulda-Mozart-Tapes geholt, wo er bei sich zuhause auf einem Bösendorfer alle Sonaten noch einmal eingespielt hat . Es ist ein Gulda-eigener Mozart, aber was für einer!



    Es sind nur die ersten fünf Scheiben davon, der Rest ist alles schon bekannt .... Wahrscheinlich wirst Du diese Aufnahmen aber auch schon haben. Dass Mozart nicht "mozartisch" gespielt haben muss (deswegen war meine Formulierung sicher etwas unglücklich) kann man sehr schön an der sehr neuen Einspielung von Robert Levin hören.


  • Bei Gulda rennst Du bei mir offene Türen ein :) . Danke für die vielen Hinweise und Informationen. Ich habe mir seinerzeit die Gulda-Mozart-Tapes geholt, wo er bei sich zuhause auf einem Bösendorfer alle Sonaten noch einmal eingespielt hat . Es ist ein Gulda-eigener Mozart, aber was für einer!

    Das mit dem offenen Türen kann ich nur zurückgeben - die außergewöhnlichen Mozart-Tapes habe ich natürlich auch! ;)

  • Der Name Friedrich Gulda fiel hier des Öfteren vollkommen zurecht.


    Was mich allerdings wundert ist, dass die Aufnahmen, in denen er in Personalunion als Pianist und Dirigent auftrat, noch nicht erwähnt wurden.

    Gulda und Abbado sind sehr gut, aber Gulda alleine ist fantastisch.


    Die leider beim Werbepartner nicht mehr erhältliche Aufnahme mit dem Sinfonieorchester des NDR (das hier in Bestform auftritt)



    beinhaltet die pure Spielfreude. Die Intensität des gemeinsamen Musizierens, die Freude daran, ist deutlich hörbar. Es entstanden für mich Sternstunden der Mozart Interpretationen.


    Auch mit den Münchner Philharmonikern hat Friedrich Gulda u.a. das Klavierkonzert Nr. 20 aufgeführt:



    Ich hatte vor etlichen Jahren einen Konzertmitschnitt im Fernsehen verfolgt und war ähnlich angetan.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Es ist interessant und bezeichnend, daß (nicht nur) im Falle von Mozarts Klavierkonzerten zumeist "historische" Aufnahmen genannt werden.

    Ich habe nach einer Alternative gesucht - und habe sie (scheinbar) gefunden. Nämlich eine Aufnahme des Klavierkonzerts Nr 20 mir den London Mozart Players mit Howard Sehelley als Solist und Dirigent in Personalunion. Interessant ist, daß sich seine Aufnahmen ausserhalb Englands - so zumindest mein Eindruck - nicht wirklich durchsetzen konnten, obwohl er dort als absoluter Spezialist anerkannt ist. Ich erinnere mich an den Auslöser des Kaufs dieser (und einer zweiten)Mozart Klavierkonzerte-CD: Ich wollte endlich mal eine CD besitzen, wo die "London Mozart-Players" mal wirklich Mozart spielen - und nicht lediglich "Zeitgenossen"......

    Zum Stück: Der Eingangssatz ist so von "Sturm und Drang" durchzogen (durchseucht trau ich mich nicht wirklich zu schreiben:untertauch: angesichts der Mehrheitsgeschmacks der forianer....) daß er mich sogleich abgestoßen hat. Aber der Beginn des 2. Satz gleicht das wieder aus, ebenso die perlenden Passagen.

    Mit dem Versuch, eine "neuere" Aufnahme zu hören, bin ich aber gescheitert: Sie stammt von 1990 ist also 32 Jahre alt.....

    Immerhin ist sie noch erhältlich....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • KV 466 ist mit 177 (!) Aufnahmen das am besten dokumentierte Mozart-Klavierkonzert überhaupt, noch vor KV 488 (136) und KV 467 (131). Die erste Einspielung datiert auf 1933 und ist jene von Edwin Fischer in Personalunion mit dem London Symphony Orchestra (EMI). Ein Abreißen der Popularität ist durch die Jahrzehnte in keiner Weise feststellbar.


    Neuere Aufnahmen (der letzten zehn Jahre):


    - Argerich; Orchestra Mozart/Abbado (DG, 2013)

    - Suh; Academy of St Martin in the Fields/Marriner (DG, 2013)

    - Argerich; Orchestra della Svizzera italiana/Kaspszyk (Warner, 2014)

    - Jacoby; Academy of St Martin in the Fields/Marriner (ICA, 2014)

    - Buchbinder; Staatskapelle Dresden/Buchbinder (Sony, 2015)

    - Cho; Chamber Orchestra of Europe/Nézet-Séguin (DG, 2018)

    - Bavouzet; Manchester Camerata/Takács-Nagy (Chandos, 2018)

    - Grimaud; Camerata Salzburg (DG, 2020)

    - Andsnes; Mahler Chamber Orchestra/Andsnes (Sony, 2020)

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

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  • Die Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte Mozarts beim Label Accent, die Arthur Schoonderwoerd und das Ensemble Christoferi begonnen haben, ist ins Stocken geraten. Ich bedaure dies ausserordentlich.


    Erfreulich ist, dass der Pianist und Dirigent die Klavierkonzerte Nr. 20 d-moll KV 466 und Nr. 21 C-Dur KV 467 im Jahr 2011 eingespielt hat. Die Aufnahmen wurden 2012 veröffentlicht.


    Eine HIP-Aufnahme: Kleinst mögliches Orchester und die Wahl einer Kopie eines Tangentenflügels (nach Anton Walter 1782) sind das Besondere dieser CD. Der von Arthur Schoonderwoerd verfasste Booklet-Text ist hervorzuheben.


    Wer sich für diese Aufnahme entscheidet und die Werke gut zu kennen glaubt, hat sich auf ein besonderes Hörerlebnis einzustellen.



    Beim Werbepartner ist die CD gestrichen. Leider. Antiquarisch findet man noch eine Scheibe.


  • KV 466 ist mit 177 (!) Aufnahmen das am besten dokumentierte Mozart-Klavierkonzert überhaupt, noch vor KV 488 (136) und KV 467 (131). Die erste Einspielung datiert auf 1933 und ist jene von Edwin Fischer in Personalunion mit dem London Symphony Orchestra (EMI). Ein Abreißen der Popularität ist durch die Jahrzehnte in keiner Weise feststellbar.

    Da hätte ich tatsächlich vermutet, dass das C-Dur oder A-Dur knapp "gewinnen", wobei ich vermute, dass die vielleicht doch ein bißchen beliebter beim Publikum sind. Das d-moll war vor über 30 Jahren als Teenager vermutlich mein absoluter Favorit, in der Gulda/Abbado-Aufnahme. Inzwischen ehrlich gesagt nicht mehr und ich finde Gulda/Abbado auch nicht mehr ideal, wie viele andere zu langsam im Kopfsatz. Funktioniert zwar auch, aber ich bevorzuge etwas mehr Sturm und Drang.

    Habe die zwar länger nicht mehr gehört, aber meine histor. Favoriten sind Serkin/Ormandy (NICHT die spätere Serkin/Szell) und Casadesus/Szell (leider meiner Erinnerung nach die am schlechtesten klingende dieser Kombination) und von neueren Argerich/Rabinovitch? (gekoppelt mit KV 459 und Doppelkonzert auf Teldec).

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Oha,


    die Schoonderwoerd Aufnahme hatte ich 2021 erworben, werde ich mir morgen anhören.


    Danke mal wieder für den Tip !


    Kalli

    Gruss aus Bruchsal


    Karl-Heinz

  • Von Martha Argerich gibt es auch eine Konzertaufnahme mit Claudio Abbado und dem fabelhaften Orchestra Mozart von 2013 - zusammen mit dem Konzert KV 503 - die CD (nur noch 1 Exemplar!) ist im Moment beim Werbepartner wegen Lagerräumung zum halben Preis erhältlich! :!:



    Bei KV 503 hat sie mir weniger gefallen (das Orchester ist wie gesagt immer fabelhaft!) - darüber hatte ich auch kurz geschrieben im Thread über KV 503


    MOZART Wolfgang Amadeus: Klavierkonzert Nr 25 in C-Dur KV 503


    Bei KV 466 gefällt sie mir deutlich besser. Abbado und Argerich harmonieren perfekt. Für Argerich-Fans ein "Muss"! :)


    Schöne Grüße

    Holger


  • Els Biesemans, Fortepiano after Walter & Söhne, made by Paul McNulty

    Cadenzas by Clara Schumann

    Ornaments in the 2nd movement by Johann Nepomuk Hummel

    String Quintet Arrangement by Vinzenz Lachner, slightly adapted by Ensemble Elsewhere

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Nicht schlecht - eine Art Gegen- und zugleich Parallelmodell zu Schoonderwoerd - überdies ja quasi abgesegnet durch Vinzenz Lachner. Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob dieser Mozart romantischer ist als das Original oder doch nur die Kadenzen und insofern eher das Gegenteil und wie man dann Schoonderwoerd einzuordnen hat. Irgendwie diffizil. :P


    Die Romanze ist meines Erachtens nicht frei von einer gewissen Nervosität ... eines Johann Nepomuk Hummel, hätte ich jetzt beinahe gesagt und mir dann - ganz ehrlich! - über das unterbewusst vorhandene Pseudowissen hinaus erst vergegenwärtigt, dass das nun keine Überraschung darstellt. Mit anderen Worten: Das ist mir zu viel des Guten an Ornamentik und der Mittelteil scheint mir dadurch quasi entschärft. Reine Geschmackssache?


    :cheers: Wolfgang


    clck 30.000

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Ich habe mir heute die Frage gestellt, ob ich in einem Thread, wo schon so viel geschrieben wurde, überhaupt noch was Sinnvolles beitragen kann, notabene, da die Nr 20 auf Grund ihres düsteren und dramatischen Charakters nie mein Lieblingskonzert war.

    In Beitrag 68 vom 18. Oktober 2022 schrieb ich ketzerisch (hab's aber überlebt -vermutlich nur, weil glücklicherweise nur wenige meine Beiträge lesen):

    Der Eingangssatz ist so von "Sturm und Drang" durchzogen (durchseucht trau ich mich nicht wirklich zu schreiben :untertauch: angesichts der Mehrheitsgeschmacks der forianer....) daß er mich sogleich abgestoßen hat

    Eigenartigerweise empfinde ich das heute kaum mehr so. Ich habe - aus Anlass der Wiederbelebung des Threads eine lange in meinem Besitz befindliche und bislang noch nie gehörte Box mit einer Gesamtaufnahme aller Mozart-Klavierkonzerte geöfnet und mir das Konzert Nr. 20 KV 466 angehört. Mit großem Genuss - das sei an dieser Stelle erwähnt. Vielleicht auch deshalb weil ich über einen (zu !!) langen Zeitraum fast mozartabstinent gelebt habe.

    Bei der Uraufführung in Wien (Mehlgrube) mit Mozart als Soloist war auch sein Vater anwesend. Leopold Mozart äusserte sich euphorisch (auch bei seinem Sohn nicht selbstverständlich bei diesem kritischen Geist)

    Bei der heute gehörten Aufnahme handelt es sich um eine, die Viviana Sofronitzi mit "Musica Antiqua Collegium varsoviense" unter Thadeusz Karolak. Die Aufnahmen entstanden 2005/06 in Warschau.

    Sofronitzky spielt einen Walter-Nachbau von Paul McNulty.

    Der klingt übrigens hervorragend und wurde von der Tontechnik optimal (also auch nicht zu prominent) aufgenommen. Allmählich habe ich den Eindruck, daß McNultys Nachbauten besser klingen als ein (auch gut erhaltenes ) Original. und dass es bald mehr Aufnahmen mit seinen Instrumenten gibt als von Walter & Co ;)

    Wermutstropfen für viele: Die Aufnahme ist bereits gestrichen. Eventuell noch bei Discogs antiquarisch

    Das Label ETCETERA hat die Box nicht mehr im Angebot.....

    Ein youtoub-Videoclip ist ebenfalls nicht exixtent.


    mfg aus Wien

    Alfred


    PS: Die Box enthält SÄMTLICHE Klavierkonzerte Mozarts -also auch Nr 1-5. Diesbezüglich mein ausdrücklicher Dank an die Produzenten und die Interpretin.

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Allmählich habe ich den Eindruck, daß McNultys Nachbauten besser klingen als ein (auch gut erhaltenes ) Original. und dass es bald mehr Aufnahmen mit seinen Instrumenten gibt als von Walter &Co

    Das dürfte bereits der Fall sein, denn so viele bespielbare und gut klingende Originale gibt es längst nicht. Bei den meisten Aufnahmen (nicht nur Mozart betreffend), die ich kenne, werden inzwischen McNultys Fabrikate verwendet. Ich war vor einigen Jahren mal in Prag in seiner Werkstatt: beeindruckend. Seine Frau, Viviana, war auch anwesend und führte mir die vorrätigen Instrumente vor bzw. ließ sie mich anspielen.

    Ein youtoub-Videoclip ist ebenfalls nicht exixtent.

    Doch, doch:



    BTW: Der „originale“ Mozart-Walter ist so original nicht mehr; er wurde Anfang 1800 im Auftrag Constanzes generalüberholt und modernisiert (mitunter wurden u.a. die Hämmerchen beledert, was sie vorher nicht waren und was einen völlig anderen Klang ergibt), bevor sie ihn per Post an den Sohn sandte. Was daran noch original ist, ist der Kasten und die Tasten - sonst nichts. FunFact: der Deckel wurde aus dem selben Stück Holzes gemacht wie Haydns Walter-Flügel.


    Einspielungen auf dem Originalflügel haben also mit dem Originalklang zu Mozarts Lebzeiten nichts mehr zu tun; allenfalls gibt dies den Klang zur Zeit Beethovens wieder; seine Konzerte 1 bis 3 sind da passend, für das Dritte ff. dann aber auch Érard. Schoonderwoerd spielt (ich glaube im 1. KK Beethovens) deswegen auch das im Erstdruck vorgesehene falsch klingende f"' anstelle des logischen fis"', weil es die Taste fis'" auf der Walter-Claviatur gar nicht gab, folglich auch bei den Nachbauten nicht gibt, hier kurz vor 4:55 vs. Immerseel 4:35). Das gibt's bei Beethoven in jener Zeit öfter ... z.B. WoO66/Var. X. Mozart hatte dies geschickter gelöst (KV 453, 459 u.a.).

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Die Aufnahmen von Viviana Sofronitsky habe ich mir mittlerweile auch zugelegt und sie gefallen mir sogar besser als Immerseel, da etwas kräftiger in die Welt hinausposaunt. Ansonsten gibt es bei mir im historisch informierten Kontext noch die paar Nummern, die Schoonderwoerd bislang veröffentlicht hat. Die sind gewiss nicht schlecht, aber da muss man die gleichen Einschränkungen machen wie oben bei Els Biesemans - nur anders herum - stimmt eigentlich so auch nicht, denn die Zahl der Streicher dürfte ja die gleiche sein. :/:D


    :cheers: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

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  • aber da muss man die gleichen Einschränkungen machen wie oben bei Els Biesemans

    Der Finalsatz klingt bei Else aber sehr elektrisierend in den Steichern, was mitunter auch an der gekonnten Umverteilung des Orchesters auf nur vier Stimmen durch Lachner liegen mag; empfand ich jedenfalls so.

    stimmt eigentlich so auch nicht, denn die Zahl der Streicher dürfte ja die gleiche sein.

    Zwar richtig, aber in anderer Funktion: Lachner hat eine Bearbeitung vorgelegt und somit die wesentlichen Stimmen auf die Streicher verlagert. Bei Schoonderwoerd wurde lediglich die Besetzungsgröße auf 1 je Stimme plus Gebläse reduziert; der Notentext wurde nicht verändert.

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Gut, den ersten Punkt sehe ich genauso und den zweiten Punkt habe ich nicht so ganz bedacht, aber es muss ja eigentlich so sein, wie von Dir formuliert. Denn das hört man freilich.

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Wenn ich sage "Original Walter" Flügel, dann meine ich nicht unbedingt jenen aus Mozarts Besitz (obwohl an der Definition nichts falsch ist.), sondern "irgendeinen Klavier aus der Fertigung Walters, die waren ja damals auch "Massenware" Allerdings gibt es hier zahllose schlecht klingende Instrumente, was natürlich auch an der Tontechnik liegen kann, oder daß sie in subotimalen Locations (Museen , Kirchen) aufgenommen wurden. Zurück zum Klavierkonzert Nr 20: Im Harenberg wird als einzige Aufnahme mit historischem Instrument diejenige von Malcolm Bilson erwähnt. (ich besitze nur 6 der insgesamt 9 Cds, KV 466 ist nicht darunter) Er spielt ebenfalls einen Nachbau des (hier wirklich , jenes von Mozart) von Philip Belt (1927-2015), USA, einem Pionier des Nachbaus historischer Klaviere. Zu diesem Instriment und wie es überhaupt möglich war es ANNÄHERND zu kopierem, habe ich eine interessante Anekdote gefunden. Es wurde durch die Aufnahmen von Bilson und dessen Einsatz dafür bekannt.

    In Europa gab es nicht nur positive Bewertungen. Aber es ist das gleiche Problem, wie bei Schoonderwoerd. Viele Personen - und auch Kritiker sind den Klang moderner Instrumente gewohnt - und wollen einfach nichts anderes hören.

    Die Aufnahmen entstanden zwischen 1982 und 1989, McNulty begann erst um ca 1986 mit dem Bau von historischen Flügeln, da war

    Belt schon eine Institution und berühmt.

    Hier eine Aufnahme mit dem Walter/Belt Instrument.



    Alles Schnee von gestern - weil gestrichen.......


    mfg aus Wien

    Alfred


    PS: Es wurde in den letzten Jahren - auch mit modernem Flügel - viel Hörenswertes aufgenommen. Einiges davon würde ich noch gern kennenlernen - wenn ich es erlebe ("Wenn ich es noch erlebe" war ein geflügeltes Wort von Karl Böhm als er etwa so alt war, als ich heute bin)

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Er spielt ebenfalls einen Nachbau des (hier wirklich , jenes von Mozart)

    Ja, aber im Zustand nach 1800, wie gewohnt. Unbeledert -das wäre original- klingt der Walter eher wie ein Tangentenfügel, also mehr zirpend. Der hier verwendete Flügel bzw. dessen Hämmerchen sind hörbar beledert - denn sonst würde man kaum etwas hören.

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Unbeledert klingt so (ist zwar ein Stein und kein Walter, aber der Klang ist eindeutig):



    Der hier hingegen ist beledert, wie Gerrit Zitterbart dies auch bitterzart ca. 2. Minute erklärt:



    Vorbild für den Nachbau ist auch wieder ein nach 1800 nachträglich beledertes Instrument (die Angabe „1795“ ist daher irreführend).


    Bill Jurgensson, seines Zeichens Clavier- und Orgelbauer und nicht wenig bekannter -restaurator schrub mir dereinst (wofür ich noch heute sehr dankbar bin):


    Zitat

    Zu M's Lebzeit gab es keinen Stein bis g3 - m.W. gibt es ueberhaupt keine echten Stein bis g3. Geschwister Stein sehr wohl und auch Schantz, diese sind aber aus den 90igern, die entsprechenden Walther sogar erst nach 1800, so.z.B. mine109 ca 1805. Mine. 109 ist das meist kopierte Walther Klavier; wann ist Wolfie gestorben? 15 Jahren vorher... Nix Mozart Klavier oder auch nur Mozart-relevantes Klavier; Beethovens 5te Konzert ist 1805 geschrieben worden.

    Wolfies Walther, also das im Mozart Haus, hatte gar keine Wienermechanik. Der heutige Zustand ist der von Constance zwecks gewinnbringenden Verkaufs bei Walther veranlasste "Ueberholung," wobei auch der Resonanzboden aus dieser Zeit stammen duerfte. Auf jeden Fall war eine andere Mechanik, eine Stossmechanik wie z.B. von Kober in Innsbruck aber auch Haug in Stg. u.A.m. gebaut wurde. Diese hatte auch eine andere Teilung, was ganz deutlich am Klaviaturrahmen gesehen werden kann, d.H. also auch dass der Steg und Stimmstocksteg, da er nicht umgestiftet wurde, eben neu ist. langer Rede, kurzer Sinn: da ist nur noch die Klaviatur und das Gehaeuse von dem Instrument uebrig, das Wolfie benuetzt hatte.


    In dem beruehmten Brief an seinen Vater 1777 schrieb Wolfie, "bis dato waren mir die spaettischen die liebsten..." Damit sind die Tangis gemeint. Er hatte Stein besucht und einen neuen Fluegel angespielt. dieser hatte eine Mechanik mit Ausloesung, aber sicher noch nicht die uns bekannte "wienermechanik" (das ist fuer sich sowohl ein semantisches wie auch organologisches Problem: Steins Prellmechanik ist eben keine Wienermechanik auch wenn sie eine Prellzunge (Hacken) hat, aber lassen wir das...). Vermutlich war es eine Zugmechanik wie im vis à vis. Vielleicht war es sogar der vis à vis, der ja 1777 gebaut wurde. Wieauchimmer... Wolfie verliert keine Sylbe ueber den Klang und aehnliches; der unbelederte Hammerfluegel klang ja auch ziemlich genau wie der Tangi. Ihm geht es alleine um die Ausloesung. Nun konnte er staerker differenzieren, vermutlich auch ausgelassener Spielen ohne vom Instrument bestrafft zu werden. Und diese Steins hatte noch den Moderator.


    Mozarts Walther hatte einen Moderator; Mir 1098 hat auch einen. Er ist so wie in den Bildern und wird mit einem zentralen Handzug gezogen, Aehnlich wie beim Tangi, laesst sich aus einen Zug nicht rauslesen, welche Stellung an und welche aus ist. ehe man einwirft, die Register der Orgel zoege man, es gibt auch Orgel wo die Register reingestossen werden, um sie anzumachen. Und natuerlcih recht viele mit Hebeln. Wie auch immer, dieser Moderator konnte, ebenausowenig wie der des Tangis, waehrend des Spiels moderierend eingesetzt werden.

    Notabene: bei Verwendung des Moderators klang der Flügel dann eigentlich wie ein belederter Flügel.

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Zittertbart dies auch bitterzart


    Nix da, ein t zu viel. Also eher besser. :P

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Ich muss sagen, dass mir diese Einspielung wirklich gut gefällt und das, obwohl ich bei Mozart normalerweise ein Genießer seiner Instrumentierung bin.

  • Ich muss sagen, dass mir diese Einspielung wirklich gut gefällt und das, obwohl ich bei Mozart normalerweise ein Genießer seiner Instrumentierung bin.

    Dito - beides betreffend!

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Ich habe mir heute die Frage gestellt, ob ich in einem Thread wo schon so viel geschrieben wurde überhaupt noch was Sinnvolles beitragen kann, notabene, da die Nr. 20 auf Grund ihres düsteren und dramatischen Charakters nie mein Lieblingskonzert war.

    In Beitrag 68 vom 18. Oktober 2022 schrieb ich ketzerisch (hab's aber überlebt -vermutlich nur, weil glücklicherweise nur wenige meine Beiträge lesen):

    Eigenartigerweise empfinde ich das heute kaum mehr so.

    Lieber Alfred, Dein sich wandelnder Geschmack setzt mich abermals in Erstaunen. Kürzlich Shostakovich und jetzt Mozarts d-Moll Konzert! Wo wird das noch hinführen? Vielleicht zu einer Beschäftigung mit Gustav Mahler? Aber der hatte es in Wien nie besonders leicht, auch bei den Philharmonikern nicht. Und dennoch gibt es von ihnen einige der besten Aufnahmen (u.a. mit Bernstein und Boulez). Es würde sich sehr lohnen. Ich werde das mit Spannung weiterverfolgen!


    Viele Grüße ins schöne Wien!

    Christian

  • Diesen Thread beleben zu wollen, hiesse Eulen nach Athen tragen, obgleich ein Drittel der Beiträge im Jahre 2006 geschrieben wurde. nach einer kurzen Pause wurde der Thread indes fortgesetzt und kann - was die Anzahl seine Beiträge betrifft - mit einer ausgeglichenen Bilanz bis heute aufwarten. Aus all den Empfehlnge un d Anmerkungen habe ich mir aus meiner Sammlung jene mit Gulda/Abbado herausgeklaubt - und ich muss sagen - sie ist eine Empfehlung wert. Den unmittelbaren Ausschlag für die Wahl gab indes die Tatsache, daß hier Beethovens Kadenzen zu hören sind, immerhin ein "Beinahe"-"Zeitgenosse" Mozarts. Sie verleugnen ihren Schöpfer nicht - warum sollten sie auch? Beethoven bleibt sich selber treu - und bleibt dennoch am Thema. Mozart - mit den Augen Beethovens gesehen. IMO sehr interessant. Über die Romance habe ich ja bereits anderswo geschrieben, daß sie überirdisch schön ist. Im dritten Satz bietet das Werk gleich 2 Kadenzen (Hummel und Beethoven) wobei Hummel ja gewissermaßen eine Zeitlang bei Mozart in der Lehre war und bei ihm wohnte. Ich empfand den Finalsatz bei Gulda/Abbado besser ausbalanciert als bei anderen Aufnahmen, wozu die Wiener Philharmoniker sicher auch ihr Teil beigetragen haben....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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