Lieblingswerke der Moderne

  • Ganz schön schwer, aus verschiedenen Gründen. Bei der klassischen Moderne fällt mir spontan viel ein, da wechseln die Lieblinge und bei nur drei zu nennenden bleibt vieles ungerechterweise auf der Strecke..
    Mal so:


    Stravinsky - Concerto in Es "Dumbarton Oaks" - macht mir einfach gute Laune


    Bartok - Konzert für Orchester - für mich der "Klassiker der klassischen Moderne" schlechthin


    Schönberg - Moses und Aaron - ein Schlüsselerlebnis aus den 70ern und für mich die "Entdeckung der klassischen Moderne" (damals wußte ich nur nicht, daß das so heißt :D )



    Und damit sind wir bei der Moderne und da sieht es etwas anders aus. Tastenwolf sprach es aus und mir geht es auch so: Es gibt nichts, was ich wirklich liebe, nur einiges, was mich interessiert und was ich mehr als nur einmal höre. Ich versuche es mal so:


    Górecki - Sinfonie Nr. 3


    Claude Vivier - Prologue pour un Marco Polo


    Penderecki - Threnos

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Salut,


    wie ist das mit der Liebe? Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran... oder?


    Daher:


    Bela Bartók: Sonate für Violine solo [1945]


    Wenn sie hier mal eines Tages nicht erklingt, fehlt sie mir richtig.


    [Der Rest: ---]


    Cordialement
    Ulli

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • Hallo Reinhard!
    Danke für den Hinweis auf Claude Vivier. Ich habe bei meiner Liste lange überlegt, ob ich Boulez oder Viviers "Lonely Child" nennen soll. Ich hatte wegen meiner Entscheidung schon ein schlechtes Gewissen. Nun ist der Name dieses genialen Kanadiers, der mit etwas über 30 Jahren ermordet wurde, doch gefallen!

    ...

  • Hallo Taminoaner,


    das der Thread nicht kurz werden kann war mir klar und das sieht man jetzt am zweiten Tag schon – er ist auf der 2.Ebene angelangt. Dieser Lieblingsthread hat einen interessanteren Aspekt, als alle anderen Thread´s über Lieblingswerke. Er dient auch als INFO, welche eher unbekannten neue Werke lohnend sind. Ich hatte den Thread gestern am Anfang schon gelesen und wollte mir erst mal zu Hause klar werden über meine Lieblinge der Klassischen Moderne. Dabei stelle ich fest das 3Nennungen einfach zu wenig sind.
    Wie man bei Werken nach 1950 nur einen ----- machen kann ist mir ein Rätsel.


    Bei den anderen Lieblings-Threads waren immer <10 Möglichkeiten zur Nennung gegeben - drei sind zu wenig. Die Schostakowitsch-Sinfonien gehören in die Liste, da will ich mich nicht auf eine festlegen.
    Durch die weite Zeitspanne gehören diese in beide Sparten (Klass.Moderne und Moderne nach 1950) . Wohin bei der Einschränkung mit den Strawinsky – Ballette Sacre und Petruschka ?


    Ich vermisse bei den Teilnehmern die Angabe der Aufnahme !
    Da einige auch von der Regel abweichen, werde ich die ersten drei Nummerieren und erlaube mir weitere Nennungen.


    Klassische Moderne bis 1949:


    1.) Bartok: Konzert für Orchester (1943)
    New Yorker PH/Boulez auf CBS
    Das ist für mich das Beste, was die Musikgeschichte hervorgebracht hat.


    2.) Schostakowitsch: Violinkonzert Nr.1 (1947/48 und 1953)
    Igor Oistrach / Moskauer PH / Maxim Schostakowitsch auf Eurodisc
    Das beste Violinkonzert aller Zeiten für meine Ohren.


    3.) Hindemith: Sinf.Metharmorphosen über Themen von C.M.Weber (1943)
    Isreal PH / Bernstein auf DG
    Dieses Werk begeistert mich wegen seiner umwerfenden Rhythmen und der farbigen Instrumentation – die Themen werden von mir oft am Klavier improvisiert. Ein großes Meisterwerk.


    X) Britten: Sinfonia da Requiem op.20 (1941)
    LSO / Britten auf Decca


    X) Honegger: Sinfonie Nr.3 (1946)
    Orchestre de la Suisse Romande / Ansermet auf Decca(LP und CD-R)
    Zusammen mit Brittens op.20 eines der tiefgehensten Werke des 20.Jahrhunderts – beides ergreifend.


    X) Morton Gould: Spirituals for Orchestra (1941)
    Chicago SO / Morton Gould auf CBS
    Wer kennt diese fantastischen und fetzigen 5Sätze ? Die muß man gehört haben.



    Moderne ab1950:


    1.) Schostakowitsch: Sinfonie Nr.15 (1971)
    Moskauer PH / Roshdestwensky auf Eurodisc
    Eine der letzten großen Sinfonien des 20.Jahrhunderts. Ja, die ist erst 35Jahre alt.


    2.) Lutoslawsky: Konzert für Orchester (1954)
    Cleveland Orchetra / Dohnanyi aud Decca
    Die farbige Instrumentation, die Energie, diese Spannung – ein großes Werk. Die Dohnanyi-Aufnahme wird dem Werk absolut gerecht und könnte nicht besser sein. So Energiegeladen hat man Dohnanyi noch nicht gehört. Leider enthält die CD eine nur mittelmäßige, uninspirierte Aufnahme von Bartoks KfO und macht es hier nur zum Filler – der Gegensatz zwischen beiden Aufnahmen ist Riesengroß.


    3.) Howard Hanson: Sinfonie Nr.6 (1968 )
    Westschester SO / Martin Landau auf VOX (USA-CD)
    Diese Sinfonie ist ein Beispiel für eione moderne Sinfonie, das man auch heute noch tonal schreiben kann – ein tolles Werk mit fetzigen 3(5)Schlußsätzen. Die unbekannte Aufnahme hat wesentlich mehr Feuer als die Schwarz-Aufnahme.

    X) Britten: Sinfonie für Cello und Orchester op.68 (1963)
    Rostropowitsch /LSO/ Britten auf Decca
    Ohne Komentar – einfach phänomenal.


    X) John Adams: Harmonielehre (1985)
    Birmingham SO / Rattle auf EMI
    Eines der besten Stücke des Minimalisten Adams – hier alles andere als Minimal.


    X) Rolf Liebermann: Concert für Jazz-Band und Sinfonieorchester (1954)
    Bremen PO / G.Neuhold auf NAXOS
    Einer der ersten Versuche zwei Richtungen miteinander zu verbinden – genial gelungen.


    X) Vaughan Williams: Sinfonie Nr.7 „Antartica“ (1953)
    Liverpool SO / V.Handley auf EMI
    Komponiert als Filmmusik 1947/48, für Film 1949, daraus dann die Sinfonie konzipiert, fertig 1953, Uraufführung 1953 von Sir John Barbirolli – eine tolles Werk.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zitat

    wie ist das mit der Liebe? Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran... oder?



    typische Aussage eines verheirateten?


    ;)

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    Original von Ulli
    wie ist das mit der Liebe? Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran... oder?


    Na, ich weiß nicht. Liebe kann zur Gewohnheit werden, wenn man nicht aufpaßt. Aber umgekehrt??

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Zitat

    Original von teleton


    Ich vermisse bei den Teilnehmern die Angabe der Aufnahme !
    Da einige auch von der Regel abweichen, werde ich die ersten drei Nummerieren und erlaube mir weitere Nennungen.


    das problem bei (manchen) lieblingsaufnahmen ist, dass sie schlicht nirgends mehr zu kaufen,bzw. abzubilden sind.
    trotzdem also:


    jancek sinfonietta: mackerras/wiener philharmoniker
    bartok orchesterkonzert: reiner/chicago so
    schostakowitsch cellokonzert: maisky/tilson thomas/london so
    stockhausen stimmung: collegium vokale köln
    feldman for bunita marcus: john tilbury
    grisey 4 chants: cambreling/klangforum wien


    :hello:

  • Hallo,


    Nur ein paar kurze Anmerkungen:


    Uwe Schoof


    An sich waren Intrumentalaufnahmen gemeint, da aber ein Teilnehmer bereits Opern gepostet hat - und dieser Thread das lebend überstanden hat - wollen wir das niht so eng sehen.



    @alle,


    Die Grenze bei "ca 1950" ist natürlich nur eine Richtlinie - zudem ziemlich willkürlich.



    Zitat

    Jetzt weiß ich, was er macht, wenn er nicht gerade bei Tamino blöde Forumsbeiträge irgendwo in einer Ecke deponiert......


    Hmmmmmh.......sprachlich sehr geschickt formuliert. Aber natürlch ist mir der Kunstkniff gleich aufgefallen, weil ich selber gern solche Bosheiten von mir gebe...-Gestehe Edwin, ein Kleiner Luzifer hat Dich geritten, als Du diesen Doppellsinn gepostet hast. Ob Du je meiner Verzeihung für würdig befunden wirst, entscheide ich un den nächsten 75 Jahren........ :baeh01:


    Zum Ernst der Sache:


    ich zähle Orff, Hindemith, Bartok und Strawinsky doch eher zu Klassischen Moderne, als zur Klassik.....


    LG
    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Hallo Alfred!


    Zitat

    ...weil ich selber gern solche Bosheiten von mir gebe...


    Was Du nicht sagst...! :angel:
    Ergo bitte die Möglichkeit einer Verzeihung meiner Unbotmäßigkeit bitte schon in den nächsten 71 Jahren und 3 Monaten zu überlegen.

    ...

  • Banner Interviebanner 1 Gelbe Rose
  • Zitat

    Na, ich weiß nicht. Liebe kann zur Gewohnheit werden, wenn man nicht aufpaßt. Aber umgekehrt??


    hab ich was falsch verstanden?
    es ging darum, daß man sich auch an moderne Stücke gewöhnen kann, daß man nach einiger Zeit auch liebenswertes daran entdeckt, oder.... klingt nach reiner Vernunftbeziehung.


    Jedenfalls ist meine Arbeit an zeitgenössischer Musik - wenn sie nicht berufliche Pflicht ist - zuerstmal aus reinem Interesse bzw. aus einem Pflichtbegriff, z.B: Werke der Wiener Schule wenigstens ansatzweise zu kennen, wenn sie schon derart propagiert werden...


    und tatsächlich - nach 8 jähriger Beschäftigung mit Schönbergs Klaviersuite op.25 kann ich auch emotionale Werte darin entdecken, abgesehen davon, daß ich mich von der Vorstellung gelöst habe, Zwölftonmusik verstehen oder nachvollziehen zu müssen - dieses lächerliche Reihensuchspiel sollte der Vergangenheit angehören...
    also finde ich die Suite mittlerweile ganz nett, aber von Lieblingsstück ist ise meilenweit entfernt...


    während eines Urlaubs versuchte ich, der 2.Boulez-Sonate näher zu kommen, indem ich den 1.Satz vielleicht 30 Mal hintereinander anhörte ---komplett ohne Erfolg...


    Vielleicht hilft es, sich einen Teil der "Moderne" als Antiromantik vorzustellen: zu dieser Bezeichnung passen viele Komponisten... EIne Musikalische Richtung, die
    der extremen Subjektivität ausweichen,
    die Inspirationsästhetik durch Handwerkskunst und Konstruktion überwinden und
    romantische Gefühlsbetontheit durch sachlichen oder geistigen Zugang ersetzen wollte.


    Daß die Produkte dieser Haltung nicht denselben Platz in unserer Hitliste finden, halte ich für selbstverständlich.
    Bei vielen Komponisten (Strawinski, Hindemith..) finden sich Momente, die beeindruckend sind, die mitreißen und durch starke Expressivität überzeugen. Das sind IMO keine bzw. zu schwache Kriterien, als daß sie für den Status "Lieblingsstück" ausschlaggebend wären...


    Möglicherweise sehen wir diesen Bruch der "atonalen Musik" viel zu eng aus der regionalen Sicht: in anderen Ländern gab es diese "Schockwirkung" nicht in dieser Form, oder gar nicht...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    ...daß man nach einiger Zeit auch Liebenswertes daran entdeckt...


    Zitat

    während eines Urlaubs versuchte ich, der 2.Boulez-Sonate näher zu kommen, indem ich den 1.Satz vielleicht 30 Mal hintereinander anhörte ---komplett ohne Erfolg...


    Bei mir funktioniert das Liebenlernen oft über Umwege. Gerade meine Faszination von der Boulez-Sonate kam so zustande. Ich kanne das Werk, ohne es zu mögen oder ein wiederholtes Hörbedürfnis zu haben. Dann entdeckte ich für mich Messiaens "Catalogue" (den ich zuvor ebenfalls leidenschaftslos kannte), der aber plötzlich etwas in mir auslöste. Pathetisch gesagt: Ein Initiationserlebnis.
    In einem Buch über Messiaen las ich dann über die Querbezüge zu Boulez - also nahm ich mir die 2. Sonate wieder vor. Und auf einmal schien sie mir nicht mehr unzugänglich. Ich pickte mir die Messiaen-Ähnlichkeiten als Hörhilfen heraus, ich hörte das Stück sozusagen zurecht für mich. Und nach und nach akzeptierte ich es auch in seiner Eigenständigkeit.
    Ich kann nun nicht sagen, dass ich dieses Werk mittlerweile wirklich liebe (es gibt Boulez-Werke, die ich heiß liebe, "Pli selon Pli" etwa, das "Rituel", "Sur Incises" und "Répons", um nur die mir wichtigsten zu nennen), aber es fasziniert mich. Mittlerweile hat sich sogar schon das Wiederhör-Bedürfnis eingestellt.
    Am Ende fängt da doch eine Liebesaffäre an....

    ...

  • Zitat

    Bei mir funktioniert das Liebenlernen oft über Umwege


    um die Zweideutigkeit weiterhin zu strapazieren...


    ich denke, daß es da schon eine Menge auffälliger Parallelen gibt - die Stücke, in die man/frau sich sofort verliebt, und andere, die man nach längerem Kennenlernen sympathisch findet...


    heiße Affären sind meistens auch mal abrupt zu Ende....die Musikalischen ;)...
    kann so etwas von Bruckner Symphonien berichten, in diesem Fall schlug die Begeisterung in totale Ablehnung um...


    dann gibts Gelegenheitsflirts....Brahms Lieder...Messiaen Orgelwerke - wenn sich die Lebenssituation ändert, bleibt der Flirt auf der Strecke... nach Jahren gibts vielleicht ein kurzes Wiedersehen...



    aber was sie Lieblingswerke betrifft, denke ich, sind schon echte Freundschaften gemeint, und die finde ich im 20.Jh kaum...bestensfalls gute Bekannte, die man alle paar Jahre einmal trifft, oder interessante Persönlichkeiten, die man kennenzulernen sich freut, aber bei denen doch die höfliche Distanz gewahrt bleibt...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Ich habe da auch Wochenend-Affären: Immer wieder heiße Szenen, aber in längeren Abständen: Die griechischen Tragödien Orffs, Menotti, Hindemith. Aber die Langzeit-Beziehungen sind und bleiben bei mir (alphabetisch gereiht) Boulez, Britten, Messiaen, Schostakowitsch und Schtschedrin.
    Und das beste daran: Man braucht nichts erklären und Eifersucht kennen sie auch nicht...

    ...

  • Zitat

    Dieser Lieblingsthread hat einen interessanteren Aspekt, als alle anderen Thread´s über Lieblingswerke. Er dient auch als INFO, welche eher unbekannten neue Werke lohnend sind


    Also sowas - Da sieht man was man selbt als Threadstartet noch über eigene Threads lernen kann :baeh01: :angel:


    Bei diesem Thread handelt es sich um einen Trailer, der genau das leisten soll, was oben schon beschriebern ist, zudem sagt er aus wie viele der derzeitigen Forianer an Musik des 20. Jahrhunderts interessiert sind, welche Komponisten sie bevorzugen, wo noch threads fehlen.
    Und er stellt klar, daß das Tamino Forum, trotz der stockkonservativen PERSÖNLICHEN Einstellung des Betreibers in Zukunft auch bei desem Themenkomplex die Nase vorn haben kann und wird.


    Daß meine Prognose, es werde sich um einen vermutlich schwach frequentierten Thread handeln, nicht ganz ernst gemein war, bzw
    strategisch unterpolstert war- das habt ihr ohnedies alle bemerkt...


    Dieser Thread war , wie er aufgebaut war - nicht dazu gedacht abzuklären welche Werken welches Komponisten zu welcher Richtung gezählt werden müssen, das war ihier völliig irrelevant. Es war schon interessant, daß hier über die Zuordnung Meinungsverschiedenheiten evident waren.
    Daß ein Mitglied die Regel der 3 und 3 brach - aus überbordender Begeisterung - ist ein interessanter Aspekt.


    Ich sehe auf jeden Fall eine Menge Treads auf uns zukommen......


    Beste Grüße


    Alfred



    Ps : @edwin
    die Erlangung einer Verzeihung innerhalb eines Zeitraums von weniger als 50 Jahren ist in greifbare Nähe gerückt :angel:

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Zitat

    Original von tastenwolf


    hab ich was falsch verstanden?
    es ging darum, daß man sich auch an moderne Stücke gewöhnen kann, daß man nach einiger Zeit auch liebenswertes daran entdeckt, oder....


    Salut,


    ich wußte gar nicht, dass ich hier gepostet hatte... :stumm:


    Tastenwolf trifft es, was ich mit der Aussage meinte. Daß ich liebenswertes daran entdecke, stimmt. Aber deswegen liebe ich sie noch lange nicht [die Sonate]. Das muß schon Liebe auf den ersten Blick sein - und da hat natürlich der obsi Recht: Mahlers 10. und auch die 9.


    :jubel:


    Cordialement
    Ulli

    Ist das HIP oder kann das weg?

  • da ich webern als lieblingskomponisten angegeben habe, lasse ich ihn hier weg:


    chronologisch:


    klassische moderne:


    berg: streichquartett op. 3
    strawinsky: le sacre du printemps (ballett)
    schönberg: streichtrio


    moderne:


    cage: sonatas & interludes for prepared piano
    stockhausen: gruppen für drei orchester
    b.a. zimmermann: die soldaten (oper)


    postmoderne:


    feldman: for bunita marcus (klavierwerk)
    rihm: hamletmaschine (oper)
    hidalgo: einfache musik (streicherensemble)


    alles beliebig erweiterbar

  • hallo Kurzstückmeister,


    sei mir bitte nicht böse, aber jedesmal, wenn ich werke von cage für präpariertes klavier höre, wird mir übel :kotz: !


    gruß, siamak

    Siamak

  • Hallo Siamak


    Das ist aber gar nicht nett. ;) Uns gefällt John Cage recht gut, natürlich auch nicht das gesamte umfangreiche Klavierwerk.


    Übrigens die unten erwähnte CD ist zum Teil ohne präpariertes Klavier gespielt. Am Flügel agiert der für Cage hervorragende Steffen Schleiermacher. Ein guter Einstieg um sich mit der Musik von John Cage etwas vertraut zu machen.



    Steffen Schleiermacher hat sämtliche Klavierwerke Cages bei MDG eingespielt.


    Herzliche Grüsse


    romeo&julia

  • Banner Strizzi
  • Hallo Siamak,

    Zitat

    sei mir bitte nicht böse, aber jedesmal, wenn ich werke von cage für präpariertes klavier höre, wird mir übel !


    oooooch, ich weiß nicht, 4'33" finde ich schon toll... :baeh01:

    ...

  • Ich muß nach 1950 erst nochmal gucken, was ich da kenne und aus welchem Jahr genau die Stücke stammen. Daher nenne ich nur drei für die erste Jahrhunderthälfte (was absurd wenig ist, man stelle sich einen thread vor, in dem 6 Stücke aus dem 19. Jhd. genannt werden sollten.. :rolleyes: ), nur Orchestermusik, und ich lasse bewußt Komponisten weg, die ich aus welchen Gründen auch immer für zu "klassisch" halte, obwohl sie eigentlich zur Moderne gezählt werden müssen oder als deren unmittelbare Vorläufer gelten können (wie Debussy, Zemlinsky, Mahler, Janacek, Ravel, Prokofieff, Rachmaninoff usw.)


    Strawinsky: Petrouchka, brillant und witzig, mag ich einfach lieber als eine halbe Stunde archaisches Getanze...oder doch die Geschichte vom Soldaten, die Sinfonien in 3 Sätzen?
    Berg: Lyrische Suite (o.k. eigentlich für Quartett, aber es gibt ein Arrangement für Streichorchester, alternativ 3 Stücke op. 6, alles sowohl klanglich faszinierende wie emotional sehr bewegende Stücke
    Bartok: Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug & Celesta (u.v.a.)


    3 ab ca. 1950 folgen in ein paar Tagen


    viele Grüße
    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo!


    Damit meine Stimme nicht allzusehr ins Gewicht fällt, nominiere ich nur drei Werke:


    Prokofiew: Symphonie Classique
    Rodrigo: Concierto de Aranjuez
    Bernstein: West Side Story


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Hallo Liebhaber der Moderne,


    hier mein Ergebnis nach langwierigen Überlegungen:



    I. Sektion: Werke von 1900-1950


    Ralph Vaughan Williams (1872-1958): Symphonie Nr. 1 "A Sea Symphony" 1903-09
    Ralph Vaughan Williams (1872-1958): The Pilgrim's Progress - A Morality 1921-49
    Arnold Schönberg (1874-1951): Gurrelieder - Oratorium in 3 Teilen 1900-11


    Da drei Nennungen definitiv zu wenig sind, möchte ich noch ein paar zusätzliche Favoriten erwähnen (außerhalb der Wertung):
    Erich Wolfgang Korngold (1897-1957): Das Wunder der Heliane - Oper in 3 Akten, opus 20 1924-26
    Rued Langgaard (1893-1952): Symphonie Nr. 1 "Klippenpastorale", BVN 32 1908/09
    Franz Schreker (1878-1934): Der ferne Klang - Oper in 3 Akten 1901-10
    Maurice Ravel (1875-1937): Daphnis et Chloé - Ballett für gem. Chor und Orchester 1909-12
    Rudi Stephan (1887-1915): Die ersten Menschen - Oper in 2 Akten 1914



    II. Sektion: Werke ab 1950:


    Howard Ferguson (1908-1999): The Dream of the Rood - Kantate, opus 19 1958/59
    Dmitri Schostakowitsch (1906-1975): Symphonie Nr. 11 "Das Jahr 1905", opus 103 1957
    Herbert Howells (1892-1983): Missa Sabrinensis 1954


    Bezeichnenderweise handelt es sich bei meinen Favoriten ab 1950 mitnichten um Werke der Moderne, sondern um die letzten Ausläufer der Spätestromantik. Das Todesjahr des englischen Komponisten Howard Ferguson ist zwar 1999, allerdings hat er - ähnlich wie Jean Sibelius - nach der von mir genannten Kantate 'The Dream of the Rood' (1958/59) kein einziges Opus mehr komponiert. Und auch dieses Chorwerk ist so wunderschön und nachromantisch-ausdrucksstark gehalten wie viele Opera von Vaughan Williams. Gleiches gilt für Herbert Howells' Missa Sabrinensis (trotzdem vielleicht nicht ganz so eingängig).


    Auch hier noch zwei ergänzende Nennungen, außerhalb der Wertung:
    Aarre Merikanto (1893-1958): Genesis für Sopran, gemischten Chor und Orchester 1955/56
    Alfred Schnittke (1934-1998): (Zwölf) Bußpsalmen für gemischten Chor a capella 1988


    Schöne Grüße
    Johannes

  • Musik zwischen 1900 und 1950
    1. Ralph Vaughan Williams (1872-1958 ): Symphonie Nr. 3 (1921)
    2. Rudi Stephan (1887-1915): Liebeszauber für Bariton und Orchester (1913)
    3. Samuel Barber (1910-1981): Adagio for Strings (1936)
    3a. John Cage (1912-1992): In a Landscape (1948 )



    Musik ab 1950
    1. Arvo Pärt (*1935): Für Alina (1976)
    2. Toru Takemitsu (1930-1996): Filmmusik zu Kuroi Ame (1989, engl. Titel: Black Rain)
    3. Tan Dun (*1957): Bitter Love (1998 )
    3a. Henryk Gorecki (*1933): Symphonie der Klagelieder (Nr. 3, 1976)
    3b. Hans Otte (*1926) Das Buch der Klänge (ab 1979)



    Ich habe ein bißchen gemogelt :rolleyes:


    Die Werke stehen jeweils repräsentativ für den Komponisten bzw. den Stil bzw. die Musikgattung (Symphonie, Klaviermusik, Vokal, Oper usw.).

  • die Ligeti Etüden gefallen mir ganz gut - sind aber deswegen keine Lieblingsstücke aus dieser Zeit...
    Lieblingsstücke aus der Zeit der Frühklassik - das würde mir genauso schwer fallen...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Nachdem Alfred ja noch einmal den eigentlichen Charakter des Threads erläutert hat, hier nun die "Lieblingswerke", nicht wirklich streng eingeteilt in die beiden Zeiträume, eher gefühlsmäßig eingepasst (Messiaen passt strenggenommen nicht wirklich nach 1950) . Weiterhin haben Lieblingswerke wie schon genannt die Eigenschaft, mit der Zeit zu nur noch "geliebten" Werken zu werden und umgekehrt. Und letzlich kenne ich von der "Moderne" leider noch viel zu wenig.


    Dennoch, von Alfred mit bekannt unbarmherziger Grausamkeit :D zur strengen Auswahl gezwungen:



    "Klassische Moderne"



    Dmitri Schostakowitsch: Klavierquintett in g-moll Op. 57


    Béla Bartók: Klavierkonzert Nr. 2


    Anton Webern: 5 Stücke für Orchester op. 10



    "Moderne"


    György Ligeti: Lontano, für großes Orchester


    Olivier Messiaen: L´ascension (Orchesterfassung) (1932)


    Pierre Boulez: Klaviersonate Nr. 2



    Gruß
    Sascha

  • Hallo,


    meine Vorschläge:


    Klassische Moderne


    1. Schostakowitschs 5. Sinfonie


    2. Strawinskis Apollon Musagete


    3. Charles Ives, Klaviertrio


    Ansonsten gäbe es halt noch sehr viel, es ist eigentlich eine Frechheit sich auf 3 beschränken zu müssen. Ich mache es wie die anderen und füge hinzu:


    Sehr viel Schostakowitsch, Prokovjew ( Krieg und Frieden!), Mjaskovsky ( die 22.!, das letze Streichquartett!), Bartok, Ravel, Vaughan Williams usw.


    Moderne


    Was ist Moderne? Wenn es Musik nach 1950 sein soll, sage ich:


    1. Schostakowitschs 15.


    2. Malcolm Arnold 9. Sinfonie


    3. John Adams "Death of Klinghoffer"


    Aber natürlich stellt sich hier wieder die Frage, ob man nicht eigentlich doch nur Schostakowitsch hätte nennen sollen! Aber das wäre vielleicht doch ein wenig langweilig gewesen. Ansonsten gebe ich zu, wenig Musik nach 1950 wirklich schätzen gelernt zu haben, Messiaen ist aber sicher auch ein großer, mit dem ich mich noch weiter beschäftigen werde.


    Gruß Martin

  • Banner Interviebanner 1 Gelbe Rose