Aus all den Empfehlnge un d Anmerkungen habe ich mir aus meiner Sammlung jene mit Gulda/Abbado herausgeklaubt - und ich muss sagen - sie ist eine Empfehlung wert. Den unmittelbaren Ausschlag für die Wahl gab indes die Tatsache, daß hier Beethovens Kadenzen zu hören sind, immerhin ein "Beinahe"-"Zeitgenosse" Mozarts.
Nicht ohne Grund habe ich diese Aufnahme in Beitrag #62 empfohlen und ausführlich beschrieben. Sie ist nach wie vor höchst empfehlenswert.
Es gibt aber noch eine ältere Einspielung von KV 466, die an dieser Stelle erwähnt werden sollte:

Svjatoslav Richter (Klavier) und die National-Philharmonie Warschau, Dir.: Stanislaw Wislocki (Aufnahme: 4/1959, Warschau).
Beethoven bleibt sich selber treu - und bleibt dennoch am Thema. Mozart - mit den Augen Beethovens gesehen. IMO sehr interessant.
Auch der legendäre Richter spielt die Beethoven-Kadenzen (WoO 58/1 und WoO 58/2), nach meinem Empfinden noch Beethoven-näher und eine Spur wuchtiger als Gulda. Das ist echter Beethoven, ohne jedoch den inneren Bezug zu Mozarts Werk verleugnen zu wollen. Hier spürt man Takt für Takt, mit welcher Leidenschaft Beethoven sich dieser selbstgestellten Aufgabe gewidmet hat. Beide Künstler, sowohl Gulda als auch Richter, haben Interpretationen hingelegt, die, so verschieden sie im Detail auch sein mögen, ihren Wert behalten werden.
Im übrigen sei der Hinweis erlaubt, daß die Richter-CD auch das selten zu hörende Beethoven-Rondo B-dur WoO 6 in einer souveränen Auslegung enthält.
LG Nemorino
