MOZART Wolfgang Amadeus: Klavierkonzert Nr 20 in d-moll KV 466

  • Aus all den Empfehlnge un d Anmerkungen habe ich mir aus meiner Sammlung jene mit Gulda/Abbado herausgeklaubt - und ich muss sagen - sie ist eine Empfehlung wert. Den unmittelbaren Ausschlag für die Wahl gab indes die Tatsache, daß hier Beethovens Kadenzen zu hören sind, immerhin ein "Beinahe"-"Zeitgenosse" Mozarts.

    Nicht ohne Grund habe ich diese Aufnahme in Beitrag #62 empfohlen und ausführlich beschrieben. Sie ist nach wie vor höchst empfehlenswert.


    Es gibt aber noch eine ältere Einspielung von KV 466, die an dieser Stelle erwähnt werden sollte:

    The Originals - Klavierkonzerte 3, 20

    Svjatoslav Richter (Klavier) und die National-Philharmonie Warschau, Dir.: Stanislaw Wislocki (Aufnahme: 4/1959, Warschau).

    Beethoven bleibt sich selber treu - und bleibt dennoch am Thema. Mozart - mit den Augen Beethovens gesehen. IMO sehr interessant.

    Auch der legendäre Richter spielt die Beethoven-Kadenzen (WoO 58/1 und WoO 58/2), nach meinem Empfinden noch Beethoven-näher und eine Spur wuchtiger als Gulda. Das ist echter Beethoven, ohne jedoch den inneren Bezug zu Mozarts Werk verleugnen zu wollen. Hier spürt man Takt für Takt, mit welcher Leidenschaft Beethoven sich dieser selbstgestellten Aufgabe gewidmet hat. Beide Künstler, sowohl Gulda als auch Richter, haben Interpretationen hingelegt, die, so verschieden sie im Detail auch sein mögen, ihren Wert behalten werden.


    Im übrigen sei der Hinweis erlaubt, daß die Richter-CD auch das selten zu hörende Beethoven-Rondo B-dur WoO 6 in einer souveränen Auslegung enthält.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die Zeit bleibt nicht stehen. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen habe ich mich entschlossen meine Klassiksammlung moderat um einzelne Neuaufnahmen zu ergänzen, wo derzeit aktive Interpreten zu hören sind. Einer dieser Interpreten ist der französiche Pianist Jean-Efflam Bavouzet, vermutlich einer der Mozart- und Haydnpianisten unserer Tage.

    Da ich allerdings auf zahlreiche Pianisten der Vergangenheit eingehört, bzw fixiert bin, möchte ich in Hinkunft weitgehend davon Abstand nehmen, Vergleiche anzustellen. Die Zeit, der Zeitgeschmack, und überhaupt die Sicht auf etliche Dinge ist anders. Man legt beispielsweise heute mehr Wert auf Ausdruck, als dereinst, wo oft Schönklang das Maß aller Dinge war.

    Ich hatte vor einigen Tagen/Wochen gewisse Einwände bezüglich des Orchesters - vermutlich weil ich zuvor eine meiner bisherigen Lieblingsaufnahmen zum Vergleich gehört hatte. Diesem Vergleich habe ich mich diesmal nicht gestellt und ich finde die hier gezeigte Aufnahme vorzüglich. Die "Manchester Camerata" hat "Biß" vor allem in den Bässen - Bavoumets Klavierspiel ist ohnedies über jeden Zweifel erhaben, so saß ich plane, noch die eine oder andere Aufnahme dieser Serie zu erwerben. Auch der Klavierklang wurde von der Tontechnik bestens eingefangen, Bavouzet spielt einen Yamaha, der den Vergleich mit anderen Konzertflügeln der Spitzenklasse nicht zu scheuen braucht.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Eine Taube macht noch keinen Sommer:...Mit einer Neuerwerbung aus der Gegenwart ist es nicht getan, das ist nicht ausreichend als Anpassung an unsere Zeit. "....daher habe ich mich entschlossen meine Klassiksammlung moderat um einzelne Neuaufnahmen zu ergänzen, wo derzeit aktive Interpreten zu hören sind" Und hier ist schon wieder einer, bzw, eine, Olga Pashchenko und das von ihr vom Pianoforte geleitete Orchester "Il Gardellino" spielen Mozarts Klavierkonzert Nr 20 auf historischen Instrumenten, bzw deren Nachbauten. Im Falle der Solistin ist dss ein Anton Walter Nachbau von Paul MCNulty. (Ich glaube, zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind schon mehr Instrumente von MCNulty;)) Das ohnedies düstere Klavierkonzert klingt unter ihrer Leitung noch düsterer, gelegentlich sogar zornig, das Orchester ist durch die Tontechnik realitätsnah aufgenommen: Schwarze Bässe und gleissende Höhen betonen die Dramatik, der sich die Interpretin verpflichtet fühlt. Die Kadenzen sind nicht die üblicherweise von Beethoven komponierten (Mozarts Interpretationen sind nicht überlefert) sondern von O.P. "iher untertänigsten Dienerin" erdacht. Die behübschen das Werk nicht, sondern betonen das düstere um eine weiter Nuance. Alles in allem eine begeisternde Aufnahme .....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • https://www.discogs.com/de/mas…w-xyP-IkkwcSMQ4XS3k9H3fgx


    Für mich ist das MOZART-Klavierkonzert Nr. 20, KV 466 eines der schönsten dieser Gattung, und mit ALFRED BRENDEL und dem ORCHESTER DER WIENER VOLKSOPER unter der Leitung von WILFRIED BOETTCHER bei in der turnabout-Einspielung ist es meine Referenzaufnahme. BRENDEL spielte dieses Konzert auch mit der ACADEMY OF ST MARTIN-IN-THE FIELDS wunderbar kammermusikalisch-tranparent ein, doch vermitteln mir die Wiener mit ihrer ausgeprägten Spielfreude und ihrem Wiener Touch einen etwas mehr mozartschen Spirit. BRENDEL bestätigt hier erneut seine Qualitätten als herausragender MOZART-Interpret. Sein Spiel ist feinsinnig-poetisch, und dennoch durchaus tiefgründig.

    wok

  • Für mich ist das MOZART-Klavierkonzert Nr. 20, KV 466 eines der schönsten dieser Gattung, und mit ALFRED BRENDEL

    Da sind wird uns doch mal - fast - einig, lieber wok ;). Allerdings bevorzuge ich, wie du dir denken kannst, St. Martin-in-the-fields, eben wegen der Durchhörbarkeit und von dir erwähnten kammermusikalischen Transparenz.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)